Mittwoch, 17. Januar 2018

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Erinnerungskultur: Informationsaustausch und Vernetzung

Auf Einladung von Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz kamen im Rathaus Vertreterinnen und Vertreter von Initiativen, Vereinen, Gemeinden sowie weiteren Akteuren, zusammen, welche im Bereich der Erinnerungskultur zum Zweiten Weltkrieg im Koblenzer Raum aktiv tätig sind. Das Treffen sollte dem allgemeinen Informationsaustausch und der Vernetzung dienen. Dabei wurden Aktionen der einzelnen Akteure für 2018 vorgestellt. Außerdem diskutierte man mögliche Ansätze, welche die Erinnerungskultur für die junge Generation interessant machen könnten. Dazu wurden gegenwartsbezogene Anhaltspunkte besprochen. Man kam überein, sich fortan regelmäßig zu treffen, um Aktionen und den Austausch untereinander zu fördern.

Alte Lieder werden in Lahnstein neu gesponnen

Saitenspinner treffen Folkfreunde

Lahnstein. Am Sonntag, den 05. November 2017, laden die Saitenspinner zusammen mit dem Duo Jürgen Schöntges und Gernot Schauren zu einem Konzert in das Lahnsteiner Jugendkulturzentrum ein. Ab 17 Uhr (Einlass ab 16 Uhr) erklingen die gruppeneigenen Arrangements passend zum Bandmotto „ Alte Lieder neu gesponnen“. Karten sind beim Jugendkulturzentrum für 10 Euro im Vorverkauf (12 Euro an der Abendkasse) erhältlich.

Mit rein akustischen Instrumenten wie Gitarre, Flöte, Kontrabass, Geige werden die vier Saitenspinner Lieder verschiedenster Länder und Epochen zum Klingen bringen. Instrumentalstücke runden das Programm ab.

Die Folkprofis Jürgen Schöntges und Gernot Schauren geben alte deutsche Volkslieder, irische Folklore, amerikanische und englische Songs zum Besten. Zeitgenössische Lieder aus der Feder von Jürgen Schöntges gehören ebenfalls mit zum Repertoire. Der Sänger und Songschreiber begleitet sich nach Wahl auf einer alten Drehleier, dem 5-saitigen Banjo, einer Konzertgitarre und manchmal auch auf Esslöffeln. Die wichtigste Säule der Begleitung ist jedoch sein musikalischer Freund und Mitspieler, Gernot Schauren, ein sehr sinnlicher, professioneller Flötenspieler und lyrischer Begleiter auf der Mandoline und dem Saxophon.

Karten und Informationen beim Jugendkulturzentrum Lahnstein:

Telefon: 02621 50604

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Zum 25. Todestag von Willy Brandt – Erinnerung an eine Begegnung

Ein ehemaliger Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger in Niederadenau

Hans-Peter Meyer erinnert sich…

Nein, es war kein Staatsbesuch oder der Teil einer offiziellen politischen Visite.

Es war ein sonniger Herbsttag im Jahre 1984 und doch war es ein bleibendes Erlebnis – auch nach 33 Jahren unvergessen.

Nach der Rückkehr von einem Einkaufstrip in die Eifelmetropole Adenau machte mich mein damaliger Nachbar Paul Rader, Inhaber der gegenüberliegenden ARAL-Tankstelle darauf aufmerksam,   unterhalb von Niederadenau  in der zum Ort gehörenden Gemarkung am „Stemmbachsseifen“ habe ein Fahrzeug mit dem ehemaligen Bundeskanzler Willy Brandt geparkt.

Ich hielt es zunächst für einen Scherz, aber meine Neugierde  ließ mich nicht ruhen. Gemeinsam mit dem Bruder von Paul Rader, dem anwesenden Diplom-Ingenieur Hans Rader aus Koblenz, der zu dieser Zeit oft in seiner alten Heimat weilte, führte uns der Weg zum beschriebenen Ort. Ja, dort stand auf einer Parkfläche am Rande eines Wiesengrundstücks eine Limousine mit einem Fahrer. Dieser unterhielt sich gerade angeregt mit dem inzwischen verstorbenen Niederadenauer Mitbürger Peter Schmitten, der nebenan ein Grundstück nebst Fischweiher besaß und bewirtschaftete. Dem Gespräch war zu entnehmen, dass es sich um den Chauffeur des Dienstwagens handelte und die hierhin chauffierten Personen Willy Brandt und seine Gattin  Brigitte Seebacher-Brandt waren. Irgendwie war ich immer noch skeptisch, wo war Willy Brandt geblieben? Er hatte gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin  einen  Spaziergang den Weg entlang des Adenauer Baches in Richtung Niederadenau  bis hin zum Wiesenweg  unternommen.

Nach der Rückkehr zu dem Fahrzeug begegnete uns Willy Brandt zunächst mit Zurückhaltung  und  vor der Abfahrt hatten wir den Mut, den ehemaligen Bundeskanzler und Friedennobelpreisträger anzusprechen. Warum gerade Niederadenau?  Er  besuche, so war im kurzen sympathischen Gesprächsdialog zu entnehmen, die Eifel des Öfteren, die Landschaft und die Menschen seien ihm sympathisch.

Nach der anregenden Unterhaltung verabschiedete er sich in Richtung Unkel am Rhein, wo er seinerzeit  bis zu seinem Tode am  8. Oktober  1992  lebte und seinen Wohnsitz hatte.

Die Eifel war sicherlich nicht die Region, wo er die Mehrheit seiner Wähler -und Anhängerschaft  hatte, dennoch fühlte er sich dort wohl, wie man seinen Worten unmissverständlich entnehmen konnte. Zuvor hatte ich Willy Brandt zweimal erlebt: Einmal bei  einem Wahlkampfauftritt im Kurhaus von Bad Neuenahr  im Jahr 1969 (danach wurde er zum Bundeskanzler gewählt) und wenige Jahre später zufällig einmal auf dem Bonner Hauptbahnhof, als er in einem Sonderzug zu einer Wahlkampfreise aufbrach, beide Male aber stark abgeschirmt von Sicherheitsbeamten.

Und hier in Niederadenau stand er uns ohne Securitybegleitung direkt gegenüber. Das vergisst man nicht.

Stationen seines langen politischen Lebens waren u.a. : Regierender Bürgermeister von Berlin (1957-1966) und das während der Berlinkrise,  dann Bundesaußenminister (1966 – 1969), zuvor als Journalist Berichterstatter bei den Nürnberger Prozessen, Träger zahlreicher Ehrungen und Orden,  als Sozialdemokrat galt er als Visionär und Weltbürger – über Willy Brandt sind bereits zu Lebzeiten zahlreiche Biografien sowie wissenschaftliche und journalistische Würdigungen und Analysen geschrieben worden. Legendär sind sein Kniefall  vor dem Ehrenmal der Opfer des jüdischen Ghettos  in Warschau 1970  und seine Worte nach dem Mauerfall  1989: „Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört“. Es hat ihn mit großer Dankbarkeit erfüllt, dass er das Ende der Teilung Deutschlands noch erleben durfte, wie er oft betonte.

Wenngleich Willy Brandt während seiner aktiven Politikerzeit wegen seiner Herkunft, seiner Emigrations- und Exilzeit während des Krieges oft beleidigend  angefeindet wurde und  polarisierte und seine Kanzlerschaft durch den  Spionageaffäre Guillaume tragisch endete, so kann  man auch als Kritiker im Rückblick seine Verdienste nicht leugnen: so hat er als Bundeskanzler  (1969 – 1974) mit seiner Ostpolitik die ersten Schritte zu der Wiedervereinigung unseres Vaterlandes  eingeleitet, wurde 1971  mit dem Friedensnobelpreis für seine Entspannungs- und Friedenspolitik geehrt, war 23 Jahre (1964-1987) lang Vorsitzender seiner Partei, seit 1977 Vorsitzender der Nord-Süd-Kommission (eine unabhängige Kommission für internationale Entwicklungsfragen, die ihre Aufmerksamkeit auf die Probleme respektive Lösung der Armutsbekämpfung in der -Dritten- Welt lenkte , ferner war er von 1976 bis 1992 Vorsitzender der Sozialistischen Internationale (ein weltweiter Zusammenschluss sozialistischer und sozialdemokratischer Parteien und Organisationen , der seinerzeit bis zu 168 Parteien und Organisationen aus der ganzen Welt angehörten und als Kosmopolit war er vornehmlich in der Dritten Welt unterwegs, um sich um die Nöte der armen und benachteiligten Länder und deren Menschen zu informieren und um Hilfe bemüht zu sein und sein Rat wurde von vielen Staaten und bedeutenden Staatsmännern gefragt. Seine Verdienste haben später auch seine politischen Gegner  von einst gewürdigt. An die Macht des Friedens  und die Kraft der Versöhnung hat er zeitlebens geglaubt.

Das er damals als führender Repräsentant der Nord-Süd-Kommission und  auch als Vorsitzender der Sozialistischen International (SI)  sehr oft weltweit auf allen Kontinenten unterwegs war, um so mehr war ich überrascht, dass er gelegentlich die Zeit fand, um einen Abstecher in eine Region wie die Eifel zu unternehmen.

Vor einigen Wochen habe ich den Ort der Begegnung nochmals besucht und plötzlich war alles gegenwärtig, so als wäre es erst gestern geschehen.

Vielleicht  ist dies für die viele  Mitbürger der Gemeinde kein besonderes Ereignis.

Dennoch wollte ich die Menschen der Region an diesem Erlebnis teilhaben lassen.

Man muss nicht - wie es angeregt wurde - an den Ort des Geschehens  einen Gedenkstein oder eine Gedenktafel aufstellen, dennoch sollte das Ereignis festgehalten werden, denn ein ehemaliger Bundeskanzler und vor allem ein Friedensnobelpreisträger auf Niederadenauer Territorium, das gibt es sicher nicht alle Tage und wird es wahrscheinlich in naher Zukunft auch nicht wieder geben und vielleicht gibt es Mitbürger späterer Generationen, die sich für ein solches Ereignis der Vergangenheit interessieren.

Anlässlich des  100. Geburtstags von Willy Brandt im Dezember 2013 habe ich die  Geschichte aufgeschrieben und möchte dies aus Anlaß seines 25. Todestags  in Erinnerung an einen großen Politiker und Menschen nochmals veröffentlichen. Wenn die Zeitzeugen weniger werden und man als möglicherweise letzter Zeuge des Geschehens älter wird, entsteht  ein Bedürfnis,  ein solches Ereignis aus der alten Heimat schriftlich aufzuzeichnen.

Die anderen Zeitzeugen Paul  und Hans Rader sowie Peter Schmitten sind inzwischen leider verstorben.

Zum damaligen Zeitpunkt war ein fotofähiges Handy oder Smarthphone leider noch nicht greifbar, womit man das Ereignis hätte fotographisch festhalten können.

So bleibt auch nach 33 Jahren in der Tat eine beeindruckende Erinnerung und ob und inwieweit dies auf kommunaler Ebene von historischer Bedeutung ist  oder sein wird, dies wird sich möglicherweise erst später herausstellen und das sollen andere entscheiden.

© Hans-Peter Meyer

Tatort Eifel 2017

Ministerpräsidentin Malu Dreyer überreicht Filmpreis ROLAND

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat im Rahmen einer Abendgala in Daun, die den feierlichen Höhepunkt des Krimifestivals Tatort Eifel bildet, den Filmpreis ROLAND überreicht. Der Preis ist eine Auszeichnung für Persönlichkeiten aus dem Filmbereich, die dem Genre Kriminalfilm in inhaltlicher oder filmästhetischer Weise wesentliche neue Impulse geben beziehungsweise gegeben haben. In diesem Jahr wurden gleich zwei ROLAND-Preise vergeben: an den Schauspieler Matthias Brandt für seine Rolle als Münchener Kommissar Hanns von Meuffels in der Reihe „Polizeiruf 110“ sowie an die Thriller-Reihe „Spuren des Bösen“ mit Heino Ferch in der Hauptrolle.

Tatort Eifel fand vom 15. bis zum 23. September 2017 an verschiedenen Orten der Vulkaneifel statt. Für zehn Tage wurde die Vulkaneifel so wieder zum Treffpunkt von Fachbesuchern der Krimiszene und Krimiliebhabern aus ganz Deutschland. Unter dem Motto „Krimi Live“ wurden über 30 Lesungen, Konzerte und Premieren an zehn Tagen angeboten. Daneben gab es ein hochkarätiges Fachprogramm für die Filmbranche.

„Tatort Eifel ist ein Aushängeschild der rheinland-pfälzischen Kultur. Mit Hillesheim und Daun verbindet man inzwischen deutschlandweit das Thema Krimi“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die Schirmherrin des Festivals ist. „Tatort Eifel ist zum Stelldichein und Branchentreff für die Film- und Fernsehszene rund um den Krimi geworden. Ein erstklassiges Festival, das für die Festivalwochen die Vulkaneifel auf eine Stufe mit den deutschen Filmmetropolen Berlin oder München stellt. Die Landesregierung unterstützt Tatort Eifel über den Kultursommer deshalb sehr gerne.“

Michelsmarkt der Künste

Staatssekretär Clemens Hoch: Kulturelle Teilhabe leicht gemacht

Der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Clemens Hoch, hat den Michelsmarkt der Künste in Andernach eröffnet. „Ob Künstler, Sammler oder Kenner, für viele der Besucherinnen und Besucher des Michelsmarktes in Andernach ist dieser Michelsmarkt der Künste ein Muss geworden, um das aktuelle Kunstschaffen im Rheinland und in den benachbarten Regionen kennenzulernen“, sagte Staatssekretär Clemens Hoch bei seiner Begrüßung.

Auch viele Besucherinnen und Besucher, die sich vom bunten Treiben der Krammarktstände, den vielen Fahrgeschäften und dem abwechslungsreichen Unterhaltungsprogramm angesprochen fühlten, fänden den Weg ins historische Rathaus. „Hier wird kulturelle Teilhabe leicht gemacht“, so der Staatssekretär.

Der Michelsmarkt, den es bereits seit mehr als 600 Jahren gibt, ist eines der ältesten und größten Volksfeste am Mittelrhein. Die Jahresausstellung Michelsmarkt der Künste der Künstlerinnen und Künstler der Pellenz und der Kunstakademie Rheinland findet bereits zum 44. Mal im Historischen Rathaus statt.

Die Schau mit Exponaten, die von Künstlerinnen und Künstlern in verschiedenen Techniken geschaffen worden sind, reflektiere die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten in der bildenden Kunst und vermittele Gegenwartskunst einem Kreis interessierter Bürgerinnen und Bürger in den verschiedenen Regionen des Landes, so Staatssekretär Clemens Hoch. Sie gehöre zu den festen Terminen im Ausstellungskalender der Künstlergruppe Pellenz.

Der Chef der Staatskanzlei richtete einen besonderen Dank an Fred Schäfer-Schällhammer, Gründungsmitglied der Künstlergruppe Pellenz. „Mit ihm haben Kunstinteressierte einen kompetenten Ansprechpartner, der sie durch diesen Michelsmarkt der Künste begleitet“, so der Staatssekretär.

 

 

 

 

 

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