Freitag, 16. April 2021

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Lärmmessung am Rhein: 81 laute Züge fuhren in nur einer Nacht durch Oberwinter

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Nachts wird es immer lauter – dieses subjektive Befinden der Anwohner:innen der  Bahnstrecken am Mittelrhein stimmt. Die Deutsche Schienenhilfe hat in der Nacht  von Freitag, 19. Februar auf Samstag, 20. Februar 2021 gemessen. Zwischen 22 und  6 Uhr fuhren 136 Züge durch den linksrheinischen Ort Oberwinter.

Nicht alle Züge davon waren „laute Züge“. Laut Messung hatten aber 81 Züge  mindestens eine Flachstelle. Dies sind Abnutzungserscheinungen an Rädern, die  für eine erhöhte Lärmbelastung verantwortlich gemacht werden können. Die  Anwohner:innen hören dann das berühmte „tak-tak-tak“-Geräusch. In der besagten  Nacht war das Geräusch 81 Mal zu hören. Die Messung erfolgte durch Anne Hecken, Unterstützerin der Deutschen  Schienenhilfe und Anwohnerin direkt am Gleis. Mittels eines Mikrofons hat sie  den Bahnverkehr in der Nacht akustisch gemessen. Die Datei wurden in den Wochen  danach ausgewertet. Für die „tak-tak-tak“-Geräusche wurden als Grund  Flachstellen angenommen. Die Schienenhilfe spricht dann von lauten Zügen. „Das Schienenlärmschutzgesetz hat nicht geholfen. Entgegen den  Versprechungen fahren immer noch laute Züge“, erklärt die selbständige  Goldschmiedin Hecken: „Ich bin schwanger, brauche daher nachts viel Ruhe. Meine  Hoffnungen lagen auf dem Schienenlärmschutzgesetz. Ab Dezember 2020 sollte es  ruhiger werden.

Daraus wurde nichts. Es wird stattdessen immer schlimmer.

Die Deutsche Schienenhilfe fordert nun eine nächtliche  Geschwindigkeitsbegrenzung von Güterzügen, die durch das Rheintal fahren: Mit  einer entsprechenden Absenkung muss ein vergleichbarer Lärmpegel von Zügen mit  Flachstelle wie von Zügen ohne Flachstelle erreicht werden.