Mittwoch, 20. September 2017

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Der Weltkindertag - Gedanken zum Tag für die Rechte der Kinder

Von Hans-Peter Meyer

"Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt". Mit diesen Worten von Albert Einstein kann man den Einstieg in den Weltkindertag beginnen.

Foto/Grafik rechts: Weltkindertag – mit den Augen eines Kindes gesehen und gemalt…

Am 20. September feiern die Menschen in Deutschland (und auch Österreich) jährlich den Weltkindertag. Dieser Tag soll daran erinnern, dass Kinder Rechte haben und darauf aufmerksam machen, dass es vielen Kindern auf der Welt schlecht geht. Sie müssen für wenig Geld harte Arbeit verrichten, leiden unter Kriegen, Krankheiten oder müssen hungern. Der barbarische Bürgerkrieg in Syrien ist ein grausames Beispiel dafür, wie unschuldige Kinder fürchterlich leiden und sterben müssen. Nicht nur in armen Ländern, sondern sogar in Deutschland leben Kinder in Armut. Auch bei uns werden Kinderrechte oft nicht eingehalten, sozusagen mit Füßen getreten. Kinder sind vollwertige Menschen, deren Wünsche, Bedürfnisse und Nöte ernst genommen werden müssen.

Bei uns feiert man den Weltkindertag - wie oben beschrieben - am 20. September, in vielen anderen Ländern der Welt am 20. November. Es wird daran erinnert, dass die Rechte der Kinder eingehalten werden müssen. UNICEF , das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, hat den Tag für die Rechte der Kinder im Jahr 1954 ins Leben gerufen. Das Kinderhilfswerk setzt sich für Kinder auf der ganzen Welt ein, deren Lage verbessert werden muss oder die in Not sind. Viele Kinder in ärmeren Ländern müssen Hunger leiden, leben in elenden Zuständen oder in Kriegsgebieten. Nicht überall findet der Weltkindertag am gleichen Datum statt. In den meisten Ländern ist er am 20. November.

Vor allem in "Dritte-Welt"-Ländern und Krisenregionen, aber auch bei uns geht es vielen Kindern schlecht. Viele Menschen fordern, dass die Rechte der Kinder bei politischen Entscheidungen und Regelungen viel mehr berücksichtigt werden. Die Welt wird von den Erwachsenen gestaltet, die oft kein Verständnis für die Bedürfnisse von Kindern haben. Das fängt schon bei Einrichtungen, Freizeitmöglichkeiten, Spiel- und Sportplätzen für Kinder an.

Kinderrechte im Grundgesetz?

Am Weltkindertag wird daran erinnert, dass Kinder auf der ganzen Welt festgeschriebene Rechte haben, die die Erwachsenen beachten müssen. Viele Eltern und Kinder wissen das überhaupt nicht. So dürfen Kinder zum Beispiel nicht geschlagen oder körperlich misshandelt werden. Eltern verstoßen schon gegen das Gesetz, wenn sie ihren Kindern eine Ohrfeige geben.

Damit die Kinderrechte auch in Deutschland wirklich beachtet werden, fordern viele Politiker, dass sie extra im Grundgesetz festgehalten werden. Dort sind alle Rechte, die die Menschen in Deutschland haben, niedergeschrieben. Diese gelten zwar auch für Kinder - aber viele Menschen sind dafür, dass ihre Rechte zusätzlich ins Grundgesetz geschrieben werden. Aber es geschieht einfach zu wenig.

Weltweit leben Kinder in elenden Zuständen

In vielen armen Ländern - besonders in Afrika, Südamerika und Asien - kämpfen Kinder täglich ums Überleben. Sie haben wenig zu essen und zu trinken, müssen für einen Hungerlohn hart arbeiten - und viele von ihnen leben auf der Straße. Eine Menge Produkte, die man bei uns kaufen kann, - zum Beispiel Spielzeug, Kleidung, Teppiche, Textilien und Lebensmittel - stammen aus ausbeuterischer Kinderarbeit.

