Mittwoch, 20. September 2017

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Klimawandel gefährdet Heuschrecken

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Vermehrte Dürren dezimieren Populationen des Sumpfgrashüpfers und führen zu genetischer Verdrängung

In einer mehrjährigen Untersuchung haben Wissenschaftler der Universität Trier ermittelt, dass Populationen des gefährdeten Sumpfgrashüpfers (Chorthippus montanus) besonders stark einbrechen. Als Folge davon nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Kreuzung mit der deutlich häufiger vorkommenden Schwesterart zu, dem Gemeinen Grashüpfer (Chorthippus parallelus). Diese Ergebnisse einer Untersuchung wurden kürzlich unter der Leitung des Biogeographen Dr. Axel Hochkirch von der Universität Trier in der Zeitschrift „Functional Ecology“ publiziert.  

Über mehrere Jahre hat die Biogeographin Dr. Katja Rohde zwei Populationen des Sumpfgrashüpfers bei Reinsfeld im Hunsrück (Kreis Trier-Saarburg) untersucht. Der Sumpfgrashüpfer gehört zur Familie der Feldheuschrecken. Hierbei zeigte sich bei beiden Populationen ein deutlicher Rückgang und zwar von 99 Prozent und 75 Prozent.

Am auffälligsten war der Rückgang im Zeittraum 2011 bis 2012. Durch Korrelationen mit Klima-Daten stellten die Biogeographen fest, dass dafür vor allem längere Dürre-Perioden im Winterhalbjahr verantwortlich waren. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die dann im Boden liegenden Eier eine ständige Wasserzufuhr benötigen. Aber auch ein verregneter Frühling macht der Art zu schaffen, da die Jungtiere viel Sonne für die Entwicklung benötigen.
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„Eh da“: Konzept für mehr Artenvielfalt in Kommunen

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Projekt kommunalen Vertretern vorgestellt

KREIS MYK. Die Artenvielfalt in Kommunen zu erhöhen: Das ist Ziel des „Eh da“-Projektes, das in der Kreisverwaltung kommunalen Vertretern vorgestellt wurde.

„Eh da“-Flächen sind Flächen, die, wie der saloppe Name sagt, „sowieso vorhanden“ sind. „Es sind unter anderem Flächen in Siedlungsbereichen, die weder einer wirtschaftlichen Nutzung noch einer gezielten naturschutzfachlichen Pflege unterliegen“, so Mark Deubert von der landeseigenen RLP AgroScience, der mit Professor Christoph Künast (E–Sycon)  Bürgermeistern, Räten und Gemeindemitarbeitern das Konzept vorstellte.  „Beispiele sind wegbegleitende Flächen: Straßenböschungen, Wegränder, Verkehrsinseln oder Gemeindegrün. Diese Flächen bieten Raum für eine ökologische Aufwertung.“

Das Konzept zielt nicht auf Einzelmaßnahmen, sondern auf eine spezifische und vernetzende Aufwertung von Flächen. Sie sind nach einer ersten Analyse in Absprache mit Flächeneignern und zuständigen Institutionen festzulegen, bevor es an die Umsetzung geht.

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Gesetzliche Regelungen beim Gehölz- und Strauchschnitt beachten

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Rhein-Lahn-Kreis. Auch beim Rückschnitt von Bäumen und Gebüschen sind die gesetzlichen Regelungen zu beachten. So empfiehlt die Untere Naturschutzbehörde des Rhein-Lahn Kreises aus Gründen des Naturschutzes und wegen der restriktiven gesetzlichen Vorgaben generell auf Gehölzrückschnittmaßnahmen und Gehölzbeseitigungen während der Brut- und Aufzuchtzeit zu verzichten und planbare Maßnahmen in die Zeit vom 1. Oktober bis Ende Februar zu legen.

Am 1. März 2010 trat das neue Bundesnaturschutzgesetz in Kraft. Danach ist es verboten, Bäume, die außerhalb des Waldes oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen. Verstöße gegen diese Bestimmung stellen eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße geahndet werden kann.

Ausnahmen von dem vorgenannten Verbot sind auf gärtnerisch genutzten Grundflächen wie Gärtnereien und Baumschulen aber auch Vorgärten und Parkanlagen, die hobbymäßig betrieben werden und im Innenbereich bzw. Siedlungsbereich gelegen sind, zulässig. Dort dürfen auch im geschützten Zeitraum schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen durchgeführt werden. Ferner gilt das generelle Verbot u. a. nicht für Maßnahmen, die im öffentlichen Interesse nicht auf andere Weise oder zu einer anderen Zeit durchgeführt werden können, wenn sie der Gewährleistung der Verkehrssicherheit dienen.

Unabhängig von den Schonzeiten sind bei allen Gehölzarbeiten sowohl im Innen- bzw. Siedlungs- als auch Außenbereich die artenschutzrechtlichen Vorschriften zum Schutz von Tieren zu beachten. Zwischen Anfang März und Ende September ist regelmäßig davon auszugehen, dass durch Gehölzarbeiten insbesondere Vögel in ihrem Brutgeschäft gestört werden können und hierdurch ein Verstoß gegen die strengen Artenschutzvorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes vorliegt. Ein solcher Verstoß kann die Einleitung eines Strafverfahrens nach sich ziehen, so die Kreisverwaltung.

Zu Auskünften im Einzelfall stehen Manfred Hübner (Tel.: 02603/972-370), Michael Kießling (Tel.: 02603/972-269) und Helmut Meier (Tel.: 02603/972-268) von der Unteren Naturschutzbehörde bei der Kreisverwaltung des Rhein-Lahn-Kreises, Insel Silberau 1, 56130 Bad Ems, zur Verfügung.

Deutsche Rentenversicherung unterstützt bei der Steuererklärung 2016

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Die Deutsche Rentenversicherung stellt Rentnern und Versicherten auf Wunsch kostenlose Bescheinigungen aus, die beim Ausfüllen der Steuervordrucke „Anlage R“ und „Anlage Vorsorgeaufwand zur Steuerklärung“ helfen. Die Bescheinigungen enthalten alle steuerrechtlich relevanten Beträge mit Hinweisen, in welchen Zeilen dieser Vordrucke die Werte eingetragen werden müssen. Viele Versicherte und Rentner müssen in diesem Jahr bis zum 31. Mai ihre Steuererklärung abgeben. Darauf weist die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See hin.

Rentenbeziehern, die schon einmal eine Rentenbezugsmitteilung bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt haben, wurde im Januar 2017 eine Bescheinigung über die für das Kalenderjahr 2016 gemeldeten Daten automatisch zugesandt.

Soweit eine Rentenbezugsmitteilung zur Vorlage beim Finanzamt erstmalig benötigt wird, kann man sie als Bezieher einer Rentenleistung im Internet unter www.deutsche-rentenversicherung.de unter Services/Online-Dienste oder über das kostenfreie Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung 0800 1000 4800 anfordern. Wer die Bescheinigung einmal beantragt hat, erhält sie fortan jährlich automatisch von der Rentenversicherung zugesandt.

Weitere Informationen gibt es in der kostenlosen Broschüre „Versicherte und Rentner: Informationen zum Steuerrecht“. Diese und andere hilfreiche Broschüren können ebenfalls über
www.deutsche-rentenversicherung.de oder telefonisch angefordert werden.

Film soll Schülerinnen und Schüler für Inklusion sensibilisieren

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Gemeinsames Projekt von Unfallkasse und Bildungsministerium

Was erleben Menschen mit Behinderungen, die sich im Sport auf den Weg an die Weltspitze machen? Welche Hürden müssen sie meistern und wie können wir alle dazu beitragen, Barrieren in unserer Gesellschaft abzubauen? Die Beschäftigung mit diesen Fragen sollte auch in der Schule eine wichtige Rolle spielen. Aus diesem Grund erhalten alle weiterführenden Schulen in Rheinland-Pfalz in den nächsten Wochen kostenlos einen außergewöhnlichen Film: Den Dokumentarfilm „GOLD – Du kannst mehr als Du denkst“ als DVD mit Vorführlizenz.

Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig und der Geschäftsführer der Unfallkasse, Manfred Breitbach gaben heute mit der persönlichen Übergabe der DVD an den Schulleiter der IGS Nieder-Olm, Jürgen Winzer, den Startschuss für die Gemeinschaftsaktion der Unfallkasse Rheinland-Pfalz und des Bildungsministeriums. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler der IGS und von benachbarten Schulen nutzten zudem die Gelegenheit, den Film erstmals in einer Schule anzuschauen und mit der querschnittgelähmten Schwimmerin und Goldmedaillengewinnerin bei den Paralympics Kirsten Bruhn, einer Hauptdarstellerin des Films, zu diskutieren.

„Die Inklusion ist eine der wichtigsten Herausforderungen für die Bildungspolitik und allgemein pädagogische Aufgabe jeder Schule. Um sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderungen ganz selbstverständlich in der Mitte unserer Gesellschaft leben können, müssen wir zum einen die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Mit unserem sich stetig erweiternden Netz von Schwerpunktschulen sowie Förder- und Beratungszentren tun wir das. Vor allem aber geht es darum, die Einstellungen und Haltungen gegenüber Menschen mit Behinderungen zu verändern und in der Konsequenz, die Potenziale dieser Menschen zu erkennen und zu entwickeln“, betonte Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig. In diesem Prozess spielten die Schulen eine zentrale Rolle. Der Dokumentarfilm „GOLD – Du kannst mehr als Du denkst“ mit seinen teilweise sehr intimen Einblicken in den Lebensweg von drei sehr erfolgreichen Behindertensportlern könne hier einen wertvollen Beitrag leisten, um Schülerinnen und Schüler zu informieren und zu sensibilisieren.

Manfred Breitbach, der Geschäftsführer der Unfallkasse Rheinland-Pfalz, die auch Trägerin der gesetzlichen Schülerunfallversicherung ist, betonte: „Nach einem Unfall unterstützt die Unfallkasse ihre Versicherten dabei, wieder zurück ins Leben zu finden. Als Mitglied der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) hat sie den Film GOLD mit finanziert. Denn GOLD zeigt auf außergewöhnliche Weise, wie wichtig der Sport für die Rehabilitation ist. Mit seinen emotionalen Bildern verdeutlicht der Film zudem eindrucksvoll, wie Menschen mit Behinderung ihr Schicksal meistern und Barrieren überwinden.“ Damit sei der Dokumentarfilm auch ein geeignetes Medium für die Schulen, sagte Breitbach und verwies darauf, dass unter dem Link www.dguv-lug.de/filmprojekt_gold.php umfangreiche begleitende Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stehen.

Das Filmteam um den Grimme-Preisträger Michael Hammon begleitete die querschnittgelähmte Schwimmerin Kirsten Bruhn aus Neumünster, den blinden Läufer Henry Wanyoike aus Kenia und den Rennrollstuhlfahrer Kurt Fearnley aus Australien auf ihrem Weg zu den Paralympics 2012. Der Film erzählt von Siegen und Niederlagen und macht deutlich, dass jeder seine Träume verwirklichen kann. Er bietet viele Gesprächsanlässe für den Unterricht. Dies bestätigte auch Jürgen Winzer, Schulleiter der IGS Nieder-Olm, der betonte: „Seine Fähigkeiten beim Sport zu erleben, ist für alle Menschen ein Weg zu mehr Vertrauen in den eigenen Körper und zu einer erhöhten Selbstkompetenz. Ich freue mich als Schulleiter einer Schule, in der Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam leben und lernen, einen Beitrag zum Abbau von Berührungsängsten und zur Steigerung von Akzeptanz, Toleranz und Kooperation zu leisten.“

Nach der Filmvorführung konnten die Schülerinnen und Schüler mit der Hauptdarstellerin Kirsten Bruhn und UK-Geschäftsführer Manfred Breitbach diskutieren. Kirsten Bruhn berichtete, wie es für sie war, bei dem Film mitzumachen: „Es ist mir nicht leicht gefallen, für den Film die schwerste Zeit meines Lebens noch einmal zu durchleben. Aber ich würde es wieder tun. Der Film ist für mich ein authentischer Beitrag zur Inklusion. Ich glaube, er hilft Barrieren abzubauen, und das ist mir wichtig.“

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