Sonntag, 24. Januar 2021

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Lockdown verlängert: Friseure in großer Sorge

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Der graue Haaransatz wird groß und größer, man fühlt sich immer ungepflegter: Dass die Frisiersalons geschlossen sind, macht vielen Kunden zu schaffen. Noch viel schlechter aber geht es den Friseuren selbst, denn sie werden von Existenzängsten geplagt. Wir haben bei der Friseur-Innung Mittelrhein nachgefragt. Tenor: Es ist viel Verständnis für die Coronamaßnahmen da. Dringend aber bräuchten die Betriebsinhaber staatliche Unterstützung.

„Je länger die Schließung dauert, desto schlimmer ist es für uns natürlich“, erklären Gabi Berkler aus Koblenz, Judith Rössner aus Diez und Oliver Schmidt aus Nastätten. Viele Betriebe stünden nach dem zweiten Lockdown kurz vor dem Kollaps. „Es gibt nur zwei Optionen: Wir müssten so bald wie möglich wieder öffnen können. Oder wir bräuchten auch als Selbstständige staatliche Unterstützung.“ Denn die, schildern die drei Meister/innen, die die Innung kommissarisch leiten, komme hierzulande zu kurz.

„Förderinstrumente wie Sofort- und Überbrückungshilfe greifen nicht bzw. kommen nicht zeitnah zur Auszahlung“, berichten sie. Vor allem fehle die Unterstützung des Unternehmers selbst. „Dabei laufen die Fixkosten ja weiter.“ Wie aber sollen Miete und Beiträge für Kranken- und Rentenversicherung weitergezahlt werden, wenn keine Einnahmen mehr da sind?

Die Friseure gehören zu den Branchen im Handwerk, die zu Pandemiezeiten die meisten Federn lassen müssen. Bereits im ersten harten Lockdown wurden die Salons geschlossen. Es folgten Investitionen, um den Friseurbesuch im Sommer und zu Lockdown light-Zeiten sicher zu machen: Masken, Umhänge, Trennwände, Desinfektionsmittel. Nur jeder zweite Platz durfte besetzt werden. Judith Rössner etwa erzählt: „Ich habe zwölf Plätze, konnte aber nur sechs besetzen.“ Wegen der zusätzlichen Hygienemaßnahmen kostet jeder Kunde fünf bis zehn Minuten mehr Zeit.

„Mindestens viertausend Euro pro Salon haben die Maßnahmen gekostet“, schätzen Berkler, Rössner und Schmidt. „Wir haben alles getan, um Sicherheit zu gewährleisten. Auch Studien untermauern: Friseurbesuche stellen kein erhöhtes Coronarisiko dar.“ Umso bitterer stellt sich der zweite Lockdown dar.

Gerne wollen die Friseure ihren Beitrag leisten, damit das Virus eingedämmt wird. Aber sie brauchen Hilfe. Wie das aussehen könnte, zeige neben Nordrhein-Westfalen das Beispiel Baden-Württemberg. Hier schließt der sogenannte „fiktive Unternehmerlohn“ die schmerzhafte Förderlücke. In Abhängigkeit vom individuellen Umsatzrückgang wird dem Unternehmer monatlich ein Betrag von bis zu 1180 Euro ausbezahlt.

„Schließungen, weniger Kunden, Mehraufwand: Hier in Rheinland-Pfalz dagegen ist es so, dass wir auf dem Schaden sitzen bleiben“, schildern die Meisterinnen und Meister. Weh tut es ihnen auch zu sehen, wie die Kunden leiden. Manch einer so sehr, dass die Friseure sich unter Druck gesetzt sehen und unschöne Anrufe erhalten. „Da können wir leider nichts machen“, resümiert Oliver Schmidt. Einen Stich ins Herz versetzt es den Betriebsinhabern jedoch schon, wenn in der Öffentlichkeit ganz offensichtlich von einem Profi frisierte Fußballer oder andere Promis zu sehen sind: „Da ist der Gedanke an Schwarzarbeit sicher nicht zu weit hergeholt.“

Die Innungsmitglieder aber setzen auf Sicherheit und Ehrlichkeit. „Wir sind froh, dass wir die Gemeinschaft haben“, sagt Gabi Berkler. „Gemeinsam können wir uns in der Politik Gehör verschaffen.“

Sie freut sich, dass die meisten Kunden viel Verständnis haben und geduldig auf ihre nächste Profibehandlung warten. Bis dahin gibt es ein ganz kleines Trostpflaster: Viele Salons verkaufen Pflegeprodukte, die abgeholt werden können – einfach mal beim Lieblingsfriseur nachfragen.

