Sonntag, 19. November 2017

Letztes Update:07:48:31 PM GMT

region-rhein.de

Synode des Evangelischen Kirchenkreises Koblenz hat in Koblenz getagt

Drucken

Koblenz. Die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Koblenz hat am Wochenende (10. und 11. November) auf der Horchheimer Höhe in Koblenz getagt. Mehr als 100 Delegierte aus den 24 Kirchengemeinden im nördlichen Rheinland-Pfalz sowie kirchliche Mitarbeitende und Gäste nahmen an der zweitägigen Sitzung teil.

Der Superintendent berichtete…

Zur Situation der ökumenischen Beziehungen heute

Superintendent Rolf Stahl erinnerte aus Anlass des 500-jährigen Reformationsgedenkens an das über Jahrhunderte gespannte Verhältnis der evangelischen und katholischen Kirche. “Erst seit einigen Jahrzehnten hat sich das Miteinander spürbar verändert. Der Begriff der Ökumene ist zum Inbegriff einer überkonfessionellen Geschwisterlichkeit geworden. Sie bezieht auch andere christliche Konfessionen und Freikirchen herzlich ein. Manche beschreiben die ökumenische Bewegung als die Reformation des 20. Jahrhunderts. Mit gefällt diese Beschreibung sehr.“

Dies passe gut zum Ökumenischen Christusfest am Pfingstmontag auf der Festung Ehrenbreitstein, zu dem sich etwa 15.000 Menschen hatten einladen lassen: „Wir haben es in ökumenischer Gemeinschaft gefeiert und gemeinsam in einen Zusammenhang mit der Reformation gebracht.“

Halbierung der Vollzeit-Pfarrstellen im Kirchenkreis Koblenz bis 2030

Superintendent Stahl ging außerdem auf die sich abzeichnende Verringerung der Vollzeit-Pfarrstellen im Kirchenkreis ein: „Die Zahl der Pfarrstellen in der Evangelischen Kirche im Rheinland wird weiter zurückgehen. Gibt es zurzeit noch über 1900 sollen es im Jahr 2030 nur noch 1000 sein. Auf unsere Koblenzer Verhältnisse umgerechnet bedeutet das einen Rückgang von zurzeit 56 auf dann 28 Vollzeit-Pfarrstellen. Das kann man bedauern und beklagen. Zumindest im Trend wird sich aber daran wenig ändern. Wir sollten uns so gut es geht darauf einstellen, damit wir diese Entwicklung vor Ort möglichst sinnvoll gestalten.

Kirchenkreis verschenkt Festschrift zum 200. Jubiläum seines Bestehens

Zum Kirchenkreisjubiläum ist eine kleine Festschrift mit dem Titel „200 Jahre Evangelisch an Ahr, Mosel und Rhein – 1817-2017 Evangelischer Kirchenkreis Koblenz“ erschienen, gab Superintendent Stahl bekannt. Der Kirchenkreis verschenkt die 68-seitige Broschüre mit Beiträgen zur Historie des Kirchenkreises und zahlreichen Farbfotografien. Ihre Dankbarkeit können Empfänger mit einer Spende zugunsten des Rechtshilfefonds für geflüchtete Menschen zum Ausdruck bringen. Bankverbindung: Evangelischer Kirchenkreis Koblenz, KD-Bank eG, Duisburg IBAN DE69 3506 0190 1010 8630 20, Stichwort: Spende Rechtshilfefonds.

Interessierte senden bitte eine E-Mail mit Name und Anschrift an die Superintendentur des Kirchenkreises: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. . Broschüren liegen während der Öffnungszeiten zur Abholung bereit in der Mainzer Straße 81,56075 Koblenz (Telefon 0261 - 9116129).

Festvortrag

Landeskirchen-Oberarchivrat Dr. Andreas Metzing hat einen Festvortrag gehalten zum Thema „200 Jahre Evangelischer Kirchenkreis Koblenz - Union und Bekenntnis am Mittelrhein vom 19. bis ins 21. Jahrhundert“.

Das Redemanuskript steht zum Abruf bereit unter www.kirchenkreis-koblenz.de.

