Montag, 27. September 2021

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Hochschule Koblenz öffnet zum Wintersemester mit umfangreicher Präsenzlehre

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KOBLENZ/REMAGEN/HÖHR-GRENZHAUSEN. Am 27. September startet die Hochschule Koblenz mit der Begrüßung der Erstsemesterstudierenden offiziell ins Wintersemester 2021/22. Es ist das vierte Semester unter Pandemiebedingungen aber auch das erste, in dem wieder ein Teil der Lehrveranstaltungen in Präsenz an den drei Standorten der Hochschule möglich ist. Für die Teilnahme an Vorlesungen und Übungen benötigen die Studierenden den Nachweis, dass sie entweder geimpft, genesen oder getestet sind. Die Rückkehr zur Normalität ist auch damit nicht so einfach, wie es sich zunächst einmal anhört: Sowohl unter den Studierenden wie auch allen anderen Hochschulangehörigen gibt es starke Gruppen, die eine sofortige Rückkehr zur Normalität fordern, wie auch jene, die aus Sicherheitsbedenken den reinen Online-Betrieb unbedingt beibehalten wollen.

„In den vergangenen drei Semestern haben wir virtuelle Lehre auf einem sehr hohen Niveau anbieten und so den Studierenden trotz der Pandemie einen Fortgang ihres Studiums ermöglichen können“, betont Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz. Die fortschreitende Durchimpfung der Gesellschaft und die zudem hohe Impfquote unter den Studierenden erlaube nun glücklicherweise aber eine Wiederöffnung der Hochschule Koblenz. „Dass wir in diesem Wintersemester aber noch nicht zu 100 Prozent Präsenzlehre zurückkehren können, liegt zum einen an dem epidemischen Zusammenhang, der es eben noch nicht erlaubt, die Hörsäle wieder so dicht zu besetzen wie vor der Corona-Krise“, so Bosselmann-Cyran. Hinzu komme, dass sich durch die knappen räumlichen und personellen Ressourcen die Lehrveranstaltungen auch nicht so einfach teilen ließen. Lehrveranstaltungen mit mehr als 90 Teilnehmenden würden daher auch in den kommenden Monaten weitgehend virtuell angeboten.

Bedingt durch verschieden große Gruppen, didaktische Anforderungen und räumliche Gegebenheiten nutzen die einzelnen Fachbereiche der Hochschule Koblenz unterschiedliche Systematiken, um so viel Präsenzlehre wie möglich anzubieten.

Wieder zu 100 Prozent Präsenzveranstaltungen bieten die Studiengänge der Werkstofftechnik Glas und Keramik am WesterWaldCampus in Höhr-Grenzhausen an. Zusätzlich werden fast alle Vorlesungen live im Internet gestreamt, sind also hybrid. Die Studierenden haben damit die Wahl, ob sie an den Campus kommen oder zuhause bleiben möchten.

Auch die Studiengänge des Bauingenieurwesens bevorzugen diese Variante und werden schätzungsweise über die Hälfte (geschätzt 60 bis 70 %) der Lehrveranstaltungen hybrid anbieten, zum Beispiel das Modul Straßenbautechnik im Bachelorstudiengang. Praktische Übungen in einzelnen Modulen werden in kleineren Gruppen wieder in Präsenz in den Laboren durchgeführt, etwa in der Asphalttechnik. Damit die Vorlesungsräume nicht überbelegt werden, müssen sich die Studierenden zur Präsenzlehre vorab anmelden. Trotz des Focus auf der hybriden Form wird es bei den Studiengängen des Bauingenieurwesens auch einige reine Online-Vorlesungen geben. Damit die Studierenden, in deren Tagesablauf sich Präsenzlehre und virtuelle Lehre möglicherweise abwechseln, bei einer digitalen Teilnahme nicht auf den Gängen sitzend der Vorlesung folgen müssen, wurde auch für jede Online-Vorlesung ein Raum gebucht. Dort können die Studierenden auch ohne die Anwesenheit eines Lehrenden gut zuhören.

