Sonntag, 25. Juli 2021

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„Verheerende Situation“:

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Mehr als 200 Feuerwehrleute aus dem Kreis Neuwied im Hochwassereinsatz an der Ahr

Brand- und Katastrophenschutz-Inspekteur Holger Kurz spricht vom „schlimmsten Einsatz, den wir je hatten“  - Landrat Achim Hallerbach lobt Ehrenamtliche: „Wir werden sie auch nachher damit nicht allein lassen“

Kreis Neuwied/Ahrweiler. Holger Kurz ist nicht gerade ein unerfahrener Feuerwehrmann. Der Brand- und Katastrophenschutz-Inspekteur (BKI) des Kreises Neuwied hat einiges gesehen. Aber der aktuelle Hochwassereinsatz im Nachbarkreis Bad Neuenahr-Ahrweiler macht auch ihn fassungslos. „Vom Gefühl her ist es der schlimmste Einsatz, den wir je hatten“, sagt er und vergleicht die Situation „mit den Elbehochwassern, die man im Fernsehen gesehen hat“.

In Altenahr beispielsweise soll der Fluss bis auf 7 Meter Höhe angeschwollen sein. „Genau weiß man es nicht. Der bisherige Höchststand lag bei 3,16 Metern, bei 5,50 Metern ist der Pegel dann ausgestiegen“, erzählt er und führt weiter aus, dass das Stadtbild von Ahrweiler aussehe „wie im Krieg“: übereinandergestapelte Autos, eingeschlagene Hauswände.

Die Situation sei „verheerend“, bringt Kurz es auf den Punkt und berichtet, dass allein die Neuwieder Feuerwehrleute um Wehrleiter Kai Jost in der Nacht 50 Menschen vor den Wassermassen retten mussten. „Und es sitzen hier immer noch Leute auf Dächern, an die wir nicht herankommen“, seufzt er.

Insgesamt, schätzt Kurz, sind aktuell 200 bis 250 Feuerwehrleute aus dem gesamten Kreis Neuwied zur Unterstützung der Kameraden an der Ahr im Einsatz. Zunächst waren am Mittwochabend aus dem vier Landkreise umfassenden Bereich der Rettungsleitstelle Montabaur 150 Kräfte alarmiert worden. Im Lauf der Nacht seien dann immer mehr Feuerwehrleute hinzugezogen und vor allem Spezialfahrzeuge sowie Boote aus den Wehren der Rheinschiene nachgeordert worden. „Die Welle rollt weiter“, sagt Kurz am Donnerstagvormittag. Er selbst ist am Bad Neuenahrer Feuerwehrhaus stationiert, seine Kameraden sind in der gesamten Region verteilt. Natürlich habe man bei allem auch darauf geachtet, die Einsatzbereitschaft im Kreis Neuwied nicht zu gefährden. „Wir haben keine Standorte komplett leergefahren“, hält Kurz fest.

Landrat Achim Hallerbach steht mit seinem Brand- und Katastrophenschutz-Inspekteur in regelmäßigem Kontakt – so die wackeligen Mobilfunkverbindungen es zulassen. Nach einem Telefonat zeigt er sich geschockt von den Katastrophenschilderungen. „Meine Gedanken sind vor allem bei den Menschen, deren Leben bedroht ist und bei denen, die leider schon Angehörige verloren haben. Und natürlich haben auch viele Hab und Gut verloren“, sagt er und dankt den Feuerwehrleuten für ihren unermüdlichen Einsatz. „Die Kameraden aus dem Kreis Neuwied sind sämtliche Ehrenamtliche. Frauen und Männer, die sich nachts aus dem Bett holen lassen, um dann rund um die Uhr anderen zu helfen“, lobt Hallerbach und betont, dass ihm bewusst ist, dass dieser Einsatz nicht nur physisch Kräfte zehrt, sondern für viele auch psychisch belastend ist. „Wir werden unsere Leute damit nicht allein lassen“, verspricht er Hilfsangebote in der Nachbereitung des Einsatzes.

Lana Horstmann, MdL:

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Sommertour 2021 von Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion - Begegnungen: Ehrenamt

Die Sommertour der SPD-Fraktionsvorsitzenden Sabine Bätzing-Lichtenthäler führt am 20.07.2021 in die Verbandsgemeinde Puderbach und nach Neuwied. Zusammen mit Lana Horstmann, Landtagsabgeordnete für die Stadt Neuwied sowie die Verbandsgemeinden Puderbach und Dierdorf, wird sie den Puderbacher Bürgerfahrdienst sowie das Neuwieder Quartiersbüro besuchen und ins Gespräch kommen.

Die Sommertour steht unter der Überschrift „Begegnungen: Ehrenamt“. Denn mit dem Sommer und den Schritten, die uns die Entwicklung der Corona-Fallzahlen möglich machen, sind wieder mehr „Begegnungen“ möglich. Begegnungen mit ehrenamtlich engagierten Menschen in ihren jeweiligen Engagement-Bereichen.