„Kann-Kinder“ am 8. Februar anmelden

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Vorgezogener Schulbesuch ist auf Antrag möglich

Auch Kinder, die noch nicht schulpflichtig sind, können auf Antrag der Eltern in die Schule aufgenommen werden. Und zwar dann, wenn zu erwarten ist, dass sie mit Erfolg am Unterricht teilnehmen können. Diese „Kann-Kinder“ können am Montag, 8. Februar, nach vorheriger Terminvereinbarung in den Schulen der Stadt Neuwied angemeldet werden.

Das Kind muss bei der Anmeldung dabei sein. Mitzubringen ist die Geburtsurkunde oder das Familienstammbuch. Falls das Kind einen Kindergarten besucht, wird darüber eine Bescheinigung benötigt.

Bei folgenden Schulen im Stadtgebiet können die „Kann-Kinder“ am 8. Februar angemeldet werden:

  • Marienschule, Langendorfer Straße 165, 56564 Neuwied, Tel. 02631 23654; Schulbezirk: Am Schlosspark/B 42 - Bahndamm der Bundesbahnstrecke Köln-Niederlahnstein - Unterführung Wilhelm-Leuschner-Straße – Marktstraße bis Hausnummer 84 gerade und 99 ungerade - Hermannstraße - Brückenstraße - Dammstraße - Rhein.
  • Geschwister-Scholl-Schule, Wallstraße 2, 56564 Neuwied, Tel. 02631 23379; Schulbezirk: Stadtgebiet Alt-Heddesdorf (bis Berggärtenstraße -ungerade Hausnummern-) - Industriegebiet Distelfeld - Bahndamm der Bundesbahnstrecke Niederlahnstein-Köln bis „Am Klärwerk“/B 42.
  • Grundschule Heddesdorfer Berg, Ludwig-Erhard-Str. 14, 56564 Neuwied, Tel. 026321 950 700; Schulbezirk: Stadtgebiet Heddesdorfer Berg (ab Berggärtenstraße, gerade Hausnummern) - Kinder aus dem Gladbacher Feld.
  • Sonnenlandschule, Sonnenstraße 46, 56564 Neuwied, Tel. 02631 24045; Schulbezirk: Langendorfer Feld - B 256 ab Bahndamm der Bundesbahnstrecke Niederlahnstein-Köln - Unterführung Wilhelm-Leuschner-Straße – Marktstraße ab Hausnummer 86 gerade und 101 ungerade - Hermannstraße - Brückenstraße - Dammstraße - Rhein.
  • St. Georg-Schule, Apostelstraße 5, 56567 Neuwied, Tel. 02631 71001; Schulbezirk: Stadtteil Irlich.
  • Grundschule Feldkirchen, Schillerstraße 41, 56567 Neuwied, Tel. 02631 72348; Schulbezirk: Stadtteil Feldkirchen.
  • Grundschule an der Wied, In der Lach 1, 56567 Neuwied, Tel. 02631 53022; Schulbezirk: Stadtteile Niederbieber, Segendorf, Rodenbach, Altwied.
  • Friedrich-Ebert-Schule, Veilchenstraße 5, 56566 Neuwied, Tel. 02631 47656; Schulbezirk: Stadtteile Oberbieber und Torney.
  • Wülfersberg-Grundschule, Frans-Hals-Straße 8, 56566 Neuwied, Tel. 02631 49133; Schulbezirk: Stadtteil Gladbach.
  • Margaretenschule, Schulstraße 10, 56566 Neuwied, Tel. 02622 82810; Schulbezirk: Stadtteil Heimbach-Weis, Ortsteil Heimbach.
  • Maria-Goretti-Schule, Sayner Straße 3, 56566 Neuwied, Tel. 02622 81216; Schulbezirk: Stadtteil Heimbach-Weis, Ortsteil Weis.
  • Kunostein-Grundschule, Orffstraße 22, 56566 Neuwied, Tel. 02622 2514; Schulbezirk: Stadtteile Engers und Block.

Kreiswahlleiter und Bürgermeister sind sich einig

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Uneingeschränkte Briefwahl ist das Gebot der Stunde

Landtagswahl: Landrat Achim Hallerbach appelliert an Landesregierung

Kreis Neuwied – Am 14. März 2021 wird in Rheinland-Pfalz ein neuer Landtag gewählt. Zurzeit diskutiert das Land, sie unterschiedlich durchzuführen – teils als ausschließliche Briefwahl, teils im klassischen Stil. „Unverantwortlich“ findet das Neuwieds Landrat Achim Hallerbach. In einer gemeinsamen Erklärung mit allen sieben (Ober-)Bürgermeistern des Kreises verweist er auf die Pandemielage und die Schwierigkeit, unter diesen Voraussetzungen ausreichend Wahlhelfer zu finden. Der gemeinsame, dringende Appell an die Regierung in Mainz lautet daher, für eine ausschließliche Briefwahl im ganzen Land zu sorgen.

