Freitag, 22. Januar 2021

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Erster erfolgreicher AfD-Infostand nach dem Corona-Lockdown

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Puderbach. Kürzlich haben die Mitglieder des Kreisverbandes der AfD ihren ersten Infostand nach dem „Corona-Lockdown“ in Puderbach ausgerichtet. Neben den Mitgliedern der Partei waren die stellvertretende Kreisvorsitzende Gerlinde Seidel und der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Kreistagsfraktion Harald Zobel vor Ort und informierten über ihre politische Arbeit als Mitglieder des Neuwieder Kreistags. Die beiden Kreisvorstands- und Kreistagsmitglieder freuten sich darüber, dass viele Bürgerinnen und Bürger das Vorortangebot annahmen, sich aus erster Hand über die AfD zu informieren.

Das bestimmende Thema am Infostand war die Corona-Pandemie mit wochenlangem „Shutdown“ und den daraus resultierenden Folgen. „Chaotisch anmutende Lockerungsmaßnahmen stoßen bei vielen Bürgern auf Unverständnis. Dazu kommt die Sorge vor den Folgen eines weiteren wochenlangen ‚Lockdowns‘. Heute klingt die Aussage vom Bundeswirtschaftsminister Altmaier (CDU) ‚Kein Arbeitsplatz muss wegen Corona verloren gehen‘ wie Hohn in den Ohren derer, die von Kurzarbeit und Arbeitsplatzverlust unmittelbar betroffen sind. Viele Bürger sehen mit Sorge in die Zukunft. Die Aussage einer Mutter, dass die Versäumnisse der vergangenen Wochen im Bereich der Bildung nicht wieder aufzuholen sind, spiegelt die Sorgen vieler Eltern wider. Auch hier wurden die Versprechen der Politik nicht eingehalten. Wo die Digitalisierung funktionierte, da hat nicht selten das Angebot der Schulen versagt. Viele Eltern, die berufstätig sind, waren mit der zusätzlichen Aufgabe der Kinder- und Lernbetreuung schlichtweg überfordert.“ konstatierte Seidel.

Harald Zobel meint: „Die Folgen des wochenlangen Stillstandes werden uns noch lange begleiten. Wie groß letztendlich das Ausmaß sein wird, lässt sich heute nur schwer abschätzen. Das Misstrauen der Bürger in die milliardenschweren Hilfspakete der Bundesregierung ist groß und nicht nachvollziehbare Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene lassen das Vertrauen in eine verlässliche Politik weiter schwinden.“ Gerlinde Seidel konnte an dem Tag einen ausgefüllten Mitgliedsantrag entgegennehmen und weitere Anträge auf Mitgliedschaft wurden an interessierte Bürger ausgehändigt. Die AfD-Infostände finden einmal im Monat an verschiedenen Orten im Kreisgebiet statt und werden rechtzeitig bekannt gegeben.

AfD-Kreisverband Neuwied

Starke Stimme in Berlin:

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CDU Kreisvorstände nominieren erneut Dr. Andreas Nick als Kandidat für die Bundestagswahl 2021

Rhein-Lahn/Westerwald. Der Bundestagskandidat für die CDU in der Region Rhein-Lahn und Westerwald soll auch 2021 wieder Dr. Andreas Nick sein: Einstimmig haben sich die Kreisvorstände der CDU Rhein-Lahn und Westerwald dafür ausgesprochen, Andreas Nick erneut als ihren Vertreter in Berlin zu nominieren. „Ich bin sehr dankbar, dass beide Kreisvorstände meine erneute Kandidatur unterstützen“, freut sich der bewährte Unionspolitiker, der mit seiner Familie in Montabaur wohnt. „Bei der Bundestagswahl im Herbst 2021 möchte ich mich erneut um das Direktmandat im Wahlkreis 204 bewerben“, unterstreicht er. Der Wahlkreis umfasst den gesamten Westerwald und im Rhein-Lahn-Kreis die Verbandsgemeinden Diez, Aar-Einrich, Nastätten und das Gebiet der ehemaligen VG Nassau.

