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Vor 10 Jahren starb Pater Richard Ott

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Kämpfer für die deutsch-französische Freundschaft und ein Bekämpfer von Lepra und Tuberkulose

Lahnstein. Richard Ott wurde am 26. Januar 1928 als drittes von zehn Kindern in Mainz-Mombach geboren. Nach dem Abitur in Mainz begann er dort das Studium der Fächer Latein, Griechisch, Französisch und Philosophie. 1953 trat er in das Noviziat der Arnsteiner Patres (Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens, SSCC). Am 29. September 1954 legte er sein Ordensgelübde ab. Seine Priesterweihe empfing er am 20. Oktober 1957 in Simpelveld (Niederlande), wo er zu dieser Zeit Theologie an der philosophisch-theologischen Hochschule der Arnsteiner Patres studierte.

Von 1958 bis 1993 unterrichtete Pater Richard Ott SSCC die Fächer Latein, Griechisch, Französisch und Katholische Religion am Johannesgymnasium in Lahnstein. Zwischen 1968 und 1972 bekleidete er zudem die Funktion des Superior des Johannesklosters in Lahnstein.

In Lahnstein war er verantwortlich für die Gemeinschaft Christlichen Lebens (GCL). Er leitete den Schüleraustausch mit der Partnerschule Collège St. Etienne in Châlons-en-Champagne, eine der frühesten deutsch-französischen Schulpartnerschaften überhaupt, entstanden 1955, also bereits zehn Jahre nach Kriegsende und acht Jahre vor dem Elysée-Vertrag

Nach seiner Pensionierung als Lehrer im Jahr 1993 war er weiterhin als Seelsorger tätig. Von Juni 2006 bis März 2008 lebte er im Ruhestand in Werne (Westfalen) in einer Niederlassung der Arnsteiner Patres. Dort konnte er am 20. Oktober 2007 sein Goldenes Priesterjubiläum feiern.

Über viele Jahre betreute er auch „La Famille 873“ (deutsch: „die Familie 873“), ein Freundeskreis von ehemals französischen Kriegsgefangenen, die im Zweiten Weltkrieg als „Kommando 873“ bei der Firma Feldmühle in Lahnstein eingesetzt waren. Trotz widriger Umstände entwickelten sich in Ansätzen Freundschaften. Die Verbindungen wurden jahrzehntelang aufrechterhalten. Einer von ihnen, der Theologiestudent und spätere Benediktinerpater Olivier Bossard, schrieb über die Jahre der Gefangenschaft und die Nachkriegszeit seine Memoiren und veröffentliche sie in einem Buch, das Pater Richard Ott kurz vor seinem Tod dem Stadtarchiv Lahnstein übergab. Als Superior hatte er 1972 Bossard kennengelernt, als er für die „Famille 873“ eine Messe in Lahnstein hielt. Im gleichen Jahr hielt Ott auch den Friedensgottesdienst im Auftrag des Partnerschaftskomitees Lahnstein-Vence in der französischen Partnerstadt, ebenso ein Jahr zuvor in Lahnstein.

Sein wichtigstes Anliegen sah Pater Richard Ott in seinem ehrenamtlichen Einsatz für die Leprakranken. Er war Initiator der Lahnsteiner Aktionsgruppe des DAHW (Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe). Bereits seit 1957 war er Mitglied dieser Organisation, die im gleichen Jahr unter dem Namen „Deutsches Aussätzigen Hilfswerk“ gegründet wurde. Schwerpunkt der Arbeit ist die Heilung von Lepra- und Tuberkulosepatienten in Asien, Afrika und Südamerika. Lepra und Tuberkulose gelten als „Krankheiten der Armut“. Pater Richard Ott fühlte sich in der Nachfolge seines inzwischen heiliggesprochenen Ordensbruders Pater Damian de Veuster (1840-1889) verpflichtet. Dessen Verbundenheit mit den Aussätzigen auf der Insel Molokai war sein großes Vorbild, für das er unermüdlich bis zum Lebensende eintrat. Pater Richard organisierte zahlreiche Sammel- und Spendenaktionen, wie der Erlös von Basaren, der Verkauf von Weihnachtspostkarten, Haussammlungen, Schallplattenverkauf und viele weitere Ideen. Auch der Erlös aus dem 1976 von ihm veröffentlichten Büchlein „Unternehmen Mensch“, in dem er Anregungen für eigene Möglichkeiten der Hilfe aufzeigt, kam dem Hilfswerk zugute. Mit seiner Aktionsgruppe und den Schülern des Gymnasiums hatte er in fünfzig Jahren mehr als 2,5 Millionen Euro eingenommen und für das DAHW nach Pakistan und Indien schicken können. In Pakistan war Pater Richard Ott mit der Lepra-Ärztin Ruth Pfau bekannt, einer katholischen Ordensschwester und Lepraärztin, der es gelang, dort ein flächendeckendes Kontrollsystem zur Bekämpfung von Tuberkulose aufzubauen.

