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Landkreis Mayen-Koblenz feiert 50. Geburtstag

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Turbulente Zeiten vor der Zusammenlegung der Alt-Landkreise Mayen und Koblenz im Jahre 1970

KREIS MYK. Demonstrationen, Unterschriftensammlungen und ein insgesamt großer Widerstand – all das herrschte Ende der 1960er Jahre, als die rheinland-pfälzische Landesregierung eine Anpassung der Kommunalordnung an die aktuellen Anforderungen beschlossen hatte. Davon betroffen waren auch die damaligen Kreise Mayen und Koblenz, die aufgelöst werden sollten. Vor allem die Einwohner des Kreises Mayen protestieren heftig gegen die Umgliederungspläne – am Ende ohne Erfolg. Mit dem „7. Landesgesetz über die Verwaltungsvereinfachung in Rheinland-Pfalz vom 28. Juli 1970 mit Wirkung vom 7. November 1970“ wurden die beiden Landkreise Mayen und Koblenz, die 1816 entstanden waren, zusammengelegt. Der Landkreis Mayen-Koblenz war geboren.

Der Landkreis Koblenz musste in den Jahren vor dem Zusammenschluss zahlreiche Gebietsverluste an das immer weiter expandierende Oberzentrum Koblenz hinnehmen und erhielt zum 7. Juli 1969 lediglich die Moselgemeinden Gondorf, Hatzenport, Kattenes, Lehmen und Löf vom Landkreis Mayen zugeteilt. Zudem erhielt er vom Kreis Sankt Goar unter anderem die Gemeinden Brey, Nieder- und Oberspay, Alken, Brodenbach, Burgen, Macken, Nieder- und Oberfell sowie Nörtershausen. Anders sah es im Landkreis Mayen aus: Er musste keine großen Verluste hinnehmen und übernahm sogar 1932 die südöstliche Hälfte des aufgelösten Kreises Adenau, von der er jedoch 1970 Großteile an die Landkreises Vulkaneifel und Ahrweiler abgab. Zum 7. November 1970 wurde aus MY und KO MYK. Sitz der Kreisverwaltung wurde Koblenz.

1973 beschloss der Kreistag, den Sitz des Kreises in Koblenz zu belassen. Für den Verlust des Kreissitzes erhielt die Stadt Mayen die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, die das freiwerdende Landratsamtsgebäude bezog, sowie das neu eingerichtete Straßenneubauamt. Die Kfz-Zulassungsstelle Mayen wurde nicht abgezogen; Katasteramt, Kulturamt und Gesundheitsamt blieben der Stadt ebenfalls erhalten; der Einzugsbereich der Dachdeckerfachschule wurde sogar erweitert. Selbstständig und unabhängig von Koblenz blieb auch die Kreissparkasse Mayen.

In der Folge wurden die Grenzen des Landkreises kaum noch verändert. Seit 1974 komplettiert die Gemeinde Bendorf-Stromberg das Kreisgebiet. Seit 1992 trägt die ehemalige Verbandsgemeinde Andernach-Land den Namen Pellenz. 2002 wurde die Verbandsgemeinde Mayen-Land in Vordereifel umbenannt. 2014 fusionierten die Verbandsgemeinden Rhens und Untermosel zur Verbandsgemeinde Rhein-Mosel.