Der 53-jährige Andreas Nick vertritt die Region seit 2013 in Berlin. „Mir bereitet die Arbeit für meine Heimat große Freude“, betont er. Nick freut sich, dass er gemeinsam „mit der Unterstützung vieler engagierter Partner vor Ort bereits manches erreichen konnte.“ Auf zwei besondere Erfolgsprojekte im Rhein-Lahn-Kreis weist hier der Kreisvorsitzende der CDU Rhein-Lahn Matthias Lammert hin: „Der Ausbildungsstandort der Bundespolizei in Diez wurde nachhaltig gesichert sowie dessen Ausbau auf bis zu 1000 Ausbildungsplätze auf den Weg gebracht.“ Ebenfalls in Diez sorgt ein besonderes Vorhaben für Aufsehen: „Beim Bau der Tunnellösung als innerstädtische Umgehung der B54 in Diez investiert der Bund derzeit 33 Millionen Euro in ein technisch hoch anspruchsvolles Straßenbauprojekt.“

Andreas Nick gilt als moderner Bundestagsabgeordneter, „der in der Welt zuhause und in der Heimat verwurzelt ist.“ Es ist ihm wichtig, direkt für die Bürger im Wahlkreis als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Er möchte die Menschen vor Ort weiter „mit starker Stimme in Berlin vertreten“. Jenny Groß, stellvertretende Vorsitzende der CDU Westerwald freut sich, dass er auch für den Westerwald bereits viel bewegen konnte. Andreas Nick hat in Berlin erfolgreich dafür geworben, dass die größte Niederlassung West der künftigen Autobahn-Gesellschaft des Bundes ab 2021 ihren Sitz in Montabaur hat. Sie wird von dort das Autobahnnetz in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Südhessen betreuen. „Und für die Sanierung und Erweiterung des Naturbades Linderhohl in Höhr-Grenzhausen konnte Andreas Nick rund eine Million Euro Fördergelder des Bundes in den Wahlkreis holen“, freut sich die Landtagsabgeordnete Jenny Groß.

Außerdem hat sich der CDU-Abgeordnete dafür eingesetzt, dass sich für die Arbeit des THW mit seinen Ortsverbänden in Montabaur und Westerburg die gesetzlichen Rahmenbedingungen wesentlich verbessern. Nick ergänzt: „Auch der Hochschule der Bundesbank in Hachenburg als bundesunmittelbarer Einrichtung im Wahlkreis gilt meine besondere Aufmerksamkeit.“ Ganz aktuell haben vor wenigen Tagen zudem das Limeskastell in Pohl sowie der Stöffelpark in Enspel eine Fördergeldzusage des Bundes erhalten.

Die endgültige Entscheidung über den Direktkandidaten trifft die Wahlkreisvertreterversammlung, die nach der Sommerpause einberufen wird und voraussichtlich wieder im Rhein-Lahn-Kreis tagt.

Auslagerung/Infokasten:

Nicht nur in seinem Wahlkreis ist Dr. Andreas Nick gut vernetzt – auch auf europäischer Ebene gilt er längst als Experte. Dazu erklärt er: „Als Außenpolitiker, der auch über Auslandseinsätze der Bundeswehr mitentscheidet, liegen mir natürlich die Standorte des Sanitätsregiments 2 in Rennerod und des Kommandos regionale sanitätsdienstliche Unterstützung im Schloss Oranienstein in Diez besonders am Herzen. Seit 2018 bin ich Leiter der deutschen Delegation und Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarats. Hier gilt mein Einsatz der Sicherung von Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und pluralistischer Demokratie in den 47 Mitgliedsstaaten mit über 800 Millionen Bürgern - dies ist vielfach dringender geworden, eine starke deutsche Stimme gefordert. Als Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Unterausschuss Vereinte Nationen, Internationale Organisationen und Globalisierung konnte ich die deutsche Mitgliedschaft Im UN-Sicherheitsrat parlamentarisch intensiv begleiten. Nach zwei Wahlperioden im Auswärtigen Auschuss, u.a. als Berichterstatter für die Beziehungen zur Türkei, Ungarn und Südamerika, habe ich auch als Fachpolitiker in Berlin eine entsprechende Wahrnehmung erreicht.“ Bei Beobachtern gilt er als „eine der klugen und fundierten außen- und sicherheitspolitischen Stimmen in diesem Land“, so Prof. Johannes Varwick, Präsident der Gesellschaft für Sicherheitspolitik) sowie als „in Europa bestens vernetzt und einer der kundigsten Transatlantiker in der CDU/CSU-Fraktion“, wie er in der Deutschen Welle bezeichnet wurde.

Startschuss für das wfg-Sonderprogramm „Digi-Cash“ - Antragstellung ab dem 1. Juli 2020

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„Wir freuen uns, dieses Angebot als aktive und zukunftsorientierte Hilfestellung für die kleineren Unternehmen im Westerwaldkreis über unsere Wirtschaftsförderung machen zu können“, freut sich Landrat Achim Schwickert.

