Freitag, 15. Dezember 2017

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Joachim Paul (AfD): IQB-Ergebnisse sind ein Offenbarungseid

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– auch für die Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz

Am heutigen Freitag wurde der Ergebnisbericht zum IQB-Bildungstrend 2016 vorgestellt. Viertklässler wurden in den Fächern Mathematik und Deutsch getestet. In Deutsch gehörte dazu auch der Teilbereich „Orthografie“. Den Studienergebnissen zufolge ist das Bildungsniveau vom Jahr 2011 auf 2016 deutschlandweit gesunken. Auch in Rheinland-Pfalz haben sich die Leistungen vor allem im Fach Deutsch verschlechtert. In der Orthographie verfehlt hier annähernd ein Viertel der Grundschüler bereits die Mindeststandards. Der Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD) verwies auf die gestiegene Zahl von Flüchtlingskindern, die als „Grund für durchschnittliche Änderungen der Schülerkompetenz nicht außer Acht gelassen werden“ dürften.

Dazu Joachim Paul, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz: „Der IQB-Bildungstrend zeigt einen erschreckenden Niveauverlust an den Schulen, der für Deutschland als Hochtechnologieland gefährlich wird. In den IQB-Zahlen offenbart sich das Scheitern der leistungsfeindlichen Bildungspolitik der Altparteien und ihrer Gesellschaftsexperimente, insbesondere der unkontrollierten Massenzuwanderung. Dass die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Hubig (SPD) behauptet, dass die Zunahme der Migrantenkinder keine negativen Auswirkungen auf den Spracherwerb in Kindertagesstätten habe, gehört zu den ‚alternativen Fakten‘ der Landesregierung. Ihr Hamburger Kollege und Parteifreund Rabe gibt dagegen zu, dass die Deutschkenntnisse von Grundschülern schlechter werden, weil zunehmend weniger Kinder Deutsch als Muttersprache in der Familie erlernt haben.“

Paul weiter: „Hinzu kommt, dass bei rot-grünen Ideologen beliebte Experimente wie das berüchtigte ‚Schreiben nach Gehör‘ ausgerechnet Zuwandererkindern besonders schaden. Gerade für Kinder, die Deutsch als Fremdsprache erlernen mussten, kommt es umso mehr auf korrekte Orthographie an. Um eine gute Rechtschreibung zu gewährleisten, muss man üben, üben, üben. Leider geht man in Rheinland-Pfalz genau in die entgegengesetzte Richtung. Durch die Schulordnung für die öffentlichen Grundschulen vom 10. Oktober 2008 wurden im Fach Deutsch die Anforderungen in erheblichem Maße gesenkt. Waren bis dahin noch zehn bis zwölf Diktate pro Jahr für die Dritt- und Viertklässler vorgeschrieben, sind nun drei Arbeiten im Bereich ‚Richtig schreiben‘ eingeplant. Das müssen nicht einmal Diktate sein, es sind auch andere Formate wie Lückentexte zulässig.“

Paul folgert daraus: „Es ist wenig überraschend, dass sich die Rechtschreibung von Grundschülern auch in Rheinland-Pfalz verschlechtert. Die verbindliche Wiedereinführung von Diktaten ist zwingend notwendig. Wir fordern deshalb mindestens zehn Diktate pro Jahr für die Dritt- und Viertklässler. Diese Maßnahme wäre ein wichtiger Beitrag, um den Niedergang der Rechtschreibung zu stoppen.“