Sonntag, 12. Juli 2020

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Deichwelle: Eingeschränkter Schwimmbetrieb im Freibad

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Krose: Mehr ist nicht zu verantworten – Fünf Zeitfenster für je 72 Gäste – Wasserpark öffnet für Familien

Neuwied. Die Deichwelle wird ab dem 1. Juli im Freibad einen eingeschränkten Schwimmbetrieb ermöglichen. Aufgrund der Hygiene- und Abstandsregeln können auf täglich fünf Zeitfenster verteilt jeweils maximal 72 Gäste das Bad nutzen.

„Im Rahmen der Pandemie ist nur ein stark eingeschränkter Freibadbetrieb möglich“, erklärt Geschäftsführer Michael Krose. Jedes Bad habe andere Voraussetzungen und ein anderes Umfeld. „Die Vorgaben des Landes waren wenig hilfreich“, sagt Krose. „Wir mussten sehr genau abwägen, welches Verhältnis von Schwimmern im Becken und auf den Liegewiesen vertretbar ist.“

Nach der reinen Größe der Liegewiese dürften rund 1000 Gäste ins Bad. „Diese Größe hilft uns aber nicht weiter. Denn bezogen auf die Wasserfläche können coronabedingt lediglich 72 Gäste ins Becken.“ Nur das große Schwimmbecken könne als verfügbare Fläche gerechnet werden. Es wird in drei Schwimmbahnen unterteilt, wo jeweils im Einbahnbetrieb und mit 1,5 Metern Abstand geschwommen werden darf. Hinzu kommt: Der eine schwimmt langsamer, der andere sportlicher: „Wir werden versuchen, das bei der Verteilung der Bahnen zu berücksichtigen.“

Ein Missverhältnis von 1000 Gästen zu 72 Schwimmern hielten die Verantwortlichen jedoch nicht für tragbar: „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren leider die Erfahrung gemacht, dass selbst unter normalen Bedingungen ein geregelter Freibadbetrieb nur mit zusätzlich zum Badeaufsichtspersonal beigestelltem Security-Personal durchführbar ist.“ Unter den jetzigen Bedingungen befürchtete man noch deutlich mehr Streitereien und Unruhe: „Ich kann ja niemandem die Vorschrift machen, nur fünf Minuten zu schwimmen, damit der nächste ins Wasser kann. Das lässt sich nicht kontrollieren oder gar regeln.“ Man wolle auf jeden Fall vermeiden, dass Gäste im Bad nicht ins Wasser können, weil die ersten stundenlang die Wasserfläche blockieren.

Außerdem wollte man gewährleisten, dass die Gäste zügig das Bad betreten können und nicht in ewig langen Schlangen davor auf Einlass warten: „Aus diesem Grund wird es keinen ´normalen´ Freibadbetrieb geben, sondern einen gezielten Schwimmbetrieb im Freien.“

Dazu wird die Deichwelle in fünf Zeitfenstern zu je 90 Minuten bis zu 72 Personen ins Freibad lassen. Dies stellt die maximale Anzahl derer dar, die zeitgleich im Schwimmerbecken aktiv sein können. Rutschen, Sprungturm und Kleinkindbereich bleiben geschlossen.

Eine Online-Voranmeldung ist Bedingung für den Besuch des Bades. Es gelten trotz der Einschränkungen die regulären Eintrittspreise (Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro). „Anders ist es nicht vertretbar. Wir erwarten bei dieser Regelung einen Umsatzausfall von 80 bis 90 Prozent – bei einem deutlich erhöhten Aufwand.“ Denn aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre heraus werde man jetzt das Bad mit erhöhtem Personal- und Sicherheitsaufwand betreiben.

Wenn ab dem 1. Juli geöffnet wird, können Gäste um 9, 11, 13, 15 und 17 Uhr für jeweils 90 Minuten ins Bad. Die restlichen 30 Minuten werden für eine Zwischendesinfektion benötigt. Dazu gehören auch Sanitäranlagen und Umkleiden.

