Mittwoch, 23. Oktober 2019

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Hochschule Koblenz

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Astrid Boll aus dem Fachbereich Sozialwissenschaften promoviert zum Thema „Bedeutung der Mathetik in der Elementardidaktik“

KOBLENZ Astrid Boll, Vertretungsprofessorin im Fachbereich Sozialwissenschaften der Hochschule Koblenz, hat nun an der Technischen Universität Dresden ihre Promotion mit der Note „magna cum laude“ als Doktorin der Philosophie abgeschlossen. Ihre vor dem Promotionsausschuss und hochschulöffentlich verteidigte Dissertation befasst sich mit dem Thema „Bedeutung der Mathetik in der Elementardidaktik – Didaktisches Wissen und Handeln von Fachkräften im Elementarbereich am Beispiel des Bilderbucheinsatzes“. Diese Doktorarbeit ist im Rahmen einer kooperativen Promotion entstanden, bei der eine Hochschule für Angewandte Wissenschaft mit einer Universität kooperiert. In diesem Fall haben Prof. Dr. Daniela Braun aus dem Fachbereich Sozialwissenschaften der Hochschule Koblenz und Prof. Dr. Hans Gängler vom Institut für Berufspädagogik und Berufliche Didaktiken der TU Dresden die Doktorandin erfolgreich gemeinsam betreut.

Der Begriff Mathetik – also die Wissenschaft vom Lernen – findet sich bereits in Fachliteratur des 17. Jahrhunderts erwähnt und ist insbesondere seit den 80er Jahren wieder ins Blickfeld der heutigen Pädagogik gerückt. Dennoch wurden Didaktik und Mathetik als Grundlage für die Organisation und Begleitung von Bildungsprozessen in der frühen Kindheit bislang noch zu wenig erforscht. Das hat Astrid Boll zum Anlass genommen, in ihrer Dissertation den Elementarbereich und seine Didaktik und vor allem die damit verbundene Mathetik intensiver zu untersuchen, ausgehend von den in den letzten 15 Jahren fortschreitenden und in der Wissenschaft diskutierten Erkenntnissen.

Auf der Grundlage der wenigen bestehenden Forschungsergebnisse und Studien widmete sich Astrid Boll mit der vorliegenden Untersuchung dem „inkorporierten Wissen“ der pädagogischen Fachkräfte, die offensichtlich im frühpädagogischen Alltag unausgesprochen didaktische Prinzipien zugrunde legen und methodisch handeln, obwohl sie ausdrücklich eher wenig auf didaktisches Fachwissen zurück zu greifen scheinen. Konsequent folgte Boll der Forschungsfrage, was das didaktische Wissen und Handeln der Fachkräfte im Elementarbereich kennzeichne. Am Beispiel des Bilderbuches – didaktisches Standardmaterial in allen frühpädagogischen Einrichtungen für Kinder – erweiterte Astrid Boll den Gegenstand der Forschung um die Fragen nach den Kriterien für die Auswahl eines Buches seitens der pädagogischen Fachkräfte. Welches Verständnis von Didaktik haben diese bei der Auswahl eines Buches und welche implizite beziehungsweise explizite didaktische Bedeutung hat ihre Auswahl?

„Astrid Boll hat damit nicht nur die Kunst des Lehrens, sondern auch die Kunst des Lernens untersucht und so den in didaktischen Diskussionen häufig vernachlässigten, aber sehr wichtigen Aspekt der Mathetik in den Fokus gerückt“, betont ihre Betreuerin Prof. Dr. Daniela Braun, „ihre Untersuchung ist ein wichtiger Baustein für die Entwicklung einer Didaktik der frühen Kindheit.“ Entsprechend groß ist die Freude im Fachbereich Sozialwissenschaften, der Astrid Boll herzlich zu dieser Promotion gratuliert. „Der Fachbereich ist mit dieser Untersuchung und in der Person von Frau Astrid Boll um eine weitere Wissenschaftlerin bereichert, die sich mit Freude und Engagement den Kindheitswissenschaften widmet“, so Prodekan Prof. Dr. Armin Schneider.