Montag, 19. Februar 2018

Letztes Update:05:58:26 PM GMT

region-rhein.de

RSS

Digitalisierung: Zuhause sicher vernetzt

Drucken

ECSM: IT-Sicherheit europaweit im Fokus

Stuttgart / Bonn. Anlässlich des European Cyber Security Month (ECSM) 2017 weist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeinsam mit dem Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) in der dritten Oktoberwoche auf die Bedeutung der „Cyber-Sicherheit zuhause“ hin. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Absicherung des Smart Home.

„Gerade bei der Vernetzung des eigenen Zuhauses werden die Tragweite und Bedeutung der Digitalisierung für Bürgerinnen und Bürger erfahrbar. Smart Home Anwendungen werden immer beliebter, denn sie versprechen einen Gewinn an Komfort und Effizienz“, erklärt BSI-Präsident Arne Schönbohm. „Dabei fallen allerdings auch zahlreiche persönliche Daten an und die Kontrolle bestimmter Funktionen wird durch die Anbindung ans Internet auch von außen möglich. Deswegen ist es unerlässlich, neben Komfort und Preis auch die Frage nach der Sicherheit des eigenen Heimnetzwerkes und der einzelnen Anwendungen zu stellen. Um Anwendern diese Einschätzung zukünftig zu erleichtern, arbeitet das BSI derzeit an der Entwicklung eines Gütesiegels, einer Art „Blauen Engel“ der IT-Sicherheit.“

Immer mehr Bürgerinnen und Bürger setzen auch beim Einbruchschutz auf Smart Home Anwendungen. Gerhard Klotter, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, betont: „Moderne Technologien können nicht nur einen Beitrag zum Schutz vor Einbruch leisten, sondern auch das genaue Gegenteil bewirken. Das vernetzte Zuhause kann schnell zum Einstiegstor für Hacker und Kriminelle werden. Mechanische Sicherungen, die sinnvoll aufeinander abgestimmt sind, stehen daher beim Einbruchschutz an erster Stelle.“ Am besten ist es, die mechanische Sicherungstechnik mit der elektronischen Überwachung sinnvoll zu kombinieren. Smart Home Anwendungen stellen allenfalls eine Ergänzung dar, sofern bei ihrem Einsatz die Empfehlungen des BSI und der Polizei für ein sicheres, vernetztes Zuhause beachtet werden.

Empfehlungen für ein sicheres, vernetztes Zuhause

  • Der Router ist das Zugangstor vom Internet in das Heimnetzwerk und damit von besonderer Bedeutung für die Sicherheit des Heimnetzwerkes. Bei der Wahl des Routers sollten Verbraucher darauf achten, dass für das Gerät Sicherheitsupdates zur Verfügung gestellt werden. Voreingestellte Standardpasswörter sollten bei der Einrichtung geändert werden. In der Regel lässt sich über den Router eine zentrale Firewall einrichten. Zudem ist es ratsam, nicht benötigte Funktionen und den Fernzugang am Router zu deaktivieren.
  • Das Bereitstellen von Softwareupdates über einen längeren Zeitraum und eine verschlüsselte Kommunikation der Geräte im Heimnetzwerk und im Internet sind zwei wichtige Kriterien, die bei der Auswahl smarter Geräte berücksichtigt werden sollten. Wird ein Gerät in Betrieb genommen, sollte es im ersten Schritt mit einem individuellen Passwort geschützt werden.
  • Bei vielen Smart Home Anwendungen sollten Anwender vor dem Kauf zwischen Komfort und Funktionalität sowie Sicherheit und Datenschutz abwägen. Man sollte sich bewusst machen, welche Daten durch eine Anwendung gesammelt und gespeichert werden, insbesondere wenn personenbezogene Daten erhoben werden, obwohl sie nicht für die Erbringung der Dienste erforderlich sind. Hier muss jeder für sich entscheiden, wann es gegebenenfalls sinnvoll ist, für mehr Sicherheit Komfort und Funktionalität einzuschränken.

Weitere Informationen und Empfehlungen zum vernetzten Zuhause hat das BSI unter www.bsi-fuer-buerger.de/SmartHome zusammengestellt. Dort ist auch ein Video abrufbar, das die Risiken und Empfehlungen verdeutlicht.

