Freitag, 25. September 2020

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Im Mittelpunkt: Wein und Einheit

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Ökumenischer Schöpfungsgottesdienst am 6. September in Neuwied

Neuwied – Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) feiert am ersten Wochenende im September einen Ökumenischen Tag der Schöpfung. Die bundesweite Feier findet am Freitag, 4. September, in Landau statt. Die ACK Neuwied begrüßt alle Interessierten am Sonntag, 6. September um 17 Uhr, zum Schöpfungsgottesdienst im Garten der Heilig Kreuz Kirche (Reckstraße 43).

Die Gottesdienste stehen in diesem Jahr unter der Überschrift „(W)einklang". „Das Motto wird sich in Texten und Liedern wiederfinden; sicher auch in der Predigt“, sagt der Vorsitzende des ACK Neuwied Hermann-Josef Schneider. Die Bedeutung des Weines aus biblischer Sicht wird dabei aufgegriffen. Des Weiteren soll der „Einklang“ der christlichen Kirchen thematisiert werden. „Da geht es ja um das Thema Einheit, das finde ich sehr schön.“, betont Werner Zupp, der evangelische Pfarrer in Neuwied ist. Weinstock und Rebe seien sehr eng miteinander verbunden und bildeten eine Einheit. „Das ist zum einen ein schönes Bild auf Jesus Christus und seine Gemeinde bezogen und zum anderen ein wunderbares Bild für uns als Menschen, die wir uns in der Ökumene engagieren. Weil wir zusammen mit diesem einen Christus verbunden sind“, erläutert Zupp, der ebenfalls Mitglied im ACK-Vorstand ist. „Ich hoffe, dass wir dieses Bild ein bisschen zum Tragen bringen können“. So gestalten Menschen aus unterschiedlichen Gemeinden den Gottesdienst mit und bei einem gemeinsamen Agape-Mahl werden Weintrauben und Brot geteilt. „Das soll unsere Verbundenheit in der Ökumene zum Ausdruck bringen. Und Glaube wird dadurch nochmal gestärkt und unterstützt“, ist sich Zupp sicher.

Ein weiterer Aspekt dieser Gottesdienste der ACK Ortsgruppen ist der Fokus auf die Natur. Die Bewahrung der Schöpfung liegt den christlichen Kirchen nämlich am Herzen. „Weil Schöpfung letztendlich auch die Gegenwart Gottes ist, für die wir Verantwortung haben, die in unsere Hände gelegt ist“, erklärt Schneider. Darauf aufmerksam zu machen, sei eine wichtige Aufgabe. „Wir spüren ja wie bedroht diese ist“.

Die musikalische Gestaltung übernimmt die Band „HeavenTones“ aus Heimbach-Weis.

Die ACK Neuwied ist die älteste in Rheinland-Pfalz. 19 christliche Gemeinden aus acht Konfessionen gestalten gemeinsam eine vielfältige Ökumene.

Eine Anmeldung zum Gottesdienst in Neuwied ist nicht erforderlich. Besucherinnen und Besucher werden aber gebeten, frühzeitig vor Ort zu sein, damit die Registrierung erfolgen kann. Bei schlechtem Wetter findet der Gottesdienst in der Heilig Kreuz Kirche statt. Weitere Informationen gibt es auf www.ack-neuwied.de und beim Vorsitzenden Hermann-Josef Schneider per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Näheres zur bundesweiten Feier in Landau am 4. September gibt es auf www.oekumene-ack.de Neben einem Gottesdienst gibt es auch ein Rahmenprogramm mit Workshops und informativen Spaziergängen.

Klimaschutz und Klimaanpassung müssen umgehend erfolgen

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Kommunale Vertreter trafen sich in der Kreisverwaltung

Klimaschutz und Klimaanpassung müssen umgehend erfolgen. Dies war eines der Ergebnisse einer Gesprächsrunde in der Kreisverwaltung Neuwied. Gabi Schäfer, von der Stabsstelle Umwelt, Energie und Klima der Kreisverwaltung Neuwied, hatte zu einem Treffen mit den Verbandsgemeindeverwaltungen und der Stadt Neuwied eingeladen.