Wenn man sich die gegenwärtige Flüchtlingskrise und die barbarischen Bilder in den Medien vor Augen führt, was Kinder alles Fürchterliches erleben und erdulden müssen, da kann ein normal empfindender Mensch nicht mehr tatenlos zusehen, da ist Humanität und vor allem dringend tatkräftige Hilfe geboten.  Jeder zweite Flüchtling auf der Welt ist ein Kind oder Jugendlicher, eine erschreckende Erkenntnis.

Manche ziehen sogar als Kindersoldaten in Kriege. Auch Kinderprostitution ist vor allem in armen Ländern weit verbreitet: Mädchen und auch Jungen verkaufen ihren Körper, um sich mit dem dadurch verdienten Geld durchzuschlagen. Sie sehen keine andere Möglichkeit, an Geld für etwas zu essen zu kommen, oder sie werden von Erwachsenen dazu gezwungen.

Viele von ihnen stecken sich dann mit Aids und Geschlechtskrankheiten an. Einige Kinder, vor allem in afrikanischen Ländern, kommen schon HIV-positiv auf die Welt, weil ihre Mutter das Virus in sich trägt. Einige Kinder haben ihre Eltern durch einen Bürgerkrieg oder eine Krankheit verloren und sind gezwungen, alleine klarzukommen. Viele Kinder in armen Ländern besitzen keine Geburtsurkunde. Niemand hilft ihnen, wenn sie krank werden.

Arme Kinder in reichen Ländern

Aber sogar in unserer eigentlich wohlhabenden Gesellschaft gibt es Kinderarmut. Die betroffenen Kinder können keine angesagte Markenkleidung tragen, haben keinen Computer und müssen auch auf sonstige Luxusartikel, die für viele andere selbstverständlich sind, verzichten. Ihre Eltern sind arbeitslos geworden oder verdienen mit ihren Jobs kaum Geld. Einige Kinder bekommen zu Hause nicht mal jeden Tag ein warmes Essen. Sie leiden meist im Stillen darunter. Nicht selten sind sie Außenseiter und werden auch noch von anderen Kindern verspottet.

Vielleicht haben wir Anregungen, was geändert werden sollte und wie man die Welt verbessern kann. Der Weltkindertag ist eine Gelegenheit, Vorschläge und Ideen mit Freunden aufzugreifen, zu sammeln und an Eltern, Pädagogen und vor allem mit Nachdruck an Politiker weiterzugeben.

Der Theologe, Psychotherapeut und Schriftsteller Eugen Drewermann äußert sich wie folgt: „Das ist das ganze Geheimnis eines Kindes, dass es uns durch sein bloßes Dasein nötigt, es zu lieben, und dass es davon lebt, für nichts geliebt zu werden…“

Nicht nur am 20. September ist Kindertag, jeder Tag sollte ein Kindertag sein, ein "Tag zum Wohle unserer Kinder".

Pablo Casals (1876-1973), der große spanische Cellist, Dirigent und  Komponist, hat es einmal in einer Hommage an alle Kinder dieser Welt sehr treffend formuliert:

Du bist ein Wunder.

Jede Sekunde unseres Lebens ist ein neuer und

einzigartiger Augenblick auf dieser Welt –

Ein Augenblick, der sich nie wiederholen wird.

Und was bringen wir unseren Kindern bei?

Wir bringen ihnen bei, dass zwei und zwei vier ist

und Paris die Hauptstadt von Frankreich.

Wann werden wir ihnen beibringen, was sie sind?

Wir sollten jedem Kind sagen: Weißt du, was du bist?

Du bist ein Wunder.

Du bist einzigartig.

In all den Millionen von Jahren, die vergangen sind,

hat es niemals ein Kind wie dich gegeben.

Schau deinen Körper an, welch ein Wunder! Deine Beine, deine Arme, deine geschickten

Finger,

die Art wie du dich bewegst.

Aus dir kann ein Skakespeare, ein Michelangelo, ein Beethoven werden.

Du kannst alles erreichen, es gibt nichts, was du nicht werden könntest.

Ja, du bist ein Wunder.

Und wenn du groß bist, kannst du zu anderen böse sein,

die ebenso wie du ein Wunder sind?

