Sonntag, 22. April 2018

Letztes Update:06:44:50 PM GMT

region-rhein.de

RSS

Kulturstiftung Rheinland-Pfalz fördert elf Projekte mit insgesamt 140.000 Euro

Mit fast 140.000 Euro wird die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur elf Projekte unterstützen. Dies hat der Vorstand unter Vorsitz von Ministerpräsidentin Malu Dreyer in seiner Herbstsitzung entschieden. Zu den geförderten Vorhaben gehören die Ausstellung “Julian Charrière“ in der Mainzer Kunsthalle, ein deutsch-griechisches Theaterprojekt im Pfalzbau in Ludwigshafen oder der deutsch-britische Dirigentenwettbewerb „Wilde Lieder - Marx Music“ für das Marx-Jubiläumsprogramm in Trier.

„Rheinland-Pfalz ist reich an Kultur und engagierten Künstlern. Durch die Förderung kleinerer wie großer Projekte aus unterschiedlichen Sparten unterstützt die Kulturstiftung herausragende kulturelle Initiativen aus dem ganzen Land“, betonte die Ministerpräsidentin. „Uns ist wichtig, damit die kulturelle Vielfalt unseres Landes zu erhalten und neue attraktive Kulturprojekte anzustoßen.“

„In der Stiftung sollen die Förderrichtlinien vereinfacht werden. Wir haben daher in der heutigen Sitzung des Vorstands die Entscheidung getroffen, die neuen, allgemeinen Kulturförderrichtlinien für die Stiftung zu übernehmen“, ergänzte der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, Prof. Dr. Konrad Wolf. Damit seien sie auch für die Projektförderungen der Stiftung sowie die Förderungen des Kultursommers gültig.  „Dies ist ein wichtiger Schritt, den bürokratischen Aufwand auf ein notwendiges Minimum zu begrenzen. Dies wird den vielen, häufig ehrenamtlich aktiven Kulturschaffenden die Projektarbeit spürbar erleichtern“, betonten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf.

Weitere Informationen zur Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur gibt es unter www.kulturstiftung-rlp.de.

360 Grad Flamenco

Am 05.11.2017 konnte das Publikum im ausverkauften Saal der Stommel Stiftung in Urbar etwas Besonderes erleben, denn selten kommen sich Musik, Tanz und bildende Kunst so nah, wie beim diesem Flamencoabend.

Gitarrist Klaus Mäurer, Tänzerin Ana Alarcon und Künstlerin Sandra Hundelshausen beleuchteten das Thema FLAMENCO aus allen Richtungen.
Klaus Mäurer übernahm dabei mit seiner Gitarre und teilweise mit Gesang den musikalischen Part, was für sich allein genommen bereits ein Ereignis war. Die Kombination aus mit größter Leichtigkeit vorgetragenem, hochvirtuosem Spiel und lyrischem Ausdruck beeindruckte das Publikum zutiefst und machte den Geist dieser andalusischen „Nationalmusik“ spürbar. Mit Ana Alarcon hatte er eine kongeniale Partnerin, die den Rhythmus und die Dynamik der Musik aufgriff und in Bewegungskunst umsetzte. Faszinierend zu erleben, mit welch einem Elan das perfekt eingespielte Duo den Ausdruck und die Entwicklung der Musik sichtbar und hörbar machte.

Der besondere Clou des Abends war, dass Musik und Tanz auf der Bühne nicht nur die Fantasie des Publikums, sondern auch die der Künstlerin Sandra Hundelshausen entfachten. Inspiriert durch Klang und Bewegung entstand während der Aufführung ein lebensgroßes Abbild der Tänzerin, gleichzeitig gewissermaßen aber auch ein Portrait des Flamenco selbst. Mit Staunen konnte das Publikum nachvollziehen, wie die Gestaltung des Bildes, abhängig vom Geschehen auf der Bühne, immer wieder neue Wendungen nahm, den Ausdruck durch Verwendung jeweils neuer Farben veränderte und immer dichter und intensiver wurde.

Spanische Tapas und Wein sowie die stimmungsvolle Illumination der Bühne durch den Urbarer Lichtkünstler Garry Krätz rundeten das Bild ab. Angesichts der Vielfältigkeit der Veranstaltung war das Publikum zu 360 Grad begeistert und bedankte sich mit großem Applaus für die Künstler.

