Donnerstag, 23. September 2021

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Kurzarbeit sinkt deutlich

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  • Arbeitslosenquote sinkt um 0,1 Punkte auf 5,2 Prozent
  • Arbeitnehmer in Kurzarbeit seit Dezember um die Hälfte gesunken
  • Stellenmarkt erholt sich

Der Juni hat dem Arbeitsmarkt ordentlich Aufwind verschafft. Wenngleich sich die Zahl der Arbeitslosen lediglich um 186 Personen auf 8.880 Menschen ohne Job verringert hat, zeigen die statistischen Daten zu Stellenmarkt, Ausbildung und Kurzarbeit in den vergangenen vier Wochen eine deutliche Verbesserung. Die Arbeitslosenquote sank im Monatsverlauf um 0,1 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um 0,6 Prozentpunkte gesunken.

„Die Corona-Krise hat die Unternehmen vor große Herausforderungen gestellt“, sagt Karl-Ernst Starfeld, Leiter der Neuwieder Arbeitsagentur. „Es wird viel Zeit in Anspruch nehmen, das niedrige Niveau der Arbeitslosigkeit vor der Pandemie zu erreichen. Dennoch zeigt die Entwicklung, dass der Arbeitsmarkt sich bereits jetzt deutlich und kontinuierlich erholt. Besonders positiv: Die Arbeitslosigkeit jüngerer Personen bis 25 Jahre ist zum Vorjahr deutlich auf 766 gesunken (-31,1 Prozent) und erreicht fast das Vor-Corona-Niveau (Juni 2019: 703). Die spezifische Arbeitslosenquote beträgt hier 4 Prozent.“

Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und der Jobcenter wurden im Juni 533 neue Stellen gemeldet. Zum Vergleich: Im Vorjahresmonat waren es 224 Stellen. Das bedeutet einen Anstieg um 72,5 Prozent. Vermehrte Stellenzugänge gibt es aus dem Verarbeitenden Gewerbe, insbesondere Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Metallbearbeitung, aber auch aus dem Baugewerbe, im Bereich Erziehung und Unterricht und seit einigen Monaten auch wieder im Gastgewerbe.

Der Stellenbestand stieg um 169 auf 2.439 Stellen, im Vergleich zum Vorjahr ist der Bestand um 526 Stellen gestiegen. Die Zahl der Beschäftigungsaufnahmen bleibt auf hohem Niveau, bisher am stärksten profitieren konnten Personen bis zum 50. Lebensjahr mit abgeschlossener Berufsausbildung.

Ein weiteres, sehr erfreuliches Indiz ist das aktuell niedrige Niveau der Zahlen im Bereich der Kurzarbeit. Nur vier neue Anzeigen gingen im Juni bei der Arbeitsagentur ein, 854 Leistungsanträge für 6.014 Arbeitnehmer wurden im Juni gestellt (Mai: 1.225 Leistungsanträge/ 9.650 Arbeitnehmer; April: 1.217 Leistungsanträge/10.800 Arbeitnehmer). Im Vorjahresmonat wurden 2.237 Leistungsanträge für 21.390 Arbeitnehmer gestellt.

Auch auf dem Ausbildungsmarkt hat sich im Juni noch etwas getan. Die Zahl der Bewerber*innen stieg im Monatsverlauf um 58 auf 1.700. Es wurden außerdem weitere 57 Ausbildungsstellen gemeldet, insgesamt sind im Laufe des Berichtsjahres 1.808 Angebote eingegangen. Derzeit sind noch 897 Lehrstellen unbesetzt. 492 junge Menschen suchen noch nach einem passenden Ausbildungsplatz. „Die Zahl der unversorgten Jugendlichen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat um 126 Personen oder gut 20 Prozent geringer bei etwa gleicher Gesamtzahl“, so Karl-Ernst Starfeld.

Bezogen auf das gesamte Jahr 2020 sank die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Arbeitsagentur Neuwied, der die Kreise Neuwied und Altenkirchen umfasst, um 0,8 Prozent (804 Personen). Damit war die Region stärker von Arbeitsplatzverlusten betroffen als andere Regionen in Rheinland-Pfalz, der Landesschnitt liegt bei 0 Prozent und somit einer stabilen Beschäftigungssituation. Vom Arbeitsplatzverlust besonders betroffen waren in und um Neuwied das Verarbeitende (-4,7 Prozent) und das Gastgewerbe (-11,7 Prozent).

Und so entwickelte sich der Arbeitsmarkt in den beiden Landkreisen:

Im Kreis Altenkirchen blieb die Arbeitslosenquote bei 5,2 Prozent. Sie liegt 0,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Derzeit sind 3.708 Menschen ohne Beschäftigung gemeldet. Die Zahl verringerte sich im Monatsverlauf um 40, im Vergleich zum Vorjahr um 548 Personen.

Im Kreis Neuwied sank die Arbeitslosenquote im Juni um 0,1 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sank sie um 0,6 Prozentpunkte. 5.172 Männer und Frauen sind ohne Job, das sind 146 weniger als im Mai, und 610 weniger als im Juni des vergangenen Jahres.