Europaweite Aktionen beim ECSM

Der ECSM stellt jede Woche im Oktober unter ein eigenes Motto. Den Auftakt bildet das Thema „Cyber-Sicherheit am Arbeitsplatz“, gefolgt von „Sicherheit und Schutz persönlicher Daten“, „Cyber-Sicherheit zuhause“ und „Cyber-Sicherheit vermitteln – an Profis und Anwender“. Seit 2012 bieten unter Federführung der europäischen IT-Sicherheitsbehörde European Union Agency for Network and Information Security (ENISA) die Mitgliedstaaten der Europäischen Union zum ECSM verschiedene Veranstaltungen, Informationen und andere Aktionen an. In Deutschland unterstützt und koordiniert das BSI die Aktivitäten.

Jugendliche vor Hassrede im Internet schützen

Drucken
Welche Konsequenzen haben hasserfüllte Anfeindungen im Internet für die Betroffenen? Wie kann das Thema in Unterricht und Jugendarbeit integriert werden? Welche Möglichkeiten haben Gesellschaft, Politik und Justiz der Hetze im Netz entgegenzuwirken?

Diese und weitere Fragen haben im Mittelpunkt der Fachtagung „Hate Speech – Nein Danke! Herausforderungen für Schule und Jugendarbeit“ gestanden, zu der die Leitstelle „Kriminalprävention“ des Ministeriums des Innern und für Sport gemeinsam mit dem Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz und dem Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung nach Worms eingeladen hatte. Lehrerinnen und Lehrer, Aktive der Jugendarbeit sowie Mitglieder des Kompetenznetzwerks „Demokratie leben“ haben zentrale Fragen rund um hasserfüllte Kommunikation im Internet diskutiert und konkrete Handlungsempfehlungen für Schulen und Einrichtungen der Jugendarbeit besprochen.

„Um dem Phänomen ‚Hate Speech‘ wirkungsvoll entgegenzutreten, muss Prävention an verschiedenen Punkten ansetzen. Zum einen müssen wir die gesellschaftlichen Ursachen von Hass, Vorurteilen und Stereotypen bekämpfen, denn sie liefern den Nährboden für diffamierende und feindselige Äußerungen im Netz. Zum anderen gilt es, die Medienkompetenz junger Leute zu stärken sowie das Wissen über die eigenen Rechte und Reaktionsmöglichkeiten“, betonte Innenstaatssekretär Günter Kern.

Gesetzliche Anknüpfungspunkte und die Pflichten der Betreiber Sozialer Netzwerke waren genauso Gegenstand der Tagung wie der Erfahrungsaustausch der Expertinnen und Experten. „Speziell Soziale Netzwerke werden zumeist als Plattform für die Platzierung und die Verbreitung von Hassrede genutzt. Die scheinbare Anonymität des Internets und die nicht sichtbaren Reaktionen bei den Opfern enthemmen Hetzer und verbale Brandstifter und schalten Mitgefühl und Empathie für die Betroffenen aus“, erläuterte Staatssekretär Kern die Eigenheiten von Beleidigungen im Internet.

„Bei der Bekämpfung von Hate Speech geht es im Kern um die Verteidigung unserer freiheitlichen demokratischen Gesellschaft und des Rechtes, dass sich hier alle Menschen gleichermaßen entfalten können“, betonte Familien- und Jugendstaatssekretärin Dr. Christine Rohleder. „Alle müssen dazu beitragen, Hate Speech etwas entgegenzuhalten – die Politik durch Förderung von Medienkompetenz und Rechtsdurchsetzung, die Schulen und die Eltern durch Unterstützung der Jugendlichen und die Vermittlung von Medienkompetenz und vor allem die Plattformanbieter wie Facebook, indem sie auf ihren Seiten eine Kultur durchsetzen, die Hate Speech konsequent die Stirn bietet und unzulässige Inhalte konsequent löscht.“

Detlef Placzek, Präsident des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung machte deutlich: „Gerade junge Menschen, die mit einem ganz anderen Selbstverständnis von Technik und dem Digitalen aufwachsen, benötigen Rüst- und Handwerkszeug, um sich mit Hass im Internet auseinandersetzen zu können. Es gilt den Jugendlichen zu vermitteln, dass Sprache, gesprochen oder getippt, auch eine Form von Gewalt sein kann.“

Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage: Imagefilm bietet Infos für Interessierte

Drucken
Imagefilm für Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage auf Homepage der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz bietet Infos für interessierte Schülerinnen und Schüler /Unterstützt vom FSV Mainz 05

Seit April 2008 betreut die Landeszentrale für politische Bildung (LpB) die Landeskoordination für Rheinland-Pfalz des europaweiten Projekts Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage (SOR-SMC).