1976 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. 1989 wurde ihm durch den Bischof von Limburg die Georgplakette verliehen. Auch das DAHW ehrte ihn mehrfach und ernannte ihn zum Ehrenmitglied.

Am 17. März 2008 verstarb Pater Richard Ott in Werne.

Stadtarchiv Lahnstein präsentierte sich zum Tag der Archive

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Ausstellung ist weiterhin am Kaiserplatz zu sehen

Lahnstein. Viele interessierte Besucher nutzten den „Tag der Archive“, um einmal die Bestände und Räumlichkeiten des Stadtarchivs am neuen Domizil kennenzulernen. Der großzügige Benutzerraum mit Archivbibliothek, das Fotoarchiv, die Personenstandsregister und die Magazinräume mit den Aktenbeständen vom 14. bis 21. Jahrhundert konnten besichtigt werden. Zum Motto „Bürgerrechte und Demokratie“ wurden passende Archivalien vorgestellt und drei Themen auf Stellwänden herausgearbeitet: Bürgeraufnahmen, Lahnsteins Ehrenbürger sowie die „Wahlen von 1818 bis heute“.

Nicht jeder volljährige Lahnsteiner hatte im 19. Jahrhundert automatisch das Bürgerrecht und nicht jede Stimme zählte gleich viel. Diese beiden Grundsätze brachten viele Besucher zum Staunen. Erwachsene mussten bis 1918 noch einen Antrag an den Gemeinderat stellen, wollten sie das Bürgerrecht erwerben. Dazu mussten sie Vermögen und Besitz nachweisen, denn nicht jeder Antrag wurde „willfahren“, denn die Stadtoberen hatten bei fehlendem Vermögen Bedenken, ein mittelloser Neubürger würde bei Arbeitsplatzverlust durch Krankheit der Armenkasse zur Last fallen. Für die Aufnahme als Bürger musste eine Gebühr entrichtet werden, deren Höhe sich danach richtete, ob der Antragsteller aus Lahnstein, von auswärts oder aus dem „Ausland“ (also außerhalb des Herzogtum Nassau bzw. Königreich Preußen) stammte.

Auf einer weiteren Stellwand werden die 18 Bürger vorgestellt, denen seit 1899 das  Ehrenbürgerrecht der Städte Niederlahnstein, Oberlahnstein bzw. Lahnstein verliehen wurde Fünf weiteren Personen, denen im Dritten Reich diese Ehre zuteilwurde, wurde die Ehrenbürgerschaft, die mit dem Tod erlischt, nachträglich symbolisch aberkannt. Auch darauf wird eingehend eingegangen.

Zum Thema Wahlen werden die verschiedenen Wahlmodi erläutert. Während seit 1919 die demokratischen Wahlgrundsätze einer allgemeinen, unmittelbaren, freien, gleichen und geheimen Wahl gelten, bestand zuvor ein Dreiklassenwahlrecht. Hier werden exemplarisch für Niederlahnstein die Wahlen zum Erfurter Reichstag 1850 vorgestellt, als 461 männliche Bürger abstimmen durften, die nach Steueraufkommen von 27 Gulden bis 1 Heller und 1 Kreuzer geordnet waren, und die Stimmen der 31 obersten so viel zählten wie die Stimmen der 342 untersten Wähler. Für Oberlahnstein wird die Wahl im Jahr 1907 erläutert: Von 8500 Einwohnern hatten 1261 Bürger das Wahlrecht. Der alphabetischen Liste ist eine Nummer vorangestellt, aus der ablesbar ist, wer welcher Klasse angehörte. Je geringer die Zahl, desto reicher war der Mann. An erster Stelle standen die Fabrikanten Anton Lessing sowie Otto und Ernst Gauhe von der Maschinenfabrik Gauhe und Gockel auf dem Gelände des heutigen GLOBUS Warenhauses. An Datenschutz hatte damals noch keiner gedacht, denn diese Listen wurden in der Lahnsteiner Zeitung veröffentlicht.

