Samstag, 26. Mai 2018

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Abschiebung der Familie Abuev

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Sehr geehrter Herr Landrat Dr. Bröhr,

wie Sie sicherlich wissen, hat Ihre Ausländerbehörde den Antrag der Familie Abuev auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis in der Zwischenzeit abgelehnt. Wir bedauern dies sehr. Umso mehr, als dass mittlerweile ein Pass für den Vater bei der Kreisverwaltung vorliegt und Pässe für die jüngeren Schwestern ausgestellt wurden und auf dem Weg nach Deutschland sind. Für uns sind dies ausreichende Belege dafür, dass die Familie der Passpflicht im Rahmen ihrer Möglichkeiten als Angehörige der tschetschenischen Volksgruppe gegenüber russischen Behörden nachgekommen ist.

Wir appellieren letztmalig an Sie, die Rechtslage im Sinne der Familie auszulegen und so die erfolgreichen Integrationsbemühungen seit der Einreise im Frühjahr 2013 zu würdigen. Die Kinder waren vor acht Jahren des letzte Mal in Tschetschenien und sehen dort einer ungewissen Zukunft entgegen.

Wir können die restriktive Auslegung des Aufenthaltsgesetzes nicht nachvollziehen, da die Kinder all das nachweislich erfüllen, was in der aktuellen Debatte um die Integration von Migranten gefordert wird. Auch für den Vater gibt es nach wie vor das Angebot einer Arbeitsstelle.

Wir haben innerhalb einer Woche mehr als 1.000 Unterschriften für den Verbleib der Familie sammeln können. Das ist für uns ein Beleg, dass viele Menschen unsere Auffassung teilen, ein Bleiberecht zu gewähren. Bitte überdenken Sie noch einmal die jetzt getroffene Entscheidung und ermöglichen der Familie Abuev in der neu gefundenen Heimat bleiben zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Schamma

1.Vorsitzender VfR 1921 e. V. Simmern