Die wichtigsten Infos für interessierte Schülerinnen und Schülern präsentiert die LpB, unterstützt von Mainz 05 und den Spielern Robin Zentner und Suat Serdar jetzt in einem knapp zweiminütigen Animations-Film auf ihrer Homepage.

Bernhard Kukatzki, Direktor der LpB,: "Mit diesem Film bieten wir den jungen Menschen in Rheinland-Pfalz mehr als einfach nur Text in Flyern. Unter www.politische-bildung-rlp.de können die Jugendlichen sehen und hören, was sie fürs Mitwirken bei SOR-SMC brauchen und was sie im Projekt machen können."

"Wir freuen uns sehr, dass wir das Projekt Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage unterstützen konnten. Der 1. FSV Mainz 05 und seine Fans machen sich schon lange stark gegen Diskriminierung jedweder Art - jetzt auch auf der Leinwand im Animationsfilm", sagt Johannes Kaluza, Vereinsvorsitzender des 1. FSV Mainz 05.

Das Projekt Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage ist eine Initiative von Schülerinnen und Schülern, die sich aktiv, langfristig gegen jede Form von Diskriminierung und Rassismus und für eine tolerante, gewaltfreie und demokratische Gesellschaft engagieren wollen. Das europaweite Projekt, 1988 in Belgien gegründet, läuft in Deutschland seit 1995. In Rheinland-Pfalz sind mehr als 85.000 Schülerinnen und Schüler sowie ca. 7.000 Lehrkräfte an 118 SOR-SMC-Schulen.

Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage in Rheinland-Pfalz

Für unser Bundesland betreut Landeskoordinatorin Anke Lips von der LpB das Projekt. Zu den vielfältigen Angeboten gehören u.a.

- die Betreuung der Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage-Schulen in Rheinland-Pfalz
- die Organisation und Durchführung von regionalen und landesweiten Treffen (mit Kooperationspartnern)
- Veranstaltungen zu den Themenbereichen Fremdenfeindlichkeit, Gewalt, Rassismus, Rechtsextremismus und Integration
- Gedenkarbeit (Gedenkstätten KZ Osthofen und ehemaliges SS-Sonderlager/KZ Hinzert)

Weitere Infos gibt es bei der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, Am Kronberger Hof 6, 55116 Mainz. Telefon: 06131/16-4109; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Mehr als 61.000 Menschen erhielten besondere Leistungen der Sozialhilfe

Drucken
Im Laufe des Jahres 2016 erhielten in Rheinland-Pfalz 61.185 Frauen und Männer Sozialleistungen nach dem 5. bis 9. Kapitel des Zwölften Buches des Sozialgesetzbuches (SGB XII „Sozialhilfe“). Das waren nach Angaben des Statistischen Landesamtes 1.000 Personen bzw. 1,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Frauen und Männer waren 2016 – wie auch in den vergangenen Jahren – etwa gleichermaßen auf Unterstützung in Form von Sozialhilfe angewiesen.

Zu den Leistungen der Sozialhilfe nach dem 5. bis 9. Kapitel des SGB XII zählen die Hilfen zur Gesundheit (5. Kapitel), die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen (6. Kapitel), die Hilfe zur Pflege (7. Kapitel), die Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten (8. Kapitel) sowie die Hilfe in anderen Lebenslagen (9. Kapitel). Wenn eine Person mehrere Leistungen nach den einzelnen Kapiteln bezieht, wird sie bei jeder Hilfeart gezählt.

Die zahlenmäßig wichtigste Hilfeart ist die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen; im Jahr 2016 waren rund 38.100 Personen auf diese Leistungen angewiesen. Bezogen auf alle Empfängerinnen und Empfänger besonderer Leistungen der Sozialhilfe erhielten 62 Prozent Eingliederungshilfe. Im Durchschnitt waren diese Personen 36,8 Jahre alt.

