Donnerstag, 19. September 2019

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SPD-Senioren wählen Günther Ramsauer einstimmig zu ihrem Landesvorsitzenden

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„Wir sind eine solidarische fortschrittliche Partei, wir brauchen keine Unterorganisationen wie ‚SPD pur‘ oder ähnliches. Auf die SPD- Senioren kann sich die Partei voll verlassen. Wir werden aber, entsprechend unserer Mitgliederanzahl und Erfahrung, noch lauter und ‚frecher‘ werden“. So mutig und selbstbewusst führte Günter Ramsauer, Vorsitzender der AG 60plus-RLP in die Landeskonferenz der SPD-Senioren  am 12.08.2019 in Bodenheim am Rhein ein.

Kurt Beck appellierte in seinem bemerkenswerten Grußwort an die Delegierten und die gesamte SPD: Sozialdemokratische Themen lägen auf der Straße, wir müssten sie nur aufheben und dafür kämpfen! Friedenspolitik, Klimapolitik, innere Sicherheit und soziale Gerechtigkeit seien Voraussetzungen für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Der notwendige Strukturwandel müsse aktiv angegangen werden. Die Mammutaufgabe der Konversion von militärischen Liegenschaften in RLP, die durch die SPD-geführten Landesregierungen der vergangenen Jahre gemeistert wurden, seien ein gutes Beispiel dafür.

Beim Pokalspiel am letzten Samstag habe der 1.FCK gezeigt, wie eine Mannschaft über den Kampf ein Spiel gewinnen könne. Mit gesenktem Haupt gewinne man kein Fußballspiel und auch keine Wahlen, so der ehemalige Ministerpräsident und SPD-Ehrenvorsitzende von Rheinland-Pfalz.

In weiteren Grußworte würdigten Daniel Stich, SPD-Generalsekretär RLP, Nina Klinkel, MdL, Thomas Becker-Theilig, Ortsbürgermeister von Bodenheim und Agnes Roggen-Wedel als Vertreterin der SPD-Arbeitsgemeinschaften die Arbeit der AG 60plus. Sie riefen die SPD- Senioren auf, weiter bei der „Stange“ zu bleiben.

Alle Anwesenden waren gespannt auf das Referat des prominenten Gastredners zum Thema

„Sozialstaat 2025 – Lebensstandardsicherung und alternativen zur Altersarmut“

Der ehemalige SPD-Genosse, Politikwissenschaftler und Armutsforscher: Prof. Dr. Christoph Butterwegge eröffnete seinen Redebeitrag mit dem erstaunlichen Bekenntnis, ihm blute das Herz, wenn er die aktuellen Umfragewerte der SPD sehe. Doch dann las er den Genossen und Genossinnen die Leviten. Dabei hatte der „Armutsprofessor“, wie er in den Medien genannt wird, es nicht auf seine Altersgenossen im Saal abgesehen, sondern auf die Parteiführungen der letzten Jahre. „Ursache der heutigen Situation zur Armut war die Deregulierung des Arbeitsmarktes, die Agendapolitik der Rot-Grünen Regierung unter Gerhard Schröder eine Umverteilung von unten nach oben, die auf eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zurückgeht und nicht etwa auf Experten der Regierung oder der Fraktionen“, sagte der Armutsforscher. In seinem Buch „Armut – Basiswissen“ habe er die Fakten zusammengetragen. Es gelte nach wie vor das Zitat von Berthold Brecht: „Wär‘ ich nicht arm, wärst du nicht reich‘“, so Butterwegge.

Günther Ramsauer bemerkte dazu, seine Forderungen zur Reparatur des Deutschen Rentensystems  entsprächen zu 100% dem Antrag der AG 60plus-RLP von 2017 zum „Umbau des deutschen Rentensystems“.

Butterwegges Aufforderung an die SPD zum Schluss: „Glaubwürdigkeit, soziale Gerechtigkeit, Gleichheit, Gradlinigkeit! Dann kommt ihr wieder auf die Erfolgsspur“.

Beim Applaus wurde deutlich, wie stark die Delegierten mit der Analyse und den Vorschlägen des Vortragenden übereinstimmten. Bei der anschließenden Aussprache forderte ein Vorstandsmitglied den Wissenschaftler auf: „Kommen Sie zurück in die SPD und helfen Sie mit, unsere Partei wieder auf den richtigen Pfad der Sozialpolitik zu bringen!“.

In seinem Rechenschaftsbericht informierte Günther Ramsauer die Delegierten über die Arbeit des Vorstandes in den beiden letzten Jahren: „Wir waren sehr fleißig, nicht nur bei Wahlkämpfen und Vortragsveranstaltung, auch in der politischen Arbeit können wir uns sehen lassen. 21 Anträge zu verschiedenen politischen Themen wurden vom Vorstand erarbeitet bzw. von den Regionalverbänden übernommen“. Auch dieser Konferenz lagen sieben Anträge vor, darunter vier zum Klimaschutz.

Die Delegierten der AG 60plus-RLP wählten sodann ihren Vorstand neu. Dabei wurde der bisherige Vorsitzende Günther Ramsauer einstimmig in seinem Amt bestätigt.

Der weitere Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:
StellvertreterInDr. Dieter Börsch (KO), Ingrid Reske (LU), Hans Schäfer (Klein-Winternheim)

Schriftführer und Pressesprecher: Wolfgang Thiel (Hergersweiler)

Beisitzer: Ingo Degner (KO), Marianne Degreif (Ingelheim), Waltraut Fedderkiel (LU), Karl-Heinz Geier (SP), Robert Gensmann (Becheln), Edgar Henkel (Dienheim), Dr. Anton Miesen (Dienheim), Brigitte Schauf-Schneider (KO), Motee Spanier (Remagen), Christine Thirolf (Bad Breisig).

Alexander von Rettberg, der als Stellvertreter nicht mehr kandidierte, hat die Konferenz professionell mit viel Fingerspitzengefühl geleitet, danke dafür!

Wolfgang Thiel                                                                                                               Mainz 14.08.2019
Pressesprecher AG 60plus-RLP