Mittwoch, 20. September 2017

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Industrieproduktion im April 2017: Kräftiger Rückgang gegenüber dem Vormonat

Die rheinland-pfälzische Industrieproduktion ist im April 2017 deutlich gesunken. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex, der die mengenmäßige Ausbringung der Industrie misst, um 9,3 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Im Vergleich zum Vorjahresmonat war eine leichte Steigerung um 0,9 Prozent zu verzeichnen.

Ein wesentlicher Grund für den starken Rückgang des bereinigten Güterausstoßes im Vergleich zum Vormonat ist die Entwicklung in einem Teilbereich der Konsumgüterindustrie. Dadurch ist der Output der Konsumgüterbranche nach einem kräftigen Anstieg im März im April um 23,5 Prozent gesunken. Trotzdem war die Konsumgüterproduktion um 8,2 Prozent höher als im April 2016. Die Vorleistungsgüterindustrie leistete ebenfalls einen Beitrag zum Produktionsrückgang im Berichtsmonat: Ihr Güterausstoß war um zwei Prozent niedriger als im März und um 0,8 Prozent geringer als im Vorjahresmonat. Allein die Investitionsgüterhersteller steigerten ihren Output – die Produktion lag im April um 0,7 Prozent über dem Niveau des Vormonats und war um 1,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

In den drei umsatzstärksten Bereichen des Verarbeitenden Gewerbes entwickelte sich die bereinigte Produktion unterschiedlich. Der Output der Chemischen Industrie, der größten Branche des Verarbeitenden Gewerbes, fiel im April um 3,7 Prozent niedriger aus als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat war ein Minus von 7,3 Prozent zu verzeichnen. Der Fahrzeugbau, die Branche mit dem zweitgrößten Umsatz, erhöhte seinen Güterausstoß im Berichtsmonat um 3,4 Prozent. Allerdings war der Output um 4,4 Prozent niedriger als im April 2016. Die Produktion des Maschinenbaus, der Industriebranche mit dem drittgrößten Umsatz, schrumpfte im April leicht um 0,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergab sich jedoch ein kräftiger Zuwachs um 9,2 Prozent.

Die Schnellmeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)

Mehr Sicherheit am Arbeitsplatz: Neue Publikationen geben Tipps

Mitarbeiter in Ämtern, wie beispielsweise der Agentur für Arbeit, aber auch in Krankenhäusern, werden immer häufiger Opfer von Übergriffen: Kunden pöbeln, beleidigen, drohen, attackieren, im schlimmsten Fall töten sie sogar. Zwei neue Broschüren der Polizei geben Tipps, wie Behördenleiter, Geschäftsführer, aber auch Mitarbeiter mit organisatorischen, technischen sowie baulichen Maßnahmen vorbeugen können. Dazu gehören beispielsweise Mitarbeiterschulungen zum Umgang mit schwierigen Kunden, Alarmierungssysteme oder ein eingeschränkter Zugang zum Gebäude und den Büros.

Bewährte Maßnahmen werden in der Handreichung „Gewalt an Arbeitsplätzen mit Kundenverkehr. Beschäftigte vor Übergriffen schützen“ vorgestellt. Sie richtet sich an Behördenleiter, Geschäftsführer sowie Personalverantwortliche. Tipps für Beschäftigte, die mit Übergriffen durch Kunden rechnen müssen, gibt das Faltblatt „Gewalt am Arbeitsplatz. Wie Sie sich vor Übergriffen Ihrer Kunden schützen“.

Beide Publikationen sind kostenlos bei jeder (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstelle erhältlich oder können im Internet unter www.polizei-beratung.de/medienangebot/detail/274-gewalt-an-arbeitsplaetzen-mit-kundenverkehr/ bzw. www.polizei-beratung.de/medienangebot/detail/275-gewalt-am-arbeitsplatz/ heruntergeladen werden.

Industrie erhielt April weniger Aufträge als im März, aber mehr als im April 2016

Im April 2017 ist die Nachfrage nach Erzeugnissen der rheinland-pfälzischen Industrie gesunken. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingangsindex um 8,3 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Die Bestellungen aus dem Ausland gingen deutlich zurück (minus 8,7 Prozent), aber auch aus dem Inland gingen weniger Aufträge ein (minus 1,6 Prozent).

Ein wesentlicher Grund für den Nachfragerückgang ist die Entwicklung der Auftragseingänge in einem Teilbereich der Konsumgüterindustrie. Nach einem kräftigen Anstieg im März schrumpfte das Ordervolumen in diesem Bereich im April deutlich. Dadurch sanken die Auftragseingänge im Konsumgüterbereich gegenüber dem Vormonat um 24,4 Prozent. Aber auch die Vorleistungsgüter- und die Investitionsgüterindustrie trugen zum Rückgang der Bestellungen bei. Die Nachfrage lag in diesen beiden Hauptgruppen um 6,7 bzw. 1,6 Prozent unter dem Niveau des Vormonats.

In den drei umsatzstärksten Branchen des Verarbeitenden Gewerbes gingen im April weniger Aufträge ein als im März. In der Chemischen Industrie, der größten Branche, sank das Ordervolumen um 3,9 Prozent. Im Fahrzeugbau, dem Industriezweig mit dem zweitgrößten Umsatzanteil, schrumpften die Bestellungen um 1,8 Prozent. Die drittgrößte Branche, der Maschinenbau, musste einen Nachfragerückgang um 3,5 Prozent hinnehmen.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind die Auftragseingänge der rheinland-pfälzischen Industrie im April um 6,2 Prozent gestiegen. Die Nachfrage aus dem Inland legte um 5,7 Prozent zu. Die Bestellungen aus dem Ausland fielen um 8,3 Prozent höher aus als ein Jahr zuvor. In den drei umsatzstärksten Branchen war das Ordervolumen höher als im April 2016.

Die Schnellmeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)

Horper fordert Anerkennung der Frostschäden als Naturkatastrophe

Obstbauern stehen vor sehr schwierigem Jahr

Grafschaft-Oeverich. „Der schwere Frost während der Obstblüte Ende April hat zu gravierenden Schäden im Obstbau in Rheinland-Pfalz geführt“, erklärte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper. Bei einem Besuch auf dem Obstbaubetrieb der Familie Bruno Müller in Grafschaft-Oeverich zeigte er sich zusammen mit Agrarstaatssekretär Andy Becht vom Landwirtschaftsministerium in Rheinland-Pfalz schockiert über das Ausmaß der Schäden.

Horper dankte dem Staatsekretär, dass das Land bereits steuerliche Erleichterungen in Aussicht gestellt habe. Auch die landwirtschaftliche Rentenbank böte zinsgünstige Liquiditätsdarlehen an. „Das können nur erste Schritte sein“, betonte Horper, „denn die Schäden in allen Kulturen sind so existenzgefährdend, dass zinsverbilligte Darlehen und steuerliche Erleichterung nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“ sind“. Vielmehr sei es wichtig, die Schadsituation als Naturkatastrophe anzuerkennen, wie es das Bundesland Baden-Württemberg bereits getan habe. Mittelfristig müssten den Betrieben Zuschüssen bei noch zu installierenden Versicherungsleistungen gegen Frostgefahr gewährt werden, damit die Bauernfamilien Frostschäden auch wirtschaftlich absichern könnten. Das sei bisher wirtschaftlich überhaupt nicht darstellbar. Die Nachbarstaaten, wie beispielsweise Luxemburg oder die Niederlande, würden ihren Bauern auf diese Weise bereits seit Jahren helfen. Die aktuelle Situation zeige auch wie wichtig eine gute Beratung sei. Der Beratungs-, Versuchs- und Schulstandort am Kompetenzzentrum in Klein Altendorf müsse daher auch langfristig erhalten und ausgebaut werden.

Staatssekretär Andy Becht betonte, dass die Landesregierung seit der letzten Wahl den durch äußere Ereignisse gebeutelten Bauernfamilien stets geholfen habe. Er zeigte angesichts der Frostsituation großes Verständnis für die Betriebe und werde die Ausrufung einer Naturkatastrophe wohlwollend prüfen. Die Regierung habe bereits steuerliche Hilfen und zinsgünstige Sonderkredite zugesagt, bzw. unterstützt. An der künftigen Vermeidung derart betriebsgefährdeter Situationen müsse gearbeitet werden. Auch würden der Standort in Klein-Altendorf und die Beratungsinfrastruktur erhalten bleiben. Über die rechtliche und organisatorische Ausgestaltung werde noch diskutiert werden müssen, machte Becht deutlich.

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Aquakulturen erzeugten 317 Tonnen Fisch

In Rheinland-Pfalz erzeugten im Jahr 2016 nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems 28 rheinland-pfälzische Aquakulturbetriebe rund 317 Tonnen Fisch. Mit dieser Menge kann die heimische Aquakulturproduktion nur einen geringen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung mit Proteinen leisten. Gegenüber dem Vorjahr war ein Produktionsrückgang von sieben Prozent zu verzeichnen.

e Aquakulturproduktion findet zumeist unter natürlichen Witterungsbedingungen statt, so dass Trockenheit und Nässe das Fangergebnis beeinflussen können. Die wichtigste Fischart in der Aquakulturproduktion ist die Regenbogenforelle; auf sie entfielen 82 Prozent der gesamten Erzeugung. Lachs- bzw. Bachforellen hatten Anteile von sieben bzw. fünf Prozent.

Im Vergleich zu Deutschland ist die rheinland-pfälzische Aquakultur nur von geringer Bedeutung. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland rund 3.300 Aquakulturbetriebe registriert, die insgesamt rund 19.000 Tonnen Fisch produzierten. Der rheinland-pfälzische Anteil an der Produktion betrug im Jahr 2015 etwa 1,8 Prozent. Die wichtigsten Fischarten waren in Deutschland die Regenbogenforelle und der Karpfen.

In den Angaben sind die von Angelvereinen oder für den Eigenbedarf gezüchteten Fische sowie die Fluss- und Seenfischerei nicht erfasst.

Aquakultur ist definiert als die Aufzucht von im Wasser lebenden Organismen bei denen etwa durch regelmäßige Fütterung oder Schutz vor natürlichen Feinden mit dem Ziel der Ertragssteigerung in den Produktionsprozess eingegriffen wird.

Befragt werden Betriebe mit Teichen ohne nennenswerten Durchfluss mit mindestens 0,3 Hektar Gesamtgewässerfläche oder Betriebe mit Anlagen ohne Kreislaufführung, die von Wasser kontinuierlich durchflossen werden, sowie mit Anlagen mit einer täglichen Frischwasserzufuhr von mindestens 20 Prozent des Anlagenvolumens und einem Gesamtvolumen von mindestens 200 Kubikmeter, soweit es für die Aquakultur verwendbar ist, oder Betriebe mit anderen als den genannten Aquakulturanlagen.

Nicht einbezogen werden reine Angelteichbetriebe (Angelparks) sowie Aquarien- oder Zierfischarten. Die Fänge aus der Fluss- und Seenfischerei sind in den Ergebnissen der Aquakulturstatistik ebenfalls nicht enthalten.

Autor: Jörg Breitenfeld (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)

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