Die zweithäufigste Hilfeart ist die Hilfe zur Pflege: Einem Drittel (20.425 Personen) aller Empfängerinnen und Empfänger von Leistungen nach dem 5. bis 9. Kapitel des SGB XII wurde Hilfe zur Pflege gewährt; insbesondere Frauen (65,5 Prozent) gehörten zu den Anspruchsberechtigten. Mehr als drei Viertel von ihnen erhielten die Leistungen in Einrichtungen (15.807 Personen). Das Durchschnittsalter der Leistungsempfängerinnen und -empfänger betrug 77,2 Jahre.

Hilfen zur Gesundheit – als unmittelbar vom Sozialamt erbrachte Leistungen – nahmen im Laufe des Jahres 2016 gut 1.300 Personen in Anspruch; das durchschnittliche Alter lag bei 62,1 Jahren. Mit der Hilfe zur Überwindung sozialer Schwierigkeiten (z. B. bei Obdachlosigkeit) und der Hilfe in anderen Lebenslagen (z. B. Blindenhilfe oder die Übernahme von Bestattungskosten) wurden 3.500 Frauen und Männer unterstützt; sie waren im Mittel 53,7 Jahre alt.

Trotz des insgesamt leichten Rückgangs der Empfängerzahlen sind die Ausgaben für besondere Leistungen der Sozialhilfe gestiegen. Landesweit wurden im Jahr 2016 netto rund 1,1 Millionen Euro und damit 6,8 Prozent mehr für diese Sozialhilfeleistungen aufgewendet als im Jahr zuvor.

In den Städten verhältnismäßig mehr Menschen auf Sozialhilfe angewiesen

Regional betrachtet zeigen sich in Rheinland-Pfalz große Unterschiede bei der Inanspruchnahme von besonderen Leistungen der Sozialhilfe. Im Jahr 2016 kamen in den kreisfreien Städten im Schnitt auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner 19,7 Empfängerinnen und Empfänger von Leistungen nach dem 5. bis 9. Kapitel des SGB XII, in den Landkreisen waren es dagegen nur 13,2 Personen. Die – relativ gesehen – mit Abstand meisten Leistungsbezieher verzeichnete Pirmasens mit 30,5 Hilfeempfängern je 1.000 Einwohner. Die Ausgaben pro Einwohner lagen hier bei 483 Euro. Im Landkreis Mainz-Bingen waren am wenigsten Menschen auf besondere Leistungen der Sozialhilfe angewiesen (8,7 Empfänger/-innen je 1.000 Einwohner/-innen).

Hinweis zur Zählweise

Die Angaben beziehen sich auf die Empfängerinnen und Empfänger im Laufe des Berichtsjahres, d. h. es werden alle Personen gezählt, die mindestens einmal während des Berichtsjahres eine Leistung erhalten haben. Empfängerinnen und Empfänger mit mehrmaligem Leistungsbezug werden – bei einer Unterbrechung der Hilfe um mehr als acht Wochen – mehrfach gezählt. Darüber hinaus werden in der Statistik auch die Empfängerzahlen am Jahresende (31.12.) erfasst. Die stichtagsbezogenen Daten sind stets kleiner als die Angaben im Laufe des Berichtsjahres. Am 31.12.2016 bezogen in Rheinland-Pfalz 48.960 Personen Leistungen nach dem 5. bis 9. Kapitel des SGB XII.

Die Daten stammen aus der Statistik über die Empfänger von Leistungen nach dem 5. bis 9. Kapitel SGB XII. Die Angaben erhält das Statistische Landesamt einmal jährlich von den kreisfreien Städten und Landkreisen als zuständige örtliche Träger und dem Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung als zuständiger überörtlicher Träger der Sozialhilfe sowie den kreisangehörigen Gemeinden und Gemeindeverbände, soweit sie Aufgaben des Zwölften Buches des Sozialgesetzbuchs (SGB XII) wahrnehmen.

Anspruch auf Sozialhilfe hat, wer sich in einer Notlage befindet, die nicht aus eigenen Kräften und mit eigenen Mitteln behoben werden kann. Die Sozialhilfe greift ein, wenn andere Personen, andere Sozialleistungssysteme oder sonstige Stellen keine Leistungen vorsehen. Rechtliche Grundlage für die Leistungen zur Sozialhilfe ist das Zwölfte Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB XII).

