Samstag, 29. Februar 2020

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Wunder wird's nicht geben - wir müssen jetzt handeln!

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Die GRÜNE Landesvorsitzende Jutta Paulus erklärt zum  IPCC-Bericht zum in Paris beschlossenen Ziel, die Erderwärmung "unter 2 Grad, möglichst unter 1,5 Grad zu halten“:

„2015 hatten die Wissenschaftler das Pariser Abkommen bejubelt, aber insgeheim gedacht: oh weh, wie soll das gehen? Jetzt haben sie gerechnet und uns die Antwort präsentiert: rein physikalisch ist es möglich - wenn wir SOFORT alles Menschenmögliche tun, um unsere Treibhausgasemissionen zu senken UND noch in diesem Jahrhundert 100 bis 1000 Gigatonnen (Milliarden Tonnen) CO2 wieder aus der Atmosphäre holen.

Die zweite Botschaft: jedes Zehntelgrad zählt. Heute sehen wir schon schlimme Auswirkungen bei nur 1 Grad Celsius über dem vorindustriellen Zeitalter. Mit 1,5 Grad werden Wetterextreme häufiger, der Meeresspiegel steigt schneller, Korallenriffe sterben ab.

Aber mit 2 Grad Erhöhung kommen Kippeffekte zum Tragen, mit denen sich die Klimakrise verselbständigen kann: Auftauen der Permafrostböden, Abschmelzen der Westantarktis, evtl. Abschwächung des Golfstroms. 10 Millionen Menschen zusätzlich (!) wären vom dann stärker steigenden Meeresspiegel betroffen. Die Zahl der von Wasserknappheit Betroffenen würde sich verdoppeln. Alle tropischen Korallenriffe, die Kinderstuben fast aller tropischer Fischarten, würden verloren gehen.

Besonders die Kohleverstromung muss zurückgefahren werden: gemäß dem Bericht muss der Kohleanteil im Energiesystem bis 2030 um 60-80% gesunken sein, um die 1,5-Grad-Grenze nicht zu reißen.

In Deutschland muss die besonders klimaschädliche Braunkohle aus dem System genommen werden. Viele Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer waren mit mir am Hambacher Wald, um für einen schnellen Kohleausstieg zu streiten. Und es braucht mehr denn je den Aufstand der Zivilgesellschaft. Denn klar ist: diese Bundesregierung verspielt sehenden Auges die Zukunft unserer Kinder und Enkel!“