Sonntag, 22. April 2018

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Landeskunstschau

Neue Landeskunstschau „FLUX4ART“ für 2018   -  BBK Rheinland-Pfalz stellt neues Format vor
„Ich freue mich, Ihnen heute das neue Format einer Landeskunstschau mit dem Titel ‚FLUX4ART‘ vorstellen zu können“, teilte die Vorsitzende des BBK Rheinland-Pfalz, Sylvia Richter-Kundel, mit. „Wir, der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Rheinland-Pfalz im Bundesverband (BBK RLP), wollen mit der neuen Ausstellungsreihe den vielfältigen Ausdrucksformen der zeitgenössischen Kunst in und aus Rheinland-Pfalz eine öffentliche und publikumswirksame Plattform bieten. In FLUX4ART findet das innovative und moderne Rheinland-Pfalz einen weithin sichtbaren Ausdruck. Der BBK Rheinland-Pfalz ist verantwortlicher Träger dieser neuen Ausstellungsreihe.“

Kulturminister Wolf ergänzte: „Für das neu entwickelte Format haben wir seitens des Kulturministeriums gerne unsere Unterstützung zugesagt und werden die Durchführung, mit einem entsprechenden Landeszuschuss in Höhe von 123.000 Euro fördern. Ziel ist es, aktuelle rheinland-pfälzische Kunst zu zeigen und kulturelle Teilhabe zu ermöglichen. Deshalb wird das mehrwöchige Kunstereignis an drei Orten in Rheinland-Pfalz, in Montabaur, Germersheim und Boppard stattfinden.“
Wolf betonte, ihm sei es wichtig, dass ein verstärktes Angebot an bildender Kunst auch im ländlichen Raum angeboten werde. „Wir wollen, dass Menschen auch jenseits der kulturellen Oberzentren immer wieder die Möglichkeit haben, mit hochwertiger Kunst in Berührung zu kommen.“  
„Der BBK RLP hat das Format der ‚Landeskunstschau‘ bewusst gewählt, um dem Publikum die Auseinandersetzung mit aktueller Kunst und den damit verbundenen Fragestellungen vor Ort zu ermöglichen. Unser Ziel ist es, mit FLUX4ART, die Wertschätzung des zeitgenössischen Kunstschaffens in und aus Rheinland-Pfalz zu fördern, die Kultur des Kunsterwerbs zu stärken und daneben einen Dialog zwischen Kunst und historisch bedeutsamen Ausstellungsorten anzuregen.
Das Konzept verfolgt eine dezentrale Präsentation und sieht vor, im gleichen Zeitraum Ausstellungsorte in den Regionen Pfalz, Eifel/Westerwald/Hunsrück, Mittelrhein, Mosel und Rheinhessen zu bespielen und so die Bildende Kunst landesweit konzentriert in den öffentlichen Fokus zu rücken. Die jeweiligen Ausstellungseröffnungen sollen zeitlich gestaffelt stattfinden. Gleichzeitig bietet die Landeskunstschau zentrale Orte der Begegnung rheinland-pfälzischer Künstlerinnen und Künstler“, erklärt Sylvia Richter-Kundel.

Mit der Landeskunstschau 2018 soll dem Publikum landesweit ein attraktiver, an Qualität und Innovation orientierter Querschnitt des künstlerischen Schaffens in Rheinland-Pfalz präsentiert und das im Land vorhandene künstlerische Potential öffentlich sichtbar gemacht werden. Auch wird das Land weiterhin Aktionen wie die „Offenen Ateliers“ fördern, die die Werke rheinland-pfälzischer Künstlerinnen und Künstlern einem breiten Publikum nahe bringen und die Selbstvermarktung von Kunstschaffenden unterstützen.

Winterzeit – Stille Zeit

Eine meditative Betrachtung

Von Hans-Peter Meyer

Wer kennt die Bilder im Winter nicht? Die Straßen und Felder sind zugeschneit. Die Erde ruht unter einer dicken Schneedecke und rüstet sich für den kommenden Frühling. Am Rand eines Baches ist eine dünne Eisschicht, so als wenn das Eis ihn bezwingen möchte. Es ist schön und tut gut, den knisternden Schnee unter den Füßen zu spüren. Es ist eine Wohltat am Ufer entlang zu gehen, zuzuschauen, wie das Wasser plätschert, wie es noch in Bewegung ist.

Dieses Bild eines fließenden Baches in der Winterlandschaft wirkt einerseits belebend, andererseits beruhigend auf viele von uns. Auf der einen Seite ist Lebendigkeit zu spüren: Das Wasser bahnt sich einen Weg durch die eisige Landschaft. Es bringt vieles in Bewegung. Auf der anderen Seite wirkt der Bach eher tot und düster. Am Ufer, am Rand des Bachs, stehen kahle Bäume und Büsche. Es ist (noch) Winter, und die Natur ruht sich aus von der übrigen Zeit. Sie macht sich bereit für das kommende Frühjahr, für den bevorstehenden Frühling.

Es ist (in aller Regel) die stille Jahreszeit.

Wir Menschen brauchen die Stille in unserem Lebensrhythmus.

Es gibt Zeiten und Augenblicke im Leben der Menschen, wo sie schweigen und staunen über die Schönheit der Natur, die sie am Weg entdecken. Dabei ist wichtig, in jeder Jahres- und Lebenszeit die Augen zu öffnen und darüber nachzudenken, welcher Weg momentan angesagt ist; zu spüren und herauszufinden, an welchem Ufer des Lebens wir stehen. Gerade die Wintermonate sind für uns dazu geeignet, sich auf das Wesentliche zu besinnen: Nämlich auf den Ursprung, auf den Grund unsres Lebens und Glaubens, auf die Mitte und das Ziel.

Unser Leben ist einem natürlichen Rhythmus von Lebendigkeit und Ruhe unterstellt.

Die Stille und Ruhe in unserer hektischen und schnelllebigen Zeit ist wichtig für uns. Denn wer von uns genießt es nicht, über den knirschenden Schnee zu gehen, dem Plätschern des Baches zu lauschen, einen Stein hineinzuwerfen und zu sehen, wie das Wasser Kreise zieht: zu unseren Mitmenschen und zu unserem Schöpfer, bei dem wir uns geborgen fühlen dürfen, und zwar zu jeder Zeit unseres Lebens.

Ein Gedicht von Christa Peikert-Flaspöhler drückt das sehr schön aus:

Auf schwebenden Brücken

sind wir unterwegs

und zu Hause.

Immer aufs neue

von vertrauten Ufern

entlassen

suchen wir.

Drängend und zögernd

suchen wir,

widerstrebend

und voller Sehnsucht

suchen wir,

glaubend und zweifelnd

suchen wir,

ohne zu wissen

suchen wir.

Bis wir ans letzte Ufer

gelangen

suchen wir –

die verschiedensten

Namen nennend –

DICH.

Auf unserem Weg sind und bleiben wir Suchende, und zwar zu jeder Zeit und in jedem Augenblick unseres Lebens.

©  Hans-Peter Meyer

 

Die ersten Pilger nach Bethlehem… - Gedanken zum Tag der Erscheinung des Herrn (Dreikönigsfest)

Von Hans-Peter Meyer

Bei den Kindern sind sie beliebt. Auch den meisten Erwachsenen sind diese Wanderer nach all den Jahren noch ein Begriff. Denn sie waren es, die dem Weihnachtsstern folgten, der ihnen hell am nächtlichen Himmel leuchtend den Weg zur Geburtsstätte des neuen Königs der Juden nach Bethlehem wies: Jesus von Nazareth.

Sie waren seine ersten Verehrer, sie knieten vor dem Kinde nieder, huldigten dem Menschen, in welchem sie den Messias erkannten und beschenkten ihn mit den Gaben, die sie mit sich trugen: Mit Myrrhe, dem Balsamöl, gewonnen aus dem Harz des Myrrhestrauchs. Mit Weihrauch, dem getrockneten Harz des Weihrauchbaumes und mit dem Gold, welches einem König gebührt. Um es einfach auszudrücken, waren sie ersten Pilger nach Bethlehem.

Die Rede ist von Caspar, Melchior und Balthasar – den drei Weisen aus dem Morgenlande. Ob sie wirklich so hießen, ist heute kaum mehr zu bestimmen, denn nicht nur ihre Anzahl schwankte, je nach Quelle, zwischen zwei und vier, auch ihre Namen waren ursprünglich nicht festgelegt. Die aktuell gültige Fassung wurde zwischen dem sechsten und achten Jahrhundert bekannt, jedoch existieren auch heute noch regionale Abweichungen.

Anfänglich waren die Drei auch keine Aristokraten sondern, folgt man Matthäus, Magier aus dem Osten, also „Weise“. In den königlichen Stand wurden sie erst lange Zeit später erhoben, etwa zwischen dem achten und dem zwölften Jahrhundert. Zu ihrem Andenken begehen wir heute jedes Jahr am 6. Januar das Epiphaniasfest, benannt nach der Erscheinung des Herrn. Bekannter ist es unter dem Namen „Heilige Drei Könige“.

Wenngleich es kein bundesweiter Feiertag ist, so hat sich doch fast überall der Brauch des Sternsingens etabliert. Dabei ziehen hauptsächlich als Könige verkleidete Kinder mit einem Stern von Haus zu Haus, singen, sprechen ein Gedicht oder Gebet und verkünden die frohe Botschaft. Die als Lohn dafür erhaltenen Gaben, meist Geldspenden, gehen an die Armen, heute also an wohltätige Zwecke.

Zum Dank hinterlassen sie mit geweihter weißer Kreide ihre traditionelle Segensbitte an der Haustür oder am Türbalken, etwa so: 20 *C+M+B+ 13. Der Stern symbolisiert dabei den von Bethlehem, die Kreuze repräsentieren die Dreifaltigkeit in Form des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und die Buchstaben stehen wahlweise für die Namen der Drei Weisen oder für das lateinische „Christus Mansionem Benedicat“, was so viel bedeutet wie: „Christus, segne dieses Haus“.

Die Ziffern bezeichnen die Jahreszahl des Besuches und ändern sich somit in jeder Saison – in Gebrauch sind im Übrigen je nach Land und Konfession diverse örtliche Variationen der genannten Symbole.

Orthodoxe Christen feiern die Wasserweihe zum Gedenken der Taufe Christi, während die katholische Kirche dieses Ereignis getrennt von seiner Erscheinung erst an dem auf Epiphanias folgenden Sonntag zelebriert.

Eine besondere Form der Erinnerung an Caspar, Melchior und Balthasar findet sich in Form ihrer Gebeine, der Überlieferung nach die einzigen erhaltenen menschlichen Überreste von Zeitzeugen der Geburt Christi. Als Reliquien fanden sie ihren Weg mit Hilfe der Heiligen Helena, Mutter Kaiser Konstantins I, des Bischofs Eustorgius sowie des Erzbischofs Rainald von Dassel im Jahre 1164 von Palästina über Mailand bis ins mittelalterliche Köln.

Die Stadt erlangte dadurch neben ihrem Rang als Bistumssitz überregionale Bedeutung als Wallfahrtsort. Möglicherweise waren also diese Reliquien mit einer der Gründe für den Bau des Kölner Doms, denn dem wunderschönen, kunstvoll verzierten Schrein, in dem sie noch heute aufbewahrt werden, geziemte ein würdiges Domizil. Nach 632 Jahren Bauzeit war die entsprechende, bautechnische Meisterleistung dann auch vollbracht worden – aber das  wäre eine andere, neue Geschichte.

Dennoch sollte die vorstehende Interpretation eine Reflexion zum Tag der Heiligen Drei Könige sein – zum Nachdenken und zur Orientierung…

©  Hans-Peter Meyer

Adventskonzerte Dekanatskantorei Montabaur

MONTABAUR UND SELTERS. Auch in diesem Jahr lud die Dekanatskantorei Montabaur wieder zu den traditionellen zwei großen Adventskonzerten im Dekanat Selters ein: so erklang sowohl in der Evangelischen Kirche von Selters als auch in der Evangelischen Lutherkirche Montabaur festliche Barockmusik für Chor, Streichorchester und Trompeten unter der Gesamtleitung von Dekanatskantor Jens Schawaller.

Und in der Tat eröffnete der professionelle Trompeter Dietmar Wengenroth die Konzertabende mit dem dreisätzigem Concerto Nr. 19 in C-Dur von Johann Valentin Rathgeber (1682 – 1750).

Dabei zeigte sich der hauptberufliche Bläser von seiner zugleich filigran-kammermusikalischen, wie auch solistisch-prächtigen Seite: begleitet wurde er durch ein sensibles und überzeugendes Kammerorchester, das dem Solisten ein intonationssicherer und flexibler Dialogpartner war: mit Cornelia Heppner (Violine), Monika Warich (Violine), Sophie Jungbluth (Viola da braccia), Gabriele Rott (Violoncello), Gudula Marxsen (Kontrabass) und Susanne Schawaller (Orgel) wirkte ein bewährtes Ensemble, das sich durch hohe musikalische Kommunikationsfähigkeit und Tonschönheit auszeichnete.
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Wenn unser Herz spricht…. Gedanken zu Weihnachten

Von Hans-Peter Meyer

Und wieder diese Gegensätze: Weihnachten in den Katastrophen-, Krisen- und Kriegsgebieten dieser Welt, nicht nur irgendwo, sondern in Syrien, in Libyen, in Ägypten, in Afghanistan, im Irak, in Pakistan, in Haiti, auf den Philippinen, in Nahost  der gewaltsame  Israelisch-Palästinensische Kriegskonflikt und  in vielen afrikanischen Ländern, aber auch auf europäischem Boden nicht weit entfernt von uns in der Ost-Ukraine. Grausame Bilder. Kinderchöre auf der einen und geschädigter Wald auf der anderen Seite. Erfolgsmeldungen einerseits – Vorurteile und Verleumdungen andererseits. Weltweit gibt es ein Viertel Reiche und drei Viertel Arme. Ein Viertel der Menschheit ist nicht in der Lage, seine Grundbedürfnisse wie Ernährung, Kleidung, Wohnung, Gesundheit und Bildung zu sichern.  Millionen Menschen auf unserem Globus kämpfen täglich um die nackte Existenz. Weltweit sterben jeden Tag 30 000 Kinder an den Folgen von Hunger, Krankheit und Kriegen - eine alarmierende Zahl, die man sich immer wieder nachhaltig bewusst machen muß.

Stille Nacht hier – und Terrormeldungen dort. Wie kann das Fest da überhaupt noch unsere Herzen und Seelen erreichen?

Denn das ist es doch, was wir an Weihnachten, dem Fest Christi Geburt, vor allem suchen: dass sich unsere Seele über den Tag erhebt. Dass es wirklich „weihnachtet“ um uns, in uns, in unseren Herzen, wie Theodor Storm es in einem seiner schönsten Gedichte beschrieb.

Den äußerlichen Glanz haben wir. Die Kugeln am geschmückten Christbaum werden immer bunter, die Geschenke immer kostbarer, selbst da, wo es inzwischen finanziell schmaler zugeht.

Keine Sorge also um den äußeren Glanz, auf den wir Menschen so sehr fixiert sind.

Aber was ist mit dem Glanz tief innen bei uns? Ohne Hass, ohne Verbitterung und Neid! Wo kommt er her, wie können wir ihn für uns gewinnen, diesen inneren Glanz?

Es führen keine Schnellstraßen zu Reichtum und Glück. Eine Kerzenlänge Gefühl reicht nicht. Die Liebe und Herzlichkeit, die wir Weihnachten erfahren, sind schon beglückend. Doch sie sind nur eine Seite der Medaille. Der Schweizer Literatur-Nobelpreisträger Carl Spitteler  (*1845 +1924)  hat einmal  die Formulierung geprägt:  „Menschen zu finden, die mit uns fühlen und empfinden, ist wohl das schönste Glück auf Erden“. Auch diese Hoffnung verbindet die Menschen mit Weihnachten.

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