Autorin: Dr. Julia Stoffel (Referat Auswertungen, Analysen Abteilung 1)

Mobbing ist Gewalt ohne Schläge

Drucken
Netzwerkkonferenz des Kreisjugendamtes

KREIS MYK. Wo hört ein Streit auf und fängt Mobbing an? Was bewirkt Mobbing bei den Betroffenen und was macht es mit dem Umfeld? Wie kann ich dem Opfer bestmöglich helfen? Diese und weitere Fragen stellen sich pädagogische Fachkräfte häufig in ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die zehnte Netzwerkkonferenz des Kreisjugendamtes Mayen-Koblenz zum Kinderschutz, Kindergesundheit und Familienbildung stand daher unter dem Leitthema „Mobbing“. Rund einhundert Gäste aus dem Landkreis und der näheren Umgebung folgten der Einladung in die Mendiger Laacher-See-Halle. Neben dem Jugendamt wirken im Netzwerk Kinderschutz Fachkräfte der Polizei, Gerichte, Schulen, Kitas, Schulsozialarbeit sowie aus dem Gesundheitswesen mit.
„Mobbing gibt es in allen gesellschaftlichen Schichten, in jeder Altersstufe und jedem Lebensbereich“, sagt Gabriele Teuner, Netzwerkkoordinatorin Kinderschutz des Kreisjugendamtes. Erschreckend sei jedoch, dass aktuelle Untersuchungen ergeben haben, dass es bereits im Kindergartenalter zu Mobbingverhalten kommt. Spielt sich der Vorgang hier meist noch offen und erkennbar für die Erzieher ab, wird es im Schulalter diffiziler, versteckter und mündet heutzutage oft im anonymen Cybermobbing und Sexting. Für Teuner steht fest: „Sowohl Opfer als auch Täter benötigen die Unterstützung ihres Umfeldes, damit sie aus ihren verfestigten Verhaltensmustern herausfinden.“ Um Mobbing entgegenzutreten, bedarf es aufmerksamer Eltern und Pädagogen, die sich nicht scheuen, hinzuschauen, Beratung anzunehmen und Präventionsprogramme einzusetzen.
Referent Frank Schallenberg ist Pädagoge und Geschäftsführer der Brücke-Köln, einer ambulanten Schnittstelle zwischen Jugendhilfe und Justiz. Als Buchautor und anerkannter Experte auf dem Gebiet des Mobbings führt er regelmäßig zielgruppenbezogene Fort-und Weiterbildungen durch. Schallenberg stellt in seinem Vortrag sowohl Entstehungsmuster, als auch präventive Maßnahmen vor, die Mobbingsituationen verhindern können. „Mobbing ist eine Form wiederholter, offener oder subtiler Gewalt gegen Mitmenschen über einen längeren Zeitraum mit dem Ziel der sozialen Ausgrenzung“, so der Pädagoge.
Besonders schwierig ist es im Fall von „Cybermobbing“, also Mobbing über die sozialen Medien, schnell und angemessen zu reagieren. Pattformen wie Instagram, Facebook oder Snapchat gehören mittlerweile zur Lebenswelt und zum alltäglich Kommunikationsverhalten der Jugend. Sie bergen neben den positiven Aspekten jedoch auch Risiken, da man „anonym“ und ohne jemanden ins Gesicht sehen zu müssen, beleidigen, demütigen oder verspotten kann. Geschieht dies über einen längeren Zeitraum spricht man von „Cybermobbing“. In lediglich drei bis acht Prozent der Mobbing-Fälle spielt körperliche Gewalt eine Rolle.
Ein von Mobbing Betroffener braucht einen Verbündeten. Dazu Gabriele Teuner: „Das kann ein Erwachsener sein, dem er sich anvertrauen kann. Er sollte dem Jugendlichen verdeutlichen, dass er kein Eigenverschulden an der Mobbingsituation hat.“ Erfahrungsgemäß gibt es im Umfeld des Geschehens immer Kinder oder Jugendliche, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. „Um Mobbing zu beenden, braucht es ein klares Signal dem Täter gegenüber, vorzugsweise aus der eigenen Kinder und Jugendgruppe heraus“, sagt Frank Schallenberg. Den Pädagogen fällt dann die Aufgabe zu, Anstoß zur Verantwortung und Solidarität Einzelner gegenüber dem Opfer zu geben und mit der gesamten Gruppe ein akzeptables soziales Miteinander zu erarbeiten.
Mehr Infos zum Netzwerk Kinderschutz - Kindergesundheit – Familienbildung gibt es bei Gabriele Teuner, Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, Tel: 0261/108-392, oder per E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL