Mittwoch, 21. Februar 2018

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Sankt Nikolaus – Ursprung und Brauchtum. Die Figur des heiligen Nikolaus und seine Geschichte.

Von Hans-Peter Meyer

Der legendäre Nikolaus ist eine Verschmelzung aus zwei historischen Personen: dem Bischof Nikolaus von Myra im kleinasiatischen Lykien, der wahrscheinlich im 4. Jahrhundert gelebt hat, und dem gleichnamigen Abt von Sion, der Bischof von Pinora war, und am 10. Dezember 564 in Lykien starb.

Aus diesen beiden historischen Personen entwickelte sich die ab dem 6. Jahrhundert in Legenden zu findende sagenumwobene Figur des wundertätigen Bischofs von Myra.

St. Nikolaus ist seit jeher einer der populärsten christlichen Heiligen.

Nikolaus ist insbesondere der Schutzpatron der Seefahrer, reisenden Händler, Ministranten und Kinder. In der orthodoxen Kirche ist seine Verehrung seit dem 6. Jahrhundert belegt, als Justinian I. in Konstantinopel eine ihm geweihte Kirche errichtete. Nach Deutschland kam der Nikolauskult im 11. Jahrhundert, vermutlich durch Theophanu, die byzantinische Frau Ottos des Zweiten.

Ab dem 17. Jahrhundert bekam der Nikolaus Furcht einflößende Gehilfen als Begleiter zur Seite gestellt.

In Deutschland Knecht Ruprecht oder Hans Muff, in der Schweiz Schmutzli, in Österreich den Krampus, in Luxemburg den Housecker, in den Niederlanden den Zwarte Piet.

Das Gedenken an den Bischof von Myra ist katholischen Ursprungs und wurde von Martin Luther abgeschafft.

Doch der Brauch lebt bis zum heutigen Tage weiter!
Bei uns wird Sankt Nikolaus oft auch der „Heilige Mann“ genannt.

In anderen Ländern ist Nikolaus auch unter folgenden Namen bekannt:

Klass, Sint Nicolaas, Sveti Nikola (Serbien), Sinterklaas (Niederlande), Samichlaus (Schweiz) oder Kleeschen (Luxemburg). Father Christmas (England), Père Noël (Frankreich), Noel Baba (Türkei), Santa Claus (Nord-Amerika), Papai Noel (Brasilien).

Einst war er auch der Gabenbringer an Weihnachten.

In Mitteleuropa wurde er zunehmend vom Christkind (Kunstfigur von Martin Luther erfunden, der damit sein Vorhaben, den heiligen Nikolaus abschaffen zu wollen, untermauerte) verdrängt.

Später wurde das Christkind durch den Weihnachtsmann und in heutiger Zeit zunehmend durch den amerikanischen Santa Claus ersetzt.

Das Sankt-Nikolaus-Brauchtum

Seit 1555 ist Nikolaus als Gabenbringer der Kinder belegt.
Der evangelische Theologe Kirchmeyer schrieb: "Vor dem St. Nikolaustag legen Mütter für ihre Kinder Geschenke und eine Rute bereit".
Nikolaus beschenkte die Kinder damals mit Nüssen, Kletzenbrot und Dörrobst, aber auch mit Kleidung und anderen nützlichen Dingen des täglichen Lebens.

Auch heute noch stellen Millionen Kinder am Nikolausabend (05.12.) oder am Nikolaustag (06.12.), dies ist hierzulande regional unterschiedlich, Schuhe, Stiefel oder Teller vor die Tür, damit der Heilige Mann sie auf seinem Weg durch die Nacht mit Erdnüssen, Mandarinen, Schokolade, Lebkuchen und anderen Leckereien füllen kann.

Indessen bringt der Nikolaus nicht nur Geschenke: In vielen Gegenden beschenkt und lobt er die guten Kinder, während er die bösen tadelt und durch Schläge mit einer Rute bestraft.
Welche Kinder im letzten Jahr gut und welche böse waren, liest er in seinem "goldenen Buch".
Viele Eltern laden ehrenamtliche oder bezahlte Nikolause ein, den Kindern  zu Hause eine derartige "Predigt" zu halten, die jedoch stets mit einer Bescherung endet.
Viele Kinder schicken in der Vorweihnachtszeit Briefe an St. Nikolaus, Christkind oder Weihnachtsmann.
Diese werden in extra eingerichteten Weihnachtspostämtern gesammelt und zumeist auch beantwortet.
In Deutschland schreibt man beispielsweise an das Christkinddorf Himmelpforten.
Zig-Tausende von Briefen aus aller Welt werden dort seit 1966 beantwortet.