Bei den Studiengängen des Architekturwesens werden für die ersten zwei Jahrgänge des Bachelors zwei Präsenztage pro Woche angeboten. An diesen Tagen wird Entwerfen (Grundlagen des Entwerfens für das 1. Semester bzw. Entwurfsprojekt für das 3. Semester) und Baukonstruktion gelehrt. „Diese zwei Veranstaltungen lassen sich äußerst schwer im Virtuellen mit der nötigen Tiefe vermitteln und gerade zu Beginn des Studiums ist ein intensiver Austausch mit Lehrenden und untereinander unersetzlich“, erklärt dazu Prof. Ulof Rückert, Dekan des Fachbereichs bauen-kunst-werkstoffe, „für die weiteren Semester werden jeweils die Entwurfsprojekte in Präsenz angeboten und damit an einem Tag pro Woche.“ Alle restlichen Veranstaltungen bleiben zunächst digital.

Der Fachbereich Mathematik und Technik am RheinAhrCampus Remagen bietet in allen Studiengängen und allen Semestern einen Mix aus Präsenztagen und Online-Veranstaltungen an. Dazu erklärt Prof. Dr. Markus Neuhäuser, Dekan des Fachbereichs: „In den meisten Fällen gibt es zwei Präsenztage pro Woche. Da diese Tage meist etwas voller sind als die Online-Tage liegt der Anteil der Präsenz-Lehrveranstaltungen durchschnittlich bei etwas über 40%. Es werden Vorlesungen, Übungen und Praktika in Präsenz angeboten. Die großen Vorlesungen werden online angeboten, zudem weitere Veranstaltungen, die an den Online-Tagen liegen.“ Durch die Festlegung auf bestimmte Präsenztage sind die jeweiligen Studierenden an manchen Tagen komplett am Campus und an anderen Tagen durchgehend zu Hause, brauchen also nicht während des Tages zwischen dem Campus und ihrer Wohnung zu pendeln.

Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften am RheinMoselCampus Koblenz, der in der Regel sehr große Lehrveranstaltungen anbietet, unterrichtet die Erstsemester in geteilten Gruppen sowie die Masterstudierenden in Präsenz. Für alle anderen Semester gibt es weiterhin virtuelle Vorlesungen. Der ebenfalls in Koblenz angesiedelte Fachbereich Sozialwissenschaften hat durch sein Angebot einiger berufsbegleitender Fernstudiengänge traditionell einen hohen Anteil an virtueller Lehre. Was aber vor der Pandemie in Präsenz stattgefunden hat, wird nun weitestgehend wieder zur Präsenz zurückkehren. So finden die Veranstaltungen im Bereich Soziale Arbeit wieder nahezu komplett nach Plan in Präsenz statt. Um die Situation vor Ort zu entzerren, starten die anderen Studiengänge B.A. Bildung & Erziehung (dual), B.A. Pädagogik der frühen Kindheit, B.A. Bildungs- und Sozialmanagement (Schwerpunkt frühe Kindheit) sowie der Master-Studiengang M.A. Kindheits- und Sozialwissenschaften zunächst virtuell und gehen dann ab Dezember wieder in die Präsenzlehre über.

„Jede Präsenzveranstaltung unter Pandemiebedingungen ist durch die Hygiene­vorschriften, durch Abstands- und Maskenregelungen, durch die jedes Mal notwendige Erfassung der Kontaktdaten und der Überprüfung des 3G-Status eine logistische Herausforderung“, sagt Bosselmann-Cyran, „vor diesem Hintergrund sind wir sehr froh, in allen Fachbereichen einen Teil der Lehre wieder vor Ort am Campus anbieten zu können.“ Es sei auch ein großer Gewinn, dass die Studierenden sich nun wieder am Campus in Lerngruppen treffen, die Bibliothek sowie die Rechnerpools und Labore nutzen könnten. Für das Sommersemester 2022 hofft der Präsident auf eine weitere Entspannung der pandemischen Lage und auf eine Rückkehr zum Campus-Leben, das der Vor-Corona-Zeit noch viel näherkommt. „Unsere obersten Ziele bleiben die Bewahrung der Gesundheit aller Hochschulangehörigen sowie ein gutes und erfolgreiches Studium für alle Studierenden. Wir bemühen uns mit aller Kraft darum, beide Ziele möglichst optimal zu verwirklichen. Auch wenn wir dabei gelegentlich improvisieren müssen, sind wir doch optimistisch, dass das Wintersemester 21/22 gelingen wird,“ betont der Hochschulpräsident.