Sonntag, 17. Dezember 2017

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Kfz-Gewerbe: Bilanz und Ausblick zum Jahreswechsel

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Diesel-Diskussion verunsichert Verbraucher

Die anhaltende Diskussion über drohende Fahrverbote verunsichert die Autofahrer. Dazu kann das Kfz-Gewerbe ein Lied singen. „Der Beratungsaufwand in den Autohäusern und Werkstätten ist in 2017 enorm gestiegen“, sagt Obermeister Jürgen Rutkowski Insbesondere in Ballungsgebieten führt die Verunsicherung der Verbraucher dazu, Diesel-Pkw zu meiden. So hat der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) per Blitzumfrage ermittelt, dass sich rund 300 000 gebrauchte Diesel-Pkw (Euro 5) bei den Autohändlern die Reifen plattstehen.

Und auch der Anteil der modernen Euro 6-Diesel bei den Neuzulassungen geht kontinuierlich zurück. Dabei ist der moderne Diesel-Motor unverzichtbar, um den ab 2020 geltenden EUGrenzwert des Treibhausgases CO2 von 95 Gramm pro Kilometer einhalten zu können. Beim Feinstaubausstoß sind Industrie und Landwirtschaft für den Löwenanteil von rund 65 Prozent verantwortlich. Der Straßenverkehr ist lediglich mit rund 14 Prozent beteiligt.

„Um drohende Fahrverbote zu vermeiden und nachhaltig etwas für die Umwelt sowie den Werterhalt der Fahrzeuge unserer Kunden zu tun, setzen wir uns im Kfz-Gewerbe für eine Hardware-Nachrüstung älterer Diesel-Fahrzeuge ein“, so Obermeister / Pressesprecher Jürgen

Rutkowski. „Es kann nicht sein, dass die Autofahrer, die etwa als Berufspendler auf den sparsamen Diesel gesetzt haben, nun für ihre Kaufentscheidung bestraft werden sollen.“

Nach seiner Ansicht ist es dringend geboten, hier für politische Klarheit zu sorgen. „Wir brauchen so schnell wie möglich eine verlässliche, stabile und handlungsfähige Regierung. Es darf nicht dazu kommen, dass wichtige Entscheidungen zur Verkehrspolitik, wie etwa zur Zukunft des Dieselantriebs, auf die lange Bank geschoben werden.“

Die Aussichten für das kommende Auto-Jahr sieht Obermeister Jürgen Rutkowski mit gemischten Gefühlen. Die Konjunkturaussichten werden von den Wirtschaftsinstituten als gut bewertet. Dem entgegen steht die anhaltende Diskussion um die Zukunft des Dieselmotors. Aufgrund dieser Situation sieht das Kfz-Gewerbe für 2018 einen Korridor der Neuzulassungen zwischen 3,4 und 3,5 Millionen Pkw. Bei den Gebrauchtfahrzeugen liegen die Szenarien zwischen 7,2 und 7,4 Millionen Einheiten – je nachdem wie sich die Lage bei Fahrverboten und beim Thema Nachrüstung entwickelt. Für das Werkstatt-Geschäft sind die Aussichten für 2018 gut, mit leicht steigender Tendenz gegenüber diesem Jahr.

Dafür braucht es gut ausgebildete Fachkräfte. Das zeigt sich auch in der Kfz-Innung Unterlahn.  „Zum neuen Ausbildungsjahr haben 45 junge Menschen ihre technische oder kaufmännische

Ausbildung in den hiesigen Autohäusern und Werkstätten begonnen“, so Obermeister Jürgen Rutkowski. „Damit zeigen unsere Betriebe in der Region, dass sie ihre soziale Verantwortung für die nachwachsende Generation ernst nehmen.“  Bundesweit bildet das Kfz-Gewerbe über 90 000 junge Menschen aus.