Mittwoch, 22. November 2017

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Höchster Wanderungsüberschuss seit 1992

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Deutlicher Anstieg der Zuzüge aus dem Ausland

Im Jahr 2015 verlegten 168.468 Personen ihren alleinigen bzw. Hauptwohnsitz nach Rheinland-Pfalz. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems waren dies rund 24 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Gleichzeitig zogen 116.339 Personen über die Landesgrenzen fort, rund sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 52.129 Personen ergibt sich der höchste positive Wanderungssaldo seit 1992. Er übersteigt den bereits hohen Zuwanderungsüberschuss des Vorjahres (27.320 Personen) um mehr als 90 Prozent.

Aus einem anderen Bundesland verlagerten 71.192 Zugezogene ihren Wohnsitz nach Rheinland-Pfalz, während 97.276 Personen – und damit weit mehr als die Hälfte der Zugewanderten (58 Prozent) – unmittelbar aus dem Ausland kamen. Zuwanderungen aus dem Ausland gewinnen im Vergleich zu den Binnenzuzügen weiterhin an Bedeutung. Im Jahr 2005 hatte der Anteil der Zuwanderungen über die Bundesgrenzen nach Rheinland-Pfalz noch rund 31 Prozent betragen, im Jahr 2014 waren es bereits knapp die Hälfte der Zugezogenen.

Zuzüge aus dem Ausland

Mehr als 94 Prozent der Zuzüge aus dem Ausland (91.922 Personen) entfielen auf Personen nicht deutscher Staatsangehörigkeit. Die größte Zuwanderungsgruppe stellten dabei Syrer (18.582 Zuzüge). Am zweit- bzw. dritthäufigsten verlegten Rumänen (9.647 Personen) bzw. Polen (8.975 Personen) ihren Wohnsitz aus dem Ausland nach Rheinland-Pfalz. Gleichzeitig zogen 36.987 ausländische Personen über die Bundesgrenzen fort. Im Saldo ließen sich damit 54.935 Ausländerinnen und Ausländer mehr in Rheinland-Pfalz nieder als in das Ausland abwanderten. Damit bestätigen sich die Ergebnisse einer Schnellschätzung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder zur Außenwanderung von Ausländerinnen und Ausländern vom März (PM 48/2016).

Wanderung zwischen den Bundesländern

Aus anderen Regionen Deutschlands zogen 71.192 Personen nach Rheinland-Pfalz zu, 72.694 Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer verlegten ihren alleinigen bzw. Hauptwohnsitz in andere Bundesländer. Insofern ergibt sich für die innerdeutschen Wanderungen ein Defizit von 1.502 Personen. Mit den unmittelbar angrenzenden Bundesländern gab es demgegenüber ein leichtes Wanderungsplus in Höhe von 112 Personen, für das hauptsächlich die positiven Bilanzen gegenüber dem Saarland (plus 413) und Hessen (plus 323) verantwortlich waren. Mit Baden-Württemberg (minus 265) und Nordrhein-Westfalen (minus 359) waren die Bilanzen hingegen jeweils negativ. Auch mit den östlichen Bundesländern fiel die Wanderungsbilanz mit minus 134 Personen insgesamt negativ aus. Die höchsten Wanderungsdefizite ergaben sich mit minus 508 Personen gegenüber Bayern; nach Berlin zogen 401 Personen mehr fort als von dort zuwanderten.

Höchster Wanderungsüberschuss in der kreisfreien Stadt Trier

Für alle kreisfreien Städte sind positive Wanderungsbilanzen zu verzeichnen. Überdurchschnittlich hohe Überschüsse durch Wanderungen über die Landesgrenze ergeben sich insbesondere für die kreisfreie Stadt Trier (29.859 Personen). Diese auffällig hohe positive Wanderungsbilanz ist in erster Linie auf die dort ansässige Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber (AfA) zurückzuführen. Dort wurden und werden Schutzbedürftige aufgenommen, untergebracht und betreut, bevor sie auf andere Sammeleinrichtungen verteilt bzw. den Kommunen zugewiesen werden. Bei den Landkreisen sind insbesondere in den Kreisen Mainz-Bingen (5.391 Personen), Trier-Saarburg (2.074 Personen) sowie im Rhein-Lahn-Kreis (1.973 Personen) deutlich mehr Personen zu- als fortgezogen. Auch hier dürften primär die in diesen Landkreisen im Jahr 2015 neu eingerichteten Aufnahmeeinrichtungen für Asylbegehrende (AfA) für die hohen Wanderungsüberschüsse ursächlich sein.

Die Daten der Wanderungsstatistik werden dem Statistischen Landesamt von den Einwohnermeldebehörden zur Verfügung gestellt. Einwohnermeldebehörden sind in Rheinland-Pfalz die 192 Verwaltungen der kreisfreien Städte, verbandsfreien Gemeinden sowie der Verbandsgemeinden.