Wir alle müssen daran arbeiten-,

die Welt für unsere Kinder lebenswert zu machen.

Ja, du bist ein Wunder!

Soweit die  bemerkenswerten Worte von Pablo Casals.

Die Worte des ägyptischen Jesuiten, Mystikers und Buchautors  Henri Boulad sollten alle Eltern begleiten: Sie lauten: „…Und die heranwachsenden Kinder! Bitte, nehmt euch Zeit, liebe Eltern, wenn sie (die Kinder) mit brodelndem Herzen in die Wohnung stürmen und eine schäumende Freude mit euch teilen wollen oder ein starkes Erlebnis loswerden möchten… Bitte, verbietet Ihnen niemals den Mund mit der furchbaren Ausrede: „ICH HABE JETZT KEINE ZEIT“, sondern lasst alles stehen und liegen, weil in diesen wenigen Minuten keine Arbeit wichtiger ist als jetzt   Euer  Z U H Ö R E N, Eure Aufnahmebereitschaft, Euer Einfühlen, Euer Mitfühlen. Andernfalls erinnert ihr euch später reuevoll an diese unwiederholbaren Augenblicke und die versäumten Chancen, mit Eurem Sohn, Eurer Tochter, wichtige Kontakte geknüpft zu haben…“

Und mit Dante Alighieri möchte ich schließen: "Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die (lachenden) Augen eines Kindes".

Kinder sind unser Reichtum, unsere Zukunft und der beste Teil von uns selbst.

Machen wir uns das an jedem Tag neu bewusst!

Hans-Peter Meyer

Kulturehrennadeln vergeben

Am Sonntag überreichten Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig und Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz im großen Rathaussaal Dr. Uwe Baur und Dietmar Weidenfeller die Kulturehrennadel der Stadt Koblenz für ihr besonderes kulturelles Engagement. Die dritte Preisträgerin Ruth Duchstein war verhindert, an der Verleihung teilnehmen zu können.

Ruth Duchstein wurde als eine „Botschafterin für die Welt des Lesens und der Bücher“ ausgezeichnet. Sie hat sich unter anderem mit dem Literaturfestival „Koblenz ganz Ohr“ und den damit verbundenen vielen Lesungen namhafter Autoren um Koblenz und die Kultur verdient gemacht.

Dr. Uwe Baur hat sich neben seinem Beruf als Musiklehrer und später stellvertretendem Leiter der Koblenzer Musikschule ehrenamtlich um das Koblenzer Musikleben verdient gemacht. Zuvorderst ist hier seine mehr als 30 Jahre währende Tätigkeit als Vorstandsmitglied des Koblenzer Musik-Instituts zu nennen. Seit 1969 verfasst er die Werk-Kommentare in den Programmheften der Konzerte des Musik-Instituts. Ferner ist sein umfangreiches schriftstellerisches Werk zu nennen.

Dietmar Weidenfeller erhielt die Ehrennadel, weil er den Männergesangverein „Frohsinn“ in Pfaffendorf mit großem Erfolg führt. Mittlerweile hat der Verein noch einen Frauen- und einen Projektchor. Ferner übernahm Weidenfeller 2009 die Leitung des Kreis-Chorverbandes Koblenz, und konnte auch hier Erfolge verbuchen.

Erfolgreiche Ausstellungseröffnung im Museum Boppard

Boppard, 10.09.2017. Das Team des Museum Boppard in der Kurfürstlichen Burg freute sich am vergangenen Sonntagvormittag über die gelungene und sehr gut besuchte Ausstellungseröffnung „WUNDERLAND“ von dem in Boppard lebenden Fotografen Frank Kunert.

Die Begrüßung sprach in Vertretung für Bürgermeister Dr. Walter Bersch die Erste Beigeordnete der Stadt Ruth Schneider. Für den leider kurzfristig erkrankten Laudatoren WP Fahrenberg konnte Herbert Piel gewonnen werden, der ebenfalls in Boppard lebt. Piel, selbst mehrfach ausgezeichneter und International bekannter sowie anerkannter Fotograf, führte das Publikum auf entspannte und fachkundige Art und Weise in die Arbeit von Frank Kunert ein.