Dr. Astrid Kleber, vom Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen, erklärte zunächst Begriffe wie Klimaresilienz, Klimaanpassung, das Klima in Rheinland-Pfalz und dann die Veränderungen und Temperaturen im Landkreis Neuwied. Erschreckend für alle Teilnehmer war die Feststellung, dass in unserer Region ein signifikanter Temperaturanstieg von 1,6 °C seit 1881 erreicht wurde. Die damit einhergehende Problematik ist, dass es zum einen zu Starkregen mit Sturzfluten und Überschwemmungen kommt und es zum anderen langanhaltende Trockenperioden bis hin zu Dürren gibt. Die Erkenntnis aus diesen Fakten fasst Dr. Astrid Kleber wie folgt zusammen: „Es muss gehandelt werden, denn von diesen Problematiken sind Alle betroffen: der Wald und die Forstwirtschaft, die menschliche Gesundheit, der Tourismus, die Finanzwirtschaft, der Boden, die Landwirtschaft  und schließlich die biologische Vielfalt“.

Alle waren sich darin einig, dass die Orte und Städte mehr Grün (Pflanzen), mehr Blau (Wasser) und mehr Beige (Holz) brauchen. Dr. Kleber konnte einige Beispiele aufführen, wie diese drei Farben in die Orte zu bekommen sind.

Ina Heidelbach von der Unteren Natur- und Wasserschutzbehörde der Kreisverwaltung Neuwied, fasste zusammen, welche Maßnahmen sie sich für den Landkreis Neuwied vorstellt und welche Möglichkeiten der Umsetzung vorhanden sind.

Anschließend fand ein reger Austausch unter den Teilnehmern statt. Die beim Austausch entstandenen Ideen werden nun in die jeweilige Verwaltung getragen und besprochen. Gemäß der Weisheit, dass wenn an vielen kleinen Orten, viele Menschen, viele kleine positive Dinge tun, wird sich das Angesicht unserer Erde zum Positiven verändern, hofft Gabi Schäfer, dass beim nächsten Treffen im Oktober ein gemeinsames Projekt, an dem sich alle Bürgerinnen und Bürger beteiligen können, gestartet werden kann.

Neuwied kratzt an der 66.000er-Marke

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Einwohnerzahl: OB Einig sieht „beständigen positiven Trend“

Die Stadt Neuwied kratzt an der 66.000er-Marke. Dies geht aus der aktuellen Statistik hervor, die für den Stichtag 30. Juni 2020 insgesamt 65.918 Einwohner mit Hauptwohnsitz in der Deichstadt ausweist. Das ist die höchste Zahl seit 2006.

Oberbürgermeister Jan Einig ist sich bewusst, dass Einwohnerstatistiken mit Unwägbarkeiten verbunden sind. „Allerdings ist unterm Strich ein recht beständiger positiver Trend zu erkennen, der mich optimistisch stimmt“, betont der OB. Immerhin zählt Neuwied 275 Einwohner mehr als noch vor einem Jahr und rund 1.000 mehr als vor fünf Jahren.

Ein ganz wesentlicher Grund für diese Entwicklung sind augenscheinlich die Neubautätigkeiten, vor allem in Heimbach-Weis und in Heddesdorf. Daneben macht sich der, wenn auch rückläufige, Zuzug von Flüchtlingen in der Statistik bemerkbar.

Die Innenstadt hat in den vergangenen Jahren ebenfalls kontinuierlich zugelegt und zählt jetzt 12.390 Einwohner. Vor fünf Jahren waren es 754 weniger. Dahinter rangieren Heddesdorf mit 11.773 und Heimbach-Weis mit 7.327 Einwohnern.

Naturgenuss Gastgeber bringen Regionales auf den Tisch

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Neues Gemeinschaftsprojekt in der Region Rhein-Westerwald will Gastronomie und Regionalerzeuger enger vernetzen, Naturerlebnis mit Regionalgenuss kombinieren und damit attraktive Angebote für Gäste und Bewohner entwickeln.

Kreis Neuwied - Schon im vergangenen Jahr starteten auf Initiative des Neuwieder Landrats Achim Hallerbach und der Wirtschaftsförderung erste Treffen mit Gastronomen und Touristikvertretern des Kreises. Schnell fand sich daraus eine interessierte Gruppe von Anbietern, denen die Idee einer neuen Regionalvermarktungsinitiative zwischen Gastronomen und Erzeugern gefiel. Zusammen mit dem Naturpark Rhein-Westerwald wurde dann ein konkretes Konzept erarbeitet und vorgestellt. Erste Kennenlern-Exkursionen zu Westerwälder Käsereien, Ölmühlen und Linsenanbauern fanden im Herbst statt. Über den Winter formte sich das Projekt zu einer verbindlichen Gemeinschaftsinitiative, im Frühjahr wurden Projektvereinbarungen mit den Partnern und Marketingvorbereitungen getroffen, so dass nun der offizielle Startschuss geschehen kann.

