Mittwoch, 17. Juli 2019

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Mit Pressluft und Taucheranzug: Brunnen von 1922 saniert

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Längere Saugleitung verbessert Wassergewinnung auch in heißen Sommern

Neuwied. Im langen, trockenen Sommer vergangenes Jahr wurde in vielen Regionen Deutschlands das Wasser knapp. Nicht im Engerser Feld. Es hat genug Reserven, selbst wenn monatelang kein Regen fällt. Diese Reserven können künftig noch besser genutzt werden. Die Stadtwerke Neuwied haben dazu einen alten Schachtbrunnen saniert. Dazu brauchte es auch Industrietaucher.

Es ist eng, es ist kalt. Ein paar Baulampen erhellen den Schacht in der Hafenstraße, der 16 Meter unter der Erde geht. Dort macht sich auf einem kleinen Podest ein Mann bereit. Die Arbeitskleidung: ein dicker, isolierender Overall, darüber ein Anzug aus dickem Gummi. Ein Kollege setzt ihm den Helm aus Stahl auf und arretiert ihn am Anzug. Funktionieren Pressluft und Funk? Sein Daumen geht hoch, ein „Alles klar!“ schallt über die Lautsprecher in den Schacht, dann steigt der Taucher ab. Er arbeitet vier Meter unter der Wasseroberfläche und sammelt dicke Kieselsteine ein, die auf dem Schachtgrund liegen. Wie lange dauert die Schicht? „Bis ihm zu kalt wird“, sagt sein Kollege locker. „Also etwa zwei Stunden.“

Über das Zwischenpodest des Schachts werden die Kieselsteine eimerweise nach oben gebracht. Die Kommandos der Industrietaucher sind präzise und kurz, sie schallen laut und klar durch den Schacht: Jeder muss an jeder Stelle wissen, was gerade passiert. Das ist wichtig für die Sicherheit.

Oben liegt bereits ein ganzer Container ausgedienter Rohrleitungen zur Entsorgung. „Das ist natürlich eine mühevolle Handarbeit, wenn man solche Schachtbrunnen bis zur Sohle reinigen möchte“, erklärt Bereichsleiter Bernd Essing von den SWN. „Gleichzeitig wollen wir tiefer ins Grundwasser. Die Altleitungen kommen raus, dann werden die Saugleitungen verlängert, um bei Trockenheit die Wassergewinnung auch aus größerer Tiefe zu sichern.“

Fünf Brunnen betreiben die SWN im Engerser Feld. Vier davon wurden erst zwischen 1960 und 1984 gebohrt und fördern aus Tiefen zwischen 20 und 24 Metern. Der fünfte Brunnen, der jetzt saniert wird, stammt aus dem Jahr 1922 und ist als einziger über den Schacht begehbar: „Heutzutage wird nur noch gebohrt, weil der Aufwand deutlich geringer ist, als einen Schacht im Durchmesser von mehr als drei Metern anzulegen, der dann mit Ziegeln ausgemauert wird.“

Obwohl der Brunnen fast 100 Jahre alt ist, erfüllt er nach wie vor seinen Zweck: „Das sind Bauwerke für die Ewigkeit“, sagt Essing. „Natürlich ist die Bevölkerungszahl auch gewachsen, so dass später weitere Brunnen notwendig wurden. Von 1900 bis 2000 hat sich die Zahl der Neuwieder quasi verdoppelt, viele Industrie- und andere Betriebe kamen hinzu.“

Heute liefern die Brunnen Wasser für rund 70.000 Menschen in der Stadt, jede Stunde gehen 700 Kubikmeter durch das Leitungsnetz. Der heiße Sommer 2019 war extrem, mit 5 Millionen Kubikmeter Wasser wurden 400.000 mehr als im Jahr davor benötigt. „Wir müssen uns darauf einrichten, dass diese Extremwetter zunehmen. Das ist Teil der Daseinsvorsorge.“ Und der alte Brunnen kann jetzt weitere Jahrzehnte seinen Dienst tun.

Stadtrat und Bürger zu ökumenischem Gottesdienst eingeladen

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Am Donnerstag, 27. Juni, startet der Neuwieder Stadtrat mit seiner konstituierenden Sitzung um 17.30 Uhr in der Stadthalle Heimathaus in die neue Wahlperiode. Vor Beginn der politischen Arbeit sind die Ratsmitglieder ebenso wie die Bürgerinnen und Bürger zu einem ökumenischen Gottesdienst eingeladen. Und zwar um 16 Uhr in der Kirche St. Matthias.

Umleitung: Erdarbeiten am Radweg durchs Engerser Feld

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Im Juli geht`s los: Mit Beginn des Monats starten die Erdarbeiten zum Ausbau des kombinierten Rad- und Gehwegs entlang des Neuwieder Rheinufers im Engerser Feld. Die Aufsichtsbehörde hatte diesen Zeitpunkt festgelegt mit Rücksicht auf die Belange des Natur- und Vogelschutzgebietes, das von den Arbeiten betroffen ist. Aus diesem Grund soll die Maßnahme auch bis Ende Oktober abgeschlossen werden. Für den Rad- und Fußgängerverkehr in beiden Richtungen bedeutet dies, die ausgeschilderte Umleitungsstrecke, die von Engers aus gesehen über den Schimmelsberger Weg, vorbei am Kann- und Silbersee zur Straße „Im Langendorfer Feld“ verläuft, zu nehmen.