„Wir wissen, dass das für alle Seiten keine sehr befriedigende Lösung ist, aber wir sind froh, dass wir überhaupt eine schaffen konnten, die einen Schwimmbetrieb ermöglicht.“

Da mit dem Schwimmbetrieb im Freibad für Familien mit kleinen Kindern die Nutzung kaum sinnvoll möglich ist, wird mit dem Freibadbetrieb in der Deichwelle der Wasserpark Feldkirchen geöffnet. „Der Wasserpark kann zeitgleich bis zu 100 Gäste im Rahmen der Corona-Regeln bewältigen. Im Wasserpark wird keine Online-Reservierung erforderlich sein, dort werden wir mit den in der Gastronomie verbreiteten Zetteln zum Erfassen der Besucher arbeiten. Ab 100 Gästen besteht dann ein Einlassstopp.“

Langjährige Mitarbeiterinnen in den Ruhestand verabschiedet

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Zwei Mitarbeiterinnen der Kreisverwaltung Neuwied wurden von Landrat Achim Hallerbach (rechts) nach langer Tätigkeit mit den besten Wünschen für die Zukunft in den Ruhestand verabschiedet.

Lydia Frey (2.v.r.) arbeitete seit 1985 – mit einer Zwischenstation bei der Abteilung Ordnung, Verkehr und Rechtsangelegenheiten - bis zuletzt als Sachbearbeiterin beim Kreisjugendamt Neuwied.

Margarete Nörling (3.v.l.) ist gelernte Kinderkrankenschwester und begann nach ihrem Studium der Sozialen Arbeit 1994 ebenfalls beim Kreisjugendamt. Zuvor arbeitete sie in mehreren Stationen in Krankenhäusern; u.a. in Worms und Mainz. Als Sozialarbeiterin begleitete sie mit ihren fachlichen Schwerpunkten der Paar- und Familientherapie oder als Mediatorin viele Familien und Einzelfälle.

Im Hintergrund (v.l.n.r.): Birgit Eisenhut (Personalratsvorsitzende), Oliver Honnef (stellvertretender Büroleiter) Jürgen Ulrich (Jugendamtsleiter), Uwe Kukla (stellvertretender Jugendamtsleiter).

Kinderrechte und Grundgesetz

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Projektförderung für Institutionen und Vereine möglich

Die diesjährige Woche der Kinderrechte in Rheinland-Pfalz geht vom 20. bis 27. September über die Bühne und steht unter dem Motto „Kinderrechte im/ins Grundgesetz!?“. Stadt und Land fördern Projekte zu den Kinderrechten auch 2020.

Ausrufe- und Fragezeichen: Das Motto macht deutlich, dass das Thema Kinderrechte und Grundgesetz kontrovers diskutiert wird. „Seit 30 Jahren gilt die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen in Deutschland, seither wird darüber diskutiert, sie im Grundgesetz zu verankern. Der aktuelle Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD sieht diese Verankerung vor“, berichtet Sonja Jensen, die beim Kinder- und Jugendbüro (KiJuB) die Fachstelle für Partizipation innehat. „Dies ist ein starkes und notwendiges Signal!“ Zudem weist sie auf ein Kernstück der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen hin: das Prinzip, dass bei allen staatlichen Entscheidungen, die Kinder betreffen, das Kindeswohl berücksichtigt werden muss.

Ein immer wiederkehrendes Argument gegen eine Verankerung im Grundgesetz ist der Hinweis, dass Kinder bereits durch dieses geschützt seien. In der Praxis werden laut einigen Experten Grundgesetz und Kinderrechtskonvention jedoch nicht miteinander in Verbindung gebracht. So sehen zwei vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebene Gutachten bei der Umsetzung des Kindeswohlprinzips und des Beteiligungsrechts noch erhebliche Defizite, da das Grundgesetz nicht ausdrücklich ausspricht, welche spezifischen verfassungsmäßigen Rechte Kinder in Deutschland haben.

Jensen dazu: „Hier wird deutlich: Bei der Umsetzung des Kindeswohlprinzips und des Beteiligungsrechts gibt es erhebliche Defizite. Die Gutachten sehen daher eine explizite Verankerung dieser Prinzipien im Grundgesetz als verfassungspolitisch sinnvoll an. Die Rechtsanwendung bereits bestehender Kinderrechte würde deutlich verbessert.“ Zudem wären die Kinderrechte dann auch schon Thema im allgemeinen Jurastudium und nicht nur auf Sonderveranstaltungen.

