Schlosstheater Neuwied darf nicht zum Corona-Opfer werden

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Klares Bekenntnis zur Landesbühne in Neuwied seitens der Landesregierung gefordert

Neuwied. Intendant Lajos Wenzel hat den Spielbetrieb der Landesbühne Rheinland-Pfalz mit Sitz im Schlosstheater Neuwied aufgrund der Corona-Krise bis auf Weiteres eingestellt. Die letzte Premiere der Landesbühne ging am vergangenen Samstag in Ehrenbreitstein zwar über die Bühne, aber allerdings vor leeren Stühlen und per Livestream im Internet. „Die Kreativität unseres Intendanten wurde auch mit dieser Lösung wieder unter Beweis gestellt, aber die Kassen blieben leer“, betont Stadtrats- sowie Theaterratsmitglied Pascal Badziong und ergänzt: „Nach Aussagen von Herrn Wenzel stehe die Zahlungsunfähigkeit des Theaters kurz bevor, denn es hagele Absagen bei den Gastspielen.“ Da die Landesbühne Rheinland-Pfalz von einer privaten Stiftung getragen werde, sei die Insolvenz die traurige Schlussfolgerung. Badziong schließe auch eine Absage des Spielbetriebs bis zur Sommerpause nicht aus, aber „die Entwicklungen rund um das Corona-Virus verändern sich ja quasi stündlich und daher erwarten wir auch von Kulturminister Konrad Wolf beherzte und zügige Entscheidungen für unser Schlosstheater.“ Die Besucher- und Abonnentenzahlen im Schlosstheater seien ungebrochen hoch und das Schlosstheater sei fest in der Bevölkerung verankert.

„Die CDU-Stadtratsfraktion fordert einen Rettungsschirm für das Schlosstheater, denn es darf nicht zum ersten kulturellen Corona-Opfer in unserer Region werden“, erklärt Fraktionsvorsitzender Martin Hahn und fordert von der Landesregierung eine zügige Hilfezusage sowie ein Bekenntnis für die Landesbühne in Neuwied. Den Christdemokraten in der Stadt Neuwied ist klar, dass auch andere private Kultureinrichtungen oder Einrichtungen von einem hohen gesellschaftlichen Mehrwert in eine solche Lage geraten können und hoffen, dass die Versprechungen von Kulturstaatsministerin Monika Grütters „auf unverschuldete Notlagen und Härtefälle zu reagieren“, seitens des rheinland-pfälzischen Kulturministeriums koordiniert und unterstützt werden.

„Schnelle und kurzfristige Bürgschaften oder zinslose Kredite zur Liquiditätssicherung muss jetzt das Land zusichern, sonst gehen im Schlosstheater die Lichter aus“, so Martin Hahn, denn „wir als Stadt können in einer solchen Ausnahmesituation Vermittler und Unterstützer für die Landesbühne sein, aufgrund unserer eigenen finanziellen Schieflage aber ganz sicher nicht für spontane Hilfe sorgen.“