Autorin: Andrea Heßberger (Referat Bevölkerung, Gebiet, Zensus)

Polizeipräsidium Trier. Hilfe bei Gewalt gegen Schwule und Lesben

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Mit polizeilichen Ansprechpartnern für gleichgeschlechtliche Lebensweisen will das Polizeipräsidium Trier den Gang zur Polizei erleichtern. Opfer einer Straftat zu werden ist für viele Menschen oft ein schwerwiegender Einschnitt in ihre persönliche Lebenssituation. Die Erstattung einer Strafanzeige kann eine weitere Hemmschwelle darstellen. Werden Menschen mit gleichgeschlechtlicher Lebensweise Opfer einer Gewalttat, ist nach kriminologischen Erkenntnissen die Hemmschwelle zur Anzeigenerstattung unter Umständen besonders hoch.

Ob nach einem Einbruch, einer Körperverletzung oder einem Fall häuslicher Gewalt. Oftmals ist die Polizei die erste formelle Instanz, mit denen Geschädigte nach solchen Ereignissen Kontakt haben.  Aber nicht alle Straftaten werden bei der Polizei angezeigt. Je nach Straftat unterscheidet sich das Anzeigeverhalten der Opfer stark. Kriminologen sprechen vom sog. „Dunkelfeld der Kriminalität“, wenn diese bei den Strafverfolgungsbehörden nicht angezeigt oder erst auf anderem Wege bekannt wird. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen zudem davon aus, dass die überwiegende Anzahl der Straftaten gegen homosexuelle Männer oder Frauen von diesen besonders häufig nicht bei der Polizei angezeigt wird. Eine Ursache dafür könnte vor allem die Furcht vor dem Bekanntwerden der sexuellen Orientierung sein. Den Polizeibeamten kommt im Umgang mit Opfern und Zeugen stets eine besondere Verantwortung und Sensibilität zu.  „Alle Opfer von Straftaten werden von der Polizei ernst genommen und achtsam behandelt“, sagt Polizeipräsident Lothar Schömann. „Dabei spielt selbstverständlich die sexuelle Orientierung von Menschen keinerlei Rolle.“

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Mehr unter 3-Jährige in Kindertagesbetreuung

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Betreuungsquote weiterhin bei rund 30 Prozent

Die Zahl der unter 3-jährigen Kinder, die tagsüber außerhalb des Elternhauses betreut werden, ist im Jahr 2016 weiter angestiegen. Nach ersten vorläufigen Auswertungen des Statistischen Landesamtes besuchten zum Stichtag 1. März über 31.400 Mädchen und Jungen im Alter bis zu drei Jahren eine Kindertageseinrichtung bzw. wurden von Tagesmüttern oder -vätern betreut. Damit wird für gut 30 Prozent der Kinder dieser Altersgruppe ein Betreuungsangebot in Anspruch genommen. Trotz des Anstiegs der Zahl der betreuten Kinder ging die Betreuungsquote leicht um 0,5 Prozentpunkte zurück. Grund dafür ist die insgesamt höhere Zahl an Kindern unter drei Jahre, die durch höhere Geburtenzahlen beeinflusst wird (PM Nr. 121/16).

In dieser Altersgruppe sind es vor allem Zweijährige, die eine Tagesstätte besuchen oder im Rahmen der Kindertagespflege betreut werden. Im März 2016 traf dies landesweit auf 23.600 Kinder zu, dies sind mehr als 69 Prozent aller Zweijährigen. Von den Einjährigen wurden nahezu 7.300 und damit fast 21 Prozent betreut. Bei den unter 1-Jährigen lag die Betreuungsquote bei knapp zwei Prozent.

Rund 29.200 Kinder unter drei Jahren und damit rund 800 mehr als im Vorjahr besuchten eine der 2.498 Kindertageseinrichtungen. Das waren knapp 28 Prozent aller Kinder in diesem Alter. Bei der ersten Erhebung im März 2006 waren lediglich knapp 9.000 Kinder (8,8 Prozent) in einer Tageseinrichtung betreut worden. In öffentlich geförderter Kindertagespflege gab es im März dieses Jahres rund 2.200 Betreuungsverhältnisse für Kinder unter drei Jahren, das entspricht einem Anteil von 2,1 Prozent an allen unter 3-Jährigen.

Regionale Unterschiede

Zwischen den einzelnen kreisfreien Städten und Landkreisen bestehen große Unterschiede. Die Betreuungsquoten der unter 3-Jährigen bewegen sich bei den kreisfreien Städten zwischen 37,1 Prozent in Landau und Speyer und 19,3 Prozent in Frankenthal. Bei den Landkreisen liegt Trier-Saarburg mit 38,7 Prozent an der Spitze, den niedrigsten Wert weist Altenkirchen mit 22,6 Prozent auf. Die größten Veränderungen binnen Jahresfrist waren in der Stadt Speyer zu verzeichnen; hier nahm der Anteil der betreuten unter 3-Jährigen um fast  vier Prozentpunkte zu.

Die Angaben stammen aus der Statistik der Kinder- und Jugendhilfe. Gegenstand der Erhebung ist die Inanspruchnahme der Kindertagesbetreuung, das heißt, es wird auf die tatsächlich betreuten Kinder abgestellt. Die zur Verfügung stehenden Plätze werden nicht erhoben.