Der Nikolaus-Schuh

Der bekannteste Brauch zum Nikolaustag ist der, dass die Kinder ihre geputzten Schuhe oder auch Strümpfe am Vorabend ans Fenster oder vor die Tür stellen bzw. hängen und der Nikolaus diese über Nacht mit Süßigkeiten und Geschenken füllt.    

Schon in einem alten Vers heißt es:

"Sankt Nikolaus, leg mir ein,
was dein guter Wille mag sein.
Äpfel, Nüsse, Mandelkerne
essen kleine Kinder gerne!"

© Hans-Peter Meyer

Advent – Zeit der Besinnung ?

Gedanken in der Vorweihnachtszeit

Von Hans-Peter Meyer

Die Kerzen am Adventskranz brennen wieder.

Die schönste, aber auch hektischste Zeit des Jahres ist angebrochen.

Welche Geschenke, welches unbedenkliche Festessen, wie feiern wir in diesem Jahr

Weihnachten und Silvester? Das sind die primären Fragen, all das geht uns durch den Kopf.  Sorgen, um die uns viele Menschen in der Welt beneiden.

Weltweit gibt es ein Viertel Reiche und drei Viertel Arme. Ein Viertel der Menschheit ist nicht in der Lage, seine Grundbedürfnisse wie Ernährung, Kleidung, Wohnung, Gesundheit und Bildung zu sichern.

Millionen Menschen auf unserem Globus kämpfen täglich um die nackte Existenz. Weltweit gibt es über 30 Kriege und bewaffnete Konflikte. In den Kriegs- , Krisen- und Katastrophengebieten dieser Welt gibt es zunehmend grauenvolle Szenarien,  in  Syrien, in der Ost-Ukraine, in Afghanistan, im Irak, in Pakistan, in Haiti,  in vielen afrikanischen Ländern, wo überall täglich unschuldige Menschen auf schreckliche Art und Weise  ihr Leben verlieren. Grausame Bilder. Krieg tötet alles.

Weltweit sterben täglich  30 000 Kinder an den Folgen von Hunger und Krankheit; eine alarmierende Zahl, die man sich immer wieder nachhaltig bewusst machen muß.

Dann gibt es noch die anderen, die allein und einsam sind. Nicht wenige, die auf ein Wort des Trostes und der Ermunterung warten. Menschen – die Hoffnung brauchen.

Auch daran sollten wir in der Adventszeit denken – mit etwas mehr  Demut und Dankbarkeit,  mit herzlicher Anteilnahme, mit weniger Egoismus.

Aber da gibt es auch noch etwas anderes:

Advent ist seit dem 5. Jahrhundert bezeugte Zeit der Muße und Vorbereitung auf das Fest der Geburt Christi und bedeutet „Ankunft“ so wie es der christliche Glaube lehrt.

Aber wer setzt sich heute noch mit dieser Interpretation auseinander?

Nach den trüben Tagen des November ist die Adventszeit heute  eine eher hektische Zeitspanne geworden.

Die Fassaden vieler Häuser strahlen im Lichterglanz und im Alltag herrscht hektische Geschäftigkeit.

Die Adventszeit sollte aber im Grunde alles andere sein als nur eine Zeit der Hektik und des Kerzenscheins; sie ist auch die Zeit des  Nachdenkens über den tieferen Sinn und den Ursprung des Advent, das alles ist aus dem Bewusstsein zumeist verdrängt.

So ist es Zeit, das wir diese Wochen auch mit anderen Inhalten füllen, in dem wir Ausschau halten nach dem Sinn unserer Schöpfung, die uns zu einem erfüllten und versöhnten Leben verhelfen will.

Auch wenn es trotz aller Hektik schwerfällt:

Versuchen wir doch einmal den Advent als „besinnliche Zeit“ wahrzunehmen und zu leben.

© Hans-Peter Meyer

Kulturdezernentin traf Kulturpreisträger

Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz lud die ehemaligen Kulturpreisträger zu einem Treffen ein. Sie hob hervor, dass alle Kulturpreisträger aufgrund ihrer jeweiligen Verdienste im Kulturbereich ausgezeichnet worden seien, diese aber als Akteure alle auch weiterhin prägende und wichtige Schlüsselfiguren in der Gestaltung des Kulturraums der Stadt seien. Dem Kreis der Kulturpreisträger gehören viele Persönlichkeiten an, die mit beratender Stimme und Einschätzung in Kulturfragen zum vielfältigen Meinungsaustausch in Koblenz beitragen.
Anerkennungskultur für herausragendes und besonderes Engagement sei daher ein wichtiger Garant für die Kontinuität des Interesses und der Beteiligung am Ehrenamt und müsse deshalb auch gepflegt werden.
Neben dem Kulturfrühstück und der Kultursprechstunde soll das Treffen der Kulturpreisträger als weiterer Baustein der Maßnahmen zur Erweiterung des Dialogs der Kulturschaffenden und Kulturbetreiber im Kulturraum verstanden werden.