Die Erfahrungen in dieser Corona-Pandemie haben gezeigt: Es macht Mut, wenn man sieht, wie viele Menschen in Rheinland-Pfalz bereit waren und sind, zu helfen und zu unterstützen. Auf eines war und ist Verlass - auch in dieser Pandemie: Auf das Ehrenamtliche Engagement vieler Menschen in Rheinland-Pfalz kann man bauen. Gleichwohl ist auch das Ehrenamt unter Druck geraten. Auch hier hat die Pandemie bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen verschärft: Nachwuchssorgen oder wirtschaftliche Fragen kann man als Schlagwörter benennen.

In der Sommertour der SPD-Fraktionsvorsitzenden wird es um die Information über die Arbeit der SPD-Landtagsfraktion und insbesondere den Dialog mit den Ehrenamtlichen gehen – um ihre Erfahrungen in der Pandemie, ihre Erwartungen an die Politik und um die Erkenntnisse, die die SPD-Landtagsfraktion in ihren parlamentarischen Initiativen im Landtag beachten will.

19-mal ein bewusstes Bekenntnis zu Deutschland

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Feierstunde: Landrat Achim Hallerbach bürgert 14 Frauen und 5 Männer aus 7 Nationen ein

Kreis Neuwied. Sie kamen aus Bangladesch, dem Iran, Nepal, Pakistan, Syrien, Thailand und Togo und sahen an diesem Nachmittag sehr aufgeregt und glücklich aus. Denn sie hatten sich bewusst entschieden, deutsche Staatsbürger zu werden – mit allen Rechten, aber auch Pflichten. Und eben dies wurde nun im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Neuwieder Roentgen-Museum wahr. Landrat Achim Hallerbach hat insgesamt 14 Frauen und 5 Männer zwischen 5 und 61 Jahren eingebürgert. „Äußerlich ist es nur ein formaler Akt auf einem Stück Papier. Aber mit diesem Schritt, mit ihrer ganz persönlichen Entscheidung für Deutschland, haben sie zum Ausdruck gebracht, dass sie sich mit unserem Land, unseren politischen und gesellschaftlichem System und mit unseren Wertvorstellungen identifizieren“, rief der Landrat ihnen zu und gratulierte ihnen, „dass sich ihr Verstand und ihr Gefühl für Deutschland entschieden haben“.

Im weiteren Verlauf seiner Rede erinnerte Hallerbach noch einmal daran, was die 19 Frauen, Männer und Kinder auch während des durchaus aufwendigen Einbürgerungsverfahrens mit auf den Weg bekommen haben: dass Offenheit und Respekt zwei unverzichtbare Bedingungen für das Zusammenleben in Deutschland sind. Und dass im Grundgesetz die Grundrechte verankert sind: von der unantastbaren Würde des Menschen über die Religions-, Meinungs- und Pressefreiheit bis hin zum Brief- und Postgeheimnis. Dazu, Grundgesetz und Gesetze der Bundesrepublik Deutschland zu achten und alles zu unterlassen, was ihr schaden könnte, bekannten sich die neuen Staatsbürger dann auch beim „feierlichen Bekenntnis“, das sie dem Landrat nachsprachen. Allein das sonst übliche gemeinsame Singen der Nationalhymne musste Corona-bedingt ausbleiben. Stattdessen untermalte mit Michael Steinebach ein Schüler der städtischen Musikschule die Veranstaltung musikalisch.

Seit 2008 sind im Kreis Neuwied insgesamt 2927 Ausländer eingebürgert worden. Voraussetzung für eine Einbürgerung ist ein rechtmäßiger, gewöhnlicher Aufenthalt von acht Jahren, der unter gewissen Voraussetzungen auf sechs Jahre verkürzt werden kann. Obligatorisch sind außerdem eine Sprachprüfung und der Einwanderungstest.

Stadtratssitzung wird online übertragen

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Der Neuwieder Stadtrat tagt am Donnerstag, 15. Juli, erstmals wieder in einer Präsenz-Veranstaltung im Heimathaus. Außerdem wird die Sitzung auf Beschluss des Rates zur Änderung der Hauptsatzung per Stream live übertragen. Ab 17.30 Uhr können Interessierte unter dem Direktlink www.neuwied.de/stadtratsitzung-online.html die Versammlung verfolgen.

Feuerwehr schließt am Donnerstag die Deichtore

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Die Neuwieder Feuerwehr wird am morgigen Donnerstag ab 8 Uhr die drei Deichtore in der Schloßstraße, der Marktstraße und der Pfarrstraße schließen. Hintergrund ist der für den Vormittag prognostizierte Anstieg des Rheinpegels.

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