Samstag, 16. Dezember 2017

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Umfrage: Fachkräftemangel wird zum Geschäftsrisiko

Mehr als jedes zweite regionale Unternehmen hat Probleme, Stellen zu besetzen

Die Betriebe in der Region freuen sich nach Auskunft der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier über eine sehr gute Wirtschaftslage und wollen daher gerne mehr Personal einstellen. Das Problem: 61 Prozent von ihnen sehen im Fachkräftemangel ein zentrales wirtschaftliches Risiko – im Herbst 2016 waren es noch 51 Prozent. Damit einher geht nach einer Umfrage der IHK, an der sich mehr als 150 regionale Firmen mit 21 000 Beschäftigten beteiligt haben, dass 57 Prozent von ihnen offene Stellen für länger als zwei Monate nicht besetzen können. Nur 21 Prozent der Befragten können ihren Personalbedarf problemlos decken.

Die Motive für die Personalsuche sind derzeit vielfältig: 70 Prozent der Betriebe müssen das Ausscheiden älterer Arbeitnehmer kompensieren, 40 Prozent suchen Ersatz für die übrige Arbeitnehmer-Fluktuation, ein Drittel braucht Personal, um – wegen der guten Konjunktur – die geschäftlichen Aktivitäten ausweiten zu können. Ein weiteres Drittel benötigt Mitarbeiter aufgrund gestiegener Qualifikationsanforderungen.

Bei weiter anhaltendem Fachkräftemangel erwarten die Betriebe eine Reihe negativer Begleiterscheinungen: 82 Prozent befürchten die Mehrbelastung der vorhandenen Belegschaft, 56 Prozent geben an, Wachstumspotenziale nicht optimal ausschöpfen zu können, 43 Prozent müssen gegebenenfalls Order-Annahmen einschränken oder sogar Aufträge ganz ablehnen, und 34 Prozent sehen ihre Innovationsfähigkeit in Gefahr. 18 Prozent fürchten, das Investitionsengagement am Standort reduzieren zu müssen.

„Für viele regionale Unternehmen ist der Fachkräftemangel das Geschäftsrisiko Nummer eins geworden“, sagt IHK-Chefvolkswirt Matthias Schmitt. „Die Betriebe fordern daher nachhaltige Schritte zur Stärkung der Fachkräftebasis.“ Ganz oben auf der Wunschliste stehen nach Auskunft von Schmitt die Stärkung der beruflichen Bildung und die Verbesserung der Qualifikation der Schulabgänger. Aber auch eine Steigerung der regionalen Attraktivität für Arbeitnehmer, Erleichterungen bei der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer und ein Ausbau der Betreuungsinfrastruktur für Kinder fordern die Betriebe, um die Rahmenbedingungen zur Fachkräftegewinnung zu verbessern.