Immer wieder wird dem Vorschlag die Kinderrechte ins Grundgesetz zu integrieren, die Angst entgegengesetzt, dass dadurch die Stellung der Eltern eingeschränkt werde. Jensen erklärt: „Diese Angst kann man allen Eltern nehmen, an der Rechtsstellung der Eltern würde sich nichts ändern. Der Staat erhält durch ein Kindergrundrecht keine neuen Befugnisse oder Kompetenzen. Das gesetzliche Verhältnis von Eltern zum Staat wird nicht angetastet, es geht lediglich darum, das Verhältnis und die Pflichten von Staat zu Kind klarer auszuformulieren.“

Der bisherige Vorschlag für ein Kindergrundrecht sieht vor, das Kindeswohl bei allen Entscheidungen, die ein Kind betreffen, „angemessen“  zu berücksichtigen. Doch das geht den Kinderrechtsorganisationen nicht weit genug, sie möchten eine „vorranginge“ Berücksichtigung des Kindeswohls. Dies unterstützt die Fachstelle Partizipation in Neuwied eindeutig. „Diese kleine Unterscheidung in einem Wort ist eine sehr wichtige, denn nur dann ergibt sich aus der Pflicht zur vorrangigen Berücksichtigung des Kindeswohl auch eine Pflicht zur Beteiligung der betroffenen Kinder“, erklärt Jensen.

Auch in diesem Jahr können sich wieder alle Institutionen und Vereine in Neuwied für eine Förderung in Höhe von 300 Euro für ein Projekt bewerben, das ein oder mehrere Kinderrechte behandelt. Das Projekt muss bis zum 15. Oktober durchgeführt worden sein. Interessenten schicken ihre Projektbeschreibung per Post an Sonja Jensen, Kinder- und Jugendbüro der Stadt Neuwied Fachstelle Partizipation, Heddesdorfer Straße 33, 56564 Neuwied, oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler besuchte Gesundheitsamt

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Zusammenarbeit von Landkreis Neuwied mit Gesundheitsministerium verlief gut -  Landrat Hallerbach übergab Liste mit Verbesserungsvorschlägen

Die Zusammenarbeit mit dem rheinland-pfälzischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie (MSAGD) lief in den vergangenen Wochen während der coronabedingten Maßnahmen sehr gut. Dieses Fazit zog der Neuwieder Landrat Achim Hallerbach anlässlich des Besuchs der rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler im Gesundheitsamt Neuwied. Gleichwohl stellte Landrat Achim Hallerbach die Sichtweise des Landkreises mit seinen Behörden und Ämtern auf das Corona-Pandemiegeschehen und Schlussfolgerungen für die Zukunft vo

Zunächst informierte sich die Ministerin über die Arbeit der Fieberambulanz und beim Lagezentrum. Die Einrichtung war im März auf Betreiben von Landrat Achim Hallerbach eine der ersten in Rheinland-Pfalz. Dort gab Kreisfeuerwehrinspekteur Holger Kurz einen ausführlichen Bericht. Anschließend folgte ein Besuch im Gesundheitsamt und Gespräche mit den dort in die Lage eingebunden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ministerin Bätzing-Lichtenthäler dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes: „Der Verwaltungsalltag wurde auf den Kopf gestellt, Wochenenden wurden geopfert, Feierabende nach hinten hinausgeschoben, Teilzeitstundenkontingente hochgefahren Es ist beeindruckend was hier aufgebaut und geleistet wurde. Es bleibt ein dynamisches System, ein Lernen im Prozess. Die künftige Arbeit basiert auf den bisher gemachten Erfahrungen.“

Seitens des Kreises standen eine ganze Reihe von Punkten auf Hallerbachs Wunschliste an das Land. Hallerbach betonte, dass es sich vorwiegend um Verbesserungsvorschläge handele, die durch die bisher gemachten Erfahrungen zustande kamen.