Konzertgottesdienst zum Buß- und Bettag

MONTABAUR. Am Buß- und Bettag lud die Cappella Taboris, das besondere Vokalensemble des Evangelischen Dekanates Selters, zu einem abendlichen Konzertgottesdienst in die Evangelische Lutherkirche Montabaur ein, deren Erbauung sich zum 500. Jubiläum der Reformation zum 50. Male jährt. Gemeinsam mit Dekan Wolfgang Weik konnten die zahlreichen Besucherinnen und Besucher solistische Chor- und Kammermusik mit Angelika Wies (Sopran), Monika Schlößer (Alt und Altblockflöte), Hildegard Sthamer (Tenor), Ingo Jungbluth (Bass) und Susanne Schawaller (Orgel) unter der künstlerischen Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller (Tenor und Kontrabass) vom Feinsten genießen: in deklamatorischer Leichtigkeit und imitativer Polyphonie erklangen mit „Die Furcht des Herren“, „Fürchte dich nicht“ und „Ich beuge meine Knie“ drei „Kleine Geistliche Konzerte“ für zwei Männerstimmen und Basso continuo von Heinrich Schütz in frühbarocker Ausdrucksstärke. In Anlehnung an die liturgische Folge des lutherischen Gottesdienstes schloss sich im konzertanten Rahmen die Motette „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ von Felix Mendelssohn Bartholdy an, in der sich die Cappella Taboris ganz dem romantischen Klangideal hingab; kontrastierend zum Chorklang des 19. Jahrhunderts erklang mit „Singe, Seele, Gott zum Preise“ eine aus den virtuosen „Neun deutschen Arien“ von Georg Friedrich Händel für Sopran, Altblockflöte, Orgel und Kontrabass in barocker-verspielter Manier. Bei Johann Christoph Friedrich Bachs erstem Satz aus der quirligen Motette „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ bewies das Vokalensemble als Gesamtgruppe eine hohe Kunstfertigkeit in Hinblick auf spritzige Artikulation, sichere Intonation und elastische Agogik, um dem galanten Stil dieser Komposition lebendigen Ausdruck zu verleihen. Das Abendmahl unter der liturgischen Leitung von Dekan Wolfgang Weik wurde musikalisch eingeleitet durch die zwei Motetten „Wirf dein Anliegen auf den Herrn“ und „Wer bis ans Ende beharrt“, wiederum aus der Feder von Felix Mendelssohn Bartholdy, und wurde von den anwesenden Gästen dankbar angenommen. „Wir freuen uns sehr, mit Dekan Wolfgang Weik in der Evangelischen Kirchengemeinde Montabaur einen Konzertgottesdienst mit Abendmahl feiern zu können“, meint Dekanatskantor Jens Schawaller, „gemeinsam haben wir im Dekanat Selters bereits sehr gute Erfahrung mit dieser ungewöhnlichen künstlerisch-liturgischen Form“. Die Cappella Taboris verabschiedete ihre Zuhörerinnen und Zuhörer mit Mendelssohns Komposition „Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren“ versöhnlich in den dunklen Buß- und Bettagsabend.

Der Totensonntag (Ewigkeitssonntag) – Die Entstehung und Geschichte eines Gedenktages

Von Hans-Peter Meyer

Der Totensonntag oder Ewigkeitssonntag ist in der evangelischen Kirche in Deutschland ein Gedenktag für die Verstorbenen. Er ist der letzte Sonntag vor dem ersten Adventssonntag und damit der letzte Sonntag des  Kirchenjahres.

Seit der Entwicklung des Kirchenjahres im Mittelalter wurden mit den letzten Sonntagen des Kirchenjahres liturgische Lesungen zu den  Letzten Dingen verbunden. Während am drittletzten Sonntag das Thema „Tod“ im Mittelpunkt steht, hat der vorletzte Sonntag die Thematik „ (Jüngstes) Gericht“ und der letzte „Ewiges Leben“.

Traditionell thematisiert der letzte Sonntag im Kirchenjahr in besonderer Weise die Erwartung des Jüngsten Tages. Dazu gehört als Sonntagsevangelium das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen (Matthäus 25). Es bildet die Grundlage für das Wochenlied, den Choral von Philipp Nikolai „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ (EG 147) und die darauf aufbauende Bachkantate gleichen Namens (BWV 140).

Entstehung des Totensonntags

König Friedrich Wilhelm III. von Preußenbestimmte durch  Kabinettsorder vom 24. April und Verordnung vom 25. November 1816  für die evangelische Kirche in den preußischen Gebieten den Sonntag vor dem 1. Advent zum „allgemeinen Kirchenfest zur Erinnerung an die Verstorbenen“. Folgende Gründe kommen dafür in Frage: das Gedenken an die Gefallenen der Befreiungskriege, die Trauer um die 1810 verstorbene Königin Luise oder auch das Fehlen eines Totengedenkens im evangelischen Kirchenjahr. Die anderen evangelischen Landeskirchen übernahmen diese Bestimmung.