„Die Zeiten für die gemeinsame Profilierung und Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkten, deren kulinarische Einbettung in ein attraktives Gastronomieangebot und letztlich die damit verknüpfte touristische Attraktivitätssteigerung der Natur- und Kulturlandschaft sind mehr als reif“, ist sich Landrat Achim Hallerbach sicher.

14 gastronomische Betriebe gehen nun an den Start, die sich alle darauf verständigt haben, zukünftig mehr Regionalität auf den Teller und ins Glas zu bringen. Um die kommenden Angebote besser für den Gast sichtbar zu machen, wurde eine spezielle Naturgenuss-Mappe entwickelt, worin sich das Speisenangebot präsentiert, aber der Gast auch für die besondere Herausforderung regionaler Vermarktung und Verarbeitung ländlicher Produkte sensibilisiert werden soll.

Das gemeinsame Erscheinungsbild aus Besteck- und Blattmotiven ist prägnant und zeichnet die Initiative und deren Partner aus. Momentan wird an einer Informationsbroschüre und an einem Imagefilm mit einer daran angeschlossenen Social Media Kampagne gearbeitet. Satt eines geplanten herbstlichen Genuss-Marktes mit Gastronomen und Erzeugern, der aufgrund der Pandemiesituation verschoben werden musste, lockt stattdessen eine herbstliche Angebotsaktion. „Vom 15. September bis 15. November können Gäste über einen Pass Besuche in den beteiligten Betrieben sammeln und später mit etwas Glück die Chance haben, regionale Genusspakete und Gastrogutscheine zu gewinnen“, berichtet Irmgard Schröer vom Naturpark. Als Mitinitiatorin des Regionalprojekts freut sie sich über die gute Entwicklung des Projekts: „Es steckt zwar noch in den Kinderschuhen, erhält aber schon viel Interesse und positive Resonanz im Laufe seiner Vorbereitungen“.

Jörg Hohenadl von der Kreiswirtschaftsförderung und zuständig für die Bereiche Standortmarketing und Regionalentwicklung ist seit vielen Jahren durch diverse Projekte eng mit der heimischen Gastronomie und zahlreichen Produzenten vernetzt und sieht in dem „Naturgenuss-Gastgeber“ die Chance, das Profil der teilnehmenden Betriebe und letztlich der gesamten Region zu schärfen und gleichzeitig den gesellschaftlichen Entwicklungen hin zu einem neuen Verständnis von Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit Rechnung zu tragen. „Mit diesem Netzwerkprojekt können wir in den Zukunftsthemen punkten und gleichzeitig regionale Wirtschaftskreisläufe fördern.“

Der Naturgenuss-Gastgeber präsentiert sich online unter www.naturgenuss-gastgeber.de. Ansprechpartner für weitere Informationen ist die Wirtschaftsförderung Neuwied, Jörg Hohenadl, Telefon 02631-28212, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. . Hier erfahren interessierte Gastronomen und Regionalerzeuger mehr über das Projekt, seine Rahmenbedingungen und Teilnahmemöglichkeiten.

Die Gastronomie- Startpartner der neuen Regionalinitiative sind:

-Restaurant Sonnenseite, Bad Hönningen

-Weinhotel Emmel, Hammerstein

-food hotel, Neuwied

-Malberghütte, Hausen

-Hotel-Restaurant Zur Post, Waldbreitbach

-Gasthof Paganetti`s Zur Erholung, Verscheid

-Hotel-Restaurant Zur Post, Roßbach

-Landhotel Fernblick, Hümmerich

-Hotel-Restaurant Thalhauser Mühle, Thalhausen

-Hotel-Restaurant Westerwälder Hof, Strauscheid

-Landgasthaus Zum Alten Fritz, Asbach-Löhe

-Gasthaus Stroh, Buchholz

-Romantikhotel Alte Vogtei, Hamm

-Klostergastronomie Marienthal, Marienthal b. Hamm/Sieg

Mehr Familien könnten die Möglichkeiten des Bildungs- und Teilhabepakets nutzen

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„Bürokratischer Aufwand lohnt sich“

Fast jedes achte Kind im Landkreis Neuwied lebt in relativer Armut und kann deshalb kaum am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Das Bildungspaket soll das eigentlich ändern, allerdings hat nur etwa die Hälfte der berechtigten Eltern entsprechende Hilfen beantragt.

