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Deutsche Schienenhilfe fordert 1 Milliarde für Onboard-Sensorik im Güterverkehr

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Ziel ist weniger Lärm im Mittelreintal

Bad Breisig / Neuwied, 2.11.2020. - Eine Milliarde Euro zusätzliches Staatsgeld für den Schienengüterverkehr – das fordert die Deutsche Schienenhilfe. Damit muss jeder Waggon mit einer Sensorik ausgerüstet werden, der die technischen Zustände komplett übermittelt. Bei 180.000 Wagen im deutschen Halterregister errechnet sich ein Zuschussbedarf von rund 5500 Euro pro Wagen.  
„Mit einer solchen Übermittlung wird man Flachstellen früh feststellen“, sagt der Vorsitzende der Schienenhilfe, Jochen Zenthöfer. Flachstellen sind Radunebenheiten, die Lärm verursachen und zu schlimmen Schäden bis hin zu Unglücken führen können. „Die Politik hat das Problem erkannt und will ein Gesetz gegen Flachstellen verabschieden. Dabei will es wayside-monitoring zur Pflicht machen, also die Erfassung der Zustände vom Schienenrand aus. Dazu werden Geräte aufgestellt, die die Züge im Vorbeifahren filmen und messen. Doch viel wirkungsvoller ist onboard-monitoring. Die Messungen müssen im Wagen selbst stattfinden!“
Zwar sei wayside-monitoring sehr günstig und zuverlässig, aber nur onboard-monitoring könne schadhafte Waggons zu jedem Zeitpunkt der Fahrt erkennen – und nicht nur bei Messstationen.
„Auf diese Weise können wir den durch Flachstellen erzeugten Lärm im Mittelrheintal um 80 Prozent reduzieren. Dann hätten wir wirklich leisere Züge!“, sagte Zenthöfer.  
Diese geforderte Milliarde muss zusätzlich fließen zu den 6,4 - 8,6 Milliarden Euro, die die neuen Kupplungssysteme für Wagen und Lokomotiven kosten (Quelle: Allianz pro Schiene). Der Staat sollte Kupplungssysteme und Einbau der Sensorik zur Flachstellendetektion als Zuschuss fördern. Das Geld sei für technische Innovationen und Umweltschutz gut angelegt. Europarechtlich dürfte es keine Probleme geben, so die Schienenhilfe. „Wer Milliarden in die Lufthansa pumpt, kann einen Bruchteil davon auch für den Schienenverkehr geben.“