Staatlicher Schutz

Der Totensonntag ist in allen deutschen Bundesländern besonders geschützt. Die Feiertagsgesetze aller Bundesländer außer Hamburg bestimmen den Totensonntag als Trauer- und Gedenktag oder als „stillen Tag“ oder „stillen Feiertag“, für den besondere Einschränkungen gelten; dazu gehören beispielsweise Verbote von Musikaufführungen in Gaststätten, zum Teil begrenzt auf bestimmte Stunden des Totensonntags. Das Hamburger Gesetz über Sonntage, Feiertage, Gedenktage und Trauertage ermächtigt den Hamburger Senat, „durch Rechtsverordnung (…) Tage zu sonstigen Gedenk- oder Trauertagen zu erklären“, was beispielsweise durch das Hamburgische Gesetz zur Regelung der Ladenöffnungszeiten (Ladenöffnungsgesetz) vom 22. Dezember 2006 erfolgt ist.

Heutige Situation

Die lutherischen und unierten Agenden der 1950er Jahre versuchten im Rahmen der jüngeren liturgischen Bewegung, den endzeitlichen Charakter des Sonntags zurückzugewinnen. Deshalb findet sich der Name Totensonntag hier überhaupt nicht, sondern es ist lediglich vom Letzten Sonntag des Kirchenjahres/Ewigkeitssonntag/Sonntag vom Jüngsten Tage die Rede. Jedoch wurde ein alternatives Proprium mit dem Namen Gedenktag der Entschlafenen zur Verfügung gestellt.

Die Reformierte Liturgie(1999) führt in ihrem Liturgischen Kalender den Sonntag unter der Bezeichnung Letzter Sonntag des Kirchenjahres – Ewigkeitssonntag / Totensonntag, die pfälzische Agende (2006) als Letzter Sonntag des Kirchenjahres (Totensonntag). Beide führen dabei die Perikopen des Ewigkeitssonntags an, wie sie auch im Evangelischen Gottesdienstbuch wiedergegeben sind.

Das Evangelische Gottesdienstbuch verzeichnete darüber hinaus jedoch noch einen Gedenktag der Entschlafenen. In ihm werden biblische Lesungen vorgeschlagen, die von denen für den Ewigkeitssonntag abweichen. Für  Christen ist der Tod zwar das Ende irdischen Lebens, doch wird dies in der Perspektive der Hoffnung auf die  Auferstehung der Toten gesehen, wie es an vielen Stellen in der Bibel beschrieben wird, z. B.  Johannes11,25 LUT. „Nach dem Willen des Ev. Gottesdienstbuches soll dort, wo es üblich ist, das Gedächtnis der Entschlafenen in einem eigenen Früh-, Predigt- oder Vespergottesdienst begangen werden …, es soll aber die Texte des Ewigkeitssonntags keineswegs verdrängen.“ Es wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass auch die Texte des Ewigkeitssonntags für das Totengedenken geeignet sind.

Das Totengedenken bleibt in vielen Landeskirchen der Entscheidung der Kirchengemeinde überlassen. Zumindest mit dem Verlesen der Verstorbenen des vergangenen Kirchenjahres – das neue beginnt mit dem folgenden Sonntag, dem ersten Adventssonntag – wird ihrer in den Gottesdiensten gedacht. In vielen Gemeinden werden die Angehörigen der Verstorbenen eigens zu Gottesdiensten auf den  Friedhöfen eingeladen. Das Abendmahl, sofern es an diesem Tag gefeiert wird, hat seinen Platz im morgendlichen Hauptgottesdienst. Zu den verbreiteten Bräuchen gehört es, die Gräber mit Gestecken oder Blumen zu schmücken.

Kirchliche Kreise werben dafür, aus Rücksichtnahme auf den Totensonntag mit der Weihnachtsbeleuchtung und den Weihnachtsmärkten erst in der Woche vor dem 1. Advent zu beginnen.

Der Sonntag der Ökumene

In der römisch-katholischen Kirche wird dieser Sonntag seit der  Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils als  Christkönigssonntag begangen, im altkatholischen Kalender wird dieser „Sonntag vom wiederkommenden Herrn“ genannt. Das Fest betont die Königsherrschaft Christi in Ewigkeit und weist insofern Parallelen zum Ewigkeitssonntag auf. Auch englischsprachige lutherische Kirchen, die dem Revised Common Lectionary folgen, feiern den Christkönigssonntag. Das Totengedenken erfolgt in der katholischen Tradition an Allerseelen.

Das Gedächtnis der Verstorbenen (Allerseelen) feiert die Katholische Kirche am 2. November, dem Tag nach Allerheiligen.

Der Volkstrauertag ist in Deutschland ein staatlicher Gedenktag zur Erinnerung an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft.

Aber bei aller Trauer in diesen Tagen im November, sollte uns die Erinnerung nicht so gefangen nehmen, dass wir uns der Gegenwart nicht mehr zu stellen vermögen.

