Mittwoch, 21. Februar 2018

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Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen weiterhin rückläufig

Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen weiterhin rückläufig. Die Anzahl der bei den rheinland-pfälzischen Insolvenzgerichten gestellten Insolvenzanträgen war in den ersten neun Monaten des Jahres 2017 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum rückläufig. Ausgehend von einem bereits niedrigen Vorjahresniveau ging nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zu 2016 nochmals um 1,8 Prozent auf 549 zurück.

Auch die Anzahl der beantragten Verbraucherinsolvenzen tendierte leicht nach unten. Von Januar bis September 2017 wurden 2.463 Fälle registriert. Das waren ein Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Unternehmensinsolvenzen

Von den beantragten Unternehmensinsolvenzen waren insgesamt 2.105 Beschäftigte betroffen und damit deutlich weniger als 2016. So sank die Anzahl der durch die Insolvenzanträge gefährdeten Arbeitsplätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 40 Prozent. Die Summe der geltend gemachten Gläubigerforderungen verringerte sich um 22,6 Prozent auf 185 Millionen Euro. Damit war jedes insolvente Unternehmen durchschnittlich mit rund 336.200 Euro verschuldet (Januar bis September 2016: 427.100 Euro).

Die meisten Insolvenzanträge stellten Unternehmen aus dem Wirtschaftsabschnitt „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (94), gefolgt vom Baugewerbe (90). Mit Abstand folgen die Abschnitte „Gastgewerbe“ (65), „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ (57) und „Verarbeitendes Gewerbe“ (55).

Die Insolvenzhäufigkeit, gemessen an der Anzahl der Unternehmensinsolvenzen je 1.000 wirtschaftlich aktive Unternehmen, war im Landkreis Altenkirchen mit 6,5 am höchsten und im Donnersbergkreis mit 0,4 am niedrigsten. Von den kreisfreien Städten verzeichnete Koblenz mit 5,9 die höchste und Zweibrücken mit 1,8 die niedrigste Insolvenzhäufigkeit.

Verbraucherinsolvenzen

Die Summe der voraussichtlichen Forderungen der Verbraucherinsolvenzen belief sich auf knapp 130 Millionen Euro. Sie war damit 9,4 Prozent höher als von Januar bis September 2016. Die durchschnittlichen Schulden je insolventem Verbraucher betrugen rund 52.700 Euro (2016: 47.700 Euro).

Mit über 23 Fällen je 10.000 Einwohner kamen Verbraucherinsolvenzen in der kreisfreien Stadt Pirmasens am häufigsten vor. Unter den Landkreisen registrierte der Kreis Kusel den höchsten Wert (13,7). Den geringsten Wert aller kreisfreien Städte verzeichnete Landau in der Pfalz (2,7). Bei den Landkreisen war die Insolvenzhäufigkeit in Alzey-Worms und im Eifelkreis Bitburg-Prüm mit jeweils 2,8 Fällen je 10.000 Einwohner am niedrigsten.

Die monatliche Insolvenzstatistik gibt Auskunft über das Insolvenzgeschehen und ist damit ein wichtiger konjunktureller Spätindikator. Erhebungsbasis sind die Meldungen der Amtsgerichte über die bei ihnen beantragten Verfahren.

Autor: Lutz Zaun (Sachgebiet Steuerstatistiken, Verwaltungsstatistiken)

Neue Leitkammerfunktion IHK Koblenz erstellt künftig bundesweit Prüfungsaufgaben für Keramikberufe

Koblenz, 12. Dezember 2017. Die IHK Koblenz ist ab dem kommenden Jahr „Leitkammer Keramikberufe“. Die IHK-Vollversammlung unterstützte das Vorhaben in ihrer Sitzung am 7. Dezember. Damit übernimmt die Kammer die bundesweite Organisation der Prüfungsaufgabenerstellung in den Keramikberufen. Bisher werden diese noch in den jeweiligen Prüfungsstandorten konzipiert. Die unter den Bereich fallenden Berufe sind der/die Industriekeramiker/in in den Fachrichtungen Anlagentechnik, Dekorationstechnik, Modelltechnik, Verfahrenstechnik sowie der jüngst vom Bundesministerium für Bildung und Forschung neu aufgesetzte Prüftechnologe/-technologin Keramik (vorher Stoffprüfer/in).

„Die Herausforderung wird sein, bei den Berufen mit den vielen Fachrichtungen und unterschiedlichen Zielsetzungen und Zielgruppen für alle Keramikstandorte gleichermaßen geeignete Aufgaben zu erstellen“, sagt Bernhard Meiser, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Koblenz.

Der IHK-Regionalgeschäftsstelle Montabaur fällt, aufgrund ihrer Lage im Keramik-Schwerpunktraum Westerwald und ihrer langjährigen Erfahrung in dem Bereich, die Ausführung der neuen Funktion zu. Die ersten Prüfungen sind für den Sommer 2019 geplant. „Bis dahin müssen wir – im Dialog mit den beteiligten Standorten – erst einmal die nötigen Strukturen schaffen“, so Richard Hover, Regionalgeschäftsführer Montabaur.

Die zentrale Organisierung unter einer Leitkammer soll einen einheitlichen, hohen Qualitätsstandard sowie eine Vergleichbarkeit der Abschlüsse unabhängig vom Standort sicherstellen. Zu den Aufgaben einer Leitkammer gehören unter anderem die Bildung, Berufung und Konstituierung eines (Bundes-) Fachausschusses sowie die Aufgabenerstellung und deren Beschlussfassung. Die IHK Koblenz rechnet mit rund 130 Prüfungsteilnehmern pro Jahr, verteilt auf zwei Termine. Mindestens vier weitere Kammern werden die Prüfungen der IHK Koblenz jährlich nutzen.

Theorie trifft Praxis – Kooperation bringt spannende Erkenntnisse

Studierende der Uni Siegen halten Westerwälder Unternehmen den Spiegel vor

Westerwaldkreis. Die gelernte Theorie am „lebenden Objekt“ - also im Unternehmen - anzuwenden, zählt zu den seltensten aber auch interessantesten Phasen im betriebswirtschaftlichen Studium. Genau diese Möglichkeit bietet der zu Beginn des Jahres unterzeichnete Kooperationsvertrag zwischen der Zukunftswerkstatt am Lehrstuhl für Innovations- und Kompetenzmanagement der Universität Siegen und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Westerwaldkreises (WFG). Nach zwei erfolgreichen Projekten festigt diese Vereinbarung die Zusammenarbeit zunächst bis 2020.

Ein wesentlicher Bestandteil der Kooperation sind die im Sommersemester stattfindenden Praxisarbeiten, bei denen Gruppen von 4-5 jungen Studierenden fünf Westerwälder Betriebe beforschen. Zur Anwendung kommen dabei beispielsweise Interviews mit Mitarbeitern, Online-Befragungen, oder die Analyse von aktuellen Werbematerialien. Dabei soll drei Fragen auf den Grund gegangen werden: 1. Welche Ansprüche und Bedürfnisse haben Betriebe im Westerwaldkreis in ihrer Funktion als Ausbildungsstätte oder Arbeitgeber bei der Auswahl junger Menschen und welchen Schwierigkeiten sehen sie sich gegenüber? 2. Welche Wege der Ansprache und Kontaktaufnahme dieser Personen werden bereits genutzt und wie erfolgreich sind diese? 3. Gibt es Überschneidungen bei den gemachten Erfahrungen der teilnehmenden Unternehmen und wie hängen diese zusammen?

Ziel ist es, den Betrieben den Spiegel vorzuhalten und herauszufinden, ob die gesendeten Botschaften und die Selbstwahrnehmung mit der Fremdwahrnehmung übereinstimmen. Und falls nicht, zu erörtern, welche Gründe es dafür geben könnte und wie Abhilfe geschaffen werden kann.

Kürzlich wurden die diesjährigen Ergebnisse dem Kreis der teilnehmenden Unternehmen bei der Spedition Gebr. Schröder in Ebernhahn vorgestellt. Wie Robert Kebbekus, Leiter der Zukunftswerkstatt, feststellte, zeigt sich eine wesentliche Übereinstimmung bei Westerwälder Unternehmen in „Angst vor Authentizität“. „Seien sie so, wie sie sind und seien sie stolz darauf! Versuchen sie nicht ein Konzern-Image zu adaptieren – sie sind starker Mittelstand und das ist gut so“, raten er und seine Studierenden den Praxispartnern. Genau das, was der Mittelstand bietet – familiäres Miteinander, echte Wertschätzung, klare Kommunikation, kurze Entscheidungswege – suchen die potentiellen Fachkräfte.

Neben dieser betriebsspezifischen Betrachtung sollen zudem neue Ansatzpunkte für zukünftige Projekte hinsichtlich der Wirtschafts- und Regionalentwicklung für den Westerwaldkreis abgeleitet und optimal auf die Bedürfnisse junger Menschen und Unternehmen der Region zugeschnitten werden. Weitere Informationen erhalten interessierte Unternehmen bei der WFG, Katharina Schlag, 02602 124-405, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder auf der Website der Zukunftswerkstatt www.zukunftswerkstatt.online.

Betriebsgründungen, aber auch Betriebsaufgaben gehen zurück

In Rheinland-Pfalz gab es in den ersten neun Monaten 2017 weniger so genannte Betriebsgründungen, d. h. Gründungen von Betrieben, bei denen eine größere wirtschaftliche Bedeutung vermutet wird. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems ging die Zahl der Betriebsgründungen gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 8,1 Prozent auf 4.050 zurück.

Zu den Betriebsgründungen zählen alle Neugründungen von Kapital- und Personengesellschaften sowie Neugründungen von Einzelunternehmen, bei denen ein Handelsregistereintrag oder eine Handwerkskarte vorliegt bzw. die mindestens einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben. Die größere wirtschaftliche Bedeutung wird aufgrund der Rechtsform oder der voraussichtlichen Beschäftigtenzahl angenommen.

Die meisten Betriebsgründungen gab es in den Bereichen „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (23,7 Prozent), „Baugewerbe“ (13,6 Prozent) und dem „Gastgewerbe“ (11,3 Prozent).

Regionale Betrachtung

Regional betrachtet war die Anzahl der Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner in der kreisfreien Stadt Speyer am höchsten. Dort ergab sich für diese Kenngröße ein Wert von 19,0. Den höchsten Wert unter den Landkreisen erreichte der Landkreis Bad Kreuznach mit 10,9 Gründungen je 10.000 Einwohner. Die niedrigste Anzahl der Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner war bei den kreisfreien Städten in Pirmasens (8,5) und bei den Landkreisen im Landkreis Kusel (4,5) zu verzeichnen.

Sonstige Neugründungen

Die Zahl der sonstigen Neugründungen lag in den ersten neun Monaten 2017 mit 15.998 um  4,2 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Als sonstige Neugründungen gelten Gründungen von Kleinunternehmen, d. h. von Einzelunternehmen ohne Handelsregistereintrag oder Handwerkskarte, die keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben. Darunter befanden sich 9.024 Gründungen im Nebenerwerb. Insgesamt wurden 24.229 Gewerbe angemeldet; 5,9 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Betriebsaufgaben

Die Zahl der Aufgaben von Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung, das Pendant zu den Betriebsgründungen, ging um zehn Prozent auf 3.265 zurück. Die sonstigen Stilllegungen verminderten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um sieben Prozent auf 15.313. Insgesamt wurden 22.885 Gewerbe abgemeldet, das waren 6,6 Prozent weniger als in den ersten neun Monaten 2016.

Die Daten stammen aus der Gewerbeanzeigenstatistik, die aus den monatlichen Lieferungen der rheinland-pfälzischen Gewerbeämter erstellt wird. Somit werden die Gewerbetreibenden durch die Statistik selbst nicht belastet. Die Gewerbeanzeigenstatistik stellt wichtige Informationen über Existenzgründungen und Stilllegungen bereit. Die Zahlen finden in der Wirtschafts-, Wettbewerbs- und Strukturpolitik Verwendung und werden verstärkt auch zu Untersuchungen über die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt herangezogen.

Autor: Lutz Zaun (Sachgebiet Steuerstatistiken, Verwaltungsstatistiken)

Statement zum Mittelstandsbericht des Wirtschaftsministeriums

Das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium hat gestern seinen Mittelstandsbericht 2017 vorgestellt.

Arne Rössel, Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, kommentiert den Bericht wie folgt:


„Es ist zu begrüßen, dass die Landesregierung die Bedeutung des Mittelstands für Rheinland-Pfalz in den Fokus rückt. Die logische Folgerung muss eine konkret mittelstandsorientierte Politik sein: Investitionshemmnisse müssen beseitigt, der Bürokratieabbau vorangetrieben und das System der dualen Ausbildung gestärkt werden. Unsere mittelständischen Betriebe sichern Wohlstand und Lebensqualität in unserem Land – im Gegenzug sind sie auf wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen angewiesen, die ihnen die nötige Planungssicherheit und Flexibilität für zukunftsgerichtetes unternehmerisches Handeln bieten. Die aktuell gute konjunkturelle Lage darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es eine Reihe von standortpolitischen Herausforderungen gibt, an denen die Politik aktiv arbeiten sollte."

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