Zum Hintergrund: Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Westerwaldkreis mbH (wfg) setzt sich als Partner und Dienstleister der Wirtschaft für die Gestaltung bestmöglicher Rahmenbedingungen sowie die zukunftsfähige Entwicklung  des Wirtschaftsstandortes Westerwald ein. In der aktuellen Situation sind die Herausforderungen für die Unternehmen groß und die Unterstützungsmöglichkeiten für eine regionale Wirtschaftsförderung gering. Die wfg informiert und recherchiert und versucht aus den Gesprächen mit Unternehmerinnen und Unternehmern Angebote abzuleiten, die den Betrieben einen Mehrwert bieten.

Auch Bund und Land suchen nach solchen Möglichkeiten und haben, neben den Soforthilfen und Corona-Programme bereits gute Angebot in Bereichen wie der Betriebsberatung (Geschäftsmodelle, Restrukturierung) oder der Digitalisierung geschaffen.

Da die wfg keine Doppelförderungen zu Bundes- und Landesprogrammen schaffen darf, wurde nach einer sinnvollen Ergänzung bestehender Angebote gesucht. Fündig geworden, ist das Team bei dem Bundesförderprogramm „go-digital“, das die Beratung und Begleitung in den drei Sparten Digitalisierte Geschäftsprozesse,  Digitalisiert Markterschließung und IT-Sicherheit fördert.

„Die im Rahmen von „go-digital“ entwickelten Digitalisierungsprojekte sollen mit diesem Zuschuss unterstützen werden. Da im Bundesprogramm nur die administrative Begleitung förderfähig ist und der für Investitionen in diesem Bereich vorgesehen „ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit“ erst bei einem Mindestvolumen von 25.000,00 € greift, schließen wir hier eine Lücke. Die Investitionen sollen mit 10%, also max. 2.499 €, bezuschusst werden“, erklären Katharina Schlag und  Michael Jodlauk die Grundidee des Sonderprogramms.

„Nach dem wir unseren Wirtschaftsplan zur Jahresmitte korrigiert haben, um dem Ausfall bzw. der Verschiebung einiger Veranstaltungen und Projekte Rechnung zu tragen, standen Mittel aus dem Jahresbudget zur Verfügung, die wir jetzt für diesen Zweck einsetzen dürfen“, bedankt  sich die Geschäftsführerin für den einstimmigen Beschluss bei den Gesellschaftern der wfg.

Informationen zum Bundesförderprogramm „go-digital“ sind unter https://www.innovation-beratung-foerderung.de/INNO/Navigation/DE/go-digital/go-digital.html abrufbar.
Die Förderrichtlinien und das Antragsformular für das ergänzende wfg-Programm sind ab dem 01. Juli 2020 unter www.wfg-ww.de zu finden.

Lions Club Rhein-Wied fördert integrativen Sprachkurs

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Mit einer Summe von 1.500 Euro beteiligt sich der LC Rhein-Wied an den Kosten für einen Sprachkurs für Migrantinnen im Mehrgenerationenhaus (MGH) in Neustadt (Wied). Im Rahmen dieses Kurses wird Einwanderinnen aus Ländern wie Polen oder dem Nahen Osten die deutsche Sprache für Alltagssituationen nähergebracht.

Hierzu treffen sich derzeit Frauen und junge Mütter einmal wöchentlich für anderthalb Stunden und bekommen hierbei außerdem kulturelles Wissen vermittelt. Zeitgleich können deren Kinder in einer Kindergruppe betreut werden. „Leider können wir bedingt durch das Corona-Virus derzeit nicht ohne Einschränkungen arbeiten, aber wir hoffen, dass wir bald wieder den normalen Betrieb aufnehmen und mehr Frauen unterrichten können“, berichtet Angela Muß, Koordinatorin des MGH, anlässlich der Spendenübergabe.

„Unserem Club ist es ein besonderes Anliegen, diese Form der Integration von Migrantinnen in die Region zu unterstützen. Die Frauen können durch zunehmende sprachliche Kompetenz besser am Alltagsleben teilnehmen und dieses immer besser eigenständig bewältigen“, so der Präsident des LC Rhein-Wied, Viktor Schicker.

Strauß oder Phönix? Wie reagiert die Wäller Wirtschaft auf Corona?

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Dass die aktuelle Situation für unsere Gesellschaft außergewöhnlich steht außer Frage und man sagt „Außergewöhnliche Herausforderungen fordern außergewöhnliche Lösungen“.  Wie können Lösungen aussehen und wie reagieren die Westerwälder Unternehmen, um sich für die Zukunft zu positionieren. Dazu geben Elisabeth Schubert, Hauptgeschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Rhein-Westerwald, Richard Hover, Geschäftsführer der IHK-Geschäftsstelle Montabaur und Katharina Schlag, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Westerwaldkreis mbH ihre Einschätzung.

Frage:   Seit Monaten gibt es – auch für die Unternehmen der Region – nur ein Thema: Corona und die Auswirkungen. Wie ordnen Sie diese gegenwärtige Fokussierung ein?

K. Schlag:

Akute Situationen fordern immer unmittelbare Aufmerksamkeit, insbesondere wenn sie die                 unternehmerische Existenz bedrohen, was in einigen Branchen auch im Westerwaldkreis der               Fall ist. Akute Situationen lassen aber andere grundsätzliche Themen und strategische             Fragestellungen nicht verschwinden und unwichtig werden.

R. Hover:

Wir halten es für wichtig, nicht zu vergessen, dass die „vor-Corona-Themen“ nach wie vor präsent sind und unserer Aufmerksamkeit bedürfen.

E. Schubert:

Viele Handwerksbetriebe hat die Corona-Krise mit voller Wucht getroffen. Da ist es ganz normal, dass der Fokus nur auf dieses Thema gerichtet wird und erst einmal andere, den Zeitraum vor Corona betreffende Themen in den Hintergrund gerückt sind. Dennoch wäre es ein Fehler, alle weiteren betriebswirtschaftlichen oder strukturellen Themen gänzlich außer Acht zu lassen.

Frage:   Wie sehr und lange werden der Lock-down und die sonstigen, weiterhin bestehenden Einschränkungen die hiesige Wirtschaft belasten? Werden wir zum Normalzustand – was auch immer das heißen mag – zurückkehren?

E. Schubert:

Die Verantwortlichen in den Betrieben waren in den vergangenen Wochen sehr damit beschäftigt, Zuschuss- und Stundungsanträge zu stellen, um einigermaßen Schadensbegrenzung zu betreiben. Dennoch ist es in einigen Bereichen des Handwerks zu großen Umsatzverlusten gekommen. Geschäftsfelder sind weggebrochen bzw. Betriebe mussten wochenlang geschlossen werden. Der Großteil des Jahresumsatzes ist in den vergangenen Wochen bereits verloren gegangen und wird bis zum Jahresende nicht aufzuholen sein. Die Lockerungen halte ich für wichtig, damit die Wirtschaft, wenn auch langsam, wieder Fahrt aufnehmen kann. Dennoch glaube ich, dass es noch lange dauern wird, bis wir den „Normalzustand“ wieder erreichen werden.

R. Hover:

Soweit ich es einschätzen kann, haben die bisherigen Maßnahmen zu deutlichen Einbrüchen in einigen Branchen geführt und werden eine Erholung für einige Betriebe unmöglich machen. Im Rückblick halte ich aber den ersten Schritt des Lock-Down für richtig. Wie sich die weiteren Maßnahmen jetzt entwickeln bleibt abzuwarten.

K. Schlag:

Ich gehe nicht davon aus, dass wir den bisherigen „Normalzustand“ wieder eins zu eins erreichen werden – ohne das bewerten zu wollen – und glaube, dass die Nachwirkungen noch lange spürbar sein werden.

Frage:   Nochmal anders gefragt: Wie wird Ihrer Einschätzung nach die Nach-Corona-Zeit aussehen und sich die Wirtschaft, die Unternehmen verändert haben?

R. Hover:

Wie gesagt, wird es Betriebe geben, die diese Situation aus den unterschiedlichsten Gründen nicht überstehen werden, aber ich glaube, dass es auch eine Chance sein kann.

E. Schubert:

Ich gehe davon aus, dass wir eine höhere Akzeptanz für flexible Arbeitszeitmodelle und digitalisierte Prozesse bzw. Arbeitsmethoden erleben, aber auch eine neue Wertschätzung für regionale Produkte und den persönlichen Kontakt.

K. Schlag:

Ich glaube nicht, dass wir eine Nationalisierung z.B. bei den Lieferketten sehen werden. Das wird allein der Kostendruck im Wettbewerb nicht erlauben. Es wird aber wohl eine verstärkte Diversifizierung geben, um zu starke Abhängigkeiten zu vermeiden.

Frage:   Konkret: Welche Anpassungen erwarten Sie in der Wirtschaft? Wie werden künftig Geschäfte eingeleitet, Kunden angesprochen, bedient? Wird die Ökologie auch in Unternehmen eine größere Rolle als bisher spielen oder tritt diese wegen der Notwendigkeit der akuten Existenzsicherung erstmal in den Hintergrund?

R. Hover:

Sicherlich wird es branchen- und geschäftsmodellspezifische Unterschiede geben. In jedem Fall halte ich es für entscheidend, dass die Unternehmen sich bewusst mit den veränderten Rahmenbedingungen auseinandersetzen und versuchen, diese für sich zu gestalten. Wir haben schon viele kreative Lösungsansätze in der Region gesehen. Es ist eine gute Gelegenheit, die eigenen Prozesse zu hinterfragen und zu verändern.

K. Schlag:

In Schockstarre zu verfallen und abzuwarten bis Corona vorbei ist, ist nach meiner Einschätzung eine riskante Strategie. In nicht wenigen Betrieben wurden bereits die Schritte gemacht. Wenn z.B. ein Lieferdienst angeboten wurde oder die Kunden mit einem neuen Terminvereinbarungsprozess gut zurechtkommen, ist zu überlegen, diese Veränderungen beizubehalten und sogar auszuweiten. Es wird in fast jedem Bereich Anpassungspotentiale geben, die die Zufriedenheit von Kunden, Lieferanten oder den Mitarbeitern erhöhen können. Dafür sind jetzt die Weichen zu stellen. Auch wenn der Mensch die Tendenz hat schnell in alte Verhaltensmuster zurück zu fallen, so glaube ich dennoch, dass es eine vollständige Rückkehr zur bisherigen Normalität nicht geben wird – und vielleicht ist das gar nicht so schlecht.

E. Schubert:

Meiner Meinung nach wird die Existenzsicherung oberste Priorität haben. Das Handwerk hat immer wieder gezeigt, dass es sich wirtschaftlichen Veränderungen anpassen und Krisensituationen meistern kann. So auch in Zeiten von Corona. Neue Geschäftsmodelle wurden entwickelt und damit Einnahmemöglichkeiten generiert. Digitale Medien wurden genutzt, um eine Verschlankung von Arbeitsprozessen herbeizuführen. Es wäre fatal, diese neugewonnenen Möglichkeiten zukünftig nicht mehr fortzuführen bzw. auszuweiten.

Frage:   Was würden Sie den Unternehmen vor diesem Hintergrund raten, wenn es darum geht, sich schon jetzt für diese Zukunft, für diese Post-Corona-Zeit aufzustellen? Wie kann z.B. die Bedeutung betrieblicher Resilienz deutlicher vermittelt werden – Stichwort: Corona 2.0?

E. Schubert:

In jeder Krise stecken Chancen. Auch wenn eine derartige Äußerung in der jetzigen Zeit vermessen erscheint, so haben die vergangenen Wochen gezeigt, dass viele Unternehmen diese Krisenzeit für ein Überdenken ihrer Firmenstrukturen genutzt haben. Corona hat einerseits Schwächen aufgedeckt aber andererseits auch den Raum für neue Möglichkeiten geschaffen. Diese müssen genutzt und vorangetrieben werden, um das Unternehmen für die Zeit nach Corona stark zu machen.

R. Hover:

Die Wäller Wirtschaft hat schon bei vielen Herausforderungen gezeigt, dass sie von der Grundtendenz her dazu neigt, kreativ zu werden und nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Diese Kraft, die in ihr steckt, hat diese Wirtschaft in den letzten 25 Jahren durch alle konjunkturellen Schwankungen immer weiter nach oben getragen und zum zweitstärksten Kreis im Land werden lassen.

K. Schlag:

In der Tat: Die schlimmste Reaktion, wie immer für Unternehmer, ist, keine Entscheidung zu treffen und in Angst abzuwarten. Ich würde Folgendes empfehlen:

  • Mitarbeiter aktiv in die Lösungsfindung einbeziehen
  • sich mit anderen Unternehmern und Unternehmerinnen austauschen
  • mit einer Mischung aus Bodenständigkeit und Mut zu entscheiden, damit die Unternehmen zukunftsfähig – also enkeltauglich – bleiben
  • bei Fragen die wfg, IHK oder Kreishandwerkerschaft kontaktieren

Bei allen aktuellen und zukünftigen Herausforderungen „Die Wäller Unternehmen haben eindeutig mehr Phönix als Strauß in sich“, begründet das Trio abschließend seinen zuversichtlichen Blick auf die weiteren Entwicklungen.

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