Die Veranstaltung wurde musikalisch abgerundet durch die hervorragende aus Frankfurt stammende Jazz-Band „Rhein Main Rhythm Machine“
Die Ausstellung „WUNDERLAND“ von Frank Kunert kann noch bis zum 28. Januar 2018 im Museum Boppard besichtigt werden. Infos unter www.museum-boppard.de

Literaturförderung

Das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur schreibt zwei Arbeitsstipendien im Bereich der Literatur aus. „Wir möchten einen neuen Akzent in der Literaturförderung setzen. Diese Stipendien dienen der Realisierung schriftstellerischer Arbeitsvorhaben in hochdeutscher Sprache“, sagte Minister Konrad Wolf.

Es handelt sich um zwei Arbeitsstipendien, die mit jeweils 2.500 € dotiert sind. Erhalten können sie Autorinnen oder Autoren, die in Rheinland-Pfalz geboren sind oder hier leben oder die durch ihr literarisches Schaffen mit dem kulturellen Leben in Rheinland-Pfalz besonders verbunden sind. Bewerben können sich auch Autorinnen und Autoren, deren literarisches Projekt einen thematischen Rheinland-Pfalz-Bezug hat.

Bis zum 20. Oktober können sich Interessenten mit einer Leseprobe von maximal zehn Manuskriptseiten (Schriftgröße Arial 12) und einem Exposé zum geplanten Projekt beim Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Referat 15221, Postfach 32 20, 55022 Mainz bewerben. Dem Antrag sind ein Lebenslauf und eventuell ein Verzeichnis der bisherigen Veröffentlichungen beizufügen. Die ausführlichen Ausschreibungsbedingungen sind unter www. kulturland.rlp.de veröffentlicht.

Die Förderung erfolgt auf Empfehlung einer Fachjury.

Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur

Filmprojekte mit 76.000 Euro gefördert

Die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur fördert fünf verschiedene Filmprojekte mit 76.000 Euro. Das gaben Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur, und Kulturminister Konrad Wolf heute bekannt.

Bei den geförderten Projekten handelt es sich um Dokumentarfilme, Spielfilme oder auch Drehbuchentwicklungen, die das breite Spektrum der Stiftung in der Kategorie Film verdeutlicht. Barbara Trottnow will in ihrem Filmprojekt „Zukunft und Vergangenheit – Von New York nach Essenheim“ nach den Wurzeln einer nach Amerika emigrierten Essenheimerin suchen und deren schmerzhafte Familiengeschichte während der NS-Zeit aufarbeiten. Das Projekt „Close up – Meine Reise mit Mario“ will dem Menschen Mario Adorf näherkommen und seine Herkunft aus der Eifel als Bedingung seiner Karriere beleuchten. „Hiwwe wie Driwwe“ hat die Massenauswanderung aus Rheinland-Pfalz im 18. Jahrhundert nach Amerika zum Thema. Weiter unterstützt die Stiftung die Drehbuchentwicklung zu einem Spielfilm, der das Leben der Atomkraftgegnerin Helga Vowinckel erzählen wird, die 1977 wesentlich zum Baustopp des Kernkraftwerks Mühlheim-Kärlich beitrug.

„Die Unterstützung großer wie kleiner Projekte aus den unterschiedlichsten Sparten zeigt, wie wichtig die Kulturstiftung als Förderpartnerin für Kulturschaffende in Rheinland-Pfalz ist“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. „Die Kulturlandschaft von Rheinland-Pfalz zeichnet sich vor allem durch ihre Vielfalt aus, die sich im breiten Förderspektrum der Kulturstiftung wiederfindet“, ergänzte Kulturminister Wolf.

Die Stiftung wurde von der Landesregierung 1991 zur Förderung von Kunst und Kultur gegründet. Sie beteiligt sich an der Finanzierung besonderer Kulturprojekte und veranstaltet den Kultursommer Rheinland-Pfalz, unterhält zwei Künstlerhäuser und vergibt Stipendien an Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie bildende Künstlerinnen und Künstler.

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