Samstag, 18. November 2017

Letztes Update:09:22:56 AM GMT

region-rhein.de

Sperrung der B 42 schadet Wirtschaft und Anwohnern der rechten Mittelrheinseite

Drucken

CDU zeigt Alternativen zur andauernden Vollsperrung auf

Rhein-Lahn/Mittelrhein. Aufgrund von Bauarbeiten an der Bergwegebrücke in Lahnstein ist die B 42 derzeit für den Durchgangsverkehr ab Braubach-Nord in Richtung Niederlahnstein/Koblenz gesperrt.

Die Verkehrsteilnehmer werden seit Mai 2017 großräumig über den Taunus umgeleitet. Erst Anfang 2018 soll die Sperrung aufgehoben werden.

Damit geht einher, dass im gesperrten Abschnitt aufgrund der Durchfahrtsverbote die Touristen ausbleiben und zahlreiche örtliche Gastronomie- und Tourismusbetriebe enorme Umsatzeinbußen zu verzeichnen haben.

Auch Anwohner und Pendler der Region sind massiv beeinträchtigt. Die CDU-Kreistagsfraktion, lokale Kommunalpolitiker sowie Vertreter des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) haben sich vor Ort ein Bild gemacht und gemeinsam Vorschläge zur Verbesserung entwickelt.

CDU-Kreisvorsitzender Matthias Lammert, MdL richtete umgehend ein Schreiben an den zuständigen Landesbetrieb für Mobilität (LBM) und zeigte darin konkrete Alternativen zur Vollsperrung auf. Die CDU fordert eine Neubewertung der Lage.

Dehoga-Vizepräsident Lothar Weinand beschreibt die Auswirkungen der Straßensperrung: „Ein starker Rückgang der Gästezahlen und erhebliche Umsatzeinbußen sind Realität. Mitten in der Hauptsaison. Auf dieses Ausmaß konnte man sich nicht einstellen. Das geht an die wirtschaftliche Existenz einiger Gastronomiebetriebe.“ Für das Hotel und Gaststättengewerbe im Welterbe sei es günstiger, wenn große Straßenbaumaßnahmen im Winterhalbjahr stattfinden würden. Doch es geht nicht nur um den Tourismus, denn auch für viele Anwohner der rechten Seite, ist nicht nachvollziehbar, warum man derart großflächig umleiten muss. Zeitverluste aufgrund langer Umwege auf dem Weg zur Arbeit und bei Besorgungen sind an der Tagesordnung. Der LBM führt an, dass man die Innenstadt Lahnsteins nicht durch ein zu hohes Verkehrsaufkommen im Rahmen einer kleineren Umleitung belasten könne. Auch sei es nicht möglich, die nur wenige hundert Meter lange Baustelle mit einer Ampellösung auszustatten, da man unzumutbaren Rückstau zu den Pendlerzeiten erwarten müsse.

 

Die CDU bittet den LBM, dass man sich schnellstmöglich erneut mit Alternativen zur Umleitung befasst. „Die aktuelle Situation ist nicht hinnehmbar. Neben der jetzigen Sperrung, geht es uns nicht zuletzt auch um die anstehenden Brückensanierungen bei Lahnstein in den Jahren 2018 und 2019. Wir dürfen keinesfalls die gemachten Fehler wiederholen“, so Lammert.

Die CDU schlägt daher unter anderem vor, dass man einen Ampelverkehr mit flexibler Schaltung einrichtet. In den bekannten Stoßzeiten der Berufspendler sollte die jeweilige Hauptfahrtrichtung längere Grünphasen erhalten. Wichtig sei ebenfalls, dass bei allen Beschilderungen zwingend einheitliche Ortsangaben angegeben werden, denn teilweise finden sich verwirrende Angaben auf den Schildern. So erfährt man in St. Goarshausen, dass man bis Osterspai auf der B42 bleiben könne. In Wellmich wiederum ist die Strecke bis Braubach freigegeben. Eine mögliche Sofortmaßnahme sehen die Christdemokraten darin, dass man die Strecke für PKW freigeben könnte und die Sperrung auf LKW beschränkt. Um dies erfolgreich umzusetzen, könne man, neben einer eindeutigen Beschilderung, die Durchfahrtshöhe beschränken und zusätzlich regelmäßige Kontrollen durchführen. „Wenn wir es schaffen, dass der Schwerlastverkehr aus der Lahnsteiner Innenstadt fernbleibt, dann könnte die Umleitung auf kurzem Wege für PKW eine enorme Erleichterung bedeuten. Wir müssen gemeinsam mit dem LBM eine Neubewertung der Lage und klare Handlungsschritte zur Entlastung der Betroffenen entwickeln, auch wenn das zunächst aufwändig erscheint“, sagt der CDU-Kreisvorsitzende.