Judounterricht, Klassenfahrten, Schulbücher – für die Familien, in denen das Geld zu Hause knapp ist, sind das oft Kosten, die kaum oder gar nicht bewältigt werden können. „Armut schränkt die Bildungschancen von jungen Menschen und ihre kulturellen und sozialen Beteiligungsmöglichkeiten ein und wirkt sich auf das gesamte weitere Leben aus“, sagt der 1. Kreisbeigeordnete Michael Mahlert, Vorsitzender der Trägerversammlung des Jobcenters Landkreis Neuwied. „Auch die Gesundheit ist gefährdet, wenn die Ausübung eines Sports nicht möglich ist.“ Viele Familien in Stadt und Kreis nutzen die Möglichkeit bereits. So haben 2019 immerhin 1.085 Kinder Leistungen für Ausflüge, 3.004 Kinder Leistungen für Schulbedarf und 955 Kinder Leistungen zur Teilhabe beantragt. Und dennoch werden die Leistungen für Bildung und Teilhabe bislang nur von etwa jedem zweiten Berechtigten beantragt. Warum ist das so?

Für manche Eltern ist es eine große Hürde, wenn sie bei der Musikschule oder beim Nachhilfelehrer um eine Bescheinigung fürs Amt bitten müssen. Andere wissen nicht, wie sie an die Mittel für Bildung und Teilhabe ihrer Kinder herankommen, oder dass es die Möglichkeit überhaupt gibt. „Natürlich müssen uns Anträge eingereicht werden und auch Nachweise, dass das Kind beispielweise tatsächlich im Sportverein ist. Aber der bürokratische Aufwand lohnt sich“, so Agnes Ulrich, Leiterin der Sozialabteilung der Kreisverwaltung Neuwied. Und: An den entsprechenden Stellen sind die Mitarbeiter gerne bereit, bei der Antragsstellung zu helfen.

Mit Ausnahme des Schulbedarfs für Empfänger von Arbeitslosengeld II werden alle Anträge auf Leistungen für Bildung und Teilhabe vom Landkreis Neuwied (Leistungsberechtigte Kreis Neuwied) und der Stadt Neuwied (Leistungsberechtigte Stadt Neuwied) bearbeitet. Empfänger von Hilfe zum Lebensunterhalt und Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten ihre Leistungen je nach Wohnort bei der Stadt Neuwied oder den Verbandsgemeinden. Beim Kreis Neuwied ist die Sozialabteilung und bei der Stadt Neuwied das Amt für Jugend und Soziales zuständig. Anträge auf Leistungen für Schulbedarf werden beim Jobcenter bearbeitet. Antragsberechtigt sind die Kinder und Jugendlichen bis 25 Jahre, die von Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende oder Sozialhilfe oder Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz leben oder deren Familien Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen. Für Leistungen zur Teilhabe an Kultur Sport und Freizeit beträgt die Altersobergrenze 18 Jahre.

Das Bildungspaket gibt es bundesweit seit 2011. Familien mit geringem Einkommen können danach finanzielle Hilfen beantragen, um z.B. Schulmaterialien für die Kinder, Nachhilfe, Sport- und Musikkurse oder Ferienfreizeiten zu finanzieren. Nach Angaben der Statistik der Bundesagentur für Arbeit beantragten allerdings im Jahr 2019 bundesweit lediglich 670.000 Kinder, die SGB II- Leistungen bezogen, Leistungen aus dem Bildungspaket. Das sind 28 Prozent von 2,5 Millionen Kindern mit Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II.

Zum 1. August 2019 wurden die Sätze erhöht. Statt 100 Euro werden seither 150 Euro pro Schuljahr gezahlt, um Dinge wie Schulranzen, Hefte oder Lernsoftware anzuschaffen. Ebenso stieg der monatliche Zuschuss für Sportverein oder Musikschule von 10 auf 15 Euro. Mittagessen in der Schule und Kita und Fahrkarten für Bus oder Bahn sind für sie kostenlos. Darüber hinaus werden Nachhilfestunden künftig auch dann gefördert, wenn noch keine konkrete Versetzungsgefährdung vorliegt.

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