Denn anderenfalls kann sich allein im Landkreis Neuwied mit seinen beiden Wahlkreisen ein mehr als skurriles Szenario entwickeln: „In der Stadt Neuwied sind die Infektionszahlen zurzeit hoch und bleiben es vielleicht auch. Wenn das zur Folge hätte, dass im Wahlkreis 4 (Neuwied/Dierdorf/Puderbach) eine ausschließliche Briefwahl stattfindet, gleichzeitig aber im benachbarten Wahlkreis 3 (Rengsdorf-Waldbreitbach/Linz/Asbach/Unkel) aufgrund niedrigerer Inzidenz eine Urnenwahl möglich ist, dürfte das zu erheblichen Irritationen und zu großem Unmut führen“, mahnt Landrat Achim Hallerbach.

Das zweite Problem sieht er in der Wahlbeteiligung. „Wer geht in diesen Tagen in ein Wahllokal, indem schon Menschen aus mindestens vier Haushalten sitzen?“, fragt er und verweist darauf, dass für eine Urnenwahl nun einmal mindestens ein Wahlvorsteher, ein Schriftführer und zwei Beisitzer benötigt werden. „Ganz zu schweigen von der Frage, wer sich hierfür in Pandemie-Zeiten zur Verfügung stellt“, ergänzt Hallerbach, der als Landrat und Kreiswahlleiter letztlich den Ablauf der Wahlen zu steuern hat. „Aufgrund der bisherigen Rückmeldungen lässt sich bereits heute abschätzen, dass nicht alle Wahllokale mit der gesetzlich notwendigen Personenzahl besetzt werden können“, macht er deutlich. Daher drohe die Situation, dass in einigen Regionen keine Wahllokale zur Verfügung stehen könnten.

Gerade jetzt nach dem zweiten verlängerten Lockdown, in dem Schulen, Einzelhandel und Gastronomie, Fitnessstudios und Friseure in die Zwangsschließung geführt wurden, in dem private und familiäre Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren sind und  in dem Bund und Land bis zum 15. März Home-Office „verordnen“, riskiere die Landesregierung Menschenansammlungen und Warteschlagen vor den Wahllokalen. Das ist nach Ansicht von Landrat Hallerbach unverantwortlich.

„Unter Betrachtung der aktuellen Pandemielage steht die Durchführung der Landtagswahl als Urnenwahl, trotz Hygienemaßnahmen in den Wahllokalen, diesem entgegen. Denn auch mit allen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Restrisiko einer Infizierung, möglicherweise auch beeinflusst durch ansteckendere Virusmutationen, nicht ausschließen“, argumentiert der Landrat in seinem Schreiben an den Landeswahlleiter.

Selbst verfassungsrechtliche Bedenken, die der uneingeschränkten Urnenwahl die erste Priorität einräume, müssten gerade wegen der Corona-Pandemie hintenangestellt werden. Mit der Briefwahl erhalte jede Wählerin und jeder Wähler umfassende Möglichkeit, den künftigen Landtag zu bestimmen.

Für alle Volksvertretungen in den Bundesländern, Kreisen und Gemeinden gilt Art. 28 Abs. 1 S. 2 Grundgesetzes, der besagt, dass die Volksvertreter und -vertreterinnen in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl zu wählen sind. Diese fundamentalen Wahlrechtsgrundsätze sind für das gesamte Wahlverfahren zu beachten. Allerdings hat das Bundesverfassungsgericht auch festgestellt, dass es die „Natur der Sache“ mit sich bringt, dass nicht jeder der Wahlgrundsätze stets in voller Reinheit verwirklicht werden könne. So ist der Grundsatz der geheimen Wahl beim Ausfüllen des Wahlzettels am heimischen Küchentisch vielleicht nicht 100-prozentig gegeben. Gleichzeitig trägt aber dieser Wahlzettel dazu bei, dem Grundsatz der Allgemeinheit Rechnung zu tragen, weil er zu einer umfassenden Wahlbeteiligung beiträgt.

„Ich appelliere dringend an die Landesregierung, dafür zu sorgen, dass landesweit einheitlich eine ausschließliche Briefwahl stattfindet. Dies wäre eine klare Regelung, auf die sich alle Wählerinnen und Wähler, alle Verantwortlichen einstellen könnten. Und das unabhängig davon, wie der Inzidenzwert am Tag der Wahl oder eine Woche vorher ist“, fordert Landrat Achim Hallerbach.

