Samstag, 18. November 2017

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Wider das Vergessen: Der Maler Otto Pankok - Verboten gut

Bildvortrag mit Diskussion "Otto Pankok - Verfolgter Maler, Maler der Verfolgten" in Mainz am 2. Februar 2017 / Eintritt frei

Zum Bildvortrag mit Diskussion "Otto Pankok - Verfolgter Maler, Maler der Verfolgten" lädt die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (LpB) am Donnerstag, dem 2. Februar 2017 um 19 Uhr nach Mainz ein. Im Gerty-Spies-Saal im 1. Stock der Landeszentrale (Am Kronberger Hof 6), stellt Referent Jürgen Vits, Mitglied im Beirat der Otto-Pankok-Stiftung, Arbeiten des Künstlers Otto Pankok (1893-1966), die in der NS-Zeit als "entartet" diffamiert wurden. Der Eintritt ist kostenlos!

Otto Pankok (1893-1966)
Sein Künstlerleben war über weite Strecken durch Krieg und Verfolgung geprägt. Otto Pankok lässt die von ihm porträtierten Menschen stets in ihrer Individualität und Würde hervortreten. Es ist nicht zuletzt diese von Menschlichkeit und Respekt geprägte Haltung des Künstlers, die den einzigartigen Rang seiner Werke ausmacht.
Mit seinen eindringlichen Menschenbildern geriet der Maler, Grafiker und Bildhauer in das Visier der Nationalsozialisten, die seine Arbeiten ächteten und als "entartet" diffamierten. Die berüchtigte NS-Propaganda-Ausstellung "Entartete Kunst", die 1937 in München eröffnet wurde, diffamierte auch ein Werk Pankoks. In der Folge wurden über fünfzig Zeichnungen und Grafiken Pankoks aus deutschen Museen entfernt und vernichtet.
Alle Arbeiten, die er nach 1937 schuf, durften bis zum Ende der NS-Diktatur nicht öffentlich gezeigt werden. Trotz des verhängten Berufs- und Ausstellungsverbots setzte Otto Pankok, der sich bis zur Befreiung mit seiner Familie an verschiedenen Orten aufhielt, im Verborgenen sein widerständiges Kunstschaffen fort.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er rehabilitiert und wirkte als Professor für Zeichenkunst an der Kunstakademie Düsseldorf. Große Beachtung finden noch heute vor allem seine Menschenbilder, die überwiegend Benachteiligte und Verfolgte am Rande der Gesellschaft darstellen.

Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz
Am Kronberger Hof 6
55116 Mainz

38. Verleihung Carl-Zuckmayer-Medaille

Ministerpräsidentin Malu Dreyer würdigt Joachim Meyerhoff als außergewöhnlichen Schauspieler und Erzähler

Ministerpräsidentin Malu Dreyer zeichnete im Mainzer Staatstheater am 40. Todestag von Carl-Zuckmayer den Schauspieler und Autor Joachim Meyerhoff mit der Carl-Zuckmayer-Medaille aus. Die Ministerpräsidentin würdigte den diesjährigen Preisträger als „einen der begabtesten Schauspieler unserer Zeit“ und als „wunderbaren Erzähler“, der mit seinen autobiographischen Romanen ein breites Publikum begeistere. „Carl Zuckmayers Theaterstücke bringen uns mit viel Witz und Ironie zum Lachen und zum Nachdenken zugleich. Genau das zeichnet auch Joachim Meyerhoff aus“, begründete die Ministerpräsidentin ihre Entscheidung für den Preisträger, die sie aufgrund von Vorschlägen einer Fachkommission getroffen hat. Mit der Medaille werden Verdienste um die deutsche Sprache geehrt. Sie ist die höchste kulturelle Auszeichnung der Ministerpräsidentin und wird in Erinnerung an den großen rheinhessischen Schriftsteller und Dramatiker Carl Zuckmayer verliehen.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer bezeichnete Sprache als ein mächtiges Instrument, das bezaubere oder benötigt werde, um Dinge zu hinterfragen. Sie könne aber auch verletzen und spalten, wenn sie missbraucht werde. „Heute ist es mehr denn je wieder notwendig, dass wir uns der Wirkung und Bedeutung unserer Sprache und Kultur für unser Zusammenleben bewusst werden“, betonte die Ministerpräsidentin. Kunst und Kultur stünden zu Recht im Zentrum unserer Gesellschaft und müssten deshalb auch Anerkennung finden.

Joachim Meyerhoff habe als Star des deutschsprachigen Theaters mit allen wichtigen Regisseuren und an allen großen Häusern gearbeitet, sei seit mehr als zehn Jahren festes Ensemble-Mitglied am Burgtheater Wien. Neben seiner Bühnenpräsenz verarbeite er sein Leben zu Bestsellerromanen. „Auf der Bühne und mit seinen Büchern ist ihm etwas Außerordentliches gelungen, als er Publikum und Kritiker zugleich begeisterte. Das hat mit seiner Person und mit der Ausdrucksstärke seiner Arbeit zu tun“, so die Ministerpräsidentin. Wie auch Zuckmayer habe Meyerhoff eine Form des Erzählens gefunden, die von Menschenliebe getragen sei, ohne sentimental zu werden. „Joachim Meyerhoff geht es in seinen Darbietungen und Werken um die Wertschätzung jedes und jeder Einzelnen in ihrer Individualität. Keine Schubladen nach Herkunft, nach Rolle, nach Geschlecht, nach Status, die jemandem einen Platz in der gesellschaftlichen Ordnung zuweisen. Das beeindruckt mich zutiefst“, sagte die Ministerpräsidentin. „Meyerhoffs Spiel und seine Romane sind für mich das Plädoyer, die Freiheitsräume für Verwandlungen zu bewahren. Damit jeder und jede eine Chance hat, sich zu entfalten.“

Einen weiteren, persönlichen Einblick in das Leben und Werk des Preisträgers gab Dr. Johannes Janssen. Janssen ist promovierter Kunsthistoriker und seit 2013 Direktor des Museums Sinclair-Haus in Bad Homburg sowie stellvertretender Leiter der ALTANA Kulturstiftung. Seit seiner Schulzeit ist er mit Meyerhoff eng befreundet. Rund 850 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur, aber auch Mainzer Schüler und Schülerinnen kamen zur diesjährigen Preisverleihung im Mainzer Staatstheater. Darunter waren auch die ehemaligen Preisträger Edgar Reitz, Thomas Brussig und Hans Werner Kilz. Für den Preisträger der Zuckmayer-Medaille gibt es traditionell eine Medaille aus Bronze, die von dem Künstler Otto Kallenbach gestaltet wurde. Zur Auszeichnung gehört des Weiteren ein Fass des von Zuckmayer geschätzten Nackenheimer Weins.

Die Trägerinnen und Träger der Carl-Zuckmayer-Medaille seit 1979 sind:

Günther Fleckenstein (1979), Werner Hinz (1980), Georg Hensel (1982), Friedrich Dürrenmatt (1984), Ludwig Harig (1985), Dolf Sternberger (1986), Tankred Dorst (1987), Günter Strack (1988), Hanns Dieter Hüsch (1989), Martin Walser, Adolf Muschg, André Weckmann (1990), Albrecht Schöne (1991), Hilde Domin (1992), Hans Sahl (1993), Fred Oberhauser (1994), Grete Weil (1995), Mario Adorf (1996), Katharina Thalbach (1997), Harald Weinrich (1998), Eva-Maria Hagen (1999), Peter Rühmkorf (2000), Mirjam Pressler (2001), Herta Müller (2002), Monika Maron, Wolf von Lojewski (2003), Edgar Reitz (2004), Thomas Brussig (2005), Armin Mueller-Stahl (2006), Udo Lindenberg (2007), Bodo Kirchhoff (2008), Volker Schlöndorff (2009), Emine Sevgi Özdamar (2010), Hans Werner Kilz (2011), Uwe Timm (2012), Doris Dörrie (2013), Dieter Kühn (2014), Bruno Ganz (2015) und Sven Regener (2016)

Der Kommission unter Vorsitz von Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf gehörten an:

Sven Regener (Preisträger 2016), Peter Krawietz (Präsident der Carl-Zuckmayer-Gesellschaft Mainz e.V.), Professor Dr. Ulrich Port (Universität Trier), Professorin Dr. Dagmar von Hoff (Johannes Gutenberg-Universität Mainz), Professor Dr. Lothar Bluhm (Universität Koblenz-Landau), Monika Böss (stellvertretende Landesvorsitzende des Verbands deutscher Schriftsteller), Denis Scheck (Literaturkritiker), Dr. Joachim Unseld (Verleger, Frankfurter Verlagsanstalt), Martina Zöllner (Journalistin und Autorin), Petra Gerster (Moderatorin und Autorin), Petra Plättner (Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz) und Eberhard Duchstein (Buchhändler).

„Genossenschaftsidee“ gehört zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit

Erster deutscher Antrag auf Aufnahme in die „Repräsentative Liste“ erfolgreich

Die Genossenschaftsidee gehört zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Dies hat das Internationale Komitee für die Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO in Addis Abeba bekanntgegeben. Es handelt sich um den ersten Vorschlag aus Deutschland zur Aufnahme in die „Repräsentative Liste“. 2015 hatte die deutsche UNESCO-Vertretung ihre erste internationale Nominierung mit dem genauen Titel „Idee und Praxis der Organisation von gemeinsamen Interessen in Genossenschaften“ eingereicht.

Die Aufnahme ist eine Würdigung des Erbes von Raiffeisen und Schulze-Delitzsch

Zu der Entscheidung erklärt Josef Zolk, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft: „Wir sind hocherfreut darüber und dankbar, dass auf diese Weise die Väter der Genossenschaften in Deutschland, Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen, eine Würdigung erhalten – für die Grundlegung einer Idee, die heute mehr denn je von großer Relevanz ist. Allein in Deutschland sind über 20 Millionen Menschen in Genossenschaften organisiert.“

Dr. Manfred Wilde vom Vorstand der Deutschen Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft meint: „Mit der Aufnahme wird gleichermaßen das Erbe von Raiffeisen und Schultze-Delitzsch gewürdigt: Das Konzept eines allen Interessenten offen stehenden, überkonfessionellen Modells der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung auf Grundlage von Kooperationen.“

Raiffeisen und Schulze-Delitzsch schufen Grundlagen für Genossenschaftsidee

Die Deutsche Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft und die Deutsche Friedrich-Wilhelm Raiffeisen-Gesellschaft hatten die Nominierung der Genossenschaftsidee für die Aufnahme in die Repräsentative Liste gemeinsam vorangetrieben. Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen schufen Mitte des 19. Jahrhunderts entscheidende Grundlagen für die Genossenschaftsidee, die heute weltweit wirkt, und gründeten die ersten genossenschaftlichen Organisationen moderner Prägung in Deutschland.

Die Repräsentative Liste soll eine bessere Sichtbarkeit des Immateriellen Kulturerbes gewährleisten, das Bewusstsein für seine Bedeutung stärken und den Dialog bei gleichzeitiger Achtung der kulturellen Vielfalt fördern. Sie verzeichnet vielfältige immaterielle kulturelle Ausdrucksformen aus allen Weltregionen. Dem 2006 in Kraft getretenen UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes war Deutschland im Jahr 2013 beigetreten.

Raiffeisens „Geheimsekretärin“ - 120. Todestag von Amalie Raiffeisen

Am 11. Januar 1897 ist Amalie Justine Caroline Raiffeisen, die älteste Tochter des Sozialreformers und Genossenschaftsgründers Friedrich Wilhelm Raiffeisen in Heddesdorf im Alter von 50 Jahren verstorben; sie ist auf dem dortigen Friedhof im Familiengrab bestattet worden.  Amalie Raiffeisen war als erstes Kind Raiffeisens und seiner Frau Emilie  am 2. August 1846 in Weyerbusch geboren worden. Amalie Raiffeisen war eines der sieben Kinder der Familie Raiffeisen, drei dieser Kinder starben schon im Kleinkindalter. Raiffeisen legte großen Wert auf eine   solide Ausbildung seiner Kinder, so besuchte Amalie nach der Volksschule die Höhere Töchterschule.   Er legte aber ebenso großen Wert auf Übernahme familiären Pflichten, zumal Raiffeisens Ehefrau große gesundheitliche Probleme hatte und schon 1863 starb.

Nach dem Tod der Mutter übernahm Amalie im Alter von 17 Jahren als älteste Tochter deren Aufgaben im Haushalt und bei der Erziehung der jüngeren Geschwister. Hinzukam, dass sich die Sehkraft von Raiffeisen selbst stark verschlechtert hatte und Amalie seine unersetzliche Unterstützerin beim Bearbeiten der Korrespondenz und der Akten wurde, was auch dadurch deutlich wird, dass Raiffeisen seine Tochter als seine „Geheimsekretärin“ bezeichnete. Wegen des Augenleidens  wurde Raiffeisen am 21. September 1865 durch den Landrat in den Ruhestand versetzt. Aufgrund der kurzen Dienstzeiten erhielt Raiffeisen nur ein geringes Ruhegehalt,  deswegen  gründete er eine Zigarrenfabrik, die er aber nach kurzer Zeit wegen mangelnder Rentabilität wieder aufgab, und danach einen Weinhandel, der gut rentierlich geführt werden konnte. Im täglichen Geschäft und bei seiner unermüdlichen Aufbauarbeit des Genossenschaftswesens war er auf die Hilfe von Amalie angewiesen. Die Erfahrungen, die Raiffeisen durch die Gründung verschiedener Darlehnskassenvereine und deren Vorläufer gemacht hatte, fasste er 1866 in seinem grundlegenden Buch „Die Darlehnskassenvereine als Mittel zur Abhilfe der Not der ländlichen Bevölkerung, sowie auch der städtischen Handwerker und Arbeiter“ zusammen, wobei auch bei der Erstellung des Buches sowohl der ersten Auflage wie der folgenden Auflagen Amalie ihn durchgängig unterstützen musste. Hinzukam, dass Raiffeisen selbst immer wieder in Kuraufenthalte musste, zumal er sich neben seiner insgesamt schwachen Konstitution auch noch in Neuwied eine Typhuserkrankung zugezogen hatte. Mehr und mehr wurde Amalie unersetzlich und zu einer wichtigen Säule beim Entstehen des Raiffeisenschen Genossenschaftsgebäudes.

Nach der Hochzeit mit seiner zweiten Frau, der Witwe Maria Penserot, im Jahre 1868 entlastete Raiffeisen zwar seine Tochter von Familienpflichten, für das Genossenschaftswesen und die eigenen Geschäfte blieb Amalie die „rechte Hand“ des Vaters. Es scheint historisch gesichert, dass Raiffeisen seiner Tochter die Ehe verwehrte, um sie nicht als vollwertige Kraft in seinem Lebenswerk zu verlieren. Der Raiffeisenmitarbeiter Martin Fassbender schreibt dazu: er stand ihrem eigen Lebensentwurf entgegen „in dem er die Ehe mit einem Manne, dem sie bis zum Grabe die Liebe bewahrt hat, verhinderte“.  In Briefen schreibt sie von ihrer Kinderliebe und dem Wunsch nach eigenen Kindern.  Als am 15. Mai 1878   ihre Schwester Bertha heiratete und  das elterliche Haus verließ, blieb Amalie mit ihrem Vater allein zurück. Die von Amalie zu erledigende Korrespondenz nahm weiter zu. 1881 war es ihr nicht möglich, wie in den Vorjahren ihre Verwandtschaft zu besuchen. In einem Brief an ihre Schwester Caroline beschwerte sie sich im November 1881 darüber, dass ihr die Arbeit immer schwerer falle, sie dauerhaft übermüdet sei und ihre ganze Kraft beanspruche. F.W. Raiffeisen beschrieb sie 1884 in einem Brief, als seine „kräftige, liebevolle Stütze, als seine Beraterin bei Sorgen und Mühen aller Art und als sein Trost in trüben Zeiten, deren Leben sein Herz mit Dank gegenüber Gott und auch ihr gegenüber erfülle.“ Das Programm zur Feier des 40. Geburtstages, die Raiffeisen für seine Tochter ausrichtete, ist erhalten und zeigt,   wie sehr Raiffeisen seine Tochter schätzte. Plötzlich und unerwartet verstarb Raiffeisen am 11. März 1888. Von seinem Privatbesitz erbte Amalie 7/24 des Erbes und als Vorausvermächtnis für ihre zwanzig Jahre lang geleisteten Dienste das gesamte bewegliche Inventar des Hauses sowie zwei Lebensversicherungen im Wert von jeweils 1000 Talern. Nach dem Tod ihres Vaters sortierte sie dessen Korrespondenz, soweit sie sich in ihrem Besitz befand. Einen kleinen Teil davon stellte sie Martin Faßbender zur Verfügung, während sie den größten Teil verbrannte. Ob sie nach dem Tod des Vaters weiter als Sekretärin und Schreibkraft arbeitete, ist nicht bekannt. Sie blieb allerdings bis an ihr Lebensende Teilhaberin der letzten väterlichen Firma „Raiffeisen & Cons“ und war von  1892 an das letzte Mitglied der Familie, das Anteile am Unternehmen ihres Vaters besaß.

Amalie lebte bis zu ihrem Tod  am 11. Januar 1897  in Heddesdorf. Mit ihrem Tod schied der letzte Angehörige der Familie Raiffeisen aus der Genossenschaftsorganisation aus. Sie wurde auf dem alten Friedhof Heddesdorf im selben Grab wie ihr Vater beerdigt. Amalie Raiffeisen hatte 1872 das Preußische Verdienstkreuz für Frauen und Jungfrauen erhalten.

Josef Zolk  Auf der Heide 15  56593 Güllesheim  9. Januar 2017






 

Benefizkonzert der Meisterklasse

Bach und Brahms - Vater und Tochter Lohmann in der Marktkirche – Erlöse für Lions-Kinderhilfe in der Region

Ludger Lohmann gehört zu den führenden Organisten in Deutschland, seine Tochter Luisa zum gefeierten Nachwuchs an der Klarinette. Gemeinsam greifen sie am 12. Februar um 18 Uhr in der Marktkirche beim 2. Benefizkonzert des Lions Club Neuwied –Andernach virtuos in die Instrumente. Begleitet werden sie dabei vom Jugendkammerchor Koblenz unter der Leitung von Manfred Faig.

Der Reinerlös den Konzertes geht an Kinder, die Hilfe nötig haben. „Unter anderem“ so Lions-Präsident Prof. Dr. Richard Berger, „werden wir das Projekt „Lernpaten“ im Landkreis Neuwied unterstützen.“ Zentrales Ziel des Lernpatenprojekts ist es, Grundschulkinder aus benachteiligten Familien bei der Schulausbildung zu begleiten. Unter dem Motto „Schenkst Du mir zwei Stunden?“ erhalten die Kinder in enger Kooperation mit ihrer Schule durch individuelle Hilfen von ehrenamtlichen Lernpaten die Möglichkeit, ihre kognitiven, emotionalen und sozialen Kompetenzen weiter zu entwickeln, um erfolgreicher die Bildungsangebote der Schule nutzen zu können.

Ludger Lohmann, der lange in Neuwied gelebt hat und seit 1983 in Stuttgart als Professor an der Musikhochschule arbeitet, ist nicht nur mit den Orgeln in der Matthiaskirche wie in der Marktkirche bestens vertraut: Er konzertierte weltweit und ist Träger bekannter Musikpreise. Rundfunk-, Fernseh- und CD-Produktionen dokumentieren seine Repertoirevielfalt mit den Schwerpunkten alte und romantische Orgelmusik.

In Neuwied stehen unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach („Vater unser mein Himmelreich“), Johannes Brahms („Sonate op. 120/I für Klarinette und Klavier) und Max Reger („Andante und Allegrotto aus der Sonate op. 107“) auf dem Konzertprogramm. Der Jugendkammerchor Koblenz ist bekannt für die musikalische Gestaltung der Gottesdienste in der Liebfrauenkirche und seine Auftritte in den Koblenzer Kirchen – sowie zahlreiche Konzerte in Europa. Die jungen Sänger präsentieren in drei Chorblöcken unter anderem das „Vater unser“, „Hebe deine Augen auf“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy  und ein 17-minütiges „Best of“ Gospel.

Eintrittskarten gibt es zum Preis von 15 Euro in Neuwied bei der Tourist-Information, im Musikhaus Neumann, in der Buchhandlung Wangler und in Andernach bei Bücherwelten Buchen.

 

 

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