Dienstag, 19. September 2017

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Der Volkstrauertag – Die Geschichte eines Gedenktages

Von Hans-Peter Meyer

Der Volkstrauertag wurde durch den 1919 gegründeten Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf Vorschlag seines bayerischen Landesverbandes zum Gedenken an die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges eingeführt. Nicht "befohlene" Trauer war das Motiv, sondern das Setzen eines nicht übersehbaren Zeichens der Solidarität derjenigen, die keinen Verlust zu beklagen hatten, mit den Hinterbliebenen der Gefallenen.

Die erste offizielle Feierstunde fand 1922 im Deutschen Reichstag in Berlin statt. Der damalige Reichstagspräsident Paul Löbe hielt eine im In- und Ausland vielbeachtete Rede, in der er einer feindseligen Umwelt den Gedanken an Versöhnung und Verständigung gegenüberstellte. Ein Komitee, dem von den großen Glaubensgemeinschaften bis zum jüdischen Frauenbund vielerlei Verbände angehörten, erreichte unter Federführung des Volksbundes, dass der Volkstrauertag in den meisten Ländern des Reiches gemeinsam, nämlich am Sonntag Reminiscere, dem fünften Sonntag vor Ostern, begangen wurde.


1934 bestimmten die nationalsozialistischen Machthaber durch ein Gesetz den Volkstrauertag zum Staatsfeiertag und benannten ihn "Heldengedenktag". Die Träger waren bis 1945 die Wehrmacht und die NSDAP. Die Richtlinien über Inhalt und Ausführung erließ der Reichspropagandaminister. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde der Volkstrauertag erneut vom Volksbund eingeführt und 1950 erstmals neben vielen regionalen Veranstaltungen mit einer Feierstunde im Plenarsaal des Deutschen Bundestages begangen.

Nach einer Übereinkunft zwischen der Bundesregierung, den Ländern und den großen Glaubensgemeinschaften wurde der Termin auf den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr (evangelisch) bzw. den 33. Sonntag im Jahreskreis (katholisch) verlegt. Durch Landesgesetze ist der Tag geschützt. Der Volksbund versteht diesen Gedenktag auch mit zunehmendem Abstand vom Krieg als einen Tag der Trauer. Der Volkstrauertag ist aber auch zu einem Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden geworden.

Der Volksbund betreut heute im Auftrag der Bundesregierung die Gräber von etwa Zwei Millionen Kriegstoten auf über 827 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten. Er wird dabei unterstützt von mehr als einer Million Mitgliedern und Förderern sowie der Bundesregierung.

Das Leitwort ist:


Versöhnung über den Gräbern - Arbeit für den Frieden.

Im Rahmen der Gedenkveranstaltungen aus Anlass des Volkstrauertages  wird unter dem Begriff „Totengedenken“ immer wieder die nachfolgende Formulierung  gewählt:

Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben,
der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.

Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.

Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.

Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage,
um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung,
um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte,
die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.

Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.

Wir trauern mit den Müttern und mit allen, die Leid tragen um die Toten.
Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der Welt.

Worte - die  angesichts der zahlreichen kriegerischen Konflikte in der ganzen Welt - an Aktualität nie verlieren.

© Hans-Peter Meyer

Volkstrauertag

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Ein wichtiger Tag für die Erinnerungskultur in Deutschland

„Der Volkstrauertag ist ein wichtiges Datum für die Erinnerungskultur in Deutschland. An diesem Tag wehen für alle Menschen, die ihr Leben in Zeiten von Krieg und Gewaltherrschaft verloren haben, die Fahnen auf Halbmast. Er ist ein Fixpunkt für eine Gesellschaft, die in Verantwortung vor ihrer Geschichte ihre Gegenwart gestalten will. Wir erinnern uns an das Leid und Schicksal jedes einzelnen Menschen, an die Trauer und den Schmerz der Angehörigen und Freunde“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer vor dem Volkstrauertag am kommenden Sonntag. „Mit der Trauer ist aber auch die klare Botschaft verbunden, dass der europäische Frieden ein wertvolles Gut ist, für dessen Erhalt wir stetig arbeiten müssen. Es ist eine persönliche, eine deutsche und eine europäische Aufgabe, für Frieden und Freiheit einzutreten. Erinnerung braucht Zukunft. Wir müssen deshalb alles dafür tun, dass insbesondere das Engagement der jungen Generation nicht nachlässt.“

Ministerpräsidentin Malu Dreyer wird in ihrer Funktion als Bundesratspräsidentin am 13. November um 13.30 Uhr an der zentralen Gedenkstunde zum Volkstrauertag im Deutschen Bundestag in Berlin teilnehmen. Die Gedenkrede hält der dänische Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen. Auf Vermittlung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer gestaltet der Mainzer Bachchor unter Leitung des Dirigenten Professor Ralf Otto die Gedenkveranstaltung musikalisch. Zuvor legt die Bundesratspräsidentin vor der Neuen Wache einen Kranz nieder.

