Dienstag, 20. April 2021

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Mit assistierter Ausbildung den Weg zum Klassenbesten geschafft

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Förderinstrument der Arbeitsagentur Neuwied unterstützt Jugendliche und Betriebe für eine erfolgreiche Ausbildung

Als Fabian Dillenberger kurz nach dem Hauptschulabschluss den Ausbildungsvertrag zum Anlagenmechaniker für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik unterschreiben konnte, war die Freude groß. „Ich wollte sehr gerne etwas Handwerkliches machen“, so der heute 19-Jährige. Gleichzeitig hatte er jedoch auch die Sorge, dass er die Ausbildung nicht schafft. „In Mathe war ich in der Schule sehr schlecht und der Beruf ist ziemlich mathelastig“, erinnert er sich. Auch die Voraussetzungen zum Lernen zuhause waren nicht optimal. Auf Rat seiner Mutter nahm Fabian an der Assistierten Ausbildung teil – mit großem Erfolg. Vor zwei Monaten konnte er sein Abschlusszeugnis mit Stolz entgegennehmen – als Klassenbester!

Die Assistierte Ausbildung (AsA) ist ein 2015 eingeführtes Instrument der Agentur für Arbeit. Sie unterstützt Auszubildende und ausbildende Unternehmen. Die Durchführung übernimmt ein Bildungsanbieter, in Fabians Fall die DAA in Neuwied. Die Auszubildenden werden bei der Assistierten Ausbildung außerhalb der Arbeit im Betrieb zusätzlich zum regulären Unterricht von einer Ausbildungsbegleiterin oder einem Ausbildungsbegleiter unterstützt. So sollen Sprach- oder Lernschwierigkeiten und organisatorische Herausforderungen bewältigt werden. Die Teilnahme kann zu jedem Zeitpunkt der Ausbildung beginnen und ist kostenfrei. Ab September 2021 wird die Assistierte Ausbildung zur Assistierten Ausbildung Flex und damit noch umfangreicher und flexibler als bisher. Voraussetzung für eine Inanspruchnahme ist, dass der Ausbildungsbetrieb oder der Auszubildende sich mit der Berufsberatung in Verbindung setzen, damit die Voraussetzungen und die Modalitäten für die Unterstützung besprochen werden können.

Die Assistierte Ausbildung kann Ausbildungsbetriebe vor und während der Ausbildung und während einer Einstiegsqualifizierung von Jugendlichen mit Förderbedarf oder Ausbildungshemmnissen unterstützen. Auch nach Abschluss einer mit AsA unterstützten Berufsausbildung können förderungsberechtigte junge Menschen bei Bedarf weiter Hilfe erhalten, um in ein Arbeitsverhältnis zu kommen oder es zu festigen.

„Wir möchten damit verhindern, dass Ausbildungen abgebrochen werden, weil die Jugendlichen überfordert sind“, so Hans-Werner Habrich, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Neuwied und Ansprechpartner für die Assistierte Ausbildung. „Andererseits möchten wir die Betriebe damit unterstützen, auch Jugendliche einzustellen, bei denen es noch Defizite gibt, die einen Ausbildungserfolg gefährden könnten.“ Zwischen vier und neun Stunden in der Woche erhalten die Auszubildenden Hilfen zum Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten, zur Förderung fachtheoretischer Fertigkeiten sowie auf die persönliche Situation zugeschnittene individuelle Unterstützung und Begleitung. Diese kann von der Förderung der IT- und Medienkompetenz über eine intensive Elternarbeit bis hin zur Kooperation mit Netzwerkpartnern wie Sucht- oder Schuldnerberatung reichen.

„Anfangs fand ich die Idee, zusätzlich zur praktischen Ausbildung und Berufsschule noch quasi Nachhilfe zu bekommen, nicht so toll“, sagt Fabian. Für ihn hieß das, freitags nach Berufsschule, DAA und der Busfahrt in einen Neuwieder Stadtteil erst um 19.30 Uhr nach Hause zu kommen. „Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass mir die Förderung hilft. Dass ich dort den Stoff nacharbeite, was ich zuhause nicht gemacht hätte und so am Ball geblieben bin.“ Mit großem Erfolg – Fabian hat die Ausbildung als Klassenbester abgeschlossen und hat inzwischen eine völlig andere Einstellung gewonnen. „Die Assistierte Ausbildung hat mir geholfen, meine "Faulheit" zu überwinden – ohne die Begleitung wäre ich nie so weit gekommen.“ Zwar konnte der Ausbildungsbetrieb Fabian nicht übernehmen, doch er hat schnell eine feste Anstellung mit verkürzter Probezeit bei einem anderen Unternehmen gefunden. Für seine Zukunft hat er nun große Pläne: „Ich möchte den Meister machen und ein Lehramtsstudium beginnen.“

