Sonntag, 22. April 2018

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Kulturminister Wolf regt eigenständige Kulturministerkonferenz der Länder an

Eine eigenständige Fachministerkonferenz der Länder für die Kulturpolitik schlägt der rheinland-pfälzische Kulturminister Konrad Wolf vor. Aktuell werden die kulturpolitischen Themen zusammen mit Bildung und Wissenschaft in der Kultusministerkonferenz gemeinsam behandelt.

„In den letzten Jahren haben sich die Rahmenbedingungen entschieden verändert. Der Bund hat sein Engagement in der Kulturpolitik deutlich erhöht. Die Ressortzuschnitte der Länder kombinieren nicht mehr notwendigerweise Bildung mit Kultur. Zeit also, der Kulturpolitik eine eigene politische Koordinierungsebene der Länder zu geben. Eine gesonderte Kulturministerkonferenz stärkt die Kulturpolitik der Länder“, begründete Wolf seinen Vorschlag.

Aktuell verbinden nur noch drei Länder im jeweiligen Ressortzuschnitt Bildung, Wissenschaft und Kultur miteinander. In sieben sind Wissenschaft und Kultur zusammen, in fünf die Kultur eigenständig oder in der Staatskanzlei angesiedelt.

„Eine Kulturministerkonferenz gibt den für Kultur zuständigen Fachministerinnen und Fachminister mehr Raum kulturpolitische Inhalte zu diskutieren und zu koordinieren. Hier können die Absprachen zwischen den Ländern sowie zwischen Ländern und dem Bund getroffen werden. Diese effizientere Struktur wäre eine organisatorische Aufwertung und trägt der wachsenden Bedeutung der Kulturpolitik Rechnung“, ergänzte Kulturminister Wolf.

Vorstellung der Programmreihen 17. Westerwälder Literaturtage und Denkbares

Historischer Blick auf 200 Jahre regionaler Kulturgeschichte

Festivalpass gewährt Eintritt zu allen Veranstaltungen

Zur Vorstellung der beiden Programmreihen 17. Westerwälder Literaturtage und Denkbares im Kultursommer 2018 trafen sich Vertreter von Presse, Politik und Kultur. Kultur-Staatssekretär Prof. Dr. Salvatore Barbaro dankte neben den Programmleitungen auch den Landräten für ihre Unterstützung und ganz besonders den vielen ehrenamtlichen Helfern vor Ort, die sich in der Planung und Durchführung engagieren. Er lobte das beeindruckende Programm, in dem das Motto „Industrie-Kultur“ in vielen Facetten ausgeleuchtet wird und das viele literarisch bedeutende und beim Publikum beliebte Gäste anzubieten hat.

Das Besondere am diesjährigen Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz ‚Industriekultur‘ ist der historische Blick auf die letzten 200 Jahre regionaler Kulturgeschichte, vom Beginn der Industrialisierung bis heute - aus Anlass des zweihundertsten Geburtstages von Karl Marx und von Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Mit beiden haben sich kompetente Autoren auseinandergesetzt, die in diesem Sommer auch zu Gast bei den ‚Westerwälder Literaturtagen und der Reihe Denkbares zu erleben sind.

AK-Landrat Lieber beschrieb die Bedeutung der beiden Reihen für die Landkreise. Sie seinen das Ergebnis einer gemeinsamen Anstrengung vieler engagierter Mitveranstalter im gesamten Westerwald und ein praktisches Beispiel für Friedrich Wilhelm Raiffeisens Worte „Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen Viele“. Er dankte ebenfalls den ehrenamtlichen Helfern und beschrieb die Westerwälder Literaturtage als ganzjährige Aufgabe.

Dem schlossen sich sowohl Landrat Achim Hallerbach (Neuwied) wie auch Landrat Achim Schwickert (Westerwaldkreis) an. Hallerbach zeigte sich erfreut über die gute Repräsentation seines Kreises, besonders aber darüber, dass die Lesung von Michael Klein über den „Bankier der Barmherzigkeit“ im Roentgen-Museum am Raiffeisenplatz einen perfekt passenden Ort gefunden hat.

Schließlich bedankte sich auch Landrat Schwickert für die vielen schönen Veranstaltungen in seinem Kreis. Gerade in ländlichen Gebieten sei ein solches Angebot nicht selbstverständlich, würde aber von den Menschen vor Ort hoch geschätzt.

Maria Bastian-Erll stellte das Programm der 17. Westerwälder Literaturtage vor. Die Programmleiterin wies darauf hin, dass es in diesem Jahr erstmals einen „Festivalpass“ gibt: Für 80 Euro können Literaturfreunde alle Veranstaltungen der Reihe besuchen.

Auch ein Fazit des letzten Jahres wurde gezogen: Die Veranstalter konnten 2017 rund 2.500 Zuhörer begrüßen, darunter gab es eine Lesung mit über 500 Personen, einige mit 100 bis 200, aber auch solche mit 15 Personen. Immer ist in diesem Größenrahmen das Gespräch mit dem Autor möglich, was als Besonderheit sowohl von den Autoren wie auch von den Gästen wahrgenommen wird. Das gesamte Budget der ww-Lit im letzten wie auch in diesem Jahr konnte mit rund 60.000 Euro beziffert werden, ein Drittel davon trägt der Kultursommer, auch drei Landkreise beteiligen sich finanziell.

Das vollständige Programm steht auf der Seite www.ww-lit.de zur Verfügung, auch als pdf zum Download. Alle Eintrittskarten sind über den Ticketshop dieser Seite erhältlich. Das gedruckte Programm ist u.a. in Buchhandlungen, Büchereien, Sparkassen und Volkshochschulen erhältlich. Es kann auch unter 02742-1874 bestellt werden. Informationen über die Reihe Denkbares finden sich unter www.denkbares.org

Nachruf

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Kardinal Lehmann wird uns fehlen

Zum Tod von Karl Kardinal Lehmann erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer:

„Rheinland-Pfalz trauert um Karl Kardinal Lehmann. 33 Jahre hat er als Bischof von Mainz gewirkt und Maßstäbe für einen weltoffenen Katholizismus gesetzt. Weit über die Grenzen seines Bistums hinaus wurde ihm wegen seines festen Glaubens, seines beeindruckenden theologischen Wissens, seiner ökumenischen Offenheit, seines gesellschaftlichen Engagements und seiner menschlichen Warmherzigkeit Respekt, Anerkennung und auch Zuneigung entgegen gebracht. In seinem fast einundzwanzigjährigen Wirken als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz hat er die katholische Kirche in Deutschland entscheidend mitgeprägt und in der Weltkirche in herausragender Weise repräsentiert.

Bei seiner Weihe zum Bischof im Mainzer Dom am 2.10.1983 hatte Kardinal Lehmann sein neues Amt unter den Wahlspruch „Steht fest im Glauben“ („State in fide“) gestellt. Diesem Appell des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth ist er während seines jahrzehntelangen Wirkens in Wort und Tat mehr als gerecht geworden. Er stand in Treue zur Kirche, aber vor allen Dingen zu den Menschen. Karl Kardinal Lehmann hatte stets ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Anliegen. Für ihn galt der Grundsatz, dass die Kirche dort mitanpackt, wo Hilfe gebraucht wird. Auch in der Flüchtlingskrise hat er Maßstäbe für Nächstenliebe gesetzt. Wer ihm begegnete, konnte erfahren, dass er es ernst meint mit dem, was er verkündet.

Er hat Brücken gebaut zwischen verschiedenen Konfessionen, zwischen verschiedenen Religionen und auch zwischen Kirche und Politik.

Karl Kardinal Lehmann wusste um die Zeichen der Zeit. Er hat die Konflikte in Kirche und Gesellschaft benannt und die weltweiten Herausforderungen erkannt. In seiner Haltung, Schwangeren im Gewissenskonflikt kirchlich beizustehen, stellte er sich an die Seite der Frauen und riskierte den Konflikt mit Rom. Wichtige Themen hat er immer wieder aufgegriffen und sich in christlicher Verantwortung mit ihnen auseinandergesetzt. Dabei war er der Politik immer ein kritischer und wichtiger Mahner und Ratgeber.  Auch in schwierigen Zeiten hat er klare Positionen bezogen und Mut zum Umdenken gemacht.

Glaubensstärke und Humor, Intellekt und Gelassenheit, diese seltene Kombination hat Kardinal Lehmann ausgezeichnet. Ich bin ihm für viele gute Gespräche und Anregungen sowie den vertrauensvollen Austausch mit der Landesregierung sehr dankbar.

Rheinland-Pfalz trauert um einen großartigen Menschen und eine herausragende Persönlichkeit. Bischof Dr. Kohlgraf und allen Gläubigen im Bistum Mainz spreche ich mein aufrichtiges Beileid aus.“

Immaterielles Kulturerbe

Kulturminister Wolf: Besondere Anerkennung für Westerwälder Töpfertradition

„Die Westerwälder Töpfertradition hat über Jahrhunderte hinweg die Region des Westerwaldes sowohl wirtschaftlich als auch kulturell geprägt. Die herausragende Bedeutung dieser Tradition hat besondere Anerkennung gefunden - sie wurde in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes nach der UNESCO-Konvention aufgenommen“, freute sich Kulturminister Konrad Wolf beim Besuch des Keramikmuseums Westerwald. Im Rahmen einer Feierstunde wurde eine Fliese mit dem Logo des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO an der Außenwand des Museums angebracht.

Insgesamt befinden sich im bundesweiten Verzeichnis 68 Kulturformen und vier Erhaltungsprogramme. Das Verzeichnis soll stetig wachsen und langfristig die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in und aus Deutschland sichtbar machen.

Im Nachgang zur offiziellen Feier in Berlin dankte Wolf den Unterstützern des Antrags. Der Erfolg war das Ergebnis der Bemühungen des Keramikmuseums Westerwald und seiner langjährigen Leiterin Monika Gass, des Vereins Zeitsprünge Breitscheid e.V., des Dokumentationszentrums Kannenbäckerland und des Bildungs- und Forschungszentrums Keramik (BFZK). Dieses europaweit einzigartige Kompetenzzentrum zum Thema Keramik behandelt mit seinen acht Institutionen diesen Werkstoff in seiner vielfältigen Bandbreite und stärkt dessen Bedeutung auch im Bereich der Technik, der alternativen Energiegewinnung, der Medizin und Umwelt.

In der Region um Höhr-Grenzhausen sind die reinsten, hochwertigsten und mengenmäßig größten Tonvorkommen Europas zu finden. Rund 40 in der Region ansässige Töpferwerkstätten bewahren bis heute die Westerwälder Töpfertradition und setzen dabei zugleich neue Impulse, damit auch in Zukunft das Kannenbäckerland eine international angesehene Heimat für historische und moderne Keramik bleibt.

„Hier im Westerwald erleben wir, wie sehr die Töpfertradition das kulturelle Selbstverständnis der Region prägt. Keramik hat eine bedeutende historische Vergangenheit, eine vielfältige Gegenwart und eine spannende Zukunft, als Werkstoff des Kunsthandwerks und darüber hinaus“, betonte Wolf abschließend.

Der Internationale Frauentag

Gedanken und Erläuterungen zu einem Ehrentag

Von Hans-Peter Meyer

Der Internationale Frauentag – auch Weltfrauentag genannt – wird inzwischen stets am 8. März gefeiert und ist für Frauen auf der ganzen Welt ein wichtiges Datum. In einigen Ländern ist er sogar gesetzlicher Feiertag.

"Heraus mit dem Frauenwahlrecht!" war die Hauptforderung der "Mütter" des Internationalen Frauentags. Auch wenn diese Zielsetzung inzwischen erreicht wurde, so ist die Gleichstellung der Geschlechter dennoch weder in Deutschland noch im Rest der Welt eine Realität.

Der Internationale Frauentag hat seine Wichtigkeit daher nicht verloren und wird weiterhin jährlich begangen.
Frauen auf der ganzen Welt machen am 8. März mit Veranstaltungen, Feiern und Demonstrationen auf noch immer nicht verwirklichte Frauenrechte aufmerksam.

Den internationalen Charakter unterstützt auch die Tatsache, dass die Vereinten Nationen  an die Tradition des Internationalen Frauentags angeknüpft haben. 1977 rief die UN-Generalversammlung in einer Resolution einen Tag im Jahr zum „Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ aus. Die jährlich stattfindenden Veranstaltungen stehen seither unter wechselnden Schwerpunktthemen von länderübergreifender Relevanz.

2015 lautet das Motto der Vereinten Nationen zum Internationalen Frauentag: „Make It Happen“ (Lassen Sie es geschehen). In Deutschland lautet das Motto auch in diesem Jahr: “Heute für morgen Zeichen setzen“.

Deutschland gehört zum kleinen Kreis derjenigen Länder, in denen der Internationale Frauentag von 1911 an gefeiert wurde. Eine wichtige Rolle spielten dabei die  Sozialdemokratinnen Clara Zetkin und Käte Duncker, die mitgewirkt hatten, den Weltfrauentag offiziell ins Leben zu rufen.

100 Jahre nach dem ersten Internationalen Frauentag ist bereits viel von der Geschichte in Vergessenheit geraten. Diese war in Deutschland besonders bewegt: Hier wurde der Tag während des Nationalsozialismus verboten und geriet in der jungen Bundesrepublik zeitweilig in Vergessenheit. Spätestens mit der Wiedervereinigung Deutschlands konnte der Internationale Frauentag aber ein Comeback feiern. Heute ist er Plattform einer vielfältigen Frauenbewegung und fest im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert.

Zur Geschichte des Internationen Frauentags ist weiterhin  anzumerken:

Am 19. März 1911 fand in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA der erste Internationale Frauentag statt. Die Wahl dieses Datums sollte den revolutionären Charakter des Frauentags unterstreichen, weil der 18. März der Gedenktag für die Gefallenen in Berlin während der Revolution 1848 war.

Bereits auf der ersten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz 1907 forderte Clara Zetkin, (gilt  als prägende Initiatorin des Internationalen Frauentags) das allgemeine Frauenwahlrecht, nachdem bereits 1904 in Berlin der Weltbund für das Frauenstimmrecht gegründet wurde. Ein Jahr später am 27. August 1910 beschlossen 100 Delegierte aus 17 Ländern auf dem zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz die Einführung eines jährlichen Internationalen Frauentags. Hauptziel und –forderung war das Frauenwahlrecht. In den folgenden Jahren wechselte das Datum des Frauentags bis es 1921 auf den 8. März festgelegt wurde.

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