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Casino zu Coblenz feiert 210 Jahre Bestehen

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Am 21. März 2018 lädt das Casino zu Coblenz auf einen Festakt zu seinem 210jährigen Bestehen ein. Bereits im Januar hatte man zum äußerst erfolgreichen Casino Ball 2018 geladen, der für die Gäste zu einer rauschenden Nacht wurde. Das Casino blickt dabei auf eine lange Tradition zurück, die bis in die Zeit der französischen Revolution zurückreicht.

Festakt zum Jubiläum

Der Festakt wird um 19 Uhr im Kaisersaal im Schloss zu Koblenz stattfinden, als Festredner wird Bischof Dr. Markus Dröge fungieren, dessen Vortrag die Überschrift „Betrachtungen in bewegten Zeiten“ tragen wird. Die Einladungen erfolgen schriftlich. Mit dem Festakt will die Casino Gesellschaft in Koblenz auch auf die traditionsreiche Geschichte des Casinos aufmerksam machen.

Gründung im Geiste der Freiheit

Gegründet wurde das Casino zu Coblenz am 6. Januar 1808. Durch die bis nach Deutschland übergreifende französische Revolution und die Eroberung des linken Rheinufers durch die französische Revolutionsarmee im Oktober 1794, sahen sich die Bewohner von Koblenz nicht nur mit einer neuen Besatzungsmacht, sondern auch mit neuen bürgerlichen Freiheiten konfrontiert. Der Club entstand als Möglichkeit, einen Verein zur Pflege von Brauchtum und Geselligkeit zu gründen.

Von der Casinogesellschaft wurden in den folgenden Jahren wichtige Beiträge zur Entwicklung der Stadt Koblenz geleistet. Das Casino blieb auch nach der Übernahme der Stadt durch die Preußen im Jahr 1814 zentraler kultureller Anlaufpunkt. 1828 bezog die Casinogesellschaft ein von Ferdinand Nebel erbautes Gebäude in der Nähe des städtischen Zentralplatzes, inklusive Lesesälen, einem Weinkeller, sowie Veranstaltungsräumlichkeiten und Garten. Als eines der ersten Gebäude der Stadt verfügte es über elektrisches Licht. In Folge der Rheinlandbesetzung nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde das Gebäude zuerst von Amerikanern und dann von Franzosen erworben. Die Nationalsozialisten waren der freiheitlichen Gesinnung der Casinogesellschaft Feind, weswegen sie - gegen den Widerstand der Mitglieder - gleichgeschaltet wurde. Noch heute erinnert die Casinostraße mit ihrem Namen an den Standort, obwohl das Gebäude an sich im Jahre 1944 vollständig zerstört worden ist.

Schließung nach dem Krieg

Ursprünglich wurde im Casino vor allem den Glücks- und Kartenspielen gefrönt. Auch andere freizeitliche Beschäftigungen standen auf der Tagesordnung. Heute haben sich die Zeiten geändert: Freunde von Glücksspielen gehen ihrer Leidenschaft maßgeblich im Internet nach, das Online-Glücksspiel verdrängt klassische Casinos immer mehr. Inzwischen haben sich Portale etabliert, welche die prominentesten Anbieter von Poker und anderen Spielen vergleichen und dem interessierten Kunden empfehlen - ein eindeutiges Zeichen für die Größe des Markts. Daher verwundert das Schicksal des Casinos zu Coblenz auch nicht: Aufgrund von finanziellen Problemen konnte ein neues - nach dem Krieg errichtetes - Gebäude nicht gehalten werden und wurde 1967 abgerissen. Die Gesellschaft besteht jedoch auch ohne Gebäude fort. Heute hat das Casino circa 400 Mitglieder und lädt regelmäßig zu gesellschaftlichen Anlässen, wie dem oben erwähnten Festakt.

Traditionsreiche Geschichte

Wenn die Casinogesellschaft am 21. März also zum Festakt lädt, kann sie auf eine bewegte Geschichte zurückblicken, die bis in die Zeit der französischen Revolution zurückreicht. Bis heute hat sich das Casino zu Coblenz seine Rolle als Impulsgeber für Stadtentwicklung und Veranstalter von gesellschaftlichen Anlässen bewahrt. Es ist daher zu wünschen, dass die Gesellschaft in weiteren 210 Jahren erneut zum Festakt wird laden darf - als Bewahrer von freiheitlichem Geist und Tradition der Stadt Koblenz.

Foto Quelle: Pixabay