Betriebe, die einen förderungsberechtigten jungen Menschen ausbilden wollen oder schon jetzt ausbilden, können ihren Bedarf dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit melden. Detaillierte Auskünfte erhalten Betriebe bei der Agentur für Arbeit Neuwied unter der kostenlosen Servicenummer: (0800) 45 55 520. Jugendliche, die Unterstützung benötigen, können sich unter der Rufnummer (02631) 891 891 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit wenden.

Alle Maßnahmekosten werden bei Vorliegen der Voraussetzungen durch die Agenturen für Arbeit bzw. das Jobcenter vollständig getragen. Der Ausbildungsbetrieb trägt weiterhin die Kosten der betrieblichen Ausbildung und die Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsverhältnis bleiben unberührt. Die Teilnahme kann zu jedem Zeitpunkt der Ausbildung beginnen.

Woche der Ausbildung: Triff die Berufsberatung auf YouTube

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Wie finde ich trotz Pandemie die passende Ausbildung? Wie laufen derzeit Bewerbungsgespräche ab? Und wie hilft die Berufsberatung der Arbeitsagentur trotz des Lockdowns? Da eine persönliche Beratung derzeit wegen des Lockdowns nicht möglich ist, bietet die Arbeitsagentur neben der telefonischen Beratung auch einen Live-Chat bei youtube.de an.

An den Live-Chats können junge Menschen auf dem YouTube-Kanal der Bundesagentur für Arbeit teilnehmen.

-       Montag 15.03.21, 17-18 Uhr: „Wie finde ich die richtige Ausbildung?“

-       Mittwoch, 17.03.21, 17-18 Uhr: „Fit für den Bewerbungsprozess“

-       Freitag, 19.03.21, 17-18 Uhr: „Wie unterstützt die Bundesagentur beim Thema Ausbildung?“

Links zu den Live-Chats

Link zum Live-Chat 15.03.21: https://www.youtube.com/watch?v=QVEK4r-vauM

Link zum Live-Chat 17.03.21: https://www.youtube.com/watch?v=BSnAePBDK9I

Link zum Live-Chat 19.03.21: https://www.youtube.com/watch?v=pagaYSitMmw

Über die Kommentarfunktion bei YouTube haben die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, eigene Fragen zu stellen, die dann im Live-Chat aufgegriffen werden. Dazu gibt es direkt am ersten Tag einen spannenden Gast: Beim ersten Live-Chat wird Chiara zugeschaltet sein. Chiara ist angehende Dachdeckerin im 3. Lehrjahr und wird über ihre Erfahrungen während der Ausbildung berichten. Am Mittwoch (17.03.21) geben Expert*innen Tipps und Tricks für den Bewerbungsprozess und verraten, was eine gute Bewerbung ausmacht. Am Freitag (19.03.21) erklären Berufsberater*innen der BA, welche Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten die BA Jugendlichen vor und während der Ausbildung bietet.

Anmeldeportal für Corona-Tests im Schnelltestzentrum Neuwied eröffnet

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Landrat kritisiert fehlende Unterstützung für Kommunen

Kreis Neuwied – Mit der Eröffnung des Schnelltestzentrums in der Rudolf-Diesel-Str. 10 (Standort Fieberambulanz) in Neuwied ist ein weiterer Baustein in der Pandemie-Bekämpfung im Kreis Neuwied gelegt. „Das Testzentrum ergänzt die Schnelltestmöglichkeiten, die in den Verbandsgemeinden und in der Stadt bestehen bzw. gerade vorbereitet werden. Es ist uns wichtig, dass möglichst viele sichere Tests für die Menschen im Landkreis angeboten werden“, betont Landrat Achim Hallerbach.