1919 schlug die Stunde der Frauen. Inwiefern sich das passive Frauenwahlrecht in Lahnstein ausgewirkt hat, wird an den Ergebnissen der Kommunalwahlen seit 1919 gezeigt. So lag die Frauenquote in der Stadtverordnetenversammlung bzw. seit 1946 in beiden Stadträten südlich und nördlich der Lahn durchschnittlich bei drei Mandaten (in den 1950er Jahren in Niederlahnstein gar bei null) und hat erst im aktuellen Stadtrat eine Quote von immerhin 25% erreicht.

Die fünf Ausstellungstafeln sind noch bis Juni 2018 im Souterrain der Kaiser-Wilhelm-Schule zu sehen. Sämtliche ausgestellten Schriftstücke sind transkribiert und erläutert, damit auch ungeübte Leser den Inhalt lesen und verstehen können.

Haushalt der Stadt Lahnstein ist genehmigt

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Plan kann eingesehen werden

Lahnstein. Gute Nachrichten für die Stadt Lahnstein: der Haushaltsplan für das laufende Jahr wurde kürzlich von der zuständigen Aufsichtsbehörde des Landes genehmigt und zwar so wie er von der Verwaltung vorgelegt wurde. Damit können nun alle Verwaltungsstellen, inklusive der Kultureinrichtungen, ihre für dieses Jahr geplanten Projekte in Angriff nehmen.

„Wir haben uns insbesondere um die Grundsteuer B angesichts der seit Jahren äußerst angespannten Haushaltslage der Stadt intensive Gedanken gemacht und überlegt, wie man eine erneute Anhebung vermeiden kann“, erklärt Oberbürgermeister Peter Labonte. In den letzten Jahren wurden landesweit viele verschuldete Kommunen durch die Aufsichtsbehörde zur Anhebung der Steuersätze aufgefordert, um ihre Einnahmen zu erhöhen, dazu gehörte auch die Stadt Lahnstein. „Die Forderung steht nach wie vor im Raum“, so der städtische Kämmerer Reinhard Theisen, „doch ist es uns mit einem Gegenvorschlag gelungen, die Anhebung zumindest für 2018 zu vermeiden. Unter der Prämisse, dass wir die Parkraumbewirtschaftung ausweiten und einen Gästebeitrag ab 2019 einführen, hat die Aufsichtsbehörde von der Erhöhung der Grundsteuer B vorerst abgelassen, da sich aufgrund der anderen genannten Maßnahmen die Einnahmesituation der Stadt verbessern wird.“

Im Übrigen räumt die Aufsichtsbehörde ein, dass die finanzielle Entwicklung zumindest teilweise auf strukturellen Defiziten und externen Faktoren beruht, die nur begrenzt von der Stadt steuerbar sind. So liegen beispielsweise die Gewerbesteuereinnahmen - trotz der für 2018 beschlossenen Anhebung des Hebesatzes - weiterhin deutlich unter dem Niveau vergleichbarer Städte.

OB Labonte zeigt sich erfreut darüber, dass die freiwilligen Leistungen der Stadt nicht noch weiter gekürzt werden müssen. „Wir haben diese im Gegensatz zum Vorjahr leicht verringert. Allerdings haben wir auch den klaren Auftrag, dass diese einer stetigen Prüfung zu unterziehen sind. Ein Zuwachs bei den freiwilligen Ausgaben ist aber angesichts der Haushaltslage nach Auffassung der Aufsichtsbehörde auch nicht mehr vertretbar“, erläutert Labonte.

Aktuell liegt der Haushaltsplan öffentlich bis einschließlich zum 23. März 2018 während der Dienststunden (montags bis mittwochs von 8-13 Uhr, donnerstags und freitags von 8-12 Uhr, nachmittags: montags bis mittwochs von 14-16 Uhr und donnerstags von 14-18 Uhr) im Rathaus in der Kirchstraße 1, Zimmer 3 zur Einsichtnahme aus. Interessierte finden das Zahlenwerk auch auf der städtischen Internetseite.

Gute Übernachtungszahlen für Lahnstein

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Touristinformation hat neue Projekte in petto

Lahnstein. Das vergangene Jahr war ein gutes für den Tourismus in Lahnstein, das zeigen die Gäste- und Übernachtungszahlen, die nun endgültig vorliegen.

