Dienstag, 21. November 2017

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Vom Märkerhof zur Städtischen Bühne

Zur 600-jährigen Geschichte des Nassau-Sporkenburger Hofs

Lahnstein. Als im Mai vor 20 Jahren im Nassau-Sporkenburger Hof die Städtische Bühne eröffnet wurde, gingen fünf Jahre der Sanierung, des Umbaus und der Erweiterung zu Ende. Über 5 Millionen DM kosteten die vom Land geförderten Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Der dreigeschossige gotische Steinbau aus dem 14. Jahrhundert, der seit 1980 unter Denkmalschutz steht, konnte durch die grundlegende Erneuerung als ein wichtiges regionales Kulturerbe vor dem Verfall gerettet werden.

Das Gebäude ist eines von sieben Märkerhöfen, die heute noch in Niederlahnstein stehen. Die Märker waren zumeist als Burgmannen der Burgen Lahneck und Stolzenfels verpflichtet, die sie in Kriegszeiten zu verteidigen hatten. In ruhigen Zeiten wohnten sie auf ihren Höfen in Niederlahnstein. Die urkundlichen Überlieferungen belegen, dass ein Herr Johann Mohr von der Walde im 14. Jahrhundert, verheiratet mit einer Petersin von Lahnstein, als Besitzer des Märkerhofs genannt wird.

Die Glanzzeit des Gebäudes begann jedoch 1527, als der Hof für 500 Gold Florentiner Gulden an den Amtmann von Wellmich, Quirin von Nassau, überging. Er und seine Nachkommen vermehrten den Besitz durch den Zukauf zweier Nachbarhäuser und das benachbarte Hofgut, das der Abtei in Altenberg gehörte. Der ganze Besitz war von einer wehrhaften Mauer umgeben, wie sie auch für die anderen Niederlahnsteiner Märkerhöfe, in Ermangelung einer Stadtmauer, nachzuweisen ist. Das herrschaftliche, burgartige Wohnhaus mit vorgesetztem, achteckigem Treppenturm, erhielt unter Quirin von Nassau seine heutige Gestalt einschließlich dem, beim Umbau rekonstruierten, hohen Satteldach. Das Wappen der Nassau-Sporkenburger, ein goldener Löwe mit sieben silbernen Kugeln, am Eingangsportal des Turmes zeugt noch heute vom Stolz seiner Besitzer. Die Nassauer Grafen aus Nassau an der Lahn führten im Wappen den gleichen Löwen, jedoch umgeben mit Schindeln. Die mit ihnen verwandte Seitenlinie der Nassau-Sporkenburger benannte sich nach ihrer Stammburg, der heutigen Ruine Sporkenburg zwischen Bad Ems und Arzbach.

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Rheinland-pfälzische Museen leisten hervorragende Arbeit

Zum Internationalen Museumstag am 21. Mai 2017 erklärt die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Giorgina Kazungu-Haß:

„Die rheinland-pfälzische Museumsszene überzeugt mit modernen Ausstellungskonzepten, die zum Mitmachen und Nachdenken einladen. Erfreulich ist daher, dass die bundesweite Auftaktveranstaltung zum Internationalen Museumstag in diesem Jahr im Mainzer Landesmuseum stattfinden wird. Unter dem Motto „Spurensuche“ gehen Besucherinnen und Besucher an diesem Tag auf Zeitreise, erkunden geologische Phänomene und lernen technische Zusammenhänge kennen. Kunst, Kultur und Geschichte werden so direkt erfahrbar.“

„Neben Theatern, Orchestern und Bibliotheken sind Museen eine der tragenden Säulen kultureller Bildung. Als Orte der Erinnerung tragen die rheinland-pfälzischen Museen dazu bei, das reiche kulturelle Erbe von Rheinland-Pfalz zu bewahren. Die Generaldirektion Kulturelles Erbe leistet hier hervorragende Arbeit. Die rheinland-pfälzische Museumslandschaft lebt zudem von den zahlreichen oft ehrenamtlich betriebenen Heimatmuseen. Sie bewahren unsere regionale Geschichte, erzählen von spannenden Biografien und machen die eigene Heimatregion auf eine lehrreiche und unterhaltsame Weise zugänglich.“

Der Internationale Museumstag findet in diesem Jahr zum 40. Mal statt. Am Aktionstag nehmen in Rheinland-Pfalz rund 80 Museen teil, bundesweit sind es rund 1650. Auch zahlreiche Abgeordnete der SPD-Landtagsfraktion beteiligen sich am Aktionstag.

Filmabend „Becks letzter Sommer“

Im Rahmen von "Koblenz liest ein Buch" präsentiert die Stadtbibliothek Koblenz am Montag, 29.05.2017 um 18:30 die Tragikomödie „Becks letzter Sommer“.

Robert Beck (Christian Ulmen als Schauspieler) ist ein frustrierter Lehrer, der in seinem Alltag gefangen ist. Sein Beruf langweilt ihn und sein Traum, als Musiker erfolgreich zu werden, liegt auch schon lange auf Eis. Doch dann entdeckt er unter seinen Schülern  einen talentierten Sänger und E-Gitarristen. Schnell erkennt er, dass dieser junge Gitarrengott seine letzte Chance sein könnte, aus seinem Alltagstrott auszubrechen und sich doch noch seinen Traum von der Musikerkarriere zu erfüllen. So bietet Beck nicht nur aus Selbstlosigkeit dem jungen Talent an, ihn zu unterstützen, indem er für ihn Songs schreibt und ihn ganz groß rausbringt.

Der Film von Regisseur Frieder Wittich aus dem Jahr 2015 basiert auf dem gleichnamigen Roman von Benedict Wells.
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.
www.stb.koblenz.de

Absage Eröffnungskonzert in Vallendar

Das Mittelrhein Musik Festival leistet einen wesentlichen Beitrag zur kulturellen Stärkung der Region Mittelrhein - auch im Hinblick auf die Bundesgartenschau 2031. Die Konzertreihe stärkt die Identifikation mit dem UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal und trägt zur Wertsteigerung des touristischen Angebotes bei. Das etablierte Festival finanziert sich aus Sponsorengeldern und öffentlichen Mitteln, denn nur aus dem Ticketverkauf kann ein solches Angebot, wie es auch in diesem Jahr präsentiert wird, nicht finanziert werden.

Von Anfang an unterstützte der Zweckverband Oberes Mittelrheintal die Festivalreihe, die in ihrer 17. Spielzeit wieder Festungen, Schlösser, Gärten, Parks und Kirchen des Rheintals bespielt und am positiven Image des Tals mitarbeitet. Doch Ende April teilte der Zweckverband mit, dass für das laufende Programm keine finanzielle Unterstützung möglich ist. Grund sind die begrenzten Mittel, die dem Verband in diesem Jahr zur Verfügung stehen. Für das Festival ist das ein herber Rückschlag. Seit der Gründung der gemeinnützigen GmbH im Februar diesen Jahres in der neuen Trägerschaft ist das Festival umso mehr abhängig von Förderern, Sponsoren und Spendern.

Die Festivalleitung Sonja Kitz hat sich daher mit dem Vorsitzenden des Festivalfreundeskreises Uwe Hüser zu dem drastischen Schritt entschlossen, das Eröffnungskonzert abzusagen. Bislang war es Tradition, das Festival feierlich zu eröffnen und dazu namhafte Künstler einzuladen. In diesem Jahr wurde hierfür der weltberühmte Tölzer Knabenchor eingeladen. Unter der neuen finanziellen Konstellation ist das Konzert nicht finanzierbar und daher wurde beschlossen, den Festivalauftakt abzusagen und die Veranstaltung mit den Tölzern ins Jahr 2018 zu verschieben. Festivalleiterin Sonja Kitz: „Es ist meine Aufgabe als Geschäftsführerin, das Festival vor finanziellen Risiken zu schützen. Dieser Verantwortung muss ich nachkommen. Mit dieser Absage möchte ich auch ein Zeichen dahingehend setzen, dass die Finanzierung und damit die Realisierung eines Festivals bei einer solch kurzfristigen Förderabsage nicht gesichert ist.“ Noch in der Pressekonferenz Ende März hatte der Vorsitzende der Koblenzer Sparkasse Matthias Nester als einer der vier Hauptsponsoren die anderen Institutionen aufgefordert, es der Bank gleich zu tun und eine mittelfristige Zusage von 3-5 Jahren in Sachen Förderung auszusprechen. Nur dann sei eine Planungssicherheit für das Festival gegeben.

Die Absage des Zweckverbands kam derweil sehr kurzfristig - drei Wochen vor dem Start des Sommerfestivals. Mit dem Management des Chores wurde verabredet, dass die Veranstaltung im nächsten Jahr stattfinden wird. Schon gekaufte Tickets für das ursprünglich am 20. Mai terminierte Eröffnungskonzert können bei Ticket Regional, der jeweiligen Vorverkaufsstelle oder im Festivalbüro zurückgegeben oder umgetauscht werden.

Wie Sonja Kitz betont, läuft der Vorverkauf für die anderen Konzerte schon sehr gut. Diese Konzerte werden in jedem Fall durchgeführt. „Mit Dianne Reeves, Nils Landgren, Jasmin Tabatabai, Helen Schneider, Maren Kroymann, Jan-Gregor Kremp, der Munich Brass Connection und vielen anderen Künstlern erwartet das Publikum im Festivalsommer 2017 noch eine ganze Reihe an hochkarätigen Open-Air- und Indoor-Konzerten an ganz besonderen Spielstätten wie der Alten Gießhalle in Sayn, Burg Namedy, Festung Ehrenbreitstein, den Koblenzer Schlössern, Jakobsberg in Boppard, der Freilichtbühne auf Maria Ruh in Oberwesel, der Johannis Kirche in Lahnstein und vielen weiteren ganz besonderen Orten des Mittelrheintals.“

Weitere Informationen unter www.mittelrheinmusik.de


Zum Muttertag

Eine nachdenkliche Betrachtung

Von Hans-Peter Meyer

Irgendwo habe ich dieser Tage den nachdenklichen Spruch gelesen: „Meine schönste Erfindung, sagt Gott, ist die Mutter.

Am kommenden Sonntag haben wir ihn wieder, den alljährlich im Wonnemonat Mai wiederkehrenden Muttertag. Viele von uns beeilen sich, entsprechend alter Tradition und Gepflogenheit einen Glückwunsch auszusprechen, ein paar Blumen, einem Geschenk zu überreichen.

Aber, so denke ich, Muttertag hat eine mehr als nur kalendernotwendige Bedeutung. Nicht wenige unter uns halten den Muttertag inzwischen für ein kommerzielles Geschäft, was zum Teil sicherlich zutrifft, wenn man einmal an die Annoncen verschiedener Geschäftszweige denkt und diese aufmerksam betrachtet. Muttertag ist mehr. Darüber sollten wir einmal nachdenken. Anerkennung für jene Frauen, die alle Tage, jahraus, jahrein, ihren Kindern und Männern gehören. Deren Arbeit niemals ein Ende hat, die keine Vierzigstundenwoche kennen, kein freies Wochenende. Die immer da sind, ohne Lohnerhöhung, ohne Urlaubsansprüche.

Den Müttern einen Tag zu widmen, war die Idee einer Frau, der 1864 geborenen Amerikanerin Ann Jarvis. Sie verstand sich als Frauenrechtlerin, nahm den Tod ihrer Mutter zum Anlass, den Kreuzzug für den Muttertag zu beginnen. Ann Jarvis starb 1948 weitgehend verarmt in einem Altenheim. Selbst war sie nie Mutter geworden. „Ihr“ Ehrentag“ blieb, 1922 kam er nach Deutschland, zehn Jahre später  wurde er hier als Feiertag auf den zweiten Mai-Sonntag gelegt.

Muttertag ist für uns mehr: Die Mutter hat uns das höchste Gut dieser Welt geschenkt – das Leben. Für die meisten von uns war die Mutter  die wichtigste Bezugsperson in den ersten wichtigsten (Entwicklungs-) Jahren unseres Lebens, sie hat uns begleitet in Freud und Leid, hat am Bett gesessen, wenn wir krank waren, hat uns liebevoll gepflegt, und in späteren Jahren haben wir immer wieder gespürt, dass es die Mutter ist, die an unserem Leben, an unseren Sorgen und Nöten teilnimmt, einspringt, wenn niemand mehr da ist. Das Gefühl des „Angenommensein“, die Geborgenheit, die „offenen Arme“ einer liebenden Mutter ist mehr Wert als alle Reichtümer dieser Welt.

Mutterliebe kann man nicht kaufen – sie kommt aus dem Herzen und gibt es nur umsonst.

Wenn das Licht der Hoffnung in uns so manches mal erloschen scheint, sind es nicht nur Worte, die das Herz einer Mutter ausmachen. Da ist ein Gefühl ohne Worte, das sich nur sehr schwer oder gar nicht beschreiben lässt. Vieles nehmen wir als selbstverständlich an, ohne uns tiefere Gedanken zu machen. Ein „Danke“ zu Lebzeiten ist besser als alle Blumen dieser Welt auf den Gräbern unserer Mütter. Eigentlich soll es das ganze Jahr über Muttertage geben. Wieso können wir der Mutter nicht an vielen Tagen des Jahres  das Gefühl geben, dass sie eine ganz besondere Person ist. Wir haben – so denke ich – an jedem neuen Tag des Jahres die große Chance, nicht mit Gold und Edelstein, sondern mit einem kleinen Geschenk, mit ein paar Blumen, mit einer Anerkennung, einer liebenvollen Geste die Mutter zu überraschen.Der unvergessene  Camillo Felgen hat in einem seiner Lieder einmal gesungen: „Ich hab’ Ehrfurcht vor schneeweißen Haaren“. Er hat die Mutter im hohen Alter gemeint. Diese Ehrfurcht sollten wir nicht nur am (Kalender-) Muttertag haben oder erst dann, wenn die Mutter für immer von uns gegangen ist.

Der Muttertag hat viele Komponenten. Er sollte anregen zum Nachdenken und zur Dankbarkeit…

(Text und Foto: © Hans-Peter Meyer)

 

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