Friedensarbeit als Schwerpunktthema

Wie kann Frieden im Kleinen und im Großen gelingen? Welche Möglichkeiten sehen die Synodalen konkret für ihren (gemeindlichen) Alltag? Diesen Fragen widmete sich die Kreissynode am Samstagvormittag in Kleingruppen auf Anregung von Kreissynodaljugendpfarrer Gerd Götz (Vallendar) und Pfarrer Markus Risch (Emmelshausen-Pfalzfeld), Vorsitzender des kreiskirchlichen Erwachsenenbildungsausschusses.

Vielfältig fallen die Vorhaben aus. Aufgrund der vielen positiven Erfahrungen im ökumenischen Miteinander, wolle man dabei bleiben, aufeinander zu hören und sich gegenseitig einzuladen. Andernorts gebe es zum Beispiel gemeinsame etablierte Formen des Gedenkens aus Anlass der sogenannten „Reichspogromnacht“. Hilfreich fürs Frieden stiften seien Streitschlichter an Schulen. Bei Auseinandersetzungen im Presbyterium könne es weiter führen, Berater von außen hinzuzuziehen. Wie kann es in Konfliktsituationen gelingen, Inhaltliches von Emotionalem zu trennen, fragte eine der Gruppen. Gewaltfreie Kommunikation sei ein Ansatz. Oder demokratischer Führungsstil – auch in Schulen. Ich- statt Du- Botschaften äußern. Frieden mit mir selber schließen… Neben vielen anderen Dingen wurde auch das Einkaufen von fair gehandelten Produkten genannt.

Weltweite Ächtung von Atomwaffen

Lebhaft diskutiert haben die Synodalen eine durch die Evangelische Kirchengemeinde Vierthäler eingebrachte Initiative des Internationalen Versöhnungsbundes zur weltweiten Ächtung von Atomwaffen. Über die kirchlichen Entscheidungsgremien soll darauf hingewirkt werden, dass ein Beschluss des Deutschen Bundestages folgenden Artikel ins Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland einfügt: „Atomare, biologische und chemische Waffen sind geächtet. Die Herstellung, Lagerung und Anwendung solcher Waffen sind verboten.“ Letztlich hat die Kreissynode mehrheitlich bei einigen Gegenstimmen und Enthaltungen für den Antrag gestimmt.

Die landeskirchliche Verwaltungsstrukturreform und das „Koblenzer Modell“

Es sei „komplizierter als Jamaika-Verhandlungen“, beschreibt ein Synodenteilnehmer den seit 2011 beschrittenen Weg hin zur Genehmigung von zwei Verwaltungseinheiten im Gebiet des Evangelischen Kirchenkreises Koblenz. Jetzt wurden insgesamt drei Satzungen vorgelegt, die auf einen positiven Ausgang des Verfahrens seitens der Landeskirche hoffen lassen.

Kirchbausanierungsfonds beschlossen

„Im Kirchenkreis Koblenz gibt es mehrere historisch bedeutsame, ortsbildprägende Kirchen, die teils denkmalgeschützt sind und deren Erhalt den Gemeinden infolge ihrer vergleichsweise geringen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit aus eigener Kraft nicht möglich ist.“ Betroffen davon sind vor allem Jahrhunderte alte Kirchen der Evangelischen Kirchengemeinde Vierthäler. „Die aktuellen Kirchensteuereinnahmen sollen genutzt werden, zusätzliches Kapital für den Erhalt dieser Kirchen anzusparen.“ Aus diesem Grund wurde beschlossen, einen neuen Kirchbausanierungsfonds einzurichten. Außerdem wurden Vergaberichtlinien festgelegt.

Wahlen

Zum 1. Synodalältesten wählte die Synode Hans-Dietrich Laubmann (Remagen-Sinzig). Sein Vertreter ist Prof. Dr.-Ing. Joachim Behrens (Koblenz-Karthause).

Diakonin Jutta Schultz von Dratzig wurde zur Synodalbeauftragten für Sekten-, Weltanschauungs-und Konfessionsfragen gewählt (Plaidt).

Mit einem Evensong haben Liturgen und ein Gesangsquartett unter der Leitung von Kreiskantor Christian Tegel den 1. Synodentag beendet.

Internet www.kirchenkreis-koblenz.de

Die nächste Kreissynode tagt am 26. Und 27. Oktober 2018 in Bad Neuenahr.