Die Gästeankünfte sind um 9,8 % gegenüber dem Vorjahr (2016) auf 41.828 gestiegen, die Übernachtungszahlen sind um 1,8 % auf 94.748 nach oben geklettert. „Die Zahlen sind für uns ein guter Anhaltspunkt“, meint Touristikchefin Petra Bückner, wenn auch noch nicht alle Betriebe ihrer  Meldepflicht an das Statistische Landesamt nachgekommen sind. „Das heißt im Umkehrschluss, die Zahlen sind vielleicht noch besser“, erklärt Bückner die Situation. Sei es drum, Fakt ist, vor allem der Camping- und Wohnmobiltourismus boomt in Lahnstein. Rund 15.000 Gäste und etwa 35.000 Übernachtungen wurden 2017 gezählt, wobei die Dauercamper in dieser Statistik gar nicht erfasst werden. „Lahnstein ist die einzige Stadt in Rheinland-Pfalz, die fünf Camping- bzw. Wohnmobilstellplätze hat“, so Bückner.

Die guten Zahlen für 2017 veranlassen Bückner und ihr Team jedoch nicht dazu, sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen. Auch in der kommenden Saison stehen einige neue Projekte an. Die Stadt- und Erlebnisführungen wurden überarbeitet und bergen einige Erneuerungen. Eine davon ist das „Geocaching“. Dahinter verbirgt sich eine elektronische Schnitzeljagd durch die Stadt, was vor allem auch jüngere, technikaffine Besucher anlocken soll. Außerdem wird es humoristische Stadtführungen geben, die von Lahnsteiner Karnevalisten begleitet werden.

„Wir freuen uns auch sehr über Ergänzungen im gastronomischen Bereich“, so Bückner weiter, „vor allem am Lahnradweg und am Rheinsteig.“ Die „Trattoria Caterina“ und die „Trattoria Da Pino“ bieten Campern, Radfahrern und Wanderern ideale Einkehrmöglichkeiten im Bereich Friedrichssegen.

Außerdem sind die Renovierungsmaßnahmen zur Eröffnung des Pilgerstübchen-Cafés und der Weinstube im Kloster Allerheiligenberg, das zertifizierter Rheinsteigpartner ist, abgeschlossen und warten nicht nur mit Kaffee und Kuchen sondern auch regionalen Weinen und Rheinischen Tapas auf.

Nachdem im vergangenen Jahr ein Flusskreuzfahrtschiff am neuen Anleger in den Oberlahnsteiner Rheinanlagen getauft worden war, ist Lahnstein nun in den Fahrplan der Reederei integriert. 52 Mal soll der Steiger angefahren werden, die Saison geht bis in den November hinein. „Mit der Hotelschifffahrt erschließen wir uns ein bislang in Lahnstein unbesetztes Feld“, freut sich Bückner. „Und das war noch lange nicht alles was für dieses Jahr auf unserer Liste steht“, verspricht sie.

Waterloo – The Abba Show in der Stadthalle Lahnstein

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Vorverkauf startet

Lahnstein. Am 02. November 2018 tritt die Gruppe ABBA Review mit der Show „Waterloo“ um 19.30 Uhr in der Stadthalle Lahnstein auf. Karten gibt es ab sofort beim Ticket-Service der Stadthallenverwaltung, online bei Ticket-Regional, eventim und reservix sowie an allen Vorverkaufsstellen der genannten Ticketingsysteme zu kaufen.

Die internationale Erfolgsproduktion ABBA Review setzt sich aus Musikern aus Schweden, England, Deutschland, Polen und Malaysia zusammen. Sie präsentieren die größten Hits von ABBA in einer hinreißenden Show mit mehrstimmigem Gesang, hervorragenden Live-Qualitäten sowie einer bestechenden, authentischen Optik

Wie der Name schon sagt: ABBA Review ist genauso ein Rückblick auf die musikalischen Meilensteine der Weltkarriere des schwedischen Quartetts wie eine Zeitreise zu den Ursprüngen der Pop- und Discomusik mit dem dazugehörigen modischen Accessoire. Sie springen zurück zum Anfang der 80er Jahre, als die Originale auf dem Höhepunkt des Schaffens ausgedehnte Welttourneen mit grandiosen und aufwendig inszenierten Bühnenshows unternahmen. ABBA Review spielen darum in einer Live-Besetzung mit sechs Musikern auf der Bühne und choreographieren die Songs nach dem Original.

Das Programm reicht vom rockigen „Waterloo" über den Discofox-Klassiker „Dancing Queen", den Rock'n Roll à la „So long", den Discobeats von „Voulez Vous" bis hin zu den melancholischen „Thank You For The Music" oder „Fernando".

ABBA Review sind:

Agnetha: Lidia Lingstedt (Vox), Anni-Frid: Isabell Classen (Vox), Björn: Steve H. Stevens (Vox, Gitarre), Benny: Torsten C. Mahnke (Vox, Keys), Lee Romeo (Bass), Wosch Cutter (Drums).

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