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IHK-Unternehmerbefragung: Fachkräftemangel ist Geschäftsrisiko Nummer 1

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Koblenz, 18. Januar 2019. Branchenübergreifend sind sich Unternehmen im IHK-Bezirk Koblenz einig: Der Fachkräftemangel ist für sie derzeit das bedeutendste Geschäftsrisiko. Insgesamt 67 Prozent – ein neuer Höchststand – der von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz jüngst befragten Betriebe sehen den Mangel an qualifizierten Mitarbeitern als Geschäftsrisiko und setzen ihn damit bereits zum fünften Mal in Folge ganz oben auf die Liste der unternehmerischen Herausforderungen.

Dass der Fachkräftemangel als so gefährlich eingeschätzt wird, ist auf die Kluft zwischen Fachkräfteangebot und -nachfrage zurückzuführen: Bereits im dritten Jahr in Folge nimmt der Bedarf an zusätzlichem Personal in den Unternehmen zu; 23 Prozent der Unternehmen planen, neues Personal einzustellen (Vorjahr: 22 Prozent). Zugleich gestaltet sich die Stellenbesetzung jedoch immer schwieriger. Während vor zwei Jahren 35 Prozent der Befragten angaben, offene Stellen längerfristig nicht besetzen zu können, liegt dieser Wert aktuell schon bei 51 Prozent. Über alle Branchen hinweg ist mangelnde (Aus-)Bildung dabei die Hauptursache für Probleme bei der Personalsuche: Mehr als zwei Drittel der Betriebe klagen über zu geringe oder unpassende Qualifikation der Bewerber.

„Die Umfrageergebnisse belegen einmal mehr: Gut ausgebildete Fachkräfte sind das Rückgrat unserer mittelständisch geprägten Wirtschaft. Es ist aus Sicht der Unternehmen deshalb dringend geboten, die Qualifizierung von Fachkräften noch systematischer als bislang zu unterstützen und neue Potenziale zu heben“, betont Sabine Mesletzky, Teamleiterin Fachkräftesicherung bei der IHK Koblenz. „Instrumente dafür sind unter anderem eine verbesserte Berufsorientierung sowie eine Förderung der Berufsschulen, die durch eine zeitgemäße Ausstattung zukunftsfest gemacht werden müssen. Auch die Wahrnehmung der Höheren Berufsbildung ist ausbaufähig – Weiterbildung muss selbstverständlicher werden.“

Ein wichtiger Baustein zur Linderung des Fachkräftemangels könnte auch in der Integration von Fachkräften aus dem EU-Ausland in den deutschen Arbeitsmarkt liegen: Mehr als die Hälfte aller befragten Unternehmen sieht Chancen in der Beschäftigung von Fachkräften aus Nicht-EU-Ländern, in der Industrie liegt der Anteil sogar bei zwei Dritteln. Allerdings haben die Betriebe dabei mit Hürden zu kämpfen. So äußern beispielsweise sechs von zehn Unternehmen Unterstützungsbedarf bei der Sprachförderung ihrer ausländischen Fachkräfte, und über 40 Prozent zeigen sich unzufrieden mit dem bürokratischen Gesamtprozess. „Unsere Unternehmen können langfristig kaum auf ausländische Fachkräfte verzichten“, so Mesletzky. „Bürokratische Hürden beim Arbeitsmarktzugang von Geflüchteten müssen deshalb zügig abgebaut werden.“