Montag, 18. November 2019

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HwK zeichnet fast 200 Meisterjubilare aus

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Altmeisterfeier bei der Handwerkskammer Koblenz würdigt Lebenswerk mehrerer Meistergenerationen

Koblenz. 196 Meisterbriefe in Gold, Diamant, Eisern und Platin wurden im Rahmen der traditionellen Altmeisterfeier bei der Handwerkskammer (HwK) Koblenz an Handwerker verliehen, die vor 50, 60, 65 oder 70 Jahren ihre Meisterprüfungen abgelegt haben. „Das sind beeindruckende Biografien, die unter unterschiedlichen Umständen geschrieben wurden und die alle eint: der Meisterbrief war Grundlage für das weitere berufliche Leben und mit ihm haben Sie Wirtschaftsgeschichte geschrieben“, begrüßte HwK-Präsident Kurt Krautscheid die Meisterjubilare und ihre Familien im Zentrum für Ernährung und Gesundheit.

121 goldene Meisterbriefe für ein 50-jähriges Meisterjubiläum, 58 Diamantbriefe für eine Meisterprüfung vor 60 Jahren, neun Eiserne Meisterbrief für 65 Jahre Meisterschaft und sogar acht Platin-Meisterbriefe für ein 70-jähriges Meisterjubiläum wurden in diesem Jahr gefeiert – insgesamt Rekordwerte für Veranstaltungen dieses Anlasses.

Meisterbriefe der Jahre 1949, 1954, 1959 oder 1969 bildeten die Grundlage für 196 Erfolgsgeschichten im und mit dem Handwerk, „die natürlich auch in ihr Privatleben hineinwirkten. Beruf, Familie, persönliche Entwicklungen, der Aufbau von Betrieben, die Weitergabe an die nächste Generation – das sind Prozesse, die nicht getrennt voneinander abliefen, sondern als Einheit. Das, was Sie hier geleistet haben, ist beeindruckend und außergewöhnlich. Es verdient unseren größten Respekt! Darauf können Sie wirklich stolz sein“, sprach Kurt Krautscheid seine Anerkennung aus und ging auf zeitgeschichtliche Ereignisse ein, die sich auch mit jenen Meisterjahren verbinden. Die Gründung zweier deutscher Staaten 1949, die Mondlandung 1969 oder die 1950er und 60er Jahre des Wirtschaftswunders, der Ost-Westkonflikt vor dem Hintergrund des Kalten Krieges – all das prägte jene Jahre, die in der Retrospektive auch eine Zeitreise durch das Leben der Ausgezeichneten war.

„Sehen wir die aktuelle Wirtschaftslage im Handwerk mit ihren vielen positiven Vorzeichen, wurde der Grundstein dafür damals gelegt. Das war ein solides Fundament, auf das sich gut aufbauen ließ“, schlug Krautscheid eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Ein Kurzfilm stellte drei Altmeister in betrieblichem und familiärem Umfeld vor, darunter Kfz-Mechanikermeister Heinrich Wagner aus Dommershausen im Hunsrück. Der 86-Jährige kam vor 60 Jahren zu Meisterehren, gründete kurz danach sein Autounternehmen und ist bis heute „Handwerker mit Leib und Seele. Ich habe für meinen Beruf gelebt“, erzählt der Diamant-Meister, der immer noch gerne mit den Fahrzeugen aus seiner Jugendzeit unterwegs ist. Ein Ford Taunus ist so alt wie sein Meisterbrief: 60 Jahre!

Traditionell überreichte der Kammerpräsident jeden Jubiläumsmeisterbrief persönlich am Platz der Altmeister – auch eine Hommage an die Leistungen, die hinter jedem Meister-Lebenswerk steht.

Für gute Unterhaltung, einige nachdenkliche Augenblicke und auch kulturelle Bereicherung sorgten die Gesangseinlagen des Handwerker-Chores aus Birkenfeld und das Malte Grimm Trio aus Mülheim-Kärlich.

Durch die Veranstaltung führten die HwK-Mitarbeiter Eva Vogt und Stephan Hilken.