So habe es Zu Beginn der Pandemie zu lange gedauert bis die Krankenhäuser aktiv ins Geschehen eingebunden wurden: „In die Pandemieplanungen des Landes mit den Krankenhäusern wurden die Landkreisverantwortlichen mit den Gesundheitsämtern außen vorgelassen. Nur die eigenen Netzwerkstrukturen haben hier für Abhilfe gesorgt“, so Hallerbach.

Auch im Zusammenwirken mit dem Bereich der Niedergelassenen und der Kassenärztlichen Vereinigung habe es laut Hallerbach während der hochakuten Phase der Pandemie die größten Diskrepanzen gegeben: „Die Verantwortung und der Sicherstellungsauftrag der Niedergelassenen ihren Patienten gegenüber wurde nicht ausreichend wahrgenommen; das Gesundheitsamt wurde missbraucht, um Aufgaben der Niedergelassenen wahrzunehmen. Die Kommunen hätten zu Unrecht in der Kritik gestanden, nicht für ausreichend Schutzmaterialen und Versorgung der Niedergelassenen zu sorgen.

Ferner sieht Hallerbach einen Schwerpunkt in der Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) sowohl in personeller als auch finanzieller Hinsicht. Hier seien die Bestrebungen sowohl auf Bundes- als auch Landesebene sehr zu begrüßen. Dem Fachkräftemangel, der auch in den Berufen wie Fachkraft für Hygiene, Gesundheitsaufseher, Hygienekontrolleur, zu finden ist, könne nur mit einem Angleichen an die krankenhausspezifischen Löhne entgegengewirkt werden.

Die aktuelle Pandemie und auch die Infektionsgeschehen aus früheren Jahren zeigen deutlich, dass der öffentliche Gesundheitsdienst kein regulärer Amts- oder Bürojob ist, sondern eine ständige Erreichbarkeit gewährleistet sein muss. Außer Corona gibt es viele weitere Erkrankungen, die zur Verhinderung eines Ausbruchsgeschehens umgehend bearbeitet werden müssen und nicht Zeit bis zum nächsten Werktag haben, wie es im Infektionsschutzgesetz formuliert ist.

Die stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Corinna Trapp, wünschte, dass die Gesundheitsämter baldmöglichst ein einheitliches EDV-System erhalten mit entsprechender Meldeplattform und auch an die Datenbanken zum kassenärztlichen System angebunden werden ebenso wie die Notwendigkeit der Anbindung an die Corona-WarnApp. Durch die Nutzung derselben Plattformen können Doppelarbeiten und Wissenslücken sowie Zeitverzug in der Bearbeitung vermieden und bürgerorientiert gearbeitet werden.

Mit Blick in die nähere Zukunft verspracht die Ministerin, dass aktuell die Folgen der Lockerungen beobachtet würden, um ggf. schnell und angemessen gegenzusteuern.

Karsten Lotz seit 25 Jahren im Öffentlichen Dienst

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Er hat einige Stationen vorzuweisen, war 12 Jahre Zeitsoldat, arbeitete später nach der Ausbildung als Beamter des nichttechnischen Dienstes in der Verwaltung des Westerwaldkreises und in der Stadtverwaltung Koblenz. Dann schloss sich der Kreis für Karsten Lotz (Mitte), als er am 1. Januar 2017 zur Stadtverwaltung Neuwied kam. 25 Jahre ist er nun im Öffentlichen Dienst tätig und der „Jubilar“ kann sich sehr gut vorstellen, dass der Station in Neuwied keine weiteren mehr folgen müssen. Denn die Stelle in der Kämmerei der Deichstadt sei „heimatnah und auch von den Aufgaben her wie auf mich zugeschnitten“, erklärt er. Karsten Lotz schätzt den häufigen Kontakt mit den Menschen, auch wenn er als Vollstreckungsbeamter natürlich oftmals keine angenehmen Botschaften zu überbringen hat. Aber es sei immer eine Frage, wie man miteinander umgeht, setzt er dabei augenscheinlich mit Erfolg auf Diplomatie. Beigeordneter Ralf Seemann (r.) gratulierte als zuständiger Dezernent zum Dienstjubiläum, dankte Karsten Lotz für das Engagement und überreichte Urkunde, Wein und Blumen. Ebenfalls zu den Gratulanten gehörte der stellvertretende Kassenleiter Helmut Klein.

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