Sonntag, 22. April 2018

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Frauenwerkstatt

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Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Wir brauchen Streitkultur statt Kulturkampf!

Bei ihrer Frauenwerkstatt in der Staatskanzlei hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer für eine neue Streitkultur geworben. Die #metoo-Debatte habe eine internationale Diskussion über sexuelle Gewalt ausgelöst. Sie habe Frauen Mut und eine Stimme gegeben. „Diese Netzfeministinnen sehen sich jedoch Hass und Drohungen ausgesetzt“, kritisierte die Ministerpräsidentin und forderte: „Lassen wir nicht zu, dass die Gleichstellungsfrage zu einem Kulturkampf stilisiert wird. Es ist eine politische Auseinandersetzung. Und wir können unsere Positionen selbstbewusst und mit fundierten Argumenten vertreten.“

Gastrednerin Julia Jäkel, mehrfach preisgekrönte Managerin des Hamburger Verlags Gruner+Jahr erläuterte, wie Verlage den Herausforderungen der Digitalisierung und des raschen gesellschaftlichen Wandels begegnen können: „Erfolg hängt heute entscheidend davon ab, wie gut wir mit der Gesellschaft agieren und wie schnell wir sind. Strategie ist natürlich weiter wichtig, aber Wachsamkeit und Gedankenschnelligkeit sind noch wichtiger.“ Die Verlagschefin hob ausdrücklich den Wert von Journalismus für die Demokratie hervor: „Meinungs- und Pressefreiheit und unabhängig agierende Journalistinnen und Journalisten werden noch wichtiger in Zeiten, in denen es nicht mehr selbstverständlich ist, dass sich die bessere Einsicht durchsetzt“, so Julia Jäkel.

Mit der Veranstaltungsreihe „Zu Gast bei Malu Dreyer - Frauenwerkstatt“ möchte die Ministerpräsidentin Frauen die Möglichkeit geben, andere interessante Frauen zu erleben und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Gastrednerinnen sind erfolgreiche Frauen aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur.