Mittwoch, 04. August 2021

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SWN und SBN helfen an der Ahr

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Herschbach: Das ganze Ausmaß der immensen Schäden noch nicht absehbar

Neuwied. Die Flutkatastrophe an der Ahr hat unvorstellbare Schäden angerichtet. Bei den jetzt zu koordinierenden Arbeiten wird es darauf ankommen, möglichst schnell die Infrastruktur in der Region wiederherzustellen. Die Stadtwerke (SWN) und die Servicebetriebe (SBN) Neuwied unterstützen die Einsatzkräfte, aber auch die dortigen Netzbetreiber, um die Versorgung mit Strom, Gas und Wasser wiederherzustellen.

„Wir sind sehr entsetzt“, macht Geschäftsführer Stefan Herschbach deutlich. „Unsere Gedanken sind bei den vielen Opfern, den Betroffenen und ihren Angehörigen.“ Auch Mitarbeiter aus der Hafenstraße waren bei den Rettungskräften oder unterstützten Verwandte, Freunde oder völlig unbekannte Menschen in der Not. „Jetzt wollen wir helfen, dass die Anwohner möglichst schnell wieder mit Energie versorgt werden können, Kanäle soweit wie möglich genutzt werden können und der Schlamm beseitigt wird.“

Herschbach geht derzeit davon aus, dass SWN als auch SBN längere Zeit unterstützen müssen. „Das Katastrophengebiet wurde bereits in mehrere Abschnitte unterteilt. Das ist sinnvoll, um die Strukturen neu aufzubauen.“ Man stehe mit dem Neuwieder Wehrleiter Kai Jost in engem Kontakt, der die erste Hilfe der SBN angefordert hat: Drei große Kehrmaschinen sind bereits unterwegs, um den Schlamm zu beseitigen. Und es muss schnell gehen, weiß Frank Schneider von den SBN: „Wenn der Schlamm in der Sonne trocknet, wird er steinhart.“ Weiter Hilfsmöglichkeiten werden derzeit ausgelotet. Doch das ist schwierig: Erst nach und nach, mit dem Abraum des Schutts, zeigt sich das wahre Ausmaß der Katastrophe.

Auch von den Netzbetreibern in den betroffenen Regionen, den Stadtwerken Jülich und der EVM in Koblenz, kamen Anfragen: „Die Gashochdruckleitung, mit der das Ahrtal versorgt wurde, ist auf Kilometer zerstört“, sagt Thomas Endres, der für den Netzservice der SWN zuständig ist. Ein Team aus der Hafenstraße wird zunächst bei der Schadensaufnahme und -dokumentation helfen, ob und wo Hausanschlüsse oder Heizungen noch brauchbar sind.

Für Herschbach ist die gegenseitige Unterstützung keine Frage: „Das ist selbstverständlich. Hier steht im Vordergrund, das Leid der Menschen so schnell wie möglich zu lindern.“ Er bittet daher um Verständnis, wenn es bei den Arbeiten der SWN oder SBN in Neuwied zu Verzögerungen kommt oder gewohnte Services wie die Straßenreinigung eingeschränkt sind. „Selbstredend werden wir intern priorisieren und abwägen, was man aufschieben kann oder für den eigenen geregelten Betrieb notwendig und unentbehrlich ist.“

Das Ahrtal wieder zu versorgen, sei eine Mammutaufgabe: „Das geht nicht innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen. Wir wissen selbst, wie unangenehm große Baustellen oft sind. In Neuwied reden wir aber von einzelnen Straßen. Im Ahrtal sind etliche Ortschaften fast komplett betroffen. Bis man von einer geregelten Versorgung sprechen kann, wird es dauern.“ Wie lange, darüber könne man derzeit nur spekulieren: „Ich fürchte: Monate. Mindestens. Denn zu den offensichtlichen Schäden kommen noch solche, die durch Unterspülungen oder andere Einflüsse noch gar nicht sichtbar sind.“ Wichtig sei nun ein koordiniertes Vorgehen: „Wir stehen bereit, um auch kurzfristig mit Personal und Material anzurücken.“