Wer sich im Testzentrum des Landkreis Neuwied kostenlos testen lassen möchte und keine Krankheitssymptome hat, muss über die Internetseite des Kreises oder die Corona-Seite des Kreises zwingend einen Termin vereinbaren: www.corona-kreis-neuwied.de oder www.kreis-neuwied.de unter "Bürgerservice -Terminservice / Corona-Testzentrum Neuwied“.

Das neue Testangebot ist von Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr als Drive-In Service geöffnet.

„Obwohl die Kreise, Städte und Verbandsgemeinden, was die EDV-Unterstützung und Ausführungsvorgaben betrifft, mit den Problemen der Umsetzung alleine gelassen werden, konnten wir uns selbst helfen und haben eigene Lösungen gefunden, um das Schnelltestzentrum für die Bürgerinnen und Bürger optimal nutzen zu können“, teilt Landrat Achim Hallerbach mit.

Wer einen Termin vereinbart, erhält einen QR-Code und eine Terminbestätigung. Beides ist neben dem Personalausweis oder einem vergleichbaren Ausweisdokument zum Test mitzubringen. Zur Probenentnahme muss man sein Fahrzeug nicht verlassen. Das Testergebnis kann dann ca. 15 bis 30 Minuten nach dem Abstrich über einen Barcode auf einer Webseite abgerufen werden. Dadurch müssen die Bürger und Bürgerinnen nicht vor Ort auf das Testergebnis warten.

Wer eine schriftliche Bescheinigung benötigt, muss die doctorbox-App auf dem Handy installieren. Der genaue Ablauf wird dem Kunden auch mit der Terminbestätigungsmail mitgeteilt.

„Dank der bewährten Kräfte vom Deutschen Roten Kreuz, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, dem Maltester Hilfsdienst und dem Technischen Hilfswerk haben wir unter der Leitung des Krisenstabs in kürzester Zeit das Angebot geschaffen. Wir sind sicher, dass, wenn die Abläufe eingespielt sind und eine entsprechende Nachfrage besteht, wir die Testkapazitäten erhöhen können“, sind sich Landrat Achim Hallerbach und Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Holger Kurz sicher.

“GEMeinsam SCHULWÄRTS - Grundschüler im Huckepack”

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Mehrgenerationenhaus, Familienbildungsstätte und Soziale Stadt Neuwied suchen junge, sozial engagierte Menschen für ein virtuelles Pilotprojekt zur Unterstützung und Förderung von Grundschulkindern

Neuwied. Die aktuelle Lage, geprägt von Distanz und Vorsicht, belastet besonders die Kinder in den Grundschulen. Aktuelle Statistiken vermelden starke Lerndefizite und einen erhöhten Förderungsbedarf. Genau hier setzt das Projekt “GEMeinsam SCHULWÄRTS - Grundschüler im Huckepack” des MGH, der FBS und der sozialen Stadt Neuwied an. Ziel des Projektes ist es, Schülerinnen und Schülern der Klassen zwei bis vier eine individuelle Unterstützung und Förderung zu bieten.

Das Projekt zielt insbesondere auf Kinder mit besonderem schulischem oder sozialem Förderbedarf ab. Die Koordinatoren des Projektes vermitteln den Grundschülern einen Ansprechpartner, der sowohl bei schulischen Problemen als auch bei privaten Anliegen weiterhilft. Neben einer ganzheitlichen Begleitung erhalten die Kinder auch eine individuelle Lern-, Lese-, Schreib- und Rechenförderung.

Das MGH sucht engagierte Freiwillige! Die Initiatoren des Projektes im Mehrgenerationenhaus Neuwied suchen sozial engagierte Menschen, Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse, Studierende, Auszubildende und junge Erwachsene, die Spaß an der Arbeit mit Kindern haben und Verantwortung übernehmen möchten. Zudem sind grundlegende PC-Kenntnisse und technische Voraussetzungen notwendig, da das Projekt zunächst virtuell durchgeführt wird. Zwar kann den freiwilligen „Lehrenden“ keine geldliche Entlohnung für ihr Engagement angeboten werden, dennoch gibt es viele Gründe, die für eine Teilnahme sprechen. Zum einen bietet das Projekt die Möglichkeit, die eigenen Sozial- und Lernkompetenzen zu fördern, Erfahrungen zu sammeln, Verantwortung zu übernehmen und sich persönlich weiter zu entwickeln. Außerdem erhalten die Engagierten eine professionelle Schulung zu Lern- und Motivationstechniken und beim gemeinsamen Abschlussfest eine Urkunde und ein “soziales Zeugnis”.