Sankt Martin – Erinnerung an einen großen Heiligen…

Von Hans-Peter Meyer

Trotz feuchter Kälte ziehen in diesen Tagen wieder Kinderscharen mit leuchtenden Laternen und eben solchen Augen singend durch die Straßen. Sicherlich haben sich schon viele gefragt woher diese Tradition der Martinszüge wohl kommen mag. Oder ob, und wenn ja welche, es noch weitere althergebrachte Bräuche an Sankt Martin gibt. Der Kalender datiert das Namensfest (Namenstag) des Heiligen Martin auf den 11. November.

Am Martinstag erinnern wir an den Heiligen Martin von Tours. Er wurde Anfang des vierten Jahrhunderts in Ungarn, in dem damals zum römischen Weltreich gehörenden Sabaria geboren. Während seiner Zeit als römischer Legionär nahm er den christlichen Glauben an. Später wurde er Mönch und im Jahre 372 n. Chr. Bischof von Tours. Er verstarb 397 in Candes. Seine Berühmtheit verdankt er folgender Legende:

Es war in einer sehr kalten Nacht. Überall lag hoher Schnee und Eiszapfen hingen von den Bäumen. Der römische Soldat Martin ritt auf seinem Pferde an einen vor Kälte zitternden Bettler heran. Der arme Mann saß im Schnee und hatte keine warme Kleidung. Der Bettler sah zu Martin auf und flehte um Hilfe. Voll von Mitleid teilte Sankt Martin mit seinem Schwert seinen wärmenden Umhang. Die eine Hälfte überließ Martin dem armen frierenden Mann und rettete ihn damit vor dem Tod. Als der Bettler sich bedanken wollte, ritt Martin mit seinem Teil des Umhangs davon.

In alter Zeit hatte der Martini eine sehr hohe Bedeutung und von den etlichen Traditionen haben einige bis in unsere Zeit hinein überlebt. Am elften November endete im Mittelalter das bäuerliche Arbeitsjahr. So wurden die Ernteerträge verkauft und mit den Erlösen der jährliche Pachtzins gezahlt. Es wurde Saatgut für das nächste Jahr und neues Vieh auf den Märkten erstanden. Auf den Schlachtfesten gab es ein fröhliches Feiern, das wir heute noch in der traditionellen Martinsgans oder den Martinswecken, Stutenkerlen und Martinsbrezel  wiederfinden.

Es begann auch die 40tägige Vorweihnachtliche Fastenzeit, an die der heutige Karnevalsbeginn allerdings nur noch sehr schwach zu erinnern vermag.

Die bei uns sehr beliebten Martinsumzüge mit Laternen, großem Martinsfeuer und hoch zu Ross reitenden Sankt Martin finden jedoch erst seit vergleichsweise geringer Zeit statt. Sie haben ihren Ursprung im späten neunzehnten Jahrhundert und verbreiteten sich vom Rheinland aus. Als Höhepunkt der Umzüge wird die Legende des Sankt Martins nachgestellt.

Das Erlebnis eines lodernden Feuers und die leuchtenden Laternen zu einer langen Kette in der Dunkelheit aufgereiht ist für Kinder immer wieder etwas ganz Besonderes.

© Hans-Peter Meyer

Forschergruppe „Resilienz“ untersucht Reaktionen auf tiefgreifende gesellschaftliche Umbrüche

Interdisziplinäres Team der Universität Trier hat die Arbeit aufgenommen

Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschergruppe „Resilienz – Gesellschaftliche Umbruchphasen im Dialog zwischen Mediävistik und Soziologie“, die am 1. Juli an der Universität Trier ihre Forschungsarbeit aufgenommen hat, erarbeitet ein Konzept sozialer Resilienz. Germanisten, Historiker, Juristen und Soziologen beschäftigen sich dabei mit der Frage, welche Handlungsoptionen soziale Gruppen vor dem Hintergrund bestandsgefährdender Umbrüche in der Zeit vom 13. bis zum 16. Jahrhundert entwickeln und umsetzen, um existenzbedrohenden Ereignissen zu begegnen.

Ziel der interdisziplinären Zusammenarbeit ist es, das Resilienz-Konzept, das in der Individualpsychologie und der Human- und Sozialökologie entstand, für die Geistes- und Sozialwissenschaften zu erschließen und weiterzuentwickeln. „In sechs Projekten möchten wir neue Ansätze für die Beschreibung historischer Umbruchphasen im Spätmittelalter erarbeiten, dabei bestehende Epochendefinitionen überprüfen und alternative Konzepte wie Krise oder Katastrophe kritisch hinterfragen“, so Prof. Dr. Lukas Clemens, Sprecher der Forschergruppe.

Das Forscherteam betritt Neuland, wenn es das für die Beschreibung von Gegenwartsphänomenen entwickelte Resilienzkonzept auf die Vergangenheit überträgt und in einer differenzierten Analyse die komplexen, sehr dynamischen Prozesse von Bewältigung, Anpassung und Transformation angesichts bestandsgefährdender Herausforderungen in den Blick nimmt. Die vergleichende Untersuchung von Resilienzprozessen, Resilienzressourcen und Resilienzstrategien macht sozio-politische, sozio-ökonomische und sozio-kulturelle Grundmuster bei der Bearbeitung gesellschaftlicher Umbruchserfahrungen sichtbar. Sie schärft zugleich den Blick auf innovative Neuansätze, aber auch nicht intendierte Nebenfolgen von Resilienzprozessen bis hin zu ihrem Scheitern, deren Ursachen deutlicher hervortreten und beschreibbar werden.

Zum Auftakt der gemeinsamen, auf sechs Jahre angelegten Forschungsarbeit lud die Forschergruppe Anfang November zu einem öffentlichen Vortrag an die Universität Trier ein. In seinem Grußwort zur Eröffnung der Veranstaltung hob Universitätsvizepräsident Prof. Dr. Georg Müller-Fürstenberg die zentrale Bedeutung der Forschergruppe für die Geistes- und Sozialwissenschaften an der Universität hervor. „Die von der DFG geförderte Forschergruppe trägt entscheidend dazu bei, dass Trier weiterhin als Standort für Spitzenforschung gilt.“ Nach einer Kurzpräsentation von Prof. Lukas Clemens zum Forschungsprogramm sprach Prof. Dr. Markus A. Denzel, Wirtschaftshistoriker an der Universität Leipzig, über das Thema „Von der Resilienz zum Resilienz-Management“.

„Im Licht der Residenz – Barock in Ehrenbreitstein“

Sonntag, 13. November 2016

Öffnung Sonderausstellung „Im Licht der Residenz – Barock in Ehrenbreitstein“ im MBH von 14 –16 Uhr, um 16 h Lesung in Kooperation mit dem Förderverein „Lesen & Buch“ im MBH - Saal

„Wer durch den Fluß will, muß sich die Füße naß machen“

Joseph Breitbach

Ein großer Schriftsteller der kleinen Leute. Noch ist die diesjährige Preisverleihung des Joseph- Breitbach - Preises im Theater der Stadt Koblenz  in lebhafter Erinnerung, da ist der Autor und der Mensch Joseph Breitbach bereits wieder im Focus:

„Wer durch den Fluß will, muß sich die Füße naß machen“, so der Koblenzer Schriftsteller selbst im  Dezember 1955.

Am 13. November um 16 Uhr wird der Förderverein LESEN und BUCH im Saal des Mutter-Beethoven-Hauses, wenige Meter von Breitbachs Geburtsstätte entfernt, dem Autor und seinem Werk eine Lesung widmen. Ein großes Geheimnis lag stets um Breitbach, der als junger Mann ständig total verschuldet war, weil er sein verfügbares Geld zu gerne für Malerei oder Literatur ausgab. In späteren Jahren erlaubte ihm sein Vermögen, das zu tun, was er als den eigentlichen Luxus seines Lebens ansah: eine glückliche Verbindung von Geld und Geist! Breitbach war ein großer Moralist, der gleichzeitig Toleranz übte gegenüber allen Menschen, gleich welcher Herkunft oder Neigung. Wie Joseph Breitbach seine Kindheit und Jugend in Ehrenbreitstein erlebte, was er über Koblenz und die Koblenzer dachte, seine Verbindungen zu den renommiertesten Literaten der Zeit und vieles mehr erfahren die Zuhörer in der Lesung des Fördervereins LESEN und BUCH auf Einladung der Förderer Mutter – Beethoven - Haus e. V.

Margarete Ries, Hein Mecker und Traute van Aswegen werden die Lesung bestreiten, deren musikalische Umrahmung durch die Vermittlung der Musikschule Koblenz erfolgt: der hochbegabte Jung-Pianist Martin Schleiffer wird mit einem Werk von Erik Satie zu hören sein.

Im Vorlauf der Veranstaltung ist das Museum im MBH schon ab 14 Uhr geöffnet. Der Verein empfiehlt den Besuch der dortigen  Sonderausstellung des Mittelrhein -Museums „Im Licht der Residenz – Barock in Ehrenbreitstein“.

Der Eintritt ist frei, der Fördererverein des MBH bittet um Spenden für die in Vorbereitung befindliche neue Dauerausstellung, die im kommenden Jahr eröffnet werden soll.

 

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