PAPAYA-KOALITION: Überflüssiges Koalitionsgeschenk kostet Millionen

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Neuwied. Obwohl sich die Neuwieder Bevölkerung erst vor wenigen Jahren bei einem Bürgerentscheid mit überwältigenden 91 Prozent gegen einen dritten hauptamtlichen Beigeordneten aussprach und die Position des zweiten hauptamtlichen Beigeordneten auch unter diesem Eindruck später durch zwei ehrenamtliche Beigeordnete ersetzt wurde, handelten die drei Fraktionsführer Martin Hahn (CDU), Regine Wilke (Bündnis 90/Grüne) und Arno Jacobi (FWG) in ihrem Papaya-Koalitionsvertrag einen weiteren hauptamtlichen Beigeordneten für die Stadt aus. Dazu der Fraktionsvorsitzende der AfD im Neuwieder Stadtrat, René Bringezu: „Installiert die frisch geschälte Papaya-Koalition tatsächlich einen zusätzlichen hauptamtlichen Beigeordneten, dann müssen die Steuerzahler einen hohen Preis für diesen zusätzlichen Posten zahlen. Das sachlich vollkommen überflüssige Koalitionsgeschenk kostet der Stadt Neuwied und ihren Bürgern jährlich mehr als 200.000 Euro. Bei einer eventuellen zweiten Amtszeit würde der Beigeordnete vom Einstiegstarif B 2 auf B 3 hochgestuft, womit die Kosten für diese zweite Amtszeit plus Assistenz bei mehr als 1,7 Millionen Euro liegen würden. Diese Kosten liegen deutlich über den Aufwandsentschädigungen für zwei ehrenamtliche Beigeordnete. Damit ist das Ende der finanziellen Belastung für die Stadt aber noch lange nicht erreicht. Nach dem Ausscheiden aus dem Amt hat der Beigeordnete bei einer Amtszeit von acht Jahren einen lebenslangen hohen Mindestversorgungs- und Beihilfeanspruch für sich und seine berücksichtigungsfähigen Angehörigen.“ Bringezu appelliert: „Ein weiterer hauptamtlicher Beigeordneter muss unbedingt verhindert werden, weil das Steuergeld dringend in die Stadtentwicklung, die Sicherheit und die Infrastruktur investiert werden muss. Deshalb fordere ich die Oppositionsfraktionen im Neuwieder Stadtrat dazu auf, dass dieser Selbstbedienungsmentalität fraktionsübergreifend Einhalt geboten wird. Sofern erforderlich, sollten wieder die Bürger von Neuwied das letzte Wort in der Sache haben.“

AfD-Fraktion im Neuwieder Stadtrat

Halbzeitbilanz 2019 bestätigt Trend in der Beratung und die Angebote des Frauennotrufs

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Kreis Neuwied. Die Themen in der Beratung des Vereins Trotzdem-Lichtblick – Verein gegen sexuellen Missbrauch / Frauennotruf im Kreis Neuwied – Puderbach sind unverändert seit Jahren: Einsamkeit, Schulden, Trennung und Scheidung sowie sexueller Missbrauch und Gewalt.  

„Die Anzahl der Anrufe bei unserem Beratungstelefon ist konstant hoch und seit Jahren zeichnen sich die Dauerthemen Einsamkeit, Trennung und Scheidung, Schulden und sexualisierte Gewalt ab“, so Stephanie Shirazi vom Vorstand des Vereins Trotzdem-Lichtblick e.V..

Außerdem weist sie darauf hin, der Verein für weibliche, erwachsene Opfer sexualisierter Gewalt eine begleitete Gesprächsgruppe anbietet. Diese Gruppe trifft sich jeden Dienstag um 18 Uhr in Neuwied und stellt ein freiwilliges, unterstützendes und anonymes Angebot da. Sie ersetzt  keine psychotherapeutische Behandlung, kann aber von Frauen mit und ohne Psychotherapie als Unterstützung angenommen werden.  “Wir sind froh, dass wir nach personellen Problemen dies  Angebot für Frauen wieder machen können“, so Stephanie Shirazi. Mit dem neuen Therapeutinnenteam sei die alte Tradition von Professionalität in Kombination mit Herzenswärme wieder aufgenommen worden.
Stabile, angstfreie Räume sind für Gewaltopfer von großer Bedeutung und die Grundlage für eine Aufarbeitung der schrecklichen Erlebnisse.

Beratungstelefon und Informationen zum Verein unter    
Tel.: 0 26 31-9 55 87 54 od. 0 26 84-95 77 89
Kontakt zur begleiteten Gesprächsgruppe unter Tel.:  01 51-57 47 82 81
Homepage: www.trotzdem-lichtblick.de

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