Mittwoch, 22. November 2017

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Klöckner/Reeder: "Luthers Reformation war eine Revolution"

Anlässlich des Luther-Jubiläums und des diesjährigen gesetzlichen Feiertages, für den sich die CDU Rheinland-Pfalz und der Evangelische Arbeitskreis der CDU (EAK) von Anfang eingesetzt haben, erklären die Vorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz Julia Klöckner MdL und der EAK-Landesvorsitzende Wolfgang Reeder:

„Martin Luther ist für ganz Deutschland prägend – auch heute noch. Die Bedeutung des persönlichen Glaubens, die Freiheit des Christenmenschen sind mit seinem Namen verbunden. Er war ein Reformer in Zeiten des Umbruchs, und er setzte auf die verbindende Kraft der gemeinsamen Sprache; mit seiner Bibel-Übersetzung hat er die Gläubigen breit und in ihrem Alltag einbezogen. Bis dahin wurde die Bibel nur in Latein und damit für die allermeisten unverständlich verkündet. Der moderne Buchdruck des Mainzer Johannes Gutenberg war eine wichtige Voraussetzung für die Verbreitung der Bibelübersetzung und der lutherischen Gedanken und Lieder. Wahrlich eine Zäsur!“

„Zu dem Reformationstag bekennen sich heute die katholische und evangelische Kirche gemeinsam. Eine Einheit, die für uns Christdemokraten von Anfang an Grundlage unseres politischen Engagements war. Katholiken und Protestanten, viele von den Nazis verfolgt, manche nur knapp dem Tod entgangen, vereinten sich in der Überzeugung: Das gemeinsame christliche Bekenntnis soll Grundlage politischen Handelns sein. Das drückten sie mit dem Namen ‚Union‘ der neu entstandenen Partei aus. Der Reformationstag ist ein Feiertag der Gemeinsamkeit - ein Zeichen für Einheit in Verschiedenheit. Damit ein Zeichen gegen alle religiös behaupteten Ausgrenzungs-Bestrebungen. Religionsfreiheit, das sagt das gemeinsame Bekenntnis, ist eine Grundlage der christlich geprägten Kultur unseres Landes“, betont Wolfgang Reeder.

Klöckner und Reeder weisen beide zudem darauf hin: „Natürlich darf der Ursprung des Reformationstages nicht in Vergessenheit geraten. Viele verbinden mit dem 31. Oktober ‚Halloween‘. Dabei geht der christliche Bezug dieses Festes allzu häufig unter. Ist ‚Halloween‘ doch eine Verkürzung von ‚All Hallows Eve‘ und bezieht sich auf ‚Allerheiligen‘ – auf das Gedenken an die Menschen, die in besonderer Weise für ihren Glauben eingetreten sind, dafür gelitten haben und gestorben sind.“

85. Geburtstag

Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratuliert Zuckmayer-Preisträger Edgar Reitz

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat dem renommierten Regisseur und Preisträger der Carl-Zuckmayer-Medaille Prof. Dr. Edgar Reitz zum 85. Geburtstag am 1. November 2017 gratuliert. Sie würdigte ihn dabei als einen der wichtigsten Autoren und Regisseure im deutschen Kino, der mit der Reihe „Heimat – eine deutsche Chronik“ ein einzigartiges und stimmungsvolles Portrait mehrerer Generationen für die Nachwelt geschaffen habe. „Sie haben sich in besonderer Weise um den deutschen Film, seine Ästhetik und Erzählkunst verdient gemacht. Ich freue mich sehr, Sie unter den Preisträgern der Carl-Zuckmayer-Medaille zu wissen“, unterstrich Ministerpräsidentin Malu Dreyer in ihrem Glückwunschschreiben.

Durch die Trilogie der Heimat-Filme habe der Hunsrück weltweit an Bekanntheit gewonnen. Seine Werke zeigten die deutsche Nachkriegsgeschichte auf eine eindrucksvolle Art, die eng mit dem Heimatbegriff verbunden ist. „Ich wünsche Ihnen alles Gute, Gesundheit und Glück im neuen Lebensjahr“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Prof. Dr. Edgar Reitz wurde 1932 in Morbach im Hunsrück geboren. Weltweite Bekanntheit erlangte er durch das 1984 veröffentlichte Filmepos „Heimat – Eine deutsche Chronik“. Seitdem haben mehr als 100 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer in aller Welt allein den ersten Teil der Hunsrück-Saga gesehen.

Für seine Verdienste wurde er vielfach ausgezeichnet, 1985 mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz, 2000 mit dem Staats-Kunstpreis des Landes Rheinland-Pfalz sowie 2004 mit der Carl-Zuckmayer-Medaille. Seit 2006 ist Prof. Dr. Edgar Reitz Ehrendoktor der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität.

Musical „Martin Luthers Kinder“

MONTABAUR. Lutherlieder und moderne Gesänge – eine ungewöhnliche Mischung für ein Musical? „Überhaupt nicht!“, kommentiert keck eine junge Sängerin der Kirchenmäuse, dem Kinderchor der Ev. Kirchengemeinde Montabaur, das Statement eines der zahlreichen Besucher des Luthermusicals anlässlich des 500jährigen Reformationsjubiläums.

„Kinder haben ein zartes Gespür und eine echte Offenheit für die Lieder des Wittenberger Reformators“, freut sich Dekanatskantor Jens Schawaller, „anders als viele Erwachsene gehen sie ganz freimütig und ideologisch vollkommen unbelastet mit dem reformatorisch-musikalischem Erbe um“.

Und tatsächlich sangen sich die jungen Menschen im kurzweiligen Musicals „Martin Luthers Kinder“ von Verena und Klaus Rothaupt mit ihren hellen und intonationssicheren Stimmen in die Herzen der Zuhörer. Dabei gestalteten sie die Lieder des 16. Jahrhunderts sowie das zeitgenössischen Liedgut mit einer ausdrucksstarken Choreographie, die die Musik lebendig abbildete.

Als seit einigen Jahren bereits bewährte und zuverlässige Geigerin wirkte Sophie Jungbluth mit, die mit viel musikalischem Selbstbewusstsein und künstlerischer Ausdruckstärke den Violinpart interpretierte. Im Verlauf des Musicals erlebten die Gäste tiefe Einblicke in Martin Luthers – souverän und humorvoll-gekonnt gespielt von Walter Liebe – Privatleben: abendliches Geschichtenerzählen im Familienkreis, Diskussion um die Schulsorgen der Kinder, Zankereien unter den Geschwistern – und die wichtige Frage, wo die sechs Kinder eigentlich herkommen: schließlich sind Mutter und Vater Luther ja eigentlich Mönch und Nonne.

„Im 50. Jahr der Lutherkirche ist dies Musical auch ein besonderes Geschenk an die hiesige Kirchengemeinde, die ihre jüngere von den beiden Kirchen voller Stolz nach dem großen Reformator benennt“, erklärt Dekanatskantor Schawaller, dem das Orgelspiel an der wertvollen Truhenorgel und die Gesamtleitung oblag. Die Gäste bedankten sich mit einem donnernden Applaus bei den Kirchenmäusen.

Einkehr im November – Eine nachdenkliche Betrachtung zum Herbstmonat

Von Hans-Peter Meyer

Er beginnt wieder -  der Monat November mit seinen zum Nachdenken und zur inneren Einkehr anregenden Feier- und Gedenktagen Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Buß- und Bettag und Totensonntag. Dieser Monat hat ein ganz besonderes Gepräge und bestimmt unsere Empfindungen und Gefühle in besonderem Maße.

Der November ist dazu angetan, Gedanken der Wehmut und Trauer zu wecken. Die Blätter fallen von den Bäumen, die Natur scheint abzusterben. Am späten Nachmittag senkt sich schon das Dunkel über die Landschaft. Der Wind fegt durch die leeren Straßen….

Im November trauern wir mehr als sonst um liebe Menschen und denken an die Zeit, als wir sie noch bei uns hatten. Wir gehen zu den Gräbern auf die Friedhöfe, zünden entsprechend der Sitte unserer keltischen Vorfahren kleine Lichter an und vieles wird plötzlich wieder gegenwärtig. Kein anderer Monat des Jahres ist so geeignet in uns diese Nachdenklichkeit zu wecken, wie dieser nasse, neblige und windige Monat. An langen Abenden werden Schubladen und Schatullen geöffnet. Wir greifen zu Briefen aus vergilbten Umschlägen. Dann werden wir unruhiger, unsere Gedanken flüchten zu den Dingen, aus denen die Dahingegangenen lauter zu uns sprechen als aus Grab und Stein.

Das Grün und die Blüten der Gräber erinnern trostreich an die Menschen, die nicht mehr unter uns sind. Zwiegespräche halten wir mit Bildern, aus denen  uns alte und junge Augenpaare ansehen, ernste und auch lachende. Sie blicken beredt auf unser Alltagsleben. Letzte Stunden und Gespräche kommen in Erinnerung, kleine Gesten der Liebe und Zärtlichkeit. Viele Einzelheiten sind ins Gedächtnis eingebrannt, denn liebe Tote kann man nicht vergessen. Wehmut beschleicht uns, weil uns nicht mehr mit den Toten verbindet als die Erinnerung. Im Laufe des Lebens wird jeder Mensch mit dem Tod konfrontiert – durch den Verlust von Angehörigen und Freunden oder weil eine schwere Krankheit die eigene Sterblichkeit unmittelbar vor Augen führt. Friedhofsbesuche, Grabpflege und Rituale an Trauertagen, wie zum Beispiel an Allerheiligen oder am Totensonntag, können bei der Trauerbewältigung hilfreich sein.  Der Schmerz wird dann leichter, unser Leben ist durch den Alltag mit neuen Aufgaben erfüllt.

Doch wer könnte einen Bruder, eine Schwester vergessen, einen Sohn oder eine Tochter, einen Ehemann oder die Ehefrau, einen Vater, die Mutter, einen vertrauensvollen Freund oder eine Freundin, die so zu unserem Leben gehörten, wie der Wechsel von Tag und Nacht? Wie sollte man aber weiterleben, wenn man nicht vergessen kann? Unsere Erinnerung darf uns nicht so gefangen nehmen, dass wir uns der Gegenwart und dem „Heute“ nicht mehr zu stellen vermögen. Es ist das ewige Gesetz der Natur: Werden, Vergehen und Werden. Das Große stirbt und das Kleine wächst nach.

Ehrfurcht, Achtung und Respekt vor den Toten sind so alt wie die Welt. Im christlichen Glauben wurzelt aber darüber hinaus die Hoffnung auf das, was uns erwartet, wenn auch wir die letzte Grenze überschritten haben. Niemand geht von uns, er geht nur voraus. Die Gedenktage im November fordern uns zur Selbstbesinnung auf. Stellen wir uns dem Schmerz, weil er notwendig ist, aber verharren wir nicht in ihm.

© Hans-Peter Meyer

38. Geistliche Abendmusik – Orgelkonzert mit Martin Löw

MONTABAUR. Im Rahmen der 38. Geistlichen Abendmusik lädt Dekanatskantor Jens Schawaller am Sonntag, dem 12.11.2017 um 18.30 Uhr in die Evangelische Pauluskirche an der Koblenzer Straße 5a in Montabaur zu einem besonderen Orgelkonzert ein: es gastiert Martin Löw aus Goddert an der historischen Wagnerorgel von 1875 mit einem Orgelimprovisationskonzert - „Musik für den Moment“ - an der charmanten Denkmalorgel in der Wäller Kreisstadt.

Dabei musiziert der gebürtige Saarländer und versierte Organist, Chorleiter und Komponist, der bereits seit etlichen Jahren zuverlässig Orgeldienste in den unterschiedlichsten Ev. Kirchengemeinden des Westerwaldes übernimmt, über bekannte Themata aus der Musik- und Filmgeschichte und über Kirchenlieder.

Der Eintritt ist frei!

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