Einstimmige Unterstützung erhielt er von allen Bürgermeistern der sechs Verbandsgemeinden des Landkreises und vom Oberbürgermeister der Stadt Neuwied. In einer Telefonkonferenz bekräftigten sie den ausdrücklichen Wunsch einer ausschließlichen Briefwahl.

„Februar ist ein Schlüsselmonat für die erfolgreiche Bekämpfung der Pandemie!“

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Erwin Rüddel zu aktuellen Engpässen bei der Corona-Impfung

Berlin / Region. „Die Landesregierung in Mainz hat wenig vorausschauend gehandelt, als sie die vorhandenen Impfstoffe verimpft hat ohne zu berücksichtigen, dass nach rund drei Wochen eine zweite Dosis benötigt wird. Denn wenn das Land jetzt wöchentlich ca. 50.000 Impfungen vornimmt und seit Impfstart rund 35.000 Impfdosen erhalten hat sowie auch zukünftig erhält, lässt das nur den Schluss zu, dass man Reserven mit verimpft hat“, erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel.

Wenn dann das Land noch behauptet, in den nächsten Wochen 30.000 Impfdosen weniger von BioNTech geliefert zu bekommen, dann würde dies die Situation deutlich verschärfen. „Das Land hat mit dem Impfschutz gezockt, um vor dem März sich in ein positiveres Licht zu rücken. Das ist verantwortungslos gegenüber den Menschen, die sehnlichst auf die zweite bzw. erste Impfdosis warten“, ärgert sich Rüddel, der in Berlin auch Vorsitzender des Gesundheitsausschusses ist.

„BioNTech ist gerade bei der Umstellung seiner Anlagen, um zukünftig mehr Impfstoffe produzieren zu können. Das sorgt zwar kurzfristig für eine ärgerliche Lieferverzögerung, ist aber grundsätzlich richtig und sinnvoll. Glücklicherweise ist Rheinland-Pfalz von diesen Einschränkungen nicht betroffen, wird aber mittelfristig auch von der Produktionsausweitung profitieren“, so Erwin Rüddel.

Positiv ist zudem anzumerken, dass das Land die von BioNTech versprochenen Mengen erhält. In dieser Woche sogar etwas mehr, aber dafür nächste Woche etwas weniger, aber im Schnitt die ca. 35.000 Dosen. Es liegt die Vermutung nahe, dass das Land mit seiner Strategie im Ländervergleich wohl Deutscher Meister werden wollte und dabei Sicherheit und Impfstrategie hinten angestellt hat.

„13 Bundesländer haben das anders gemacht und vorausschauend Impfdosen zurückbehalten, um die zweite Impfung sicherstellen zu können, während das Land Rheinland-Pfalz nicht nur kurzsichtig gehandelt hat, sondern mit Schuldzuweisungen nun vom eigenen Organisationsversagen ablenken möchte“, befindet der Gesundheitspolitiker.

Weil in der Landesregierung offensichtlich nicht gerechnet werden kann, besteht nach Rüddels Ansicht nun die Gefahr, dass zehntausende Menschen aus vulnerablen Gruppen die benötigte zweite Impfung nicht rechtzeitig erhalten könnten und der Impfschutz dadurch nicht ausreichend gegeben ist.

„Da ich davon ausgehe, dass der öffentliche Druck auch die Landesregierung zum Einlenken gebracht hat und besonnener mit dem Impfstoff umgeht (und ihn nicht weiter für Wahlkampfzwecke nutzt), gehe ich auch davon aus, dass die zweite Impfung in den vorgesehenen Zeitfenstern (zwischen 28 und 42 Tagen nach der ersten Impfung) eingehalten werden kann, damit der volle Impfschutz auch gewährleistet ist. – Demnach scheint der öffentliche Druck die Landesregierung zum Umdenken gebracht zu haben im Sinne des Gesundheitsschutzes“, so der CDU-Parlamentarier.

Dabei greift Rüddel noch einen anderen Aspekt auf: „Wenn es stimmt, dass abends nicht verbrauchte Impfdosen entsorgt werden, anstatt sie Personen zukommen zu lassen, die beispielsweise in Gruppe 2 sind, wie Polizei- und Ordnungskräfte, dann ist das ein regelrechtes Regierungsversagen.“

Abschließend äußerte sich Rüddel zuversichtlich, dass durch die Zulassung von „Moderna“ und „AstraZeneca“ das Impfen immer mehr in Fahrt kommen werde. Zudem könnten die Bundesländer jetzt auch den BioNTech-Impfstoff für die häusliche Versorgung durch die Hausärzte organisieren lassen. „Deshalb kann der Februar zu einem Schlüsselmonat bei der erfolgreichen Bekämpfung der Pandemie werden“, betont Erwin Rüddel.

