Montag, 19. Februar 2018

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Arbeitgeberverband vem.die arbeitgeber klagt gegen rechtswidrige Streiks

„24-Stunden-Streiks sind reines Gift für den Standort Deutschland“
vem.die arbeitgeber e.V. weiter verhandlungsbereit

Der Arbeitgeberverband vem.die arbeitgeber e.V. hat heute die begonnenen
24-Stunden-Streiks der IG Metall als "schädlich für die Metall- und Elektroindustrie“ kritisiert.

"Die 24-Stunden-Streiks sind reines Gift für den Standort Deutschland. Sie schädigen nicht nur unsere direkt betroffenen Mitgliedsunternehmen – heute die Firma Federal Mogul in Herdorf, in den nächsten Tagen unsere Mitglieder Eaton in Holzhausen und Dausenau und Aleris in Koblenz, GEA Westfalia Separator in Niederahr und thyssenkrupp Rasselstein in Andernach. Angesichts der internationalen Vernetzung unserer Firmen richten sie auch schweren Schaden in unserer gesamten Industrie und am Produktionsstandort Deutschland an. Denn unsere Kunden haben Null Verständnis für Lieferengpässe aus einem Land mit den geringsten Arbeitszeiten und den höchsten Arbeitskosten“, so Thorsten Bröcker, Hauptgeschäftsführer des vem.die arbeitgeber e.V.

Bröcker erklärte, dass bei allem Einigungswillen auch die unterschiedlichen wirtschaftlichen Lagen der Unternehmen berücksichtigt werden müssten.

11 Prozent der M+E-Betriebe lägen bei einer Nettoumsatzrendite von 0 bis 1 Prozent. Alleine die zuletzt von der IG Metall geforderte Erhöhung in der ersten Stufe von 4,5 Prozent würde bedeuten, dass ein mittelständischer Gießereibetrieb mit einer Umsatzrendite von 0,8 Prozent (laut ifo Befragung Sept. 2017) und einem Personalkostenanteil von 40 Prozent in die roten Zahlen rutschen würde.

Der Arbeitgeberverband vem.die arbeitgeber e.V. hat heute (31. Januar 2018) nach dem Beginn der 24-Stunden-Streiks im Tarifgebiet Rheinland-Rheinhessen
beim Arbeitsgericht Koblenz Klage gegen die IG Metall erhoben - und zwar im Hauptsacheverfahren auf Unterlassung der Streiks und Feststellung eines Schadensersatzanspruchs dem Grunde nach. Damit verbunden ist die Feststellung der Rechtswidrigkeit des Arbeitskampfes. Gleichwohl sei man weiter bereit, eine Lösung am Verhandlungstisch und nicht im Gerichtssaal zu suchen.