Anmeldungen nimmt das Mehrgenerationenhaus Neuwied unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder 02631 390730 entgegen.

Nach einem persönlichen Gespräch mit den Teilnehmenden werden passende Lernpaare gebildet. Der individuelle Austausch findet zunächst virtuell statt. Hierfür wird die Konferenzplattform BigBlueButton zur Verfügung gestellt. Dort treffen sich die Lernpartner ein- bis zweimal die Woche. Die MGH-Initiatoren des Projektes bieten eine enge Betreuung und stehen bei Rückfragen und Problemen jederzeit zur Verfügung.

Bei Interesse an einer Teilnahme oder weiteren Fragen zu dem Projekt freut sich das MGH über zahlreiche Rückmeldungen.

Kreisjugendhilfeausschuss tagte digital – Schwerpunkt Kindeswohlgefährdungen

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Kreisjugendamt während Corona-Pandemie seinen Aufgaben uneingeschränkt nachgegangen

Kreis Neuwied – Die kreisweiten Zahlen zu Kindeswohlgefährdungen standen im Mittelpunkt des Jugendhilfeausschusses des Landkreises. Das Berichtsjahr war fast gänzlich von der Corona-Pandemie geprägt und zeigte dennoch sowohl hinsichtlich der Anzahl der gemeldeten Fälle als auch der Gefährdungsart kaum Abweichungen von den Vorjahren.

„Den diesjährigen Bericht zur aktuellen Lage der Kindeswohlgefährdungen im Kreisjugendamtsbezirk und die Entwicklung der Hilfen zur Erziehung, auch im Vergleich zu den anderen Landkreisen, erwarten wir in diesem Jahr besonders interessiert, liegt doch ein fast komplettes Jahr unter Coronabedingungen hinter uns“, mit diesen Worten begrüßte Landrat Achim Hallerbach den Geschäftsführer Heinz Müller des Institutes für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ISM) im Jugendhilfeausschuss.

Das ISM Mainz wertet jährlich die Daten der teilnehmende Jugendämter aus, um dadurch eine solide Grundlage sowohl für die Arbeit der Jugendämter als auch zu den Entwicklungen bei den Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung zu erhalten.

Insgesamt sind die Hinweise auf Kindeswohlgefährdung in Rheinland-Pfalz in den Jahren 2010 bis 2019 kontinuierlich gestiegen. Der Landkreis Neuwied liegt bei der Zahl der Kindeswohlgefährdungen pro 1.000 Minderjährige an neunter Stelle im Landesvergleich insgesamt. Die Verteilung der bearbeiteten Hinweise auf Kindeswohlgefährdung ähnelt in 2020 dem Vorjahr. Allerdings wurde im Juli ein stärkerer Anstieg der Hinweise verzeichnt, die durch die Fachkräfte des Kreisjugendamtes bearbeitet wurden.

Heinz Müller machte deutlich, dass Schulen und Kindergärten als Melder von Kindeswohlgefährdungen eine geringere Rolle spielen als gemeinhin angenommen. Die überwiegende Zahl der Meldungen kommt von Strafverfolgungsbehörden, Bekannten, Nachbarn oder auch anonym. Die Daten zeigen, so Müller, dass die Hinweise auf Kindeswohlgefährdung durch den Lockdown, insbesondere auch durch die Schließung von Schulen und Kindergärten, nicht zurückgegangen sind. Bei der Verteilung der Meldungen zeige sich ein Anstieg der Hinweise auf psychische Vernachlässigung von Kindern insbesondere in den Monaten April und Mai 2020.

Eine Überprüfung der Hinweise auf Kindeswohlgefährdung im Rahmen persönlicher Kontakte mit den Betroffenen erfolgte, in der Regel in ca. 84 bis 100 Prozent der Fälle trotz der für die Mitarbeiter des Jugendamtes damit verbundenen Risiken.

„Insgesamt zeigen die Daten, dass unser Kreisjugendamt während der Corona-Pandemie seinen Aufgaben im Rahmen der Überprüfung von Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung uneingeschränkt nachgegangen ist. Das verdient Lob und Anerkennung“, betont Landrat Achim Hallerbach, der auch zuständiger Dezernent für das Jugendamt ist.

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