„Fundus“ der Museumstraße: Viele Leitungen, die in keinen Plänen sind

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Woher kommen, wohin führen die Leitungen? Suche kostet Zeit

Neuwied. Gas, Wasser, Strom, Kanal und Hausanschlüsse. Die Versorgungsleitungen in der Museumstraße werden komplett erneuert. Doch wie man im Fundus eines echten Museums oft Werke findet, die nie katalogisiert wurden, ist der Straßenname auch für die Bauarbeiten Programm: Meter um Meter stößt man auf alte Leitungen, die in keinen Plänen verzeichnet wurden. Ein Geduldsspiel.

Drei Bauabschnitte sollen bis Ende Mai 2019 bewältigt werden. Doch schon im ersten Abschnitt musste in der Bahnhofstraße eine Gas- und eine Wasserleitung verlegt werden. „Der neue Kanalschacht hat einen Durchmesser von zwei Metern“, erklärt Michael Berger, Bauleiter der Stadtwerke Neuwied (SWN). „Da mussten wir erstmal den Platz schaffen, damit die Arbeiter Platz für den Einbau hatten.“ Hinzu kam, dass die Stromversorgung für das Ärztehaus verstärkt werden musste und das Altenheim neu mit Strom und Glasfaser angebunden wurde. Ein „Puzzlespiel“ nennt Berger das.

Die Querung der Bahnhofstraße in die Museumstraße wurde in den Sommerferien erledigt und ist inzwischen fertig, der Bauabschnitt bis zum DRK-Gebäude jedoch nicht. Hier liegen etliche Leitungen, die nicht in den Plänen verzeichnet waren. Ein Problem, das historisch gewachsen ist, wie Bereichsleiter Peter Dunkel von den SWN erklärt: „1981 wurden die Stadtwerke vom städtischen Eigenbetrieb zum Unternehmen, das 1984 von  der Museums-  in  den  Neubau  der  Hafenstraße  umzog. Was zuvor in vielen Jahrzehnten in der Museumstraße verlegt worden ist, das sehen wir erst jetzt. Viele Leitungen wurden eben nicht so dokumentiert, auch die Messverfahren waren andere. Heute ist das undenkbar, aber wir müssen damit klarkommen.“

Mehr als 50 dieser Leitungen machen Bauleiter Berger zwar kein Kopfzerbrechen, aber sie kosten Zeit: „Jede Leitung muss geprüft werden.“ Bei Gas- und Wasserleitungen ist das relativ einfach: Sie werden angebohrt. Bei Strom ist der Aufwand größer. Es wird geprüft und in Archiven gesucht. Denn bei noch aktiven Leitungen ist immer die Frage: Woher kommt die Leitung, wohin führt sie?

Pascal Bressan, Geschäftsführer des beauftragten Tiefbauunternehmens, lässt sich durch die Verzögerungen dennoch nicht aus der Ruhe bringen: „Es hilft ja nichts. Wir kennen das von anderen Straßen, wenn auch nicht in der Menge wie hier.“ Wichtig seien die Abstimmungen untereinander: „Es sind mehrere Abteilungen von SWN und SBN im Boot, dazu Bauleiter und wir. Das funktioniert wirklich reibungslos.“

Die Museumstraße wird auch im weiteren Verlauf schwieriges Terrain für die Arbeiten bleiben. In regelmäßigen Abständen werden vor der eigentlichen Baustelle daher schon sogenannte Querschläge gemacht. Dazu wird ein schmaler Graben quer zur Straße ausgehoben: „Dann können wir sehen, was drin ist. Das können die Leitungen sein, die wir schon geprüft haben. Oder es kommen neue hinzu. Dann geht die Suche weiter.“