Die hier ausgewiesenen Zahlen für den Stichtag zum 1. März 2016 sind noch vorläufig.

Die Tagespflege umfasst nur die bei Jugendämtern registrierten Betreuungsverhältnisse. In den hier nachgewiesenen vorläufigen Zahlen sind Kinder, die neben der Tagespflege zusätzlich eine Einrichtung für Kindertagesbetreuung besuchen, mehrfach erfasst.

Autor: Jennifer Katharina Phiesel (Sachgebiet Soziale Leistungen)

193 Adoptionen im Jahr 2015

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Beinahe ein Drittel der adoptierten Kinder unter drei Jahre alt

Im Jahr 2015 wurden in Rheinland-Pfalz 193 Kinder und Jugendliche adoptiert. Das waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems sechs mehr als ein Jahr zuvor. Ungeachtet der Zunahme der vergangenen zwei Jahre ist mittelfristig ein deutlich rückläufiger Trend der Adoptionszahlen zu verzeichnen; so wurden im Jahr 2004 noch 252 Minderjährige als eigene Kinder angenommen, Mitte der 1990er-Jahre waren es sogar noch deutlich mehr als 400 Jungen und Mädchen. Die aktuellen Zunahmen gegenüber dem Jahr 2013 liegen alleine darin begründet, dass seit dem Berichtsjahr 2014 erstmals neben den Adoptionsvermittlungsstellen der öffentlichen sowie der freien Träger der Jugendhilfe auch anerkannte Auslandsvermittlungsstellen zur Statistik melden. Blieben diese Meldungen unberücksichtigt, wäre auch 2014 und 2015 ein Rückgang der Adoptionen gegenüber dem jeweiligen Vorjahr zu verzeichnen gewesen.

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Mehr als 20.000 Eheschließungen in 2015

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Auch 316 gleichgeschlechtliche Paare gaben sich das Ja-Wort

Im Jahr 2015 wurden in den rheinland-pfälzischen Standesämtern 20.341 Ehen geschlossen und damit rund 700 mehr als im Vorjahr (plus 3,6 Prozent). Dies ist nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems die höchste Zahl an Eheschließungen seit zehn Jahren. Ebenfalls im vergangenen Jahr wurden von rheinland-pfälzischen Familiengerichten 8.835 Ehen geschieden, das sind rund 200 weniger als im Jahr 2014 (PM 68/2016).

Frauen heirateten im vergangenen Jahr mit durchschnittlich 30 Jahren das erste Mal, Männer waren im Schnitt fast drei Jahre älter. Jeweils rund 73 Prozent der Männer und Frauen gingen erstmals den Bund fürs Leben ein. Rund jede vierte Frau bzw. annähernd jeder vierte Mann war vor der erneuten Eheschließung in 2015 geschieden, fast zwei Prozent der Männer sowie gut ein Prozent der Frauen verwitwet.

Im Landesdurchschnitt gingen rund fünf Paare je 1.000 Einwohner den Bund fürs Leben ein. Im Regionalvergleich zeigt sich, dass im Standesamt der kreisfreien Stadt Speyer – relativ gesehen – besonders viele Menschen heirateten. Dort wurden 8,5 Ehen je 1.000 Einwohner geschlossen. In den kreisfreien Städten Ludwigshafen (3,6) und Kaiserslautern (3,7) heirateten – bezogen auf die jeweilige Bevölkerung – die wenigsten Paare. In den Landkreisen reicht die Spanne von 6,3 Ehen je 1.000 Einwohnern im Landkreis Bad Dürkheim zu 4,2 im Landkreis Birkenfeld.

Begründungen gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften

Weiterhin gingen im vergangenen Jahr in Rheinland-Pfalz 308 Männer und 324 Frauen gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften ein. Mit insgesamt 316 standesamtlich beurkundeten Partnerschaften waren dies 20 weniger als im Vorjahr (minus 6 Prozent). Mehr als die Hälfte sowohl der Männer (57 Prozent) als auch der Frauen (60 Prozent) waren zwischen 30 und 49 Jahre alt.

In den zwölf kreisfreien Städten wurden im Jahr 2015 insgesamt 112 Lebenspartnerschaften geschlossen, in den 24 Landkreisen 204 gleichgeschlechtliche Paarbeziehungen begründet. Damit sind in den kreisfreien Städten 2,1 Personen je 10.000 Einwohner eine gleichgeschlechtliche Ehe eingegangen, in den Landkreisen waren es 1,4.

Angaben zu Eheschließungen sowie Begründungen gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften werden monatlich von den Standesämtern geliefert und von den Statistischen Ämtern der Länder in der Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung, die auch Geburten und Sterbefälle umfasst, ereignisortbezogen ausgewertet. Angaben zur Begründung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften  werden erst seit dem 9. Mai 2011 und damit seit dem letzten Zensusstichtag erhoben.

Autorin: Andrea Heßberger (Referat Bevölkerung, Gebiet, Zensus)

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