Sonntag, 19. November 2017

Letztes Update:07:48:31 PM GMT

region-rhein.de

Per Hybridbus die Energiewende in der Region entdeckt

Exkursion durch die Region macht die Energiewende anhand von Praxisbeispielen erfahrbar und zeigt, dass die Energiewende eigentlich aus drei Wenden besteht

Altenkirchen/Montabaur/Niederwerth, 06.09.2017: Die Energiewende in ihrer ganzen Vielfalt erleben - darum ging es bei der Exkursion „Per Hybridbus durch die Energiewende“, die jetzt im Rahmen der Aktionswoche „Rheinland-Pfalz – Ein Land voller Energie“ stattfand. Die Teilnehmer fuhren mit einem klimaschonenden Hybridbus zu vier Exkursionszielen in der Region, um mehr über die Stromwende, die Wärmewende und die Mobilitätswende zu erfahren. Veranstalter der Tour waren die Energieagentur Rheinland-Pfalz, die Klimaschutzinitiative des Landkreises Altenkirchen und seiner Verbandsgemeinden sowie der BUND Rheinland-Pfalz.

Das ehemalige Wasserwerk auf der Rheininsel Niederwerth war erstes Ziel der Exkursion. Während auf der anderen Rheinseite der Rückbau des Atomkraftwerks Mülheim-Kärlich Schritt für Schritt voranschreitet, setzt die Bürgerenergiegenossenschaft  „Neue Energie Bendorf eG“ ein innovatives Vorhaben zur regenerativen Stromerzeugung um. Frank Simonis, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft, stellte das Wasserkraft-Projekt vor. Zehn schwimmende Mikro-Strömungsturbinen sollen, sobald die Baugenehmigung vorliegt, vor der Insel in den Rhein gelassen werden und jährlich rund 120.000 Kilowattstunden Strom erzeugen, ohne die Gewässerökologie wesentlich zu beeinflussen. „Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie wichtig bürgerschaftliches Engagement für die Energiewende ist“, sagte Dr. Dominik Böckling von der Energieagentur Rheinland-Pfalz.

Unterwegs zu den Zielen der Exkursion befassten sich die Teilnehmer mit dem Thema Mobilität. Der Hybridbus der Firma Zickenheiner erzeugt beim Bremsen Strom. Die so zurückgewonnene Energie wird von einem Elektromotor für den Antrieb genutzt. Das hat im Vergleich zu Bussen mit herkömmlicher Motorisierung Vorteile: Der Hybridbus spart fossilen Kraftstoff und stößt bis zu 39% weniger klimaschädliches CO2 aus. Er schont jedoch nicht nur das Klima, sondern verbessert durch weniger Abgas- und Geräuschemissionen auch die Lebensqualität in den Städten und Dörfern.

 

In Montabaur stand die „Roadshow E-Mobilität“ auf dem Programm. Die bot auf dem Konrad-Adenauer-Platz Gelegenheit, sich intensiv mit Elektrofahrzeugen und deren Nutzen auseinanderzusetzen. Sie erfuhren in Gesprächen mit Fachleuten vor Ort, wie der Stand der Technik ist und welchen Beitrag die Elektrofahrzeuge als Bestandteil nachhaltiger Mobilität zu Klimaschutz und Luftreinhaltung leisten können. Lokale Autohäuser ermöglichten Probefahrten.

Von Montabaur ging es zum Hartenfelser Kopf. Bei der Besichtigung der vor Ort befindlichen Windenergieanlagen verdeutlichten Marvin Schnell, BUND Kreisgruppe Westerwald, und Karl-Heinz Groß, Alternative Energie Kroppacher Schweiz, welch bedeutsame Rolle der Kraft des Windes für Energiewende und Klimaschutz zukommt. „Rund 110 Millionen Kilowattstunden schadstoffarmen Strom erzeugen 26 Windenergieanlagen hier im Windpark Hartenfelser Kopf jährlich. Diese Energiemenge reicht aus, um rund 30.000 Drei-Personen-Haushalte bilanziell mit Strom zu versorgen“, sagte Schnell.

Nachdem sich die Gruppe mit Beispielen der Strom- und der Mobilitätswende befasst hatte, folgte zum Abschluss die Wärmewende. Dirk Eiteneuer von der Kreisverwaltung Altenkirchen stellte den Nahwärmeverbund Glockenspitze vor, der 16 öffentliche Gebäude hauptsächlich mit Wärme aus Holzhackschnitzeln versorgt und so rund 750 Tonnen CO2 pro Jahr einspart. „Die Exkursion hat eindrucksvoll die thematische Bandbreite der Energiewende gezeigt. Für deren erfolgreiche Umsetzung benötigen wir noch viele weitere gute Projekte, wie sie heute vorgestellt wurden“, lautete das Fazit von Stefan Glässner, Klimaschutzmanager des Landkreises Altenkirchen und seiner Verbandsgemeinden.