Sonntag, 17. Dezember 2017

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Hände weg von Hunden aus dem Internet

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Veterinäramt: Dubiosen Händler und Pseudo-Tierschutzorganisationen am Werk

KREIS MYK. Auch im Kreishaus beobachtet man immer wieder, dass windige Händler mit Hundewelpen Kasse machen. Das Veterinäramt der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz warnt auch vor unseriösen Pseudo-Tierschutzorganisationen, die aus purer Geschäftemacherei Hunde aus Süd- und Osteuropa an den Mann bringen.

Nicht selten wird den ahnungslosen Käufern vorgegaukelt, es handle sich um Hunde, die aus Tötungsstationen im Ausland gerettet worden sind. Tatsächlich liegt aber der Verdacht nahe, dass durch gezielte Massenzuchten ein Markt bedient wird, der unter dem Deckmantel des Tierschutzes das Mitleid gutwilliger Menschen ausnutzt. Die Tiere stammen meist aus sehr großen Zuchten, die auch im Internet ihre Tiere anbieten. „Der Hund verkommt dann zur reinen Ware. Sinnvoller Auslandstierschutz findet in erster Linie vor Ort statt, und zwar in Form von Aufklärungsarbeit und von Kastrationen zur Eindämmung des Hundenachwuchses“, erklärt Kreisveterinärin Dr. Simone Nesselberger.

Laut Nesselberger sollte man sich die Anschaffung reiflich überlegen und dann an kleine und familiäre Hundezuchten oder an ein gut geführtes Tierheim herantreten, wo man sich in Ruhe seinen neuen Hausgenossen aussuchen kann und nicht zum Kauf gedrängt wird: „Sonst sei es nicht verwunderlich, wenn Hundewelpen, die sich in der wichtigen Prägungsphase befinden und mehrfach an eine neue Umgebung gewöhnen müssen, Verhaltensstörungen bis hin zur Aggressivität entwickeln.“

Auch hinter Tierschutzorganisationen mit wohlklingenden Namen, die sich überwiegend oder ausschließlich der Vermittlung von Auslandshunden widmen, stecken oft besonders windige Hundehändler, so die Erfahrung der Tierärztin: „Deshalb Hände weg von Spontankäufen aus Internetangeboten, vom Erwerb kranker Welpen aus Mitleid oder von Hunden, die an der Haustür, auf Autobahnparkplätzen oder sonst unter Zeitdruck verkauft werden. Mit der gut gemeinten Aufnahme eines solchen Hundes läuft man Gefahr, den Nachschub aus dubiosen Quellen anzukurbeln.“