Montag, 19. Februar 2018

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Barockmusik: Der Aufstieg der Orgel

Neuwied in der Barockregion: Gespräch mit Regionalkantor

Das Barockzeitalter wird gemeinhin mit Prunk und Opulenz, aber auch mit Verschwendungssucht in Verbindung gebracht. Dabei war es auch ein Zeitalter der Erfindungen und der Umorientierung. Das galt nicht nur für die Naturwissenschaften, sondern auch für die Musik. In den eineinhalb Jahrhunderten zwischen 1600 und 1750 erlebte die italienische Oper ihren Aufstieg, erste Virtuosen feierten Triumphe. Auch heute noch bedeutende Komponisten wie Bach und Händel, Purcell und Pachelbel, Monteverdi und Vivaldi schufen Werke von Dauer. Vor dem Hintergrund der Teilnahme der Stadt Neuwied am Barockjahr erläutert Thomas Sorger, der seit dem 1. Dezember 2014 Regionalkantor im Bistum Trier sowie Leiter der Kammerchöre in Neuwied und Koblenz ist, die Grundzüge der Barockmusik. Die Deichstadt verfügt im Übrigen mit Schloss Engers und der dort beheimateten Villa Musica über eine barocke Spielstätte par excellence.

Herr Sorger, was waren die einschneidendsten Neuerungen der Barockmusik?

In der Musik war ein einschneidendes Element eine um 1600 entstehende neue Art der Expressivität. In der Monodie, einem vom Generalbass begleiteten Sologesang, wurden völlig neue Ausdrucksmöglichkeiten entdeckt, die als sogenannte „seconda prattica“ der „prima prattica“, dem alten viel strengeren polyphonen Stil, gegenüberstand. Hier spielt eine musikalische Rhetorik eine Rolle, die sich unter anderem einer speziellen Art der Ornamentik bediente. Genannt werden müssen hier als markante Neuerung die Geistlichen Konzerte von Viadana. In der „Marienvesper“ von Claudio Monteverdi stehen sich der alte und der neue Stil bewusst gegenüber. In der Ornamentik und in starken harmonischen Symbolismen könnte man am ehesten Parallelen zu Prunk und Opulenz sehen. Das Wort „barock“ bedeutet ja ursprünglich „übertrieben“.

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Sankt Nikolaus – Ursprung und Brauchtum

Die Figur des heiligen Nikolaus und seine Geschichte.

Von Hans-Peter Meyer

Der legendäre Nikolaus ist eine Verschmelzung aus zwei historischen Personen: dem Bischof Nikolaus von Myra im kleinasiatischen Lykien, der wahrscheinlich im 4. Jahrhundert gelebt hat, und dem gleichnamigen Abt von Sion, der Bischof von Pinora war, und am 10. Dezember 564 in Lykien starb.
Aus diesen beiden historischen Personen entwickelte sich die ab dem 6. Jahrhundert in Legenden zu findende sagenumwobene Figur des wundertätigen Bischofs von Myra.
St. Nikolaus ist seit jeher einer der populärsten christlichen Heiligen. Nikolaus ist insbesondere der Schutzpatron der Seefahrer, reisenden Händler, Ministranten und Kinder. In der orthodoxen Kirche ist seine Verehrung seit dem 6. Jahrhundert belegt, als Justinian I. in Konstantinopel eine ihm geweihte Kirche errichtete.
Nach Deutschland kam der Nikolauskult im 11. Jahrhundert, vermutlich durch Theophanu, die byzantinische Frau Ottos des Zweiten. Ab dem 17. Jahrhundert bekam der Nikolaus Furcht einflößende Gehilfen als Begleiter zur Seite gestellt. In Deutschland Knecht Ruprecht oder Hans Muff, in der Schweiz Schmutzli, in Österreich den Krampus, in Luxemburg den Housecker, in den Niederlanden den Zwarte Piet. Das Gedenken an den Bischof von Myra ist katholischen Ursprungs und wurde von Martin Luther abgeschafft. Doch der Brauch lebt bis zum heutigen Tage weiter! Bei uns wird Sankt Nikolaus oft auch der „Heilige Mann“ genannt.

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Adventskonzert FRECHBLECH

MONTABAUR. Von verschiedenen Orten aus innerhalb des adventlich-stimmungsvollen Kirchenschiffes der neugotischen Pauluskirche ertönten Bläserklänge, die sich zu einem polyphonen Klanggeflecht vereinigten: die zwei Bläserinnen und drei Bläser von Frechblech, dem Soloquintett des evangelischen Dekanates Selters, hießen ihre Gäste mit einem Kunstkanon von Henry Purcell willkommen; danach ließen die fünf Ensemblemitglieder – Rudi Weide (Trompete und Flügelhorn), Claudia Liebe (Trompete und Flügelhorn), Dorit Gille (Waldhorn), Ben Bereznai (Bariton und Basstrompete) und Dekanatskantor Jens Schawaller (Helikon und Leitung) den polyphonen und lebendigen Chorsatz des Eröffnungschores aus Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium erschallen.

Mit den beiden Adventsmotetten „Machet die Tore weit“ von Andreas Hammerschmidt und „Adventi ének“ vom bekannten ungarischen Komponisten Zoltán Kodály standen sich zwei farbige Vokalmotetten verschiedener Zeiten kontrastierend gegenüber.

In typisch bläserisch-instrumentalem Klanggewand und modernem Idiom erklangen hingegen drei Kompositionen von Christian Sprenger über „Nun komm, der Heiden Heiland“, „Die Nacht ist vorgedrungen“ und „Tochter Zion“; mit Johann Sebastian Bachs Choralbearbeitungen „Nun komm, der Heiden Heiland“ und dem Schüblerchoral über „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ kam typisch barocke Formensprache zur Aufführung, an der sich auch die Komposition „Freue dich, Welt“ im Stile Georg Friedrich Händels von Andreas Schumacher orientierte.

Einen Gegensatz dazu bildete Peter Cornelius´ romantische Choralbearbeitung „Drei Kön´ge wandern aus Morgenland“, die den evangelischen Choral „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ meditiert; die Gemeindelieder des Abends begleitete Dekanatskantor Jens Schawaller gekonnt und virtuos vom wertvollen Truhenpositiv aus, das aus Konzerten und Gottesdiensten der Dekanatskirchenmusik nicht mehr wegzudenken ist.

Mit einem fröhlichen Potpourri über „Fröhliche Weihnacht überall“, „Leise rieselt der Schnee“ und „Süßer die Glocken nie klingen“ von Christian Sprenger beschloss das Soloquintett des evangelischen Dekanates Selters mit einem humorvollen Augenzwinkern das wie immer kontrastreiche und lebendige Programm – die Zuhörendenschaft honorierte es mit einem donnernden Applaus.

Else Lasker-Schüler-Dramatikerpreis 2016

Ministerpräsidentin Malu Dreyer würdigt Sibylle Berg als Ausnahmekünstlerin

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat am Sonntag der Dramatikerin Sibylle Berg den Else Laser-Schüler-Dramatikerpreis 2016 verliehen. „Wir zeichnen heute eine Ausnahmekünstlerin aus. Eine, die polarisiert, die unkonventionell ist, die mit Rollenerwartungen bricht“, sagte die Ministerpräsidentin bei der Preisverleihung im Pfalztheater in Kaiserslautern. Der mit 10.000 Euro dotierte Dramatikerpreis wird seit 1993 vom Pfalztheater Kaiserslautern im Auftrag der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur ausgeschrieben.

Der Else Lasker-Schüler-Dramatikerpreis und der Else Lasker-Schüler-Stückepreis sind die bedeutendsten Auszeichnungen auf dem Feld der deutschsprachigen Bühnendichtung in Rheinland-Pfalz. Sie gehören zu den höchstdotierten in Deutschland. „Wir würdigen heute vier Persönlichkeiten, die aus der Vielzahl der talentierten deutschsprachigen Künstler und Künstlerinnen in besonderer Weise herausragen“, betonte die Ministerpräsidentin. „Die Autoren und Autorinnen werden ausgezeichnet, weil sie bemerkenswerte Texte für die Bühne schreiben und damit die Institution Theater in der Mitte der Gesellschaft verankern.“

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Advent – Zeit der Besinnung ? Gedanken in der Vorweihnachtszeit

Von Hans-Peter Meyer

Die Kerzen am Adventskranz brennen wieder. Die schönste, aber auch hektischste Zeit des Jahres ist angebrochen.

Welche Geschenke, welches unbedenkliche Festessen, wie feiern wir in diesem Jahr Weihnachten und Silvester? Das sind die primären Fragen, all das geht uns durch den Kopf.  Sorgen, um die uns viele Menschen in der Welt beneiden.

Weltweit gibt es ein Viertel Reiche und drei Viertel Arme. Ein Viertel der Menschheit ist nicht in der Lage, seine Grundbedürfnisse wie Ernährung, Kleidung, Wohnung, Gesundheit und Bildung zu sichern.

Millionen Menschen auf unserem Globus kämpfen täglich um die nackte Existenz. Weltweit gibt es über 30 Kriege und bewaffnete Konflikte. In den Kriegs- , Krisen- und Katastrophengebieten dieser Welt gibt es zunehmend grauenvolle Szenarien,  in  Syrien, in der Ost-Ukraine, in Afghanistan, im Irak, in Pakistan, in Haiti,  in vielen afrikanischen Ländern, wo überall täglich unschuldige Menschen auf schreckliche Art und Weise  ihr Leben verlieren. Grausame Bilder. Krieg tötet alles.

Weltweit sterben täglich  30 000 Kinder an den Folgen von Hunger und Krankheit; eine alarmierende Zahl, die man sich immer wieder nachhaltig bewusst machen muß.

Dann gibt es noch die anderen, die allein und einsam sind. Nicht wenige, die auf ein Wort des Trostes und der Ermunterung warten. Menschen – die Hoffnung brauchen.

Auch daran sollten wir in der Adventszeit denken – mit etwas mehr  Demut und Dankbarkeit,  mit herzlicher Anteilnahme, mit weniger Egoismus.

Aber da gibt es auch noch etwas anderes:

Advent ist seit dem 5. Jahrhundert bezeugte Zeit der Muße und Vorbereitung auf das Fest der Geburt Christi und bedeutet „Ankunft“ so wie es der christliche Glaube lehrt.

Aber wer setzt sich heute noch mit dieser Interpretation auseinander?

Nach den trüben Tagen des November ist die Adventszeit heute  eine eher hektische Zeitspanne geworden.

Die Fassaden vieler Häuser strahlen im Lichterglanz und im Alltag herrscht hektische Geschäftigkeit.

Die Adventszeit sollte aber im Grunde alles andere sein als nur eine Zeit der Hektik und des Kerzenscheins; sie ist auch die Zeit des  Nachdenkens über den tieferen Sinn und den Ursprung des Advent, das alles ist aus dem Bewusstsein zumeist verdrängt.

So ist es Zeit, das wir diese Wochen auch mit anderen Inhalten füllen, in dem wir Ausschau halten nach dem Sinn unserer Schöpfung, die uns zu einem erfüllten und versöhnten Leben verhelfen will.

Auch wenn es trotz aller Hektik schwerfällt:

Versuchen wir doch einmal den Advent als „besinnliche Zeit“ wahrzunehmen und zu leben.

© Hans-Peter Meyer

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