Stromsperren lassen sich vermeiden

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Stadtwerke Neuwied: Zahlungsprobleme frühzeitig klären

Neuwied. Gestiegene Energiepreise durch Bundesgesetze und -umlagen wie zuletzt die CO2-Steuer oder Arbeitslosigkeit belasten den Geldbeutel. Und die Corona-Pandemie verschärft für viele die Lage. Wer dann Probleme hat, die Energierechnungen zu bezahlen, riskiert jedoch nur dann eine Stromsperre, wenn Zahlungserinnerungen und Mahnungen ignoriert werden. Im Dunkeln sitzen muss man nicht, wie die Stadtwerke Neuwied (SWN) betonen.

„Je eher uns die Kunden ihre Zahlungsprobleme darlegen, desto besser können wir helfen“, erklärt Heike Remy. Die Bereichsleiterin des Forderungsmanagements bei den SWN erklärt, dass das Thema Stromsperre nur einen winzigen Teil der Kunden betrifft: „Aber für uns zählt jeder Einzelfall. Wo wir helfen können, tun wir das auch.“

Aktuell sind im Versorgungsgebiet der SWN rund 29300 Stromzähler installiert. „Etwas mehr als 80 Prozent der Kunden zahlen ihre Teilbeträge regelmäßig. Das geht per Einzugsermächtigung, Überweisung oder bar an unserem Kassenautomaten“, so Remy. Doch immerhin an die 3000 Kunden müssen regelmäßig an die Zahlung erinnert oder gemahnt werden. Gemessen daran ist die Zahl der aktuell gesperrten 77 Stromzähler sehr gering. Im ganzen Jahr waren es 160. Deutlich weniger als im Bundesschnitt.

Aber dürfen Versorger überhaupt nach Gusto sperren? „Nein, bis es so weit kommt, muss schon einiges passiert sein. Wird die Rechnung nicht bezahlt, kommt nach der ersten Woche eine Zahlungserinnerung, nach der zweiten Woche eine Mahnung, nach fünf Wochen eine Sperrandrohung. Dann vergeht nochmal eine weitere Woche. Das sind gesetzliche Fristen.“ Verschwinden diese Schreiben in Schublade oder Müll oder werden sie einfach ignoriert, können auch die SWN nicht helfen.

Lösungen gibt es fast immer. Welche passt, ist jedoch nur durch Kontaktaufnahme auszuloten: „Wir können nicht wissen, ob jemand arbeitslos geworden ist und Sozialleistungen empfängt oder aus welchen Gründen auch immer Probleme hat.“ Dass Behörden oder Banken diese Daten mit den SWN austauschen und „das schon regeln“, ist ein Irrglaube: „Das ist allein aus Datenschutzvorgaben nicht möglich. Auch wir dürfen Daten ohne Zustimmung nicht rausgeben. Alle Gespräche sind vertraulich.“

Wer zahlen will, aber nicht kann, sollte sofort zum Telefonhörer greifen und sich beim Forderungsmanagement der SWN melden. „Wer regelmäßig gezahlt hat und absehbar nur kurzfristig einen Engpass hat, kann einen Aufschub erhalten.“ In anderen Fällen helfen Ratenzahlungen oder erhöhte Abschläge. An den Abschlägen führt übrigens kein Weg vorbei: „Ganz ohne geht es nicht.“ Die Berater sind auch geschult, mit den Kunden Einsparmöglichkeiten zu suchen oder verweisen auf andere Stellen wie etwa das Jobcenter oder das Sozialamt, wo es weitere Unterstützung gibt.

Jobverlust, Schulden oder der verlorene Überblick über die eigenen Finanzen führen schnell in einen Teufelskreis. „Wir stehen ja an der Seite der Kunden. Eine automatisierte Sperrung nach den gesetzlichen Fristen, wie andere das häufig handhaben, ist uns als kommunaler Versorger fremd. Wenn der Wille da ist zu zahlen, dann finden wir auch einen Weg.“

Bis zur Stromsperre gibt es also viele Möglichkeiten. Klebt das Siegel mit dem Sperrvermerk erst auf dem Zähler, dann wird´s ungleich schwerer: „Dann muss der Kunde den kompletten Betrag begleichen.“

Kontakt unter 02631/85-2260 oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

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