Kulturstiftung Rheinland-Pfalz fördert elf Projekte mit insgesamt 140.000 Euro

Mit fast 140.000 Euro wird die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur elf Projekte unterstützen. Dies hat der Vorstand unter Vorsitz von Ministerpräsidentin Malu Dreyer in seiner Herbstsitzung entschieden. Zu den geförderten Vorhaben gehören die Ausstellung “Julian Charrière“ in der Mainzer Kunsthalle, ein deutsch-griechisches Theaterprojekt im Pfalzbau in Ludwigshafen oder der deutsch-britische Dirigentenwettbewerb „Wilde Lieder - Marx Music“ für das Marx-Jubiläumsprogramm in Trier.

„Rheinland-Pfalz ist reich an Kultur und engagierten Künstlern. Durch die Förderung kleinerer wie großer Projekte aus unterschiedlichen Sparten unterstützt die Kulturstiftung herausragende kulturelle Initiativen aus dem ganzen Land“, betonte die Ministerpräsidentin. „Uns ist wichtig, damit die kulturelle Vielfalt unseres Landes zu erhalten und neue attraktive Kulturprojekte anzustoßen.“

„In der Stiftung sollen die Förderrichtlinien vereinfacht werden. Wir haben daher in der heutigen Sitzung des Vorstands die Entscheidung getroffen, die neuen, allgemeinen Kulturförderrichtlinien für die Stiftung zu übernehmen“, ergänzte der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, Prof. Dr. Konrad Wolf. Damit seien sie auch für die Projektförderungen der Stiftung sowie die Förderungen des Kultursommers gültig.  „Dies ist ein wichtiger Schritt, den bürokratischen Aufwand auf ein notwendiges Minimum zu begrenzen. Dies wird den vielen, häufig ehrenamtlich aktiven Kulturschaffenden die Projektarbeit spürbar erleichtern“, betonten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf.

Weitere Informationen zur Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur gibt es unter www.kulturstiftung-rlp.de.

360 Grad Flamenco

Am 05.11.2017 konnte das Publikum im ausverkauften Saal der Stommel Stiftung in Urbar etwas Besonderes erleben, denn selten kommen sich Musik, Tanz und bildende Kunst so nah, wie beim diesem Flamencoabend.

Gitarrist Klaus Mäurer, Tänzerin Ana Alarcon und Künstlerin Sandra Hundelshausen beleuchteten das Thema FLAMENCO aus allen Richtungen.
Klaus Mäurer übernahm dabei mit seiner Gitarre und teilweise mit Gesang den musikalischen Part, was für sich allein genommen bereits ein Ereignis war. Die Kombination aus mit größter Leichtigkeit vorgetragenem, hochvirtuosem Spiel und lyrischem Ausdruck beeindruckte das Publikum zutiefst und machte den Geist dieser andalusischen „Nationalmusik“ spürbar. Mit Ana Alarcon hatte er eine kongeniale Partnerin, die den Rhythmus und die Dynamik der Musik aufgriff und in Bewegungskunst umsetzte. Faszinierend zu erleben, mit welch einem Elan das perfekt eingespielte Duo den Ausdruck und die Entwicklung der Musik sichtbar und hörbar machte.

Der besondere Clou des Abends war, dass Musik und Tanz auf der Bühne nicht nur die Fantasie des Publikums, sondern auch die der Künstlerin Sandra Hundelshausen entfachten. Inspiriert durch Klang und Bewegung entstand während der Aufführung ein lebensgroßes Abbild der Tänzerin, gleichzeitig gewissermaßen aber auch ein Portrait des Flamenco selbst. Mit Staunen konnte das Publikum nachvollziehen, wie die Gestaltung des Bildes, abhängig vom Geschehen auf der Bühne, immer wieder neue Wendungen nahm, den Ausdruck durch Verwendung jeweils neuer Farben veränderte und immer dichter und intensiver wurde.

Spanische Tapas und Wein sowie die stimmungsvolle Illumination der Bühne durch den Urbarer Lichtkünstler Garry Krätz rundeten das Bild ab. Angesichts der Vielfältigkeit der Veranstaltung war das Publikum zu 360 Grad begeistert und bedankte sich mit großem Applaus für die Künstler.

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