Wer würde nicht die intensiven Augenblicke seines Lebens gern verlängern. Doch dieser Wunsch nach Dauer bleibt eine Illusion, weil die Zeit befristet ist und unser Leben Grenzen hat. Seine Endlichkeit zu akzeptieren, ist ähnlich schwer, wie der V ersuch, die Ewigkeit zu begreifen: Gibt es wirklich eine unendliche Zeit in der Vergangenheit und Zukunft?

Die Bibel kennt die Ewigkeit nicht als philosophischen Begriff, sondern nur in Verbindung mit dem Schöpfer: Er war vor aller Zeit und wird nach uns sein…!

Christen schöpfen aus der Gewissheit: Weil des Schöpfers (Gottes) Liebe in Zeit und Ewigkeit gilt, kann sie nicht vom Tod begrenzt werden und bleibt in Ewigkeit. Wer in diesem Bewusstsein lebt, wird die Alltagsprioritäten anders setzen und mit manchen Themen und Menschen seines Lebens sorgfältiger, liebevoller und freier umgehen können.

Das Kreuz ist nicht nur das Symbol des Todes, sondern auch das Symbol des Lebens über den Tod hinaus, das uns der Schöpfer schenkt. Darum gehen wir nicht nur auf den Friedhof, um an die Verstorbenen zu denken, sondern auch um uns in der Hoffnung auf ein Wiedersehen in der Ewigkeit zu stärken.

©   Hans-Peter Meyer

Der Volkstrauertag – Die Geschichte eines Gedenktages

Von Hans-Peter Meyer
Der Volkstrauertag wurde durch den 1919 gegründeten Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf Vorschlag seines bayerischen Landesverbandes zum Gedenken an die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges eingeführt. Nicht "befohlene" Trauer war das Motiv, sondern das Setzen eines nicht übersehbaren Zeichens der Solidarität derjenigen, die keinen Verlust zu beklagen hatten, mit den Hinterbliebenen der Gefallenen. 
Die erste offizielle Feierstunde fand 1922 im Deutschen Reichstag in Berlin statt. Der damalige Reichstagspräsident Paul Löbe hielt eine im In- und Ausland vielbeachtete Rede, in der er einer feindseligen Umwelt den Gedanken an Versöhnung und Verständigung gegenüberstellte. Ein Komitee, dem von den großen Glaubensgemeinschaften bis zum jüdischen Frauenbund vielerlei Verbände angehörten, erreichte unter Federführung des Volksbundes, dass der Volkstrauertag in den meisten Ländern des Reiches gemeinsam, nämlich am Sonntag Reminiscere, dem fünften Sonntag vor Ostern, begangen wurde. 
1934 bestimmten die nationalsozialistischen Machthaber durch ein Gesetz den Volkstrauertag zum Staatsfeiertag und benannten ihn "Heldengedenktag". Die Träger waren bis 1945 die Wehrmacht und die NSDAP. Die Richtlinien über Inhalt und Ausführung erließ der Reichspropagandaminister. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde der Volkstrauertag erneut vom Volksbund eingeführt und 1950 erstmals neben vielen regionalen Veranstaltungen mit einer Feierstunde im Plenarsaal des Deutschen Bundestages begangen. 
Nach einer Übereinkunft zwischen der Bundesregierung, den Ländern und den großen Glaubensgemeinschaften wurde der Termin auf den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr (evangelisch) bzw. den 33. Sonntag im Jahreskreis (katholisch) verlegt. Durch Landesgesetze ist der Tag geschützt. Der Volksbund versteht diesen Gedenktag auch mit zunehmendem Abstand vom Krieg als einen Tag der Trauer. Der Volkstrauertag ist aber auch zu einem Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden geworden. 
Der Volksbund betreut heute im Auftrag der Bundesregierung die Gräber von etwa Zwei Millionen Kriegstoten auf über 827 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten. Er wird dabei unterstützt von mehr als einer Million Mitgliedern und Förderern sowie der Bundesregierung. Das Leitwort ist: 
Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den Frieden.
Im Rahmen der Gedenkveranstaltungen aus Anlass des Volkstrauertages  wird unter dem Begriff „Totengedenken“ immer wieder die nachfolgende Formulierung  gewählt:

Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg,
an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben,
der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.

Wir gedenken derer,
die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten,
einer anderen Rasse zugerechnet wurden oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.

Wir gedenken derer,
die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben,
und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.

Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage,
um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung,
um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte,
die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.

Wir gedenken heute auch derer,
die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.

Wir trauern mit den Müttern und mit allen, die Leid tragen um die Toten.
Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der Welt.

Worte - die  angesichts der zahlreichen kriegerischen Konflikte in der ganzen Welt - an Aktualität nie verlieren.

© Hans-Peter Meyer

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL