Mittwoch, 25. April 2018

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Der Frühling muss geboren werden – Gedanken zu einer Jahreszeit

Von Hans-Peter Meyer

Von den Gezeiten des Jahres wird von den meisten Mitmenschen der Übergang vom Winter zum Frühling am stärksten empfunden. Ist er einmal da, der Frühling, wächst das Jahr organisch weiter; die Nahtstellen der übrigen Jahreszeiten sind kaum wahrnehmbar. Der Frühling aber muß geboren werden – oft  unter Schneeschauern, allerdings war es in diesem Jahr ein eher abwechslungsreicher Winter.

Das Wunder der Wandlung von der grauen zur grünenden Flur erregt uns jedes Jahr wieder Die Frühlingssehnsucht ist umso ungestümer, je später der Winter zum Endspurt angesetzt und je zäher er sich gehalten hat. Junge Menschen nehmen den Frühling zumeist als etwas Selbstverständliches – wie etwas, das sie fordern können, das ihnen zusteht. Menschen im Herbst des Lebens freuen sich seiner eher gedämpft. Eine leise Wehmut befällt sie bei dem Gedanken, dass der größte Teil der Erdenlenze schon hinter ihnen liegt; sie schwelgen in der Erinnerung an entschwundenes Frühlingsglück, während die Jungen nur den Augenblick genießen.

Jeder hat sein erstes kleines Frühlingserlebnis: Den Augenblick nämlich, da ihm bewusst wird, dass etwas Neues in der Luft liegt. Das kann vor dem 20. März liegen – die beseelte Natur richtet sich nicht pedantisch nach dem Abreißkalender.

Für den einen ist es ein erstes Amsellied, für den anderen der erste blühende Krokus im Vorgarten. Es kann auch ein Frauen- oder Kinderlachen sein, das uns unterwegs zufliegt, ein nettes, ein gutes Wort.

Auch das bevorstehende Osterfest ist nach Überlieferungen ein altgermanisches Frühlingsfest.

In den Läden werden schon seit Wochen Schokoladenhasen und bunt gefärbte Eier angeboten, aber Ostern ist mehr als eine gewöhnliche Tradition.

Darin steckt die „Oster“-Botschaft Gottes an alle Menschen, die voller Hoffnung, Freude und Zukunft ist: Jesus Christus ist auferstanden – er lebt.

Denn die Auferstehung ist eine Zentralbotschaft der Bibel und soll uns im Frühling Zuversicht vermitteln.

Plötzlich merken wir: Alles ist anders geworden. Dann ist es nicht nur sicht- und hörbar in der Natur, sondern auch in unseren Herzen ist Frühling geworden.

Im Zeitalter von Computer, Produktion und Konsum, da Blumenläden das liebe lange Jahr hindurch ihre fast verwirrende Fülle und Pracht ausbreiten, haben viele verlernt, welche Freude es machen kann, auf einem Spaziergang die erste Anemone, das erste Veilchen zu entdecken. Wer darin noch jenes kleine Wunder sieht, darf sich glücklich preisen.

Merkwürdig: Jahr für Jahr vollzieht sich das Werden des neuen Frühlings.

Und wir haben doch niemals das Gefühl, dass sich dabei etwas „wiederholt“, so ursprünglich und jedes Mal neu erleben wir die Premiere dieses Wunders auf jener Bühne, über der – unsichtbar, doch spürbar – eine höhere, größere Macht waltet.

Ludwig Uhland formuliert es in „Frühlingsglaube“ folgendermaßen:

„Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muss sich alles, alles wenden.
Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
Nun, armes Herz, vergiss der Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden!“.

Und das vielleicht berühmteste Gedicht über den Frühling stammt von Eduard Mörike:“

„Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!“

© Hans-Peter Meyer

Österliches Platzkonzert FRECHBLECH

MONTABAUR. Am Ostersonntagmorgen lud mit Frechblech – dem Soloquintett des evangelischen Dekanates Westerwald – eine starke Wäller Truppe zum traditionellen österlichen Platzkonzert vor dem alten Rathaus in der Fußgängerzone Montabaur ein.

Mit geistlicher und modern-flotter Musik erfreute das Bläserensemble unüberhörbar die Zuhörerinnen und Zuhörer der Kreisstadt. Es musizierten (v. l. n. r.) Rudolf Weide (Trompete und Flügelhorn), Claudia Liebe (Trompete und Flügelhorn), Benjamin Bereznai (Basstrompete und Bariton), Dorit Gille (Waldhorn) und Dekanatskantor Jens Schawaller (Helikon und Leitung).

Passionskonzerte der Cappella Taboris

RANSBACH-BAUMBACH / MONTABAUR. Mit einem besonderen Programm zur Passion und zur Sterbestunde Jesu an Karfreitag setzte sich die Cappella Taboris als das solistische Vokalensemble des Evangelischen Dekanates Westerwald gemeinsam mit ihren Konzertgästen musikalisch mit Jesu Leiden und Sterben auseinander. Eröffnet wurden die beiden Konzerte in der Evangelischen Kirche Ransbach-Baumbach und in der Evangelischen Pauluskirche Montabaur mit der barocken Kantate „Ich liege und schlafe“ für Chor, Solisten und Streicher mit Basso continuo vom norddeutschen Komponisten Nicolaus Bruhns, bei der sich die Ensemblemitglieder Angelika Wies (Sopran), Monika Schlößer (Alt), Dekanatskantor Jens Schawaller (Tenor und Leitung), Ingo Jungbluth (Bass) und Susanne Schawaller (Orgel) von ihrer gewohnt stimmlich-souveränen, organistisch-virtuosen und generell kommunikativen Musikalität zeigten: Sowohl in den Tuttiblöcken als auch in den Arien erlebte das Auditorium sowohl einen gepflegten Chor- als auch einen geschulten Sologesang. Im Orchester wirkten auf bewährte Art und Weise Cornelia Heppner (Violine), Monika Warich (Violine), Marie Hesse (Violine), Sophie Jungbluth (Viola da braccia), Anneke Jung (Violoncello) und Gudula Marxsen (Kontrabass) als feinfühlige und erfahrene Musikerinnen, die in den künstlerischen Dialog mit dem Vokalensemble traten und ein klangliches Gegenüber bildeten.

Als Lektorin begleitete Dorit Engel beide Konzerte, die als gut verständliche Rezitatorin biblischer Lesungen ihre Zuhörerinnen und Zuhörer ganz in den Bann zu ziehen verstand. Im Mittelpunkt der karfreitäglichen Konzerte stand die umfangreiche Johannespassion von Leonhard Lechner, einem Zeitgenossen des Italieners Claudio Monteverdi, die den Evangelienbericht auf höchst polyphone Art und Weise in vierstimmigen Gesang umsetzt: So gelingt es dem Komponisten mit den musikalischen Mitteln der Renaissance, die Dramatik und Tiefe des Geschehens im Garten Gethsemane und auf Golgatha abzubilden – eine Aufgabe, der die Cappella Taboris voll und ganz entsprach. Mit Johann Christoph Friedrich Bachs – dem „Bückeburger Bach“ – barocker Psalmmotette „Ich liege und schlafe“ in einer Fassung für Vokalensemble und Streichorchester schloß sich der programmatische Kreis der Passionskonzerte.

Das Ende beider Musiken bildete jeweils die filigrane und charmante Motette „Sei getreu bis in den Tod“ von Johann Christoph Bach, er wirkte in Arnstadt und Eisenach, die bei aller Meditation des konzertanten Karfreitagsgeschehens einen österlichen Ausblick eröffnete. Die Zuhörerinnen und Zuhörer dankten allen Ausführenden stehend mit einer Schweigeminute und verließen in aller Stille die beiden Wäller Kirchen.

Einsatz für Koblenzer Seilbahn: Staatssekretär und OB schreiben UNESCO an

Kulturstaatssekretär Salvatore Barbaro und der Koblenzer Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig haben sich in einem Schreiben an die UNESCO für eine Verlängerung der Seilbahn-Betriebserlaubnis eingesetzt. Im Schreiben an die Direktorin des Welterbe-Büros der UNESCO, Mechtild Rössler, verweisen die beiden Rheinland-Pfälzer auf die hohen Nutzungszahlen der Gondel zwischen dem Rheinufer und der Festung Ehrenbreitstein und die geplante Bundesgartenschau 2031 im Mittelrheintal, bei der die Festung als Kulturveranstaltungsort zentral einbezogen werden soll.

„Die Seilbahn auf die Festung Ehrenbreitstein hat sich in den letzten Jahren nicht nur zu einem touristischen Highlight entwickelt, sie entspricht auch den Prinzipien der UNESCO, eine nachhaltige wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung des Welterbetals voranzutreiben. Wir haben daher die UNESCO ausdrücklich gebeten, eine Verlängerung der Betriebserlaubnis zu prüfen“, erläuterte Kulturstaatssekretär Salvatore Barbaro, der auch Welterbe-Beauftragter der Landesregierung ist.

Seit der Inbetriebnahme der Seilbahn konnte die Besucherzahl der Festung Ehrenbreitstein von ca. 200.000 auf ca. 650.000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr gesteigert werden. Damit entwickelte sich die Festung zu einem bedeutenden kulturellen Zentrum der Stadt und der Region. Durch die Seilbahn konnte eine barrierefreie und umweltgerechte verkehrliche Erschließung erreicht werden, die fast 50.000 Busfahrten oder über 600.000 Automobilfahrten pro Jahr erspart.

„Die Seilbahn trägt dazu bei, die Festung Ehrenbreitstein als dem wichtigsten Monument im Welterbegebiet besser herauszustellen und dient damit dem Welterbe“, ergänzte der Koblenzer Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig.

Das UNESCO-Welterbezentrum in Paris überwacht den Erhaltungszustand der Welterbestätten. Bei sehr kritischen Fehlentwicklungen kann das bis zu einer Aberkennung des Weltkulturerbestatus durch das UNESCO-Welterbekomitee führen. Die Koblenzer Seilbahn stellt nach Auffassung der UN-Organisation ein Eingriff in das Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal dar und konnte mit einer Ausnahmegenehmigung der UNESCO zur Bundesgartenschau in Koblenz 2011 betrieben werden. Dank des Einsatzes des zuständigen rheinland-pfälzischen Kulturministeriums und der Stadt Koblenz konnte 2013 eine weitere Genehmigung zum Betrieb bis 2026 erreicht werden.

„Koblenz und das Mittelrheintal brauchen ihre Seilbahn. Wir sind daher sehr zuversichtlich, dass sich auch die UNESCO einem weiteren Betrieb nicht verschließen wird“, erklären der Kulturstaatssekretär und der Oberbürgermeister abschließend.

Was ist Ostern? Eine einfache Darstellung der Passion Christi

Von Hans-Peter Meyer

Mit dem  Palmsonntag beginnt für die Christen in aller Welt die wichtigste Woche des Jahres. In unzähligen und an Verschiedenartigkeiten kaum zu überbietenden Festen, Feiern, Umzügen und Gottesdiensten begehen sie, entweder fröhlich oder nachdenklich, die grundlegenden Ereignisse und Inhalte ihres Glaubens. Dazu kommen die Erinnerungen an die Dramatik der letzten irdischen Lebenstage ihres Glaubensstifters Jesus aus Nazaret (zwischen See Genezareth und Mittelmeer in Israel gelegen). Aber nun der Reihe nach:

Am Palmsonntag, dem Sonntag vor Ostern, feiern die Christen den Einzug von Jesus in Jerusalem. Er wird dort von den Bewohnern mit Palmzweigen und Huldigungsrufen begeistert begrüßt, obwohl der auf einem jungen Esel reitende Jesus alles andere als eine herrschaftliche Figur darstellt. Aber die Gläubigen sehen in dem Vorgang die Erfüllung einer alten Weissagung, nach der der göttliche Erlöser so in Jerusalem einziehen soll.

Am Gründonnerstag – die Gegner von Jesus haben dafür gesorgt, dass sein Aufenthalt in Jerusalem lebensbedrohlich geworden ist – feiert Jesus mit seinen Jüngern zum letzten Mal ein rituelles Abendessen. So ist es unter frommen Juden in Jerusalem vor dem Passafest üblich gewesen. Während der Mahlzeit nimmt Jesus angesichts seines bevorstehenden Todes, von deinen Jüngern Abschied. Aus diesem Essen entsteht später die Feier des Heiligen Abendmahls bzw. der Heiligen Eucharistie, die zur Mitte des christlichen Gottesdienstes werden.

Am Karfreitag geschieht für die Jünger – und heute noch für alle Christen – das Unfassbare: Jesus wird verhaftet und mit dem Kreuzestod grausamst hingerichtet. In Jesus sehen die Jünger, wie heute die Christenheit, den Abgesandten, den Boten, ja den Sohn Gottes. Dass niedrige Intrigen und menschliche Machenschaften so mit Gott – ungestraft – umgehen können – und das Gott dies zulässt! – stürzt alle in tiefsten Glaubenszweifel. Das Ende der „Jesusbewegung“ sehen sie gekommen und den menschenfreundlichen Gott, den Jesus verkündete, als Irrtum entlarvt!

Doch der Ostersonntagmorgen wischt alle Zweifel, alle Ängste beiseite. Immer mehr von ihnen erzählen  von Begegnungen mit und von Erscheinungen von Jesus, die sie gehabt haben. So wird die Gewissheit geboren, dass Jesus lebt und wirkt. Sie – und nachfolgend alle Christen auf der weiten Welt – erkennen, dass seine Botschaft für alle Zeiten gültig bleibt. Auch wissen  und glauben sie, dass der Tod in jedweder Form für das liebevolle, uns Menschen zugewandte Wirken Gottes in uns und mit uns keine unüberwindbare Barriere mehr darstellt. Ein neuer Abschnitt der Menschheit hat damit begonnen.

Das ist Ostern!

© Hans-Peter Meyer

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