Marktmusik entführt nach Italien

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Stücke für Querflöte und Orgel

Bendorf. „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?“ – dieser Vers Goethes eröffnet ein 3-strophiges Lied, das im 1. Kapitel des Romans „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ zu finden ist.

Verbunden mit dieser Frage ist der Wunsch, nach Italien zu ziehen. Dieser Vers ist zugleich Motto der 42. Bendorfer Marktmusik am Freitag, 3. Mai.

Michaela Stephanjan (Querflöte) und Gisbert Wüst (Orgel) gestalten das Konzert, das wie immer um 19 Uhr in der Bendorfer Medardus-Kirche stattfindet.

Michaela Stephanjan (22) ist gebürtige Koblenzerin, besuchte zunächst die Schönstätter Marienschule und später das Musikgymnasium in Montabaur.

Neben ihrem Schwerpunktinstrument Querflöte beschäftigte sie sich zugleich mit Orgelspiel. Nach dem Abitur wurde sie Studentin der Mendelssohn-Musikhochschule in Leipzig, wo sie von Thomas Reimann (Querflöte) unterrichtet wird.

Für die Marktmusik in Bendorf hat Michaela Stephanjan etwas selten Gespieltes und somit Besonderes vorbereitet, die Sequenza I des Komponisten Luciano Berio, eines der Schlüsselwerke zeitgenössischer Musik für Solo-Querflöte.

Gisbert Wüst wird den Zuhörern zusammen mit Michaela Stephanjan unmittelbar vor der Aufführung einige Impulse und Hinweise anbieten.

Dass in solch einer musikalischen Landespräsentation die vertrauten Barockkomponisten nicht fehlen dürfen, ist selbstredend. So erklingen Sonaten von Corelli und Vinci am Anfang und am Ende der Marktmusik.

Gisbert Wüst ergänzt mit Orgelwerken von Bossi und Puccini. Letztere wurden erst kürzlich aufgefunden und belegen die Organistentätigkeit des jungen Puccini, der ganz im Stile seiner Zeit und vertraute und unterhaltsame Melodien zu komponieren wusste.

Jochen Schneider von der Pfarrei „Maria Himmelfahrt“ Sayn moderiert diese Musikstunde und stellt das Goethe-Gedicht vor, dessen erster Vers dieser Marktmusik als Thema vorangestellt ist.