Samstag, 21. April 2018

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TuS Koblenz - Abstiegskampf statt Aufstiegstour

"Stand still" (CC BY 2.0) by *impalaark

2015 war das wohl bitterste Jahr der Vereinsgeschichte. Nach Elf Jahren war TUS Koblenz wieder dort angekommen, wo einst alles begonnen hatte. 2004 startete die TUS von der Oberliga eine einzigartige Aufwärtstour. Im Jahre 2004 gelang Trainer Milan Sasic der Aufstieg in die damals drittklassige Regionalliga. Und das, obwohl die TUS zu diesem Zeitpunkt mit rund einer Millionen Euro in den Miesen war. Das lockte freilich Investoren und zwei Jahre später gelang sogar die Qualifikation für den Profifußball. Vier Jahre verweilte der Traditionsklub, der in den 1950er Jahren, damals noch unter den Namen TuS Neuendorf, zu den absoluten Spitzenklubs im Südwesten gehörte, in der zweiten Bundesliga.

Doch schon 2010 mussten die Schängel den Gang in die 3. Liga antreten. Nur ein Jahr danach folgte gar der freiwillige Rückzug in die Regionalliga. Nach dem Rückzug des Hauptsponsors fehlten der TUS die Millionen, um die Lizenzvorgaben des DFB zu erfüllen. Vier Jahre lang gelang es Koblenz, sich in der Regionalliga zu halten. Am Ende der Saison 2014/15 stand die TuS auf Platz 16 und sinkt nach den verpassten Aufstiegen der Kickers Offenbach und des 1. FC Saarbrücken in die fünftklassige Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar ab.

Nur kurz nach dem der Abstieg beschossen war, machte die nächste Schreckensmeldung die Runde. Im Juli mussten die Verantwortlichen bekanntgeben, einen Insolvenzantrag gestellt zu haben. Was sich wirtschaftlich freilich wie ein Desaster anhörte, offenbarte sich sportlich allerdings keineswegs als Problem. Da das Spielrecht bereits vor dem Insolvenzantrag von der TuS Koblenz GmbH auf den TuS Koblenz e.V übertragen worden war, gab es weder Punktabzug noch Strafen durch den Verband. Und nach einer bärenstarken Saison und einem Schnitt von 2,1 Toren pro Begegnung schafften die Schängel den direkten Wiederaufstieg in die Regionalliga.

Seitdem hält sich die TuS wacker, aber langfristig will der Klub wieder in die 2. Bundesliga. Kurzfristig aber lautet die Mission: Klassenerhalt! Aktuell rangiert Koblenz auf dem 16. Rang, hinzu kommt, dass es am vergangenen Spieltag gegen den direkten Konkurrenten, den Tabellenvorletzten TSV Schott Mainz, gerade einmal zu einem 1:1-Unentschieden reichte. Allerdings klingt das nur auf den ersten Blick dramatisch. Schließlich ist die TuS Koblenz mittlerweile seit sechs Regionalligapartien ungeschlagen.

Am kommenden Spieltag geht es für Koblenz ins Kraichgau. Dort wartet die zweite Mannschaft der TSG 1899 Hoffenheim, deren erste Kampfmannschaft im deutschen Fußballoberhaus derzeit um die Europapokalplätze spielt. Dazu findet sich auf bet365 ein großes Angebot an Bundesliga-Wetten. Für den Gastgeber spricht in diesem Duell nicht nur die bessere Tabellenposition ( Rang 6.), sondern auch der Heimvorteil. Und dennoch dürfen sich die Koblenzer Hoffnungen machen, schließlich gelang zuletzt auch ein Überraschungserfolg gegen die Kickers Offenbach. Und mit einem Sieg über den Aufstiegsaspiranten hatte nun wirklich niemand gerechnet.

Der volle Fokus der TuS liegt aufgrund der nach wie vor prekären Situation derzeit immer nur auf dem nächsten Spiel. Hinter den Kulissen aber dürfen die Verantwortlichen bereits für die nächste Saison planen. Um im nächsten Jahr eine kampfstarke Truppe stellen zu können, gilt es vor allem, die aktuellen Leistungsträger zu binden. Mit Interimstrainer Daniel Dzaka scheint man nun endlich auch einen Übungsleiter an der Seitenlinie zu haben, der die Mannschaft versteht. Es spricht also wenig dagegen, mit dem 37-Jährigen in die neue Saison zu gehen. Insbesondere, wenn er den Klassenerhalt mit den Schängeln schafft.