Dienstag, 21. November 2017

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Inflationsrate geht im Oktober auf 1,3 Prozent zurück

Die Teuerungsrate ist im Oktober 2017 gesunken. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, lag der Verbraucherpreisindex um 1,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im September hatte die Inflationsrate 1,7 Prozent betragen.

Ein Grund für das Nachlassen der Teuerung ist der vergleichsweise schwache Anstieg der Energiepreise, die im Oktober um 0,8 Prozent höher waren als ein Jahr zuvor. Hierbei kommt auch ein statistischer Basiseffekt zum Tragen, da die Energiepreise im Vergleichsmonat Oktober 2016 auf einem relativ hohen Niveau lagen. Mineralölprodukte waren im Oktober 2017 um 1,8 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. So stiegen die Preise für Heizöl um 3,1 Prozent und die Kraftstoffpreise um 1,5 Prozent. Die Strompreise sowie die Umlage für Zentralheizung und Fernwärme waren ebenfalls höher als ein Jahr zuvor (plus 0,2 bzw. plus 0,7 Prozent). Gas verbilligte sich hingegen um 1,3 Prozent.

Die Nahrungsmittelpreise lagen im Oktober mit einem Plus von 4,1 Prozent deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats. Dazu trugen aufgrund ihrer großen Verbrauchsbedeutung insbesondere die Molkereiprodukte und Eier bei, deren Preise um 13,7 Prozent stiegen. Speisefette und -öle waren ebenfalls wesentlich teurer als ein Jahr zuvor (plus 29,8 Prozent). Dies ist in erster Linie auf die starke Erhöhung der Butterpreise zurückzuführen (plus 56,4 Prozent), aber auch andere Speisefette und -öle verteuerten sich. Nur geringe Preissteigerungen waren bei Gemüse zu verzeichnen (plus 0,4 Prozent). Die Preise für Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren blieben gegenüber dem Vorjahresmonat unverändert.

Neben dem schwachen Anstieg der Energiepreise haben auch andere Bereiche zum Rückgang der Inflationsrate beigetragen. Dies zeigt die Entwicklung der Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die oft auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird. Sie lag im Oktober bei 1,0 Prozent, nach 1,3 Prozent im September.

Durch die kräftige Steigerung der Nahrungsmittelpreise wies die Hauptgruppe „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ unter den zwölf Hauptgruppen die höchste Teuerungsrate auf (plus 3,7 Prozent). Es folgten die Hauptgruppen „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ sowie „Bildungswesen“ mit jeweils plus 2,4 Prozent. In der Hauptgruppe „Nachrichtenübermittlung“ sank das Preisniveau hingegen um 0,6 Prozent.

Veränderungen gegenüber September 2017
Gegenüber dem Vormonat ist der Verbraucherpreisindex im Oktober 2017 leicht um 0,1 Prozent gesunken. Spürbaren Preissteigerungen in den Hauptgruppen „Bildungswesen“ (plus 1,8 Prozent), „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ (plus 1,1 Prozent) sowie „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ (plus 0,7 Prozent) standen Preisrückgänge in den Bereichen „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ (minus 1,3 Prozent) sowie „Andere Waren und Dienstleistungen“ (minus 0,6 Prozent) gegenüber.

Der Verbraucherpreisindex misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 17 Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preisveränderungen von 700 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sog. Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem Verbraucherpreisindex dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. Hier wird die Veränderung des Gesamtindex ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.
Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat Oktober 2017 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 6. November 2017 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Diane Dammers (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)

SUCCESS 2017: Vorsprung durch Innovationen

German eForensics GmbH aus Koblenz erhält Technologieprämie

Mainz, 25. Oktober 2017. Mit den SUCCESS-Technologieprämien zeichneten Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt und Dr. Ulrich Link, Mitglied des Vorstandes der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), sieben kleine und mittlere Unternehmen aus, die zukunftsorientierte Entwicklungen, neue Produkte, Produktionsprozesse und technologieorientierte Dienstleistungen selbst entwickelt und am Markt erfolgreich etabliert haben. Diese Forschungs- und Entwicklungsarbeit und ihr Erfolg im Markt wurden von der ISB mit insgesamt 65.000 Euro gewürdigt.

Eine Technologieprämie von 5.000 Euro ging an die German eForensics GmbH mit Sitz im Technologiezentrum Koblenz für die Entwicklung der neuen Technologie „EVISCAN“ zur berührungslosen, chemiefreien und effizienten Tatortspurensicherung für die Kriminaltechnik. Das 2012 gegründete Hightech-Unternehmen bietet IT-basierte Lösungen für die Forensik. „EVISCAN“ macht aus vielen unterschiedlichen Arbeitsschritten bei der konventionellen Spurensicherung einen einzigen digitalen Vorgang. Dabei bleiben die Asservate in ihrem ursprünglichen Zustand und stehen für weitere Untersuchungen langfristig zur Verfügung.

„Für die Landesregierung besteht eine zentrale Aufgabe darin, die notwendigen Rahmenbedingungen für ein positives Innovationsumfeld zu schaffen“, betonte Staatssekretärin Daniela Schmitt  anlässlich der Prämienvergabe. Innovative Produkte und Verfahren, die einen langfristigen Unternehmenserfolg sichern, seien aufgrund des internationalen Wettbewerbs in einer globalisierten Welt essenziell. Dieser Herausforderung hätten sich die diesjährigen Prämiengewinner in besonderem Maße gestellt. „Sie stehen beispielhaft für die Leistungsstärke unseres innovativen Mittelstandes“, so Schmitt.

„Den Antrieb, sich nicht nur mit dem Status Quo zufriedenzugeben, sondern Visionen für die Zukunft zu entwickeln und mit Ausdauer und Mut umzusetzen – genau das haben diese Unternehmerinnen und Unternehmer gezeigt“, sagte Link in seiner Ansprache. Als landeseigenes Förderinstitut sei es Aufgabe der ISB, den unternehmerischen Mut im Rahmen ihrer Darlehens-, Bürgschafts- und Venture-Capital-Programme sowie mit Zuschüssen aus Landesmitteln und Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zu unterstützen.

Bauhauptgewerbe im August 2017:

Aufträge und Umsätze höher als im Vormonat

Das rheinland-pfälzische Bauhauptgewerbe verzeichnete im August 2017 mehr Aufträge und höhere Umsätze als im Vormonat. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stiegen die Auftragseingänge im Vergleich zum Juli 2017 – kalender- und saisonbereinigt – um 2,4 Prozent. Der baugewerbliche Umsatz erhöhte sich um 1,5 Prozent. Gegenüber den ersten acht Monaten 2016 stieg das Ordervolumen um 6,6 Prozent, der Umsatz verbesserte sich um 13,1 Prozent.

Auftragseingänge nach Bauart und Auftraggeber

Im Vergleich zum Juli 2017 zog die Nachfrage nach Bauleistungen im Tiefbau um 22,6 Prozent an. Im Hochbau gingen die bereinigten Auftragseingänge dagegen um 14,2 Prozent zurück. Dieser Rückgang ist in erster Linie auf die ungünstige Entwicklung im Wohnungsbau zurückzuführen (minus 47,2 Prozent). Im sonstigen öffentlichen Tiefbau sowie im gewerblichen Hochbau war die Nachfrage ebenfalls niedriger als im Vormonat (minus 15,4 bzw. minus 1,2 Prozent). Die höchsten Auftragszuwächse errechnen sich für den Straßenbau (plus 56,7 Prozent). Der öffentliche Hochbau sowie der gewerbliche Tiefbau konnten ebenfalls kräftig zulegen (plus 41,3 bzw. plus 12,0 Prozent). Gegenüber den ersten acht Monaten 2016 wurden sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau Auftragszuwächse registriert (plus 8,0 bzw. plus 5,3 Prozent).

Baugewerblicher Umsatz nach Bauart und Auftraggeber

Im Vergleich zum Juli 2017 erhöhten sich die bereinigten Erlöse im Hochbau um 5,0 Prozent. Für den Tiefbau errechnet sich dagegen ein Rückgang von 2,1 Prozent. Steigende Umsätze verzeichneten vor allem der gewerbliche Hochbau sowie der Wohnungsbau (plus 10,2 bzw. plus 5,5 Prozent). Dagegen lagen die Erlöse insbesondere im öffentlichen Hochbau sowie im sonstigen öffentlichen Tiefbau unter dem Vormonatswert (minus 11,0 bzw. minus 4,5 Prozent). Gegenüber den ersten acht Monaten 2016 zogen die baugewerblichen Umsätze sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau deutlich an (plus 14,3 bzw. plus 12,0 Prozent).

Mit der Konjunkturmeldung im Bauhauptgewerbe wird die monatliche Entwicklung der Auftragseingänge sowie des baugewerblichen Umsatzes im Bauhauptgewerbe insgesamt, in den Teilbereichen Hochbau und Tiefbau sowie in der Gliederung nach Bauart und Auftraggeber bereitgestellt. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich der kalender- und saisonbereinigten Werte mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat oder zum jeweiligen Vorjahreszeitraum angegeben. Weitere Erläuterungen

Autor: Thomas Kirschey (Referat Analysen, Auftragsarbeiten, FDZ)

Großregion: Konjunktur im zweiten Quartal 2017 sonnig

Im zweiten Quartal 2017 deuten die meisten Indikatoren für die Großregion Saarland-Lothringen-Luxemburg-Rheinland-Pfalz-Wallonie auf eine gute Wirtschaftsentwicklung hin. Überwiegend positive Signale kamen von den Arbeitsmärkten. Lediglich in Lothringen ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen.

Im Saarland wurde mit minus 8,1 Prozent der stärkste Fortschritt beim Abbau der Arbeitslosigkeit unter den Teilregionen registriert. In allen Regionen stieg die Zahl der gemeldeten Stellen.

Aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Einzelhandel und Gastgewerbe wurden, soweit die Daten vorlagen, im Vergleich zum zweiten Quartal 2016 überwiegend steigende Umsätze gemeldet. Die Industrie im Saarland musste allerdings Einbußen hinnehmen; hier blieben die Umsätze um 6,3 Prozent hinter dem Vorjahresquartal zurück, während Luxemburg (plus 0,4 Prozent), Rheinland-Pfalz (plus 5,3 Prozent) und Wallonien (plus 8,4 Prozent) kräftig zulegten. Auch das Baugewerbe verbuchte höhere Umsätze, in Rheinland-Pfalz stiegen sie mit 16 Prozent sogar zweistellig. Der Einzelhandel hatte durchweg mehr in der Kasse. Im Gastgewerbe ging es ebenfalls in fast allen Regionen aufwärts, nur das Saarland bewegte sich auf dem Vorjahresniveau.

Die Einfuhren sind in allen Regionen deutlich gestiegen, in Rheinland-Pfalz am stärksten mit einem Plus von 18,3 Prozent. Die Ausfuhren waren im Saarland und in Lothringen im Vorjahresvergleich etwas schwächer als vor Jahresfrist (minus 4,3 bzw.
minus 4,2 Prozent), Luxemburg und Rheinland-Pfalz erreichten jeweils plus 1,2 Prozent und Wallonien steigerte seine Ausfuhren um 5,6 Prozent.

Vertiefende Konjunkturdaten und -indikatoren sowie Kernaussagen und Schaubilder sind der neuen Ausgabe des Konjunkturberichts für die Großregion zu entnehmen, den das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit den Statistischen Ämtern der Nachbarregionen vierteljährlich als zweisprachige Fassung erstellt. Konjunktur in der Großregion, 2. Quartal 2017 (PDF-Datei)

Weitere Informationen

Gemeinsames Datenportal der Statistischen Ämter der Großregion
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Autor: Klaus Jungbluth (Referat Veröffentlichungen)

Mit Teamgeist zur Fachkräftesicherung

Fußballlehrer Stefan Kuntz zeigt wie Motivation und Führung in Fußball und Wirtschaft funktioniert

COCHEM. Stefan Kuntz, ehemaliger Nationalspieler, Fußballtrainer und Funktionär, brachte es auf den Punkt: Vor jedem Erfolg steht harte Arbeit. Das gilt für jeden Lebensbereich, für den Fußball wie für die Wirtschaft! Und: „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es für Unternehmen überlebenswichtig geworden, junge Talente für sich zu gewinnen und sie zu qualifizierten Mitarbeitern auszubilden“.

In einem mit Anekdoten aus seinem Fußballeralltag gespickten packenden Vortrag ging er darauf ein, wie man Fachkräfte halten und an das Unternehmen binden kann. Die Zukunftsallianz Cochem-Zell (ZaC) hatte Führungskräfte und Betriebsinhaber zur 4. ZaC-Konferenz in die Berufsbildende Schule (BBS) Cochem eingeladen.

Wichtigstes Ziel der 2014 gegründeten ZaC ist es, zusammen mit der Handwerkskammer (HwK) Koblenz, der Kreishandwerkerschaft, der IHK, der Agentur für Arbeit und der BBS, die heimische Wirtschaft zu stärken. Dabei gilt es, gute Rahmenbedingungen für das Leben im Landkreis zu schaffen und vorhandene Aktivitäten zu ergänzen und zu vernetzten. Die Fachkräftesicherung ist ein Haupthandlungsfeld. Es ist notwendig, dass sich heimische Unternehmen attraktiv präsentieren, um junge Menschen in der Region zu halten oder zurückzuholen. Gerade das Handwerk steht für Werte, bietet individuelle Möglichkeiten zum Gestalten und Verwirklichen, basiert auf Teamarbeit in einem familiären Umfeld und bietet jedem Einzelnen Karrierechancen von der Lehre bis zur Betriebsübernahme.

Stefan Kuntz verglich die Mechanismen in Fußballmannschaften mit Teambuilding-Prozessen und effektiver Zusammenarbeit in Unternehmen. Er betonte, dass es sehr „auf die Außendarstellung eines Betriebes ankommt, darauf, welche Werte gelebt und Ziele verfolgt werden“. „Werte müssen fühlbar gemacht werden und für ein persönliches Gespräch gibt es keinen Ersatz“, so der Fußballehrer. Er erzählte, wie berührt die Spieler der U21, die 2017 Europameister in Polen wurden, beim Besuch einer Behindertenwerkstatt oder eines Hospizes waren.

„Wichtig ist es auch, Mitarbeitern ein Wohlfühlerlebnis zu vermitteln. Nur, wer ein Zugehörigkeitsgefühl hat, bleibt im Betrieb.“ An die Führungskräfte appellierte er, sich immer wieder neue Ziele zu setzen und das Team mitzunehmen. „Es kommt darauf an, vor allem in Drucksituationen das eigene Verhalten zu kontrollieren, Empathie zu entwickeln und Erfolge sowie Misserfolge genau zu analysieren und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen.“ Der Erfolgscoach verwies auf eine positive Fehlerkultur, darauf, Fehler von Mitarbeitern zuzulassen, weil darin auch Entwicklungschancen liegen. „Wer mit Niederlagen umgehen kann, sein Ziel dabei nicht aus den Augen verliert, kann über sich hinauswachsen.“

Die von dem ehemaligen Fußballspieler Frank Hartmann moderierte Veranstaltung fand ein positives Echo.

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