Samstag, 16. Dezember 2017

Letztes Update:08:58:45 AM GMT

region-rhein.de

RSS

Adventskonzerte der Montabaurer Kantorei und der Cappella Taboris

ALSBACH / MONTABAUR. „Weissagung, Erfüllung, Vollendung“ – dies sind die drei gewichtigen geistlichen Worte, unter denen die beiden großen Adventskonzerte der Montabaurer Kantorei in diesem Jahr stehen. Dazu erklingt Musik von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Friedrich Noack und Ingo Jungbluth. Es musizieren die Montabaurer Kantorei, die Cappella Taboris und ein Streichquintett mit Susanne Schawaller als Organistin. Das Konzert findet statt am Dienstag, 06.12. um 20 Uhr in der evangelischen Nicolaikirche an der Hauptstraße 11 in 56237 Alsbach und am dritten Advent, 11.12. um 18.30 Uhr in der evangelischen Pauluskirche an der Koblenzer Straße 5a in 56410 Montabaur. Der Eintritt ist frei, die Gesamtleitung liegt in den Händen von Dekanatskantor Jens Schawaller.

Der Volkstrauertag – Die Geschichte eines Gedenktages

Von Hans-Peter Meyer

Der Volkstrauertag wurde durch den 1919 gegründeten Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf Vorschlag seines bayerischen Landesverbandes zum Gedenken an die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges eingeführt. Nicht "befohlene" Trauer war das Motiv, sondern das Setzen eines nicht übersehbaren Zeichens der Solidarität derjenigen, die keinen Verlust zu beklagen hatten, mit den Hinterbliebenen der Gefallenen.

Die erste offizielle Feierstunde fand 1922 im Deutschen Reichstag in Berlin statt. Der damalige Reichstagspräsident Paul Löbe hielt eine im In- und Ausland vielbeachtete Rede, in der er einer feindseligen Umwelt den Gedanken an Versöhnung und Verständigung gegenüberstellte. Ein Komitee, dem von den großen Glaubensgemeinschaften bis zum jüdischen Frauenbund vielerlei Verbände angehörten, erreichte unter Federführung des Volksbundes, dass der Volkstrauertag in den meisten Ländern des Reiches gemeinsam, nämlich am Sonntag Reminiscere, dem fünften Sonntag vor Ostern, begangen wurde.


1934 bestimmten die nationalsozialistischen Machthaber durch ein Gesetz den Volkstrauertag zum Staatsfeiertag und benannten ihn "Heldengedenktag". Die Träger waren bis 1945 die Wehrmacht und die NSDAP. Die Richtlinien über Inhalt und Ausführung erließ der Reichspropagandaminister. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde der Volkstrauertag erneut vom Volksbund eingeführt und 1950 erstmals neben vielen regionalen Veranstaltungen mit einer Feierstunde im Plenarsaal des Deutschen Bundestages begangen.

Nach einer Übereinkunft zwischen der Bundesregierung, den Ländern und den großen Glaubensgemeinschaften wurde der Termin auf den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr (evangelisch) bzw. den 33. Sonntag im Jahreskreis (katholisch) verlegt. Durch Landesgesetze ist der Tag geschützt. Der Volksbund versteht diesen Gedenktag auch mit zunehmendem Abstand vom Krieg als einen Tag der Trauer. Der Volkstrauertag ist aber auch zu einem Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden geworden.

Der Volksbund betreut heute im Auftrag der Bundesregierung die Gräber von etwa Zwei Millionen Kriegstoten auf über 827 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten. Er wird dabei unterstützt von mehr als einer Million Mitgliedern und Förderern sowie der Bundesregierung.

Das Leitwort ist:


Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den Frieden.

Im Rahmen der Gedenkveranstaltungen aus Anlass des Volkstrauertages  wird unter dem Begriff „Totengedenken“ immer wieder die nachfolgende Formulierung  gewählt:

Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben,
der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.

Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.

Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.

Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage,
um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung,
um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte,
die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.

Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.

Wir trauern mit den Müttern und mit allen, die Leid tragen um die Toten.
Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der Welt.

Worte - die  angesichts der zahlreichen kriegerischen Konflikte in der ganzen Welt - an Aktualität nie verlieren.

© Hans-Peter Meyer

Volkstrauertag

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Ein wichtiger Tag für die Erinnerungskultur in Deutschland

„Der Volkstrauertag ist ein wichtiges Datum für die Erinnerungskultur in Deutschland. An diesem Tag wehen für alle Menschen, die ihr Leben in Zeiten von Krieg und Gewaltherrschaft verloren haben, die Fahnen auf Halbmast. Er ist ein Fixpunkt für eine Gesellschaft, die in Verantwortung vor ihrer Geschichte ihre Gegenwart gestalten will. Wir erinnern uns an das Leid und Schicksal jedes einzelnen Menschen, an die Trauer und den Schmerz der Angehörigen und Freunde“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer vor dem Volkstrauertag am kommenden Sonntag. „Mit der Trauer ist aber auch die klare Botschaft verbunden, dass der europäische Frieden ein wertvolles Gut ist, für dessen Erhalt wir stetig arbeiten müssen. Es ist eine persönliche, eine deutsche und eine europäische Aufgabe, für Frieden und Freiheit einzutreten. Erinnerung braucht Zukunft. Wir müssen deshalb alles dafür tun, dass insbesondere das Engagement der jungen Generation nicht nachlässt.“

Ministerpräsidentin Malu Dreyer wird in ihrer Funktion als Bundesratspräsidentin am 13. November um 13.30 Uhr an der zentralen Gedenkstunde zum Volkstrauertag im Deutschen Bundestag in Berlin teilnehmen. Die Gedenkrede hält der dänische Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen. Auf Vermittlung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer gestaltet der Mainzer Bachchor unter Leitung des Dirigenten Professor Ralf Otto die Gedenkveranstaltung musikalisch. Zuvor legt die Bundesratspräsidentin vor der Neuen Wache einen Kranz nieder.

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL