Montag, 02. August 2021

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Granitskulptur von Rudi Scheuermann hat neuen Standort

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Die vor einigen Jahren von dem inzwischen verstorbenen Koblenzer Künstler und Kulturpreisträger Rudi Scheuermann für das befreundete Ehepaar Fleischhut geschaffene Skulptur hat nach der Schenkung an die Stadt Koblenz nun einen geeigneten Standort gefunden.

Gemeinsam mit Pia Scheuermann, der Tochter des bekannten Bildhauers, Tanja Nikolay vom Eigenbetrieb Grünflächen der Stadtverwaltung, Thomas Preusser und der Dezernentin für Bildung und Kultur, Dr. Margit Theis-Scholz, fand nun die öffentliche Übergabe im Florinsgarten in der Koblenzer Altstadt statt. Hiermit ist es künftig nun auf dem Gelände der evangelischen Kirchengemeinde dank Pfarrerin Birgit Becker für Interessierte möglich, das tagsüber frei zugängliche Kunstobjekt zu besichtigen.

„Wir freuen uns sehr über die Schenkung der Skulptur, die unseren Kulturraum durch die Sichtbarmachung der Werke lokaler Künstler auf bereichernde Art erweitert“ so Margit Theis-Scholz.

Auf dem Foto von links nach rechts:Pia Scheuermann, Tanja Nikolay, Dr. Margit Theis-Scholz

104 aktive Corona-Fälle in MYK und Koblenz

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KREIS MYK. Es gibt 19 neue positiv auf das Coronavirus getestete und 3 genesene Personen. Die Anzahl aktiver Corona-Fälle im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Mayen-Koblenz liegt damit derzeit bei 104:

72 im Kreis MYK und

32 in der Stadt Koblenz.

Die Inzidenzen betragen laut Landesuntersuchungsamt für

  • Mayen-Koblenz: 20,1
  • Koblenz: 20,2

Für Maßnahmen des Landes Rheinland-Pfalz nach der gültigen Corona-Verordnung ist die 7-Tage-Inzidenz des Landesuntersuchungsamtes (www.lua.rlp.de)  maßgebend.

Weiterführende Statistiken und Auswertungen zu einzelnen Städten, Verbands- und Ortsgemeinden findet man unter www.kvmyk.de/coronastatistiken

Schnelltestzentren und -stellen in der Nähe finden man online unter https://corona.rlp.de/de/testen/

Alle Infos zu den Ambulanzen, Hotlines und vielem mehr gibt es im Internet unter www.kvmyk.de/corona

Vier Personen mit COVID-19-Erkrankung im Krankenhaus

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Derzeit werden in den Koblenzer Krankenhäusern 4 Personen behandelt, die an COVID-19 erkrankt sind (Stand: 28.07.2021, 11.00 Uhr). Das ist eine Person mehr im Vergleich zur letzten Meldung vom 26. Juli.

Ein Fortschreiben dieser Information erfolgt immer dann, wenn sich hierzu Änderungen ergeben.

Leben ist Geben und Nehmen

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Mit Unterstützung der Anerkennungsberatung im Jobcenter MYK vom politischen Flüchtling zum Arzt im Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein – ein Interview

Mayen-Koblenz. „Ich heiße Sie herzlich willkommen!“ Mit diesen Worten begrüßt Awder Marouf, irakischer Arzt und Anästhesist, die beiden Mitarbeiterinnen des Jobcenters Landkreis Mayen-Koblenz in seinem sehr einfachen Zuhause in Plaidt. Gerne hat er sich zu diesem Interview bereit erklärt und erzählt eine Geschichte über Flucht und Traumatisierung, über Höhen und Tiefen. Und darüber, wie er Herausforderungen und Hürden auf dem Weg in ein normales Leben mit unglaublich viel Eigeninitiative und durch die tatkräftige Unterstützung der IQ Anerkennungsberatungsstelle (Integration durch Qualifizierung) des Jobcenters Landkreis Mayen-Koblenz bisher gemeistert hat.

Herr Marouf, bitte erzählen Sie uns ein wenig darüber, wann und warum Sie aus dem Irak fliehen mussten.

Herr Marouf: Im Jahr 2018 wurden meine Familie und ich aufgrund meiner politischen Haltung massiv erpresserisch bedroht. Ich sah keinen anderen Ausweg als meine Heimat zu verlassen, um dadurch meine Familie zu schützen und meinen Arztberuf wieder frei ausüben zu können. Wir waren nicht mehr sicher.

Welchen Plan hatten Sie, um Ihre Familie in Sicherheit zu bringen?

Herr Marouf: Ursprünglich wollte ich nach Schweden. Meine Frau war jedoch durch die Geschehnisse im Irak bereits schwer traumatisiert, sodass wir uns Unterstützung durch die in Deutschland lebenden Brüder meiner Frau erhofften. So verbrachten wir unsere ersten sechs Monate in einem Flüchtlingscamp in Kusel, wo ich dann auch einen Antrag auf Asyl in Deutschland stellte. Um meine Sprachkenntnisse zu verbessern – ich spreche inzwischen fünf Sprachen: Arabisch, Kurdisch, Türkisch, Englisch und Deutsch – habe ich im Flüchtlingslager ehrenamtlich als Dolmetscher gearbeitet.

Wie Sie bereits sagten, waren Sie im Irak als Arzt in einem Krankenhaus beschäftigt. Welche beruflichen Qualifikationen bringen Sie mit nach Deutschland?

Herr Marouf: Ich wollte schon immer Menschen helfen. Deshalb habe ich dann auch Medizin studiert. Anschließend habe ich mich in einem vierjährigen Studium zum Facharzt für Anästhesie weiterqualifiziert. In Deutschland wird diese Ausbildung jedoch nicht eins zu eins anerkannt. Ich kann aufgrund der politischen Verfolgung aber nicht mehr zurück in den Irak. Und so habe ich alles daran gesetzt meine berufliche Expertise und Leidenschaft in Deutschland einbringen zu können. Auf diese Weise kann ich dann dem Land, das meine Familie und mich in einer Notsituation aufgenommen hat, auch wieder etwas zurückgeben.

Welche Unterstützung haben Sie auf dem Weg zur Anerkennung Ihrer medizinischen Ausbildung erfahren?

Herr Marouf: Ende 2018 zogen wir nach Plaidt. Dort war dann die Ausländerbehörde in der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz für uns zuständig. Die informierte die IQ Anerkennungsberatungsstelle im Jobcenter MYK über meine beruflichen Abschlüsse. Die Mitarbeiter dort standen mir mit Rat und Tat zur Seite und halfen mir bei der Antragstellung auf Gleichwertigkeitsprüfung beim Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung. Im Selbststudium hatte ich bereits das Sprachniveau B1 erreicht und einen entsprechenden Test bestanden. In weiteren 6 Wochen erreichte ich das B2-Level und schloss schließlich auch noch den C1-Kurs erfolgreich ab. Das alles hätte ich ohne die Unterstützung meiner Familie und deren Zurücknahme eigener Bedürfnisse nicht geschafft. Dafür bin ich meiner Frau sehr dankbar!

Frage an Frau Schubert (IQ Anerkennungsberatung): Herr Marouf hat bis dahin ja ein beeindruckend hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit und Engagement gezeigt. Wie konnte er durch die Anerkennungsberatungsstelle noch weiter unterstützt werden?

Frau Schubert: Herr Marouf hat uns tatsächlich von Anfang an durch sein unermüdliches Streben nach Anerkennung seiner beruflichen Qualifikation in Deutschland beeindruckt! Sofern weder eigene finanzielle Mittel vorhanden sind noch vorrangige Leistungsträger, wie z.B. die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter, für die Verfahrenskosten aufkommen und die Aussichten auf eine vollständige Anerkennung positiv bewertet werden, übernehmen wir vom IQ Netzwerk RLP die Kosten für den Antrag auf Berufserlaubnis und Approbation, bspw. Verfahrens- und Prüfungsgebühren, Lehrmaterial und Übersetzungen der Zeugnisse. Eigentlich hätte Herr Marouf auch noch einen Vorbereitungskurs auf die Fachsprachprüfung belegen können – die eigentlich schon eine kleine Kenntnisprüfung ist. Aber auch diesen brauchte er nicht, er hat sich ganz alleine autodidaktisch vorbereitet und auch bestanden. Er ist für die Kürze der Zeit, in der er sich nun in Deutschland aufhält, schon außergewöhnlich weit gekommen. Respekt!

Herr Marouf, mit der im Februar erteilten vorübergehenden Berufserlaubnis durch das Landesamt haben Sie eine Anstellung im Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein gefunden. Wie geht es nun weiter für Sie?

Herr Marouf: Ich möchte durch ein Gutachten die Gleichwertigkeit meiner Ausbildung erreichen. Auf zusätzliche Prüfungen werde ich mich vorbereiten, um die für eine ärztliche Tätigkeit in ganz Deutschland erforderliche Approbation zu erhalten. Daran anschließen möchte ich die Weiterbildung zum Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin. Dank meiner Tätigkeit im Irak werde ich diese von fünf auf zwei bis drei Jahre verkürzen können.

Sie haben offensichtlich noch viel vor! Und privat?

Herr Marouf: Wie Sie sehen, wohne ich in sehr beengten Verhältnissen mit einem Schlafzimmer für vier Personen, meine Frau und mich und meine beiden Söhne, zwei und zehn Jahre alt. Mein ältester Sohn ist ein sehr guter Schüler, er hat in Deutsch eine 2, und im nächsten Schuljahr wird er das Gymnasium besuchen. Aber mit Lernen ist es hier aufgrund der Räumlichkeiten sehr schwierig. Ich hoffe, bald in eine größere Wohnung in die Nähe meiner Arbeitsstätte in Koblenz ziehen zu können. Vielleicht findet dann auch meine Frau eine Anstellung. Sie ist gelernte Buchhalterin. Sie wünscht sich sehr in ihrem erlernten Beruf wieder arbeiten zu können und damit die belastenden Erfahrungen im Irak hinter sich zu lassen und wieder einen Schritt in Richtung Normalität zu machen.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, welcher wäre das?

Herr Marouf: Am liebsten würde ich meine Familie im Irak wiedersehen. Leider geht das nicht. Mein Vater ist letzten Herbst gestorben. Ich hatte keine Gelegenheit mehr ihn zu sehen…

Ihr bisheriger Werdegang ist sehr diszipliniert und engagiert. Was ist der Motor für Ihre Motivation?

Herr Marouf: Wir sind alle Menschen und ich mag Menschen und ihnen zu helfen Das Leben ist ein Geben und Nehmen. Ich bin sehr dankbar für all die Unterstützung, die ich bis hierhin erfahren habe. Gerne stelle ich dafür mein Wissen als Arzt in Deutschland zur Verfügung.

Burkhard Nauroth, als Erster Kreisbeigeordneter zuständig für das Jobcenter Landkreis Mayen-Koblenz und zudem stellvertretender Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Gemeinschaftsklinikums (GK) Mittelrhein, über Herrn Marouf: „Herr Marouf ist für unser Gemeinschaftsklinikum und unsere Gesellschaft eine große Bereicherung. Seit Jahren kämpfen wir gegen einen Mangel an gut ausgebildeten Ärzten. Er kann mit seiner beruflichen Erfahrung und seinem Engagement einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Situation beitragen. Und gleichzeitig kann er für sich und seine Familie eine sichere Zukunft in Deutschland aufbauen.“

Das GK Mittelrhein bietet beste Möglichkeiten, eine Facharztweiterbildung in einem der fünf Krankenhäuser zu absolvieren. Als Maximalversorger mit mehr als 20 verschiedenen Fachabteilungen und 21 zertifizierten Zentren deckt das GK-Mittelrhein fast alle medizinischen Fachbereiche ab und hält damit auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Weiterbildungsoptionen inklusive Spezialisierungen bereit. „Die interdisziplinären Teams vor Ort garantieren eine bestmögliche Weiterbildung mit spannenden und abwechslungsreichen Einblicken in unsere hochspezialisierte Medizin. Das GK-Mittelrhein fühlt sich in jeder Hinsicht der Lehre verpflichtet: angefangen beim Schulpraktikum, über Famulaturen, das Praktische Jahr, bis hin zur Weiterbildung zum Facharzt (m/w/d) und darüber hinaus zu den Spezialdisziplinen“, berichtet Natalie Waldforst, Direktorin des Bildungs- und Forschungsinstituts des GK-Mittelrhein.

Die Netzwerkstelle IQ im Jobcenter Landkreis Mayen-Koblenz unterstützt Menschen bei der Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Schul- und Berufsabschlüsse und ist so ein wesentlicher Akteur für eine nachhaltige Integration geflüchteter Menschen in Arbeit und Gesellschaft. Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung“ (IQ) wird durch das BMAS und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Neue EU-Richtlinie tritt am 17.12.2021 in Kraft – Whistleblower-Richtlinie

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Hat Ihr Unternehmen mehr als 50 Mitarbeiter? Dann sollten Sie sich frühzeitig vorbereiten. Denn das Hinweisgeberschutzgesetz kommt! So wird die deutsche Antwort auf die Umsetzung der Whistleblower-Richtlinie der EU heißen, die dann bis zum 17.12.2021 umgesetzt sein muss.

Durch die neuen Regelungen soll der Schutz von Personen gewährleistet werden, die Rechtsverstöße in Unternehmen und öffentlichen Stellen melden. Doch was bedeutet das für Unternehmen und Behörden? Wann müssen diese Hinweisgebersysteme bereitstellen? Welche Anforderungen sind an den internen Meldekanal zu stellen? Und wie geht es danach weiter?

Antworten auf diese und viele weiteren Fragen liefert das neue Seminar „Umsetzung der Whistleblower-Richtlinie“ am 9. September 2021 in der IHK-Akademie Koblenz oder als Live-Online-Seminar. Sie können wählen.

Ansprechpartnerin: Angela Rosenberg, 0261 30471-83, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

www.ihk-akademie-koblenz.de Suchwort: Whistleblower

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