Montag, 18. November 2019

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Abschlusszeugnisse

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Die zweite Runde des Kooperationsmodells Ausbildung und berufliche Orientierung (A+BO) erfolgreich beendet

Dank der gelungenen Kooperation aller Beteiligten und einer hohen Motivation der Teilnehmenden konnten neun Asylbewerber und Flüchtlinge Abschlusszeugnisse entgegennehmen.

In einer Feierstunde im Kreishaus konnten Landrat Dr. Marlon Bröhr und der Leiter der Volkshochschule Hunsrück (VHS), Harald Rosenbaum, den neun erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen ihre Hauptschulzeugnisse überreichen.

Landrat Bröhr lobte die außerordentliche Leistung der Teilnehmenden und bedankte sich für das herausragende Engagement der einzelnen Lehrkräfte und Ausbilder, welches zu dieser Erfolgsgeschichte führte. Insbesondere bedankte er sich für das Engagement der ehrenamtlichen Kräfte. „Wie bei allen Schulabschlüssen profitieren nicht nur die Absolventinnen und Absolventen, sondern letztlich wir alle als Gesellschaft“, so Bröhr.

Harald Rosenbaum ermunterte die Teilnehmenden, nun ihre „Ausrüstung“ zu nutzen und in die berufliche Laufbahn einzusteigen: „Sie haben die Chance ergriffen, die wir Ihnen geboten haben. Machen Sie nun etwas daraus.“

Die Kursleiter Ingo Noack und Wolfgang Herbst betonten, welch großer Herausforderung sie durch die Inhomogenität der Gruppe gegenüberstanden. Die verschiedenen Kulturen und Sprachen samt unterschiedlicher Einstellungen prallten aufeinander. Dabei hat sich die deutsche Sprache als Bindeglied erwiesen, um eine gute Gemeinschaft in der Gruppe zu schaffen. Trotz aller Widrigkeiten waren die Teilnehmenden erfolgreich darin, sich eine gute Grundlage für ihre Zukunft zu schaffen.

Bewegende Momente gab es während der Ansprachen zweier Absolventen. In ergreifenden Worten bedankten sie sich beim Lehrerteam, den Anleitern des ev. Bildungszentrums Schmiedel (EBZ) sowie allen Unterstützern des Projektes.

Die Entscheidung des Kreises 2017, in das gemeinsame Projekt der VHS Hunsrück sowie dem EBZ Schmiedel, freiwillige Mittel zu investieren, war sicher richtig und sinnvoll.

Hintergrund:

Das Projekt A+BO wurde 2017 aus der Not heraus geboren. Hintergrund war die Ausschulung der nicht mehr schulpflichtigen Schülerinnen und Schüler mit dem Verweis auf die vorrangigen Integrationsmaßnahmen der Agentur.

Das Projekt „Berufsreife für Flüchtlinge ab 18 Jahre“ ist vergleichbar mit einem Schulbesuch in einem Klassenverband. Es bietet den Teilnehmenden die Chance, zeitgleich mit berufspraktischen Anteilen, den Hauptschulabschluss (Berufsreife) zu erreichen.

Der schulische Bereich, Erwerb der Berufsreife plus zusätzlichem Deutschunterricht, ist in Trägerschaft der VHS Hunsrück. Hierfür setzen sie die erfahrenen und engagierten Lehrer Herr Noack und Herr Herbst ein. Die Finanzierung ist durch Landes- und Eigenmittel der VHS gesichert.

Den berufspraktischen Teil führt das ev. Bildungszentrum Schmiedel EBZ in Ohlweiler durch. In vier Gewerken verschaffen die erfahrenen Ausbilder den Teilnehmern die nötige Grundlage für eine handwerkliche Ausbildung oder Arbeit. In diesem Jahrgang wurde dieser Bereich durch freiwillige Kreismittel vollfinanziert (48.750 € plus 2500 € Fahrtkosten).

Der Erfolg dieses Projektes beruht auf der Bereitschaft aller Akteure, ihre Kompetenzen und Ressourcen für ein gemeinsames Ziel einzubringen; dem Personenkreis eine solide Basis für ihre berufliche Integration zu ermöglichen und Ihnen somit zu einem selbständigen und eigenverantwortlichen Leben zu verhelfen.

In der dritten Auflage, die am 12.08.2019 beginnt, tritt ein weiterer Akteur in das Projekt ein. Das Jobcenter Rhein-Hunsrück wird mit einer Co-Finanzierung des berufspraktischen Anteils für